St. Pölten
Bischof Krenn sieht sich als Opfer der Kirchenpolitik
Anläßlich seines 70. Geburtstags hat der frühere St. Pöltener Bischof Kurt Krenn erstmals zu seinem unfreiwilligen Rücktritt vor zwei Jahren Stellung genommen.
(kreuz.net, St. Pölten) „Das, was passiert ist und dazu geführt hat, daß ich abberufen wurde, hat mich schwer getroffen. Ich habe es nicht überwunden“, gesteht Mons. Krenn in einem Beitrag für das österreichisch Wochenblatt ‘Die ganze Woche’ (Nr. 26/06).

Seit seinem auf Bitten von Papst Johannes Paul II. hin erfolgten Rücktritt vom Amt des St. Pöltner Diözesanbischofs ist es um den Bischof still geworden, der früher um deutliche Worte nicht verlegen war.

„Ich bin jetzt ein großer Schweiger“, bestätigt Mons. Krenn und fügt hinzu:

„Ich weiß schon, so kennen mich viele nicht. Es ist aber genau so, daß ich mit der Kirchenpolitik nichts zu tun haben will. Nicht mehr, das ist korrekt formuliert.“

Unter Bezugnahme auf die vornehmlich kirchenpolitischen Hintergründe seines Rücktritts wird Mons. Krenn sogar noch deutlicher:

„Ich bringe es auf den Punkt: Das Hickhack in unserer Kirche interessiert mich nimmer.“

Dieses „Hickhack“ habe ihm körperlich wie seelisch schwer zugesetzt.

„Ich bin mir darüber im Klaren, daß ich viel runtergeschluckt habe und nicht laut geworden bin. Ich vertrat stets die Ansicht, daß ein Bischof in der Lage sein muß, vieles geduldig zu ertragen, vieles auf sich zu nehmen.“

Gesundheitlich gehe es ihm den Umständen entsprechend. „Das eine oder andere Wehwehchen plagt mich halt. So ist’s bei alten Leuten. Da spüre ich den 70er. Das läßt sich nicht ändern.“

In Lebensgefahr sei er jedoch nicht. „Ich lebe gern, fürchte aber das Sterben nicht“, meint Mons. Krenn gelassen.

Obwohl ihn seine Abberufung schwer getroffen habe, sei er nicht verbittert: „Auch unser lieber Herrgott mußte viel erdulden.“
      
14 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#15   Elendester Sünder   14:12:34 | Freitag, 7. Juli 2006
Zu den widerlichen Kommentaren
Matthäus 5:10 Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.
5:11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen.
5:12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Möge der Herr ihm die Gnade der Beharrlichkeit bis ans Ende verleihen.
Redaktion benachrichtigen
#14   Laurentius2   08:30:25 | Freitag, 7. Juli 2006
@ siehe unten
Wer – so wie Bischof Krenn – klerikale Individuen wie turk ^-^ in seiner Diözese hat, braucht keine Feinde mehr …
Redaktion benachrichtigen
#13   turk   09:58:40 | Mittwoch, 5. Juli 2006
Wie ist dieses Interview zustandegekommen?
Es wäre schon interessant, wie dieses Interview zustandegekommen ist. Hat es Seine Exzellenz selbst gegeben, oder ist es schriftlich erfolgt? Letzteres wird man wohl annehmen dürfen, doch hat es Seine Exzellenz auch abgesegnet? Fragen über Fragen, abgesehen davon, daß die Selbstproduktion der längst ins Reich der Märchen eingegangenen „Dolchstoßlegende“ grotesk erscheint.
Redaktion benachrichtigen
#11   wiener   09:52:42 | Montag, 3. Juli 2006
großer schweiger?
si tacuisses, episcopus (non emeritus) mansisses …
k. krenn – dem zu seinem geburtstag alles gute und gottes segen zu wünschen ist – hat sich noch nie durch besonderen realitätssinn ausgezeichnet. dass er als bischof der diözese st. pölten für rom untragbar geworden ist, liegt u.a. auch daran, dass er oft unüberlegt etwas gesagt hat – meist in eher polterndem denn gütigen ton – was nicht nur der mitbrüderlichkeit den bischöflichen amtsbrüdern gegenüber, sondern auch der sorge um die gläubigen und letztlich dem respekt gegenüber dem papst selbst (er hat dem schwer kranken papst über die medien mitgeteilt, nur ein persönliches schreiben würde ihn zum rücktritt bewegen) widersprach.
hätte er in seiner aktiven zeit manches nicht gesagt und anderes dafür getan, wäre eine geburtstagsfeier auch im aktiven dienst sicher möglich gewesen.
ps: man sollte sich nicht lang darüber wundern, dass „kreuz.net“ im verbund mit dem „13.“ und konsorten an einer dolchstoßlegende strickt (stichwort: freiwillig – unfreiwillig).
tipp aus wien: ned amoi ignoriern!
Redaktion benachrichtigen
#10   PhilomenaWolkenstein   09:14:37 | Montag, 3. Juli 2006
bitte, schweigen
Er ist zum Schweiger geworden? Dann soll er doch auch dabei bleiben. Er geht niemand ab …
Redaktion benachrichtigen
#9   Ralf B. †   02:22:53 | Montag, 3. Juli 2006
Noch etwas
Bischof Kurt Krenn erstmals zu seinem unfreiwilligen Rücktritt vor zwei Jahren Stellung genommen.
Komisch. Vor zwei Jahren war aus dem Munde des Herrn Krenn zu hören, er sei sehr wohl freiwillig zurückgetreten. Auf Wunsch des Papstes, gewiss, aber niemand hat Herrn Krenn gezwungen, dem Wunsch des Papstes zu entsprechen. Insofern war’s freiwillig – und so hat’s Krenn auch damals dargestellt.
Wird einer der feigen anonymen kreuz.net-Hetzautoren uns noch mitteilen, woher er weiß, dass Kurt Krenn entgegen der Worte von Kurt Krenn nun doch unfreiwillig zurückgetreten ist? Ist also Kurt Krenn ein Lügner, wenn er die Sache anders darstellt als das authentische Lehramt von kreuz.net?
Redaktion benachrichtigen
#8   Gotthard   17:10:46 | Sonntag, 2. Juli 2006
Kommentierung
Bischof Krenn ist ein gebrochener Mann und man hat noch immer nicht genung – ihn fertig zu machen.
Bischof Krenn hat sich doch öffentlich geäußert – und wird hier zitiert.
Dann kann man seine Äußerungen auch kommentieren…
Redaktion benachrichtigen
#7   Rüdiger Keller †   15:08:27 | Sonntag, 2. Juli 2006
Strich drunter …
… aber nicht Schwamm drüber!
Christ oder nicht, jeder sollte das ganz pragmatisch sehen:
Herr Krenn war Verantwortlicher für die Vorkommnisse und Zustände in St. Pölten und der Vatikan zog die Konsequenzen.
Herr Krenn mußte gehen und befindet sich nun im Ruhestand. – Basta.
Ob er Buße tat und/oder bereut oder nicht, inwieweit Krenn persönlich verstrickt war und ob ihm Unrecht geschah oder nicht – das sollte nicht die Sorge Außenstehender sein.
Sicher hat man intern den Fall untersucht und wäre Krenn zu Unrecht abgesetzt worden, hätte man ihn wahrscheinlich auch rehabilitiert. Nehme ich mal an.
Herr Krenn hat meiner Meinung auch das Recht, sich heute dazu öffentlich zu äußern – ob er sich zu Recht als „Opfer“ der Kirchenpolitik sieht, lasse ich mal dahingestellt sein …
Auf ihm herum hacken werde ich jedenfalls nicht – denn „Wer von allem rein ist, werfe den ersten Stein …“
So oder so ähnlich heißt es doch.
Auch wenn Herr Krenn …
Man muß auch mal einen Schlußstrich ziehen können, ohne auch den Schwamm darüber zu ziehen …
Redaktion benachrichtigen
#6   muntu   14:23:48 | Sonntag, 2. Juli 2006
@ krenn
Bischof Krenn ist ein gebrochener Mann und man hat noch immer nicht genung – ihn fertig zu machen. Wir Christen sind eigentlich eine Schande. Von Liebe und Barmherzigkeit predigen und nicht mal selber umsetzen… ist das das wahre Christentum??? Also bitte, man sollte Bischof Krenn wenigstens jetzt in Ruhe lassen, dass er in Frieden seinen Lebensabend verbringen darf. Schaut mal auf den neuen Bischof und das neue Priesterseminar… reist da das Maul auf… Aber wir sind ja alle Christen und es kommen eh alle alle in den Himmel, weil wir so brav sind…
Redaktion benachrichtigen
#5   leshandl1   13:54:24 | Sonntag, 2. Juli 2006
War auch viel zu schlucken
Auch Bischof Krenn hat vielen Gläubigen schwer zu schlucken gegeben. Insoferne sehe ich es nicht als dramatisch, dass er nun der grosse Schweiger geworden ist. Dass er sich mit der (gesundheitlichen) Wahrheit noch immer nicht abfinden kann, ist nicht neu. Aber vielleicht kann auch er jetzt seinen Frieden machen, wie viele nun mit ihm Frieden gemacht haben
Redaktion benachrichtigen
#4   bonifatius   13:52:10 | Sonntag, 2. Juli 2006
ihr Superchristen
Ach , ihr Klugscheißer, hackt auf einen gebrochenen und gedemütigten Menschen nur richtig rum und brecht das geknickte Rohr noch einmal – ihr Superchristen!
Redaktion benachrichtigen
#3   Ralf B. †   12:51:26 | Sonntag, 2. Juli 2006
@Toby
Die Antwort auf Ihre Frage: Weil kreuz.net eine Verschwörungstheorie aufbauen will. Da kommen dann die Freimaurer, die Schwulen, irgendwelcher Typen, die ernsthaft das Zweite Vatikanische Konzil anerkennen und ein paar Frauen (vermutlich Laientheologinnen) vor.
Aber Tatsache ist: Nach seinem Rücktritt hat Bischof Krenn selbst berichtet, Papst Johannes Paul II. habe ihn um einen Rücktritt gebeten. Aber lieber fügt kreuz.net – natürlich anonym – ein „angeblich“ hinzu…
Redaktion benachrichtigen
#2   Toby   12:39:51 | Sonntag, 2. Juli 2006
„Angeblich“?
Seit seinem angeblich auf Bitten von Papst Johannes Paul II. hin erfolgten Rücktritt …
Wieso „angeblich“?
Redaktion benachrichtigen
#1   Ansgar   12:17:27 | Sonntag, 2. Juli 2006
„Kirchenpolitische Hintergründe“?
Wieso kirchenpolitisch? Bischof Krenn hatte sein Bistum – s. Priesterseminar – nicht im Griff und duldete, daß der Kirche großer Schaden entstand. Seine Ablösung war nur folgerichtig.
Redaktion benachrichtigen
Es wurde eine Lesermeinung von der Redaktion entfernt
Weiterlesen:
Bischof Krenn„Von den Amtsbrüdern nicht selten in Stich gelassen“ St. PöltenDer Papst schreibt Bischof Krenn St. PöltenIn Österreich gelten die Menschenrechte für die Kirche nicht Festschrift für Bischof KrennEin gelungener Wurf St. PöltenKommunionverweigerung für Behinderte? St. Pölten„Krennianer gegen Ex-Krennianer?“ St. Pölten„Gläubige und Bekannte stehen zu mir“ St. PöltenOhne Haß und Bitterkeit St. PöltenHeiße Luft aus Wiens Skandalmagazin St. PöltenMördergeschichten St. Pölten„Mit mir fährst du super“ St. PöltenSt. Pöltener Domkapitel bläst zum Sturm St. PöltenPriester dürfen kein Freiwild der Medien sein St. PöltenEinstweilige Verfügung doch nicht ganz geglückt St. PöltenHöchstgericht gibt Ex-Regens Recht
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net