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Sonntag, 2. Juli 2006 10:43
Bischof Krenn sieht sich als Opfer der Kirchenpolitik
Anläßlich seines 70. Geburtstags hat der frühere St. Pöltener Bischof Kurt Krenn erstmals zu seinem unfreiwilligen Rücktritt vor zwei Jahren Stellung genommen.
Dom zu St. Pölten
Dom zu St. Pölten
(kreuz.net, St. Pölten) „Das, was passiert ist und dazu geführt hat, daß ich abberufen wurde, hat mich schwer getroffen. Ich habe es nicht überwunden“, gesteht Mons. Krenn in einem Beitrag für das österreichisch Wochenblatt ‘Die ganze Woche’ (Nr. 26/06).

Seit seinem auf Bitten von Papst Johannes Paul II. hin erfolgten Rücktritt vom Amt des St. Pöltner Diözesanbischofs ist es um den Bischof still geworden, der früher um deutliche Worte nicht verlegen war.

„Ich bin jetzt ein großer Schweiger“, bestätigt Mons. Krenn und fügt hinzu:

„Ich weiß schon, so kennen mich viele nicht. Es ist aber genau so, daß ich mit der Kirchenpolitik nichts zu tun haben will. Nicht mehr, das ist korrekt formuliert.“

Unter Bezugnahme auf die vornehmlich kirchenpolitischen Hintergründe seines Rücktritts wird Mons. Krenn sogar noch deutlicher:

„Ich bringe es auf den Punkt: Das Hickhack in unserer Kirche interessiert mich nimmer.“

Dieses „Hickhack“ habe ihm körperlich wie seelisch schwer zugesetzt.

„Ich bin mir darüber im Klaren, daß ich viel runtergeschluckt habe und nicht laut geworden bin. Ich vertrat stets die Ansicht, daß ein Bischof in der Lage sein muß, vieles geduldig zu ertragen, vieles auf sich zu nehmen.“

Gesundheitlich gehe es ihm den Umständen entsprechend. „Das eine oder andere Wehwehchen plagt mich halt. So ist’s bei alten Leuten. Da spüre ich den 70er. Das läßt sich nicht ändern.“

In Lebensgefahr sei er jedoch nicht. „Ich lebe gern, fürchte aber das Sterben nicht“, meint Mons. Krenn gelassen.

Obwohl ihn seine Abberufung schwer getroffen habe, sei er nicht verbittert: „Auch unser lieber Herrgott mußte viel erdulden.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 15 Lesermeinungen:
Freitag, 7. Juli 2006 14:12
Elendester Sünder: Zu den widerlichen Kommentaren
Matthäus 5:10 Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.
5:11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen.
5:12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Möge der Herr ihm die Gnade der Beharrlichkeit bis ans Ende verleihen.
Freitag, 7. Juli 2006 08:30
Laurentius2: @ siehe unten
Wer – so wie Bischof Krenn – klerikale Individuen wie turk in seiner Diözese hat, braucht keine Feinde mehr …
Mittwoch, 5. Juli 2006 09:58
turk: Wie ist dieses Interview zustandegekommen?
Es wäre schon interessant, wie dieses Interview zustandegekommen ist. Hat es Seine Exzellenz selbst gegeben, oder ist es schriftlich erfolgt? Letzteres wird man wohl annehmen dürfen, doch hat es Seine Exzellenz auch abgesegnet? Fragen über Fragen, abgesehen davon, daß die Selbstproduktion der längst ins Reich der Märchen eingegangenen „Dolchstoßlegende“ grotesk erscheint.
Montag, 3. Juli 2006 12:11
Montag, 3. Juli 2006 09:52
wiener: großer schweiger?
si tacuisses, episcopus (non emeritus) mansisses …

k. krenn – dem zu seinem geburtstag alles gute und gottes segen zu wünschen ist – hat sich noch nie durch besonderen realitätssinn ausgezeichnet. dass er als bischof der diözese st. pölten für rom untragbar geworden ist, liegt u.a. auch daran, dass er oft unüberlegt etwas gesagt hat – meist in eher polterndem denn gütigen ton – was nicht nur der mitbrüderlichkeit den bischöflichen amtsbrüdern gegenüber, sondern auch der sorge um die gläubigen und letztlich dem respekt gegenüber dem papst selbst (er hat dem schwer kranken papst über die medien mitgeteilt, nur ein persönliches schreiben würde ihn zum rücktritt bewegen) widersprach.

hätte er in seiner aktiven zeit manches nicht gesagt und anderes dafür getan, wäre eine geburtstagsfeier auch im aktiven dienst sicher möglich gewesen.

ps: man sollte sich nicht lang darüber wundern, dass „kreuz.net“ im verbund mit dem „13.“ und konsorten an einer dolchstoßlegende strickt (stichwort: freiwillig – unfreiwillig).
tipp aus wien: ned amoi ignoriern!
Montag, 3. Juli 2006 09:14
PhilomenaWolkenstein: bitte, schweigen
Er ist zum Schweiger geworden? Dann soll er doch auch dabei bleiben. Er geht niemand ab …
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