Warum wollen Niederländer in deutsche Altenheime?
Die drei alemannischen Bischöfe haben sich kürzlich in Basel getroffen, um über die Einschläferung von Todkranken zu beraten. Dabei gab es auch makabre Details.
(kreuz.net, Basel) Die Bischöfe von Basel, Freiburg und Straßburg haben sich gemeinsam gegen aktive
Sterbehilfe gewendet.Das berichtete die Tageszeitung ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ am Dienstag.
Seit mehr als 25 Jahren treffen sich die oberrheinischen Bischöfe zweimal im Jahr zum grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch – einmal in Basel, einmal in Freiburg, einmal in Straßburg.
„Regio Basilensis“ ist der offizielle Name des in Westeuropa einmaligen internationalen Zusammenschlusses von Bischöfen. Man könnte ihn auch als „alemannisches Bischofstreffen“ bezeichnen.
1982 äußerten sich die Bischöfe der drei Diözesen erstmals gemeinsam. Damals ging es um die Kernenergie.
Am Montag traten der Bischof von Basel, Mons Kurt Koch (56), der Erzbischof von Straßburg, Mons. Joseph Pierre Dore (69), und der Erzbischof von Freiburg, Mons. Robert Zollitsch (67), wieder an die Öffentlichkeit.
Ihr Anliegen: „Die Herausforderung des Sterbens annehmen.“
Hinter diesem Titel verbirgt sich eine kleine Broschüre, die in deutscher und französischer Sprache erhältlich ist. Die Bischöfe nennen sie ein „gemeinsames Hirtenwort“, wie schon ihre gemeinsame Verlautbarung „Leben am Oberrhein“ aus dem Jahr 2002.
„Ein Signal, das in die falsche Richtung weist“, nennen die Bischöfe die gesetzliche Zulassung der Tötung auf Verlangen oder der Beihilfe zum Selbstmord.
Man sehe in dem Schwerkranken nicht mehr den leidenden Menschen, dem bis zuletzt vorbehaltlos Annahme, Liebe und Hilfe geschuldet ist.
Der Kranke werde reduziert auf einen „medizinischen Zustand, der aussichtslos geworden ist und deshalb durch äußeres Eingreifen beendet werden soll“.
Erzbischof Zollitsch machte den Ernst der Lage mit dem Hinweis klar, daß immer mehr Niederländer ihren Lebensabend in Alten- und Pflegeheimen in Deutschland verbringen wollten.
Viele niederländische Senioren haben nämlich Angst, daß sie in den Heimen ihrer Heimat euthanasiert werden.
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Montag, 10. Juli 2006 20:39
Jörg Guttenberger, Köln: DDL: Plan Gottes
Zwar sind wir gegen die Allmacht Gottes machtlos, doch hat uns Gott die Freiheit gegeben, gegen seinen
Willen zu verstoßen, und das ist, wenn es ein Verstoß gegen seine Ordnung ist, Sünde (aber: folgt jemand
nicht dem Ruf etwa zum Priestertum, den er in sich spürt, so ist das keine Sünde, weil kein Verstoß
gegen die göttliche Ordnung). Denn Gott hat uns zur Liebe erschaffen, und Liebe setzt Freiheit voraus.
Die göttliche Ordnung verbietet uns, das Leben absichtlich zu verkürzen. Es kann, wie schon ausgeführt, aber erlaubt sein, bei Reichung von schmerzmildernden Medikamenten eine Lebenskürzung inkauf zu nehmen.
Ich haben bei Ihnen den Eindruck einseitiger Rationalität. Das analythische Denken der Wissenschaft und das verknüpfende Denken der Meditation gehören jedoch zusammen, wie die beiden Themen eines symphonischen Satzes. Gott, der die Liebe ist, hat uns als sein Ebenbild erschaffen, und wir verwirklichen diese Ebenbildlichkeit umso vollkommener in uns, als wir aus Liebe handeln. Nach unserem bisherigen Austausch scheint mir wichtig zu sein, daß Sie sich solchen Gedanken öffnen. Das erfordert zwar viel Geduld mit sich selbst und geht nicht vo heute auf morgen, führt aber zu einer grundlegenden menschlichen Bereicherung.
Es geht also nicht um ein „entweder – oder“, sondern um ein „sowohl – als auch“!
Der Mensch ist zwar ein rationales Wesen, aber nicht ausschließlich. Deswegen werden wir ihm mit einseitiger Rationalität nicht gerecht.
Die göttliche Ordnung verbietet uns, das Leben absichtlich zu verkürzen. Es kann, wie schon ausgeführt, aber erlaubt sein, bei Reichung von schmerzmildernden Medikamenten eine Lebenskürzung inkauf zu nehmen.
Ich haben bei Ihnen den Eindruck einseitiger Rationalität. Das analythische Denken der Wissenschaft und das verknüpfende Denken der Meditation gehören jedoch zusammen, wie die beiden Themen eines symphonischen Satzes. Gott, der die Liebe ist, hat uns als sein Ebenbild erschaffen, und wir verwirklichen diese Ebenbildlichkeit umso vollkommener in uns, als wir aus Liebe handeln. Nach unserem bisherigen Austausch scheint mir wichtig zu sein, daß Sie sich solchen Gedanken öffnen. Das erfordert zwar viel Geduld mit sich selbst und geht nicht vo heute auf morgen, führt aber zu einer grundlegenden menschlichen Bereicherung.
Es geht also nicht um ein „entweder – oder“, sondern um ein „sowohl – als auch“!
Der Mensch ist zwar ein rationales Wesen, aber nicht ausschließlich. Deswegen werden wir ihm mit einseitiger Rationalität nicht gerecht.
Sonntag, 9. Juli 2006 11:29
obelix †: @Abu zur Sterbehilfe
Also, Herr Obelix, ein Schmerzmittel in einem Hospiz oder einer Krebsstation, das nicht verabreicht wird,
um jemanden zu töten, aber halt recht ungesund ist (wie vermutlich die meisten starken Chemikalien),
das ist für mich nicht aktive Sterbehilfe und ergo auch nicht verboten.
Vollkommen einverstanden!
Im übrigen kann ich mich nur dem Demon anschliessen und vor der Verabsolutierung warnen. Es ist eine Falle, in der man sich selbst fängt.
Vollkommen einverstanden!
Im übrigen kann ich mich nur dem Demon anschliessen und vor der Verabsolutierung warnen. Es ist eine Falle, in der man sich selbst fängt.
Sonntag, 9. Juli 2006 09:39
DDL: Was man so alles als selbstverständlich nimmt
Manche hier gehen selbstverständlich davon aus, dass jede lebensverkürzende Maßnahme verboten sei.
Ist ja der „göttliche Plan“, den man da stört, nicht?
Das ist, mit Verlaub, WENN man an einen Gott glaubt, die pure Gotteslästerung. Als ob ein Mensch also die Macht hätte, gegen den Plan Gottes zu verstoßen? Sehr possierlich. Andersherum, Leben retten, verlängern, künstlich erhalten – DAS ist hingegen total ok, obwohl das, wenn schon, dann GENAUSO eine Modifikation des natürlichen Plans ist? Das ist doch absurd, wo ist denn da die Logik?
Wenn Lebenserhaltung alleroberste Maxime ist – wo hört sie auf? Oder gilt das total, absolut, uneingeschränkt? Jedes Risiko ist statistische Lebensverkürzung – darf man dann, theologisch gesehen, keinerlei Risiken eingehen? Waren die Märtyrer schreckliche Sünder, wenn sie öffentlich Zeugnis ablegten in dem Bewusstsein, dafür vermutlich getötet zu werden?
Wir merken (wieder einmal): Ins Absolute erhobene Prinzipien produzieren groteske Probleme.
Das ist, mit Verlaub, WENN man an einen Gott glaubt, die pure Gotteslästerung. Als ob ein Mensch also die Macht hätte, gegen den Plan Gottes zu verstoßen? Sehr possierlich. Andersherum, Leben retten, verlängern, künstlich erhalten – DAS ist hingegen total ok, obwohl das, wenn schon, dann GENAUSO eine Modifikation des natürlichen Plans ist? Das ist doch absurd, wo ist denn da die Logik?
Wenn Lebenserhaltung alleroberste Maxime ist – wo hört sie auf? Oder gilt das total, absolut, uneingeschränkt? Jedes Risiko ist statistische Lebensverkürzung – darf man dann, theologisch gesehen, keinerlei Risiken eingehen? Waren die Märtyrer schreckliche Sünder, wenn sie öffentlich Zeugnis ablegten in dem Bewusstsein, dafür vermutlich getötet zu werden?
Wir merken (wieder einmal): Ins Absolute erhobene Prinzipien produzieren groteske Probleme.
Sonntag, 9. Juli 2006 08:28
Abu: @ obelix
Sie brauchen mich nicht gleich zu beschimpfen, Obelix ist schließlich kein Choleriker.
Nun, wenn jemand ohnedies nach Auskunft der behandelnden Ärzte im Sterben liegt, sähe ich das persönlich so (lasse mich aber gerne von Moraltheologen belehren, sofern diese die lehramtliche Position vertreten): Es gibt verschiedene Handlungsweisen, die dann vermutlich dazu beitragen, daß man eher schneller als langsamer stírbt, z.B. eine Flasche Wein zu trinken oder starke Schmerzmittel zu nehmen. Die Absicht liegt hier aber nicht im vorzeitig herbeigeführten Ende, sondern in der Erträglichmachung desselben. Das kann auch begünstigen, noch die Sterbesakramente zu empfangen. Vielleicht möchte jemand etwas beichten, wozu er aber außerstande ist, wenn er fortwährend schreit wie am Spieß. Also, Herr Obelix, ein Schmerzmittel in einem Hospiz oder einer Krebsstation, das nicht verabreicht wird, um jemanden zu töten, aber halt recht ungesund ist (wie vermutlich die meisten starken Chemikalien), das ist für mich nicht aktive Sterbehilfe und ergo auch nicht verboten.
Nun, wenn jemand ohnedies nach Auskunft der behandelnden Ärzte im Sterben liegt, sähe ich das persönlich so (lasse mich aber gerne von Moraltheologen belehren, sofern diese die lehramtliche Position vertreten): Es gibt verschiedene Handlungsweisen, die dann vermutlich dazu beitragen, daß man eher schneller als langsamer stírbt, z.B. eine Flasche Wein zu trinken oder starke Schmerzmittel zu nehmen. Die Absicht liegt hier aber nicht im vorzeitig herbeigeführten Ende, sondern in der Erträglichmachung desselben. Das kann auch begünstigen, noch die Sterbesakramente zu empfangen. Vielleicht möchte jemand etwas beichten, wozu er aber außerstande ist, wenn er fortwährend schreit wie am Spieß. Also, Herr Obelix, ein Schmerzmittel in einem Hospiz oder einer Krebsstation, das nicht verabreicht wird, um jemanden zu töten, aber halt recht ungesund ist (wie vermutlich die meisten starken Chemikalien), das ist für mich nicht aktive Sterbehilfe und ergo auch nicht verboten.
Samstag, 8. Juli 2006 16:10
obelix †: @sulpicius
Dann gilt für Sie das gleiche, wie für Abu, Sulpicius: halten Sie sich von Intensivstationen fern, Sie laufen sonst Gefahr zum Märtyrer für einen falschen Glauben zu werden. Hospize sind natürlich ebenso absolut Tabu. Dort wird auch MST, Buprenorphin und Piritramid gespritzt. Alles lebensverkürzende Substanzen. genau wie das Barbiturat, mit dem Herr Grill in der Schweiz seinem „gottgewollten“ Leiden ein Ende gesetzt hat.
Samstag, 8. Juli 2006 15:49
Sulpicius: Nein…
Auch keine wirksamen Schmerzmittel erlaubt, wenn es das Leben des sterbenden Kindes verkürzen könnte?
Medikamente, die Leben verkürzen, sind grundsätzlich abzulehnen.
Medikamente, die Leben verkürzen, sind grundsätzlich abzulehnen.
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