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Freitag, 7. Juli 2006 11:34
Soviel Schuld, daß niemand mehr weiß, sie abzutragen
Wenn es um die Kinderabtreibung geht, dann tanzen die österreichischen Bischöfe mit den Christdemokraten einen makabren Totentanz um das Goldene Kalb der Fristentötung.
Behinderte in den Kübel
Behinderte in den Kübel
(kreuz.net) Mitte Juni griff der österreichische Diplomingenieur Andreas Kirchmair zur Feder und schrieb dem österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel einen Offenen Brief.

Kirchmair ist selbständiger Unternehmensberater und lebt als verheirateter Vater von vier Kindern in der Steiermark. Jahrelang war er ehrenamtlich in katholischen Laienfunktionen tätig.

Doch Mitte Mai 2006 wurde Kirchmair als ehrenamtlicher Vorstand des ‘Diözesankomitees katholischen Organisationen Steiermarks’ zum Rücktritt gezwungen.

Andreas Kirchmair
Andreas Kirchmair
Anlaß war sein privater Leserbrief in der ‘Wiener Zeitung’ zum Thema „Hat Österreichs katholische Kirche die Ungeborenen im Stich gelassen?“

Darin bezeichnete Kirchmair die Katholische Kirche als Teil der Schweigemauer, die in Österreich um die Abtreibungstötung ungeborener Menschen errichtet wurde.

Schon bald danach spürte er kirchliche Repressionen.

Auf Aufforderung aus der Diözesanleitung in Graz verlangten Funktionäre der christdemokratischen ‘Österreichischen Volkspartei’, die im ‘Diözesankomitee’ tätig sind, für ihn einen Maulkorb.

Als sich Kirchmair weigerte, forderten die gleichen Kreise seinen Rücktritt als Vorsitzender.

Schließlich trat der gesamte Vorstand des ‘Diözesankomitees’ zurück.

In seinem Offenen Brief an den Bundeskanzler erklärte Kirchmair jetzt, daß sich die katholischen Bischöfe und die christdemokratischen Politiker in Sachen Kinderabtreibung seit über dreißig Jahren gegenseitig den Ball zuspielten.

Die Bischöfe verlangten von der ÖVP, das Gesetz der Fristenregelung flankierend zu ergänzen, während die ÖVP von der Bischofskonferenz die Forderung einer entsprechenden Gesetzesänderung erwarte.

Opfer dieses unseligen Ränkespiels seien rund 360.000 ungeborene Menschen, die allein in den letzten sechs Regierungsjahren in Österreich ausgemerzt wurden.

Da die Grundlage für diese Tötungen – die sogenannte Fristenregelung – nach Aussagen der ÖVP „nicht zur Debatte“ stehe – also Kultstatus erhalten hat wie einst das Goldene Kalb – und sich ein Großteil der Hirten offensichtlich ebenfalls damit arrangiert hat, müßten lästige Lebensschützer sanktioniert werden.

„Aber ist das alles christliche Familienpolitik?“ – fragt Kirchmair.

Im heutigen Österreich sei die Repression von kritischen Meinungen an der Tagesordnung.

Besonders Lebensschützer könnten davon ein Lied singen: „Sie werden regelmäßig beschimpft, denunziert (»radikal«) und diskriminiert.“

Die Absage einer rechtmäßig angemeldeten Lebensveranstaltung an der Universität Wien sei nur ein Beispiel von vielen.

„Ist das Ihre »Bürgergesellschaft«, wenn Bürgerrechte wie Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit immer wieder mit Füssen getreten werden?“ – so Kirchmair im Brief an den Bundeskanzler.

Fragezeichen setzt der
Andreas Kirchmair:
„Gerade in der Schwangerschaft – wenn Frauen des Schutzes des Mannes und der Gesellschaft in besonderem Maße bedürfen – werden sie dem freien Spiel der Kräfte überlassen, wissend daß der Druck so groß ist, daß fast jedes zweite ungeborene Kind dabei getötet wird. Ist das christliche Frauenpolitik?“
Lebensschützer auch vor die christdemokratische Frauenpolitik:

„Warum werden seltene Blumen und Tiere heute in Österreich geschützt, schwangere Mütter aber nicht?“

„Gerade in der Schwangerschaft – wenn Frauen des Schutzes des Mannes und der Gesellschaft in besonderem Maße bedürfen – werden sie dem freien Spiel der Kräfte überlassen, wissend daß der Druck so groß ist, daß fast jedes zweite ungeborene Kind dabei getötet wird. Ist das christliche Frauenpolitik?“

Kirchmair erwähnt auch die wirtschaftlichen Implikationen der vorgeburtlichen Menschentötung.

Die Kinderabtreibung sei weltweite ein Multibillionengeschäft geworden und Österreich sei dabei führend.

Darum sei im Herbst 2004 an der Technischen Universität Wien auch der Weltkongreß von über 300 führenden Abtreibern abgehalten und die Teilnehmer anschließend im Wiener Rathaus empfangen und bewirtet worden:

„Über 60.000 operative Eingriffe im Jahr zur Abtreibung Ungeborener schaffen »heimische Arbeitsplätze«.“

„Aber müssen diese Tötungen – teilweise mit Steuergeldern finanziert – auch in öffentlichen Einrichtungen erfolgen und wie in Wien unter Polizeischutz gestellt werden?“

„Ist das christliche Wirtschaftspolitik?“ – fragt Kirchmair den christdemokratischen Bundeskanzler.

Bei der Abtreibung stehe man vor einem Versagen des gesamten gesellschaftspolitischen und kirchlichen Establishments Österreichs.

Wer sich an der Aufarbeitung dieser historischen Tragödie beteiligen wolle, müsse zuerst seine Glaubwürdigkeit wiederherstellen.

„Nach über dreißig Jahren gibt es schon so viele betroffene Menschen und es ist soviel Schuld entstanden, daß niemand mehr weiß, wie diese abgetragen werden kann.“

Kirchmair schlägt vor, damit anzufangen, den abtreibungsgetöteten Kindern einen Namen zu geben, zu bereuen, ihre Mütter und Väter zu trösten und schwangere Mütter zu schützen und zu unterstützen.

„Ohne Hilfe von außen und von oben werden wir das nicht schaffen!“

„Wenn das ganze Christentum gefordert ist, sollten wir Katholiken uns überlegen, den Heiligen Vater in Rom um Hilfe zu bitten.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 13 Lesermeinungen:
Freitag, 7. Juli 2006 18:30
DDL: @Ansgar – Es ist ja ‘mal selten…
…dass ich Ihnen zustimme, aber hier tue ich es: Diese bluttriefenden Illustrationen sind unglaublich. Wenn man sie im Kontext zu der lieblichen Darstellung Jesu oben im Logo sieht, kann man sich des Gedankens nicht so recht erwehren, dass gewisse kreuz.net-Macher eine geradezu erotische Faszination für Folter und Splatter haben. Positivaussagen, auch bildlicher Natur, sucht man hier vergebens, es wird stets Ausschau nach dem hässlichst denkbaren Aspekt gehalten.

Dabei ist das bei den Embryofotos völlig witzlos, denn keiner weiß, ob es sich, wie suggeriert werden soll, um eine (Spät-)Abtreibung oder eine medizinisch notwendige Operation, eine Fehlgeburt oder dergleichen handelt. Hauptsache Blut und ein kleines Ärmchen. Anderswo gilt: „Sex sells“, hier macht man dasselbe mit Leichenteilen, und das zynischerweise im Namen der „Menschenwürde“.

Und an ein paar andere:

Wenn ich das schon lese: „Ich fürchte das Schlimmste!“ – so eine verlogene Heuchelei. Das Gegenteil ist doch wahr, Sie hoffen INSTÄNDIG darauf, dass eine möglichst große Katastrophe stattfindet, bloß, damit Sie sich nachher in die Brust werfen können und behaupten, Sie hätten’s ja schon immer gewusst. Ihnen ist doch nichts ekler als der gedanke, eine zunehmend säkulare Welt könne auch zunehmend gut klar kommen. Nein, es soll, es MUSS in der Katastrophe enden – Hauptsache, Sie können sich weiterhin „im Recht“ wähnen. Vgl. AIDS und wie die Homphoben FEIERN, dass die bösen Schwulen „gestraft“ werden. Widerlich…
Freitag, 7. Juli 2006 16:04
Ansgar: Was ist mit Euch los?
Liebe Mitposter, Ihr hört Euch fast an wie Zeugen Jehovas! Der ungeheuerliche Skandal des Baby-Massenmords könnte uns auch allen am Jüngsten Tag vorgehalten werden, der noch fern sein mag. Wer weiß? Aber das Orakeln mit „nicht allzu ferner Zeit“ hat so ein Sekten-Geschmäckle.

Ich weise nochmals darauf hin, daß die Würde der getöteten Kinder durch solche barbarischen Illustrationen wie auf kreuz.net noch einmal getreten wird! Diese Fotos sind ganz unerträglich und schnüren einem das Herz zusammen!
Freitag, 7. Juli 2006 15:47
-Agnostiker-: Also was kommt denn nun??
Atomarer Dritter Weltkrieg oder Islamisierung???
Freitag, 7. Juli 2006 15:25
Rituale Romanum: @Graf von Galen
Was den Waldviertler und seine NYC-Prognose betrifft, müssen Sie wissen, daß er selbst gesagt hat, man solle die nicht mit dem 11. September 2001 verwechseln. Das, was er gesehen habe – natürlich lange vor dem nineeleveen – komme erst noch.
Freitag, 7. Juli 2006 14:51
Graf von Galen: Dritter Weltkrieg ?, @ Rituale Romanum
Es gibt in Österreich jemanden, den Bauer aus dem Waldviertel, der einen dritten Weltkrieg vorhergesagt hat. Nun das haben viele. Das besondere hierbei ist, daß dieser Seher nachweislich auch den Angriff auf New York mit dem Einsturz der Hochhäuser prophezeit hat.
Ich habe es selber vorher als auch nachher gelesen.
Freitag, 7. Juli 2006 13:49
bonifatius: stat crux
Bitte um Verzeihung. War ein Mißverständnis.
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