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In den Ferien + Der Bischof ist gewählt + Bischofskonferenz gegen Kirchenrecht + Ein neuer Holocaust + Besser Trommeln und Rock-Messen als leere Kirchen + Das Dementi des Kardinals
In den Ferien

Vatikan. Gestern Dienstag gab der Vatikan bekannt, daß sich Benedikt XVI. auch in diesem Sommer wieder im norditalienischen Ferienort Les Combes im Aosta-Tal erholen will. In der Zeit vom 11. bis zum 28. Juli gibt es deshalb keine Generalaudienzen oder Empfänge. An den Sonntagen will der Papst jeweils mit den Bewohnern von Les Combes den mittäglichen Angelus beten. Nach dem 28. Juli wird der Papst noch einige Wochen in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo – 25 Kilometer südlich von Rom – verbringen.

Der Bischof ist gewählt

Schweiz. Gestern nachmittag wählte das 13köpfige Domkapitel der Ostschweizer Diözese St. Gallen den 11. Bischof. Der Wahltag begann um 9 Uhr mit einem feierlichen Pontifikalamt zum Heiligen Geist, das vom resignierten St. Gallener Bischof, Mons. Ivo Fürer, zelebriert wurde. Nach einer Andacht um 14 Uhr zogen sich die mit rotem Ornat bekleideten Kanoniker zur geheimen Wahl in die Sakristei zurück. Nach rund einer Stunde stand der neue Bischof fest. Nun muß Papst Benedikt XVI. den Gewählten kanonisch einsetzen. Der Name des neuen Bischofs wird dann über die Medien bekanntgegeben.

Bischofskonferenz gegen Kirchenrecht

Deutschland. Der Kirchenrechtsprofessor an der Universität Freiburg, Georg Bier, erklärte vor der theologisch liberalen Monatszeitschrift ‘Herder Korrespondenz’, daß der bei den staatlichen Behörden beantragte Kirchenaustritt keine automatische Exkommunikation bewirke. Der Kirchenrechtler stützt sich auf ein Schreiben des Päpstlichen Rates für die Auslegung von Gesetzestexten von Mitte März. Dieser habe die „Position der deutschen Bischöfe nachhaltig erschüttert“. Es sei problematisch, aus Sorge um einen Rückgang des Kirchensteueraufkommens zu „nicht-rechtskonformen Mitteln“ zu greifen.

Ein neuer Holocaust

Israel. Mit 39 gegen 9 Stimmen hat das israelische Parlament eine vorgeschlagene weitere Unterminierung des Lebensrechtes ungeborener Menschen abgelehnt. Es ging um einen Antrag, die Kommissionen abzuschaffen, die gegenwärtig über die Legalität von Abtreibungen befindet. In Israel werden jährlich 40.000 jüdische Kinder vorgeburtlich umgebracht.

Besser Trommeln und Rock-Messen als leere Kirchen

„Besser Trommeln auf dem Altar und Rock-Messen als leere Kirchen. Jedes Volk und jede Generation zelebriert den liturgischen Ritus mit der eigenen Geschichte und Sensibilität. Auf diese Weise wird die Messe durch Einzelaspekte bereichert, die nicht ganz mit der Tradition konform sind. Aber die Liturgie strukturiert sich und atmet mit Hilfe von Sprachen und Stilen, die nahe bei den Leuten sind. Die Gitarren auf den Altären besitzen die gleiche Funktion wie die Gesänge in den afrikanischen Kirchen. Das ist eine ungewöhnliche, aber authentische Weise, das Heilige auszudrücken. Das geschieht überall so.“

Carlo Kardinal Furno – Apostolischer Nuntius in Italien – in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ über die Frage einer Reform der Kirchenmusik.

Das Dementi des Kardinals

„Auf ‘La Stampa’ vom 26. Juni wurde ein Interview mit mir veröffentlicht: »Trommeln auf dem Altar – warum nicht? Hauptsache, die Gläubigen machen mit«. Das Interview, das eilig über Telefon gegeben wurde, bringt Aussagen, die meinem Denken ganz und gar fremd sind. Ich war weit davon entfernt, die Worte des Heiligen Vaters über die Kirchenmusik zu kritisieren. Rock- und Pop-Messen habe ich nicht einmal erwähnt. Zwar habe ich von der vielerorts vorkommenden Teilnahme des Volkes gesprochen, bei welcher der Jugend Raum gegeben wird, aber immer mit notwendiger Ehrfurcht für das gefeierte Geheimnis. Ich glaube, daß mir der Redaktor in einem Fall wie diesem den schriftlichen Text vor der Publikation hätte vorlegen müssen. Ich bitte sie zu korrigieren, was im betreffenden Artikel über meine Person geschrieben wurde.“

Carlo Kardinal Furno in einem Leserbrief an die Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’
      
14 Lesermeinungen
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#16   Roderick   13:59:29 | Donnerstag, 6. Juli 2006
Kichensteuer – Kirchenzugehörigkeit
Ich kann die Argumentation, wonach Kirchenaustritt nicht automatisch Exkommunikation bedeutet sehr wohl nachvollziehen und sähe Notwendigkeit, subtiler zu argumentieren. Die Taufe hat ja character indelebilis. Wieweit beim heute oft anzunehmenden Stand von Wissen und Freiheit der Austritt ein Akt gegen den Glauben, gegen die Gnade ist kann m. E. im Einzelfall bezweifelt werden. Abgesehen davon daß die Disponibilität dieser Frage den Horizont meist weit überschreitet. Es wäre nicht die einzige Drangsal (auch in Ehefragen ist es ja ähnlich) die wir u. a. Hitler zu verdanken haben. Die Absichten der Säkularisierung gehen ja erst heute zunehmend voll auf.
Ansonsten kann ich mir vorstellen, daß in nicht wenigen Fällen (nach individuellem Entscheidungshorizont, wo oft der Verstand, wie immer er irrt, dem zu Glaubenden widerspricht) ein „Kirchenaustritt“ ein ähnlicher Akt ist wie ihn Pius X für sich beansprucht: Notwehr.
Im übrigen täte es der Kirche m. E. mehr als gut, wenn sie aus der muffigen Beamtenmentalität – ein bedeutender Effekt dieser Form der existentiellen Sicherheit – aufgescheucht würde. Auch wenn man dann andere Fragen mit und neu lösen müßte (historische Enteignungen etc.)
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#15   thaumaturgos   08:04:49 | Donnerstag, 6. Juli 2006
… theologisch liberalen Monatszeitschrift …
hier doch üblich zu sagen
… theologisch liberalen HETZBLATT …
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#14   athanasius1957   17:24:40 | Mittwoch, 5. Juli 2006
ad gotthard
1. diese story fand in den siebzigern statt.
2. las ich sie nach langem wieder vor ca. 5 jahren.
3. die story hab ich mir gemerkt, einen proponenten ebenfalls.
frage:
haben sie sofort zeit, so exakt zu recherchieren, wissend, daß es in ihrer bibliothek ist, aber die zeit es einfach nicht erlaubt.
außerdem kommt mir vor aufgrund ihrer prompten replik, daß ihnen die geschichte durchaus bekannt ist. wenn ja, warum liefern sie nicht selbst den fehlenden namen?
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#11   Sulpicius   14:58:26 | Mittwoch, 5. Juli 2006
@Bernardin
Im deutschsprachigen Raum ist gar nichts anderes denkbar als „solche“ Herren. Das ist quasi ein Naturgesetz geworden… :-D
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#10   Bernardin †   14:53:03 | Mittwoch, 5. Juli 2006
sulpicius
was wollen sie damit sagen? kennen sie mitglieder eines schweiz. domkapitels?
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#9   Sulpicius   14:19:23 | Mittwoch, 5. Juli 2006
@athanasius1957
Was wollen Sie von einem Schweizer Domkapitel anders erwarten?
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#8   Gotthard   10:40:42 | Mittwoch, 5. Juli 2006
@athanasius1957
Ich erinnere mich nur an jenes denkwürdige Interview von Ionesco mit einem der bekanntesten französischen Geistlichen (leider weiß ich den Namen nicht mehr)
dann war dieser französische Geistliche wohl doch nicht sooo bekannt…
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#7   Horst Schlämmer   09:25:32 | Mittwoch, 5. Juli 2006
@Freinsberg
Aha, wieder so ein Würdenträger der per Telefon ein Interview abdrückt und sich dann wundert, daß er ein wenig verfälscht wiedergegeben wird.
Oh, diese Gutgläubigkeit in die Aufrichtigkeit der Medien.
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#6   iustus   09:21:46 | Mittwoch, 5. Juli 2006
Kirchenaustritt und Gitarren
zum Kirchenaustritt:
…ecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=85028
zu Gitarrenmusik in der Hl. Messe:
www.smh.com.au/…7/1151174201740.html
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#5   Freinsberg   09:09:04 | Mittwoch, 5. Juli 2006
Trommeln und Rock
Kard. Furno hat in später einen Leserbrief an „La stampa“ geschickt:
Su «La Stampa» del 26 c.m. è pubblicata una mia intervista: «Tamburi sull’altare perché no? L’importante è che i fedeli partecipino». L’intervista, fatta frettolosamente per telefono, ha riportato giudizi del tutto alieni dal mio pensiero. Ben lontano sono stato dal criticare le parole del Santo Padre sulla musica sacra. Non ho nemmeno nominato la Messa rock e pop. Ho parlato sì della partecipazione popolare come accade in molti luoghi, dando spazio alla gioventù, ma sempre con tutto il rispetto dovuto al mistero che si celebra. Il redattore, trattandosi di un caso come questo, mi pare avrebbe dovuto sottopormi lo scritto prima di pubblicarlo. La prego di volere rettificare quanto è stato scritto a mio riguardo nel citato articolo.
Carlo Card. Furno
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#4   Horst Schlämmer   08:57:01 | Mittwoch, 5. Juli 2006
@Ralf B.
Nein. Sie haben den Text offenbar nicht richtig gelesen. Er spricht vom spezifischen kulturellen Charisma von VÖLKERN und GENERATIONEN, nicht von Einzelpersonen und ihrem Zynismus.
Was Sie so alles in dem Text entdecken.
Aber gut, dann bleibts bei der E-Gitarre ohne Beo und ein paar schmissigen, generationsschmeichelnden Songs aus eigener Feder. Wir werden die Hütte schon voll kriegen.
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#3   Ralf B. †   08:50:21 | Mittwoch, 5. Juli 2006
@Horst
Nein. Sie haben den Text offenbar nicht richtig gelesen. Er spricht vom spezifischen kulturellen Charisma von VÖLKERN und GENERATIONEN, nicht von Einzelpersonen und ihrem Zynismus.
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#2   athanasius1957   08:37:30 | Mittwoch, 5. Juli 2006
Der Bischof ist gewählt
Diese Herren gingen auch als Vorstandsvorsitzende einer Kapitalgesellschaft durch. Soweit ersichtlich, trägt keiner einen Klerikerkragen. Damit verstecken sie sich in der Anonymität der hiesigen Welt.
Ich erinnere mich nur an jenes denkwürdige Interview von Ionesco mit einem der bekanntesten französischen
Geistlichen (leider weiß ich den Namen nicht mehr)Anfang der Siebziger Jahre.
Priester in Zivil mit kleinstem Kreuz am Revers: Was würden Sie einem Geistlichen der römischen Kirche heute raten?
Ionesco: Gehen Sie nach Hause, ziehen Sie die Soutane an. Ich will einen Mensch vor mir aus einer anderen Welt und doch von dieser.
Auch Kardinal Mindszenty, der Primas von Ungarn, sagte einmal, daß er die Soutane nur zum Schlafen ausgezogen hat.
Die Soutane bzw. der Ornat hat ein nicht zu unterschätzendes psychologisches Charisma, daß die römische Kirche zu Ihrem Leidwesen unsinniger weise selbst „entsorgt“ hat.
Daher würde es dem Domkapitel es besser anstehen, sich im Ornat fotografieren zu lassen.
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#1   Horst Schlämmer   08:29:12 | Mittwoch, 5. Juli 2006
@von Horst
Jedes Volk und jede Generation zelebriert den liturgischen Ritus mit der eigenen Geschichte und Sensibilität. Auf diese Weise wird die Messe durch Einzelaspekte bereichert, die nicht ganz mit der Tradition konform sind.
Ob ich dann auch meinen Beo mitbringen darf. Der pfeift so schön das „Ave Maria“.
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Es wurden 2 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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