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Donnerstag, 6. Juli 2006 18:03
Arme Priester, die nicht wissen, was sie sind
„Das letzte Konzil führte das Priestertum in die schwerste Krise der Kirchengeschichte.“ Deren Ursache sei das Dekret über die Priester, das zwar die alte Definition von Trient wiederhole, aber in einen Kontext stelle, wie ihn sich Martin Luther gewünscht habe. Von Bischof Bernard Fellay.
Bischof Fellay weihte am 22. Juni in den Vereinigten Staaten mehrere Neupriester
Bischof Fellay weihte am 22. Juni in den Vereinigten Staaten mehrere Neupriester
(kreuz.net, Ecône) „Als ich zum ersten Mal die alte Messe gelesen habe, entdeckte ich, was der Priester ist.“ Dieses ergreifende Zeugnis haben wir in der letzten Zeit oft von Priestern zu hören bekommen, die sich uns annähern.

In diesem Satz ist ein großer Teil des tiefen Geheimnisses zusammengefaßt, das die Kirche gegenwärtig verwundet:

1) Die Kirche befindet sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in einer Krise, weil man dem Priestertum seine Kraft genommen hat. Das ist eines der fundamentalen Elemente dieser Krise.

2) Das Priestertum ist und bleibt einer der entscheidensten Punkte für die Wiederherstellung
Bischof Bernard Fellay:
In der Konstitution über die Kirche, ‘Lumen gentium’, werden den Bischöfen und vor allem den Laien ganze Kapitel gewidmet, während man zum Priester nur einige Paragraphen findet.
der Kirche. Erzbischof Lefebvre war unter den Männern der Kirche des 20. Jahrhunderts derjenige, der dies vielleicht am besten begriffen hat.

3) Mit der Gründung der Priesterbruderschaft St. Pius X. besaß er kein anderes Ziel, als die Wiederherstellung des Priestertums, um dadurch die ganze Kirche zu erneuern.

4) Um das zu erreichen, muß die innige Verbindung zwischen Priester und Heiliger Messe, die von einer ungeahnten Tiefe ist, wiederhergestellt werden. Die Konzilsväter haben es offen zugegeben, daß der Priester der „große Vergessene“ des Zweiten Vatikanums ist.

In der Kirchenkonstitution ‘Lumen gentium’ werden den Bischöfen und vor allem den Laien – einer der großen „Entdeckungen“ des Konzils – ganze Kapitel gewidmet, während man zum Priester nur einige Paragraphen findet.

Die Priester werden
Internationale Theologenkommission:
Durch das Zweite Vatikanum ist die Stellung des Priesters in der Kirche nur noch verschwommen erkennbar.
entweder dem Bischof oder dem allgemeinen Priestertum der Getauften untergeordnet.

1971 kann die internationale Theologenkommission sagen: „Das Zweite Vatikanum hat dieses priesterliche Bild unter zwei Aspekten verändert. Das Konzil hat vor allem das allgemeine Priestertum aller Gläubigen behandelt und erst danach das Amtspriestertum […]

Es hat desweiteren die Stellung des Bischofs als Zentrum der Teilkirche und als Glied des universalen Bischofskollegiums hervorgehoben. Die Stellung des Priesters in der Kirche ist nur noch verschwommen erkennbar.“ (Le ministère sacerdotal, Cerf, Paris, 1971)
.

Diese Verschwommenheit, die aus dieser Geringschätzung und neuen Betrachtungsweise des Priestertums entstand, hat den Identitätsverlust des Priesters verursacht, von dem Johannes Paul II. 1992 im postsynodalen Schreiben ‘Pastores dabo vobis’, sprach.

Er sagte, daß dieser Identitätsverlust von einer irrigen Interpretation des Konzils herrühre.

Identitätsverlust, eine unklare Stellung in der Kirche. Und das obwohl das Konzilsdekret [über die Priester] ‘Presbyterorum ordinis’ die vom Konzil von Trient gegebene Definition des Priesters wiederholt!

Aber der Kontext ist so geartet, daß der Begriff des Priesters als Prediger – wie ihn Luther († 1546) haben wollte – in den Vordergrund geschoben wird und nicht der Priester, der das Opfer darbringt.

Das führt Pater Daniel Olivier, einen anerkannten Fachmann in der Frage des Niedergangs des Priestertums nach dem Konzil, zu folgender Aussage:

„Das wahre Problem ist für den Katholizismus so ungewöhnlich, daß man die instinktive Erblindung leicht erkennt, die es erlaubt, diesem Problem auszuweichen.

Der Wille, zweien Konzilien treu zu sein, die so unterschiedliche Wege gehen, ist ganz einfach unmöglich.“ (Daniel Olivier, Les deux visages du prêtre, Fayard, Paris 1971, Seite 106.)


Der neuen Darstellung des Priestertums entspricht die Neue Messe völlig. Sie ist in ihrer Art und Absicht sogar noch protestantischer.

Die beiden Elemente – Definition des Priesters und der Neuen Messe – genügten, um die schwerste Krise des Priestertums in der ganzen Kirchengeschichte hervorzurufen.

Sagen wir es offen: Das Priestertum wurde in geschickter Weise entstellt. Das Vorstehen (praeesse), das Predigen (praedicare) sind sicher priesterliche Aufgaben. Aber sie sind nicht das Wesentliche: Opfern (sacrificare).

Solange der Priester nicht versteht, daß sein Daseinsgrund das Opfer ist und daß seine Weihe ihn zum Opfer hin ausrichtet
Bischof Bernard Fellay:
Für die nach Erzbischof Bugninis eigenen Worten im Namen des Ökumenismus »protestantisierte« Messe brauchte es auch ein entsprechendes Priestertum.
und zwar zum Kreuzesopfer unseres Herrn, hat er nicht wirklich begriffen, wer er ist.

Ein Priester ohne Messe und Opfer ist wie ein Auge ohne Sehkraft, ein Ohr ohne Gehör oder wie Beine, die nicht gehen.

Noch nie ist es dem Feind der Kirche gelungen, die Kirche so sehr im Herzen zu treffen. Denn das Herz der Kirche, das dem ganzen mystischen Leib das übernatürliche Leben mitteilt und das Leben im ganzen Organismus verteilt, ist das heilige Messopfer.

Für die nach [Erzbischof Annibale] Bugninis († 1982) eigenen Worten im Namen des Ökumenismus „protestantisierte“ Messe brauchte es auch ein entsprechendes Priestertum.

Den Priestern, die wir am Briefbeginn zitierten, fiel es durch den Kontakt mit der überlieferten heiligen Messe wie Schuppen von den Augen. Sie sind – wie sie mir erzählen – zugleich enttäuscht aber auch glücklich.

Enttäuscht weil „man“ ihnen diesen Schatz vorenthalten hat.

Glücklich – von Glück überströmt – weil sie die außerordentliche Größe ihrer Berufung, der beeindruckenden Wirklichkeit der Teilnahme am Priestertum Unseres Herrn Jesus Christus „in persona Christi“erfaßt haben.

Der Priester ist eingebunden, ja sogar hineingetaucht, in die Opferhandlung unseres Herrn, des Hohenpriesters. Er partizipiert daran mit seinem ganzen Sein, das er Jesus hingibt, der Priester und Opfergabe zugleich ist für das Heil der Seelen, für die Erlösung.

Das alles wird in der Neuen Messe unterschlagen. Arme Priester, die nicht wissen, was sie sind.


Aus dem Pfingstbrief des Generaloberen der vom Vatikan aufgehobenen Priesterbruderschaft St. Pius X. an Freunde und Wohltäter.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 47 Lesermeinungen:
Dienstag, 11. Juli 2006 01:26
Pius X.: @FioreGraz, Gotthard: Aufhebung FSSPX
Sie wurde auch vom Vorgänger Bischof Charrière „ad experimentum“ vorübergehend genehmigt, folglich lag es auch in der Kompetenz des Nachfolgers sie wieder aufzulösen. Weiters wurde dieses Recht bevor Bischof Mamie den Schritt setzte seitens Paul VI. und einer dafür einberufenen Kardinalskommision bestätigt.
Diese „Bestätigung“ geschah jedenfalls nicht in Übereinstimmung mit dem damals geltenden Kirchenrecht von 1917 und war somit eine fehlbare Falschauskunft.
Eine Pia Unio im Sinne von Confraternitas die mit Zustimmung der Ortsbischöfe ihre Niederlassung nun schon in 2 Diözesen (Fribourg und Sitten) hatte, konnte natürlich nicht mehr von einem dieser beiden Bischöfe aufgehoben werden, da sie ja noch die Erlaubnis des Bischofs der anderen Diözese hatte.
Das ist der eigentlich kirchenrechtlich entscheidende Grund für die Ungültigkeit der Auflösung.

Deshalb hätte die Aufhebung der FSSPX gültig nur vom Papst aufgehoben werden können.
E.B. Lefebvre als Doktor des Kirchenrechtes wußte das und berief sich zu Recht darauf. Die Genehmigung „ad experimentum“ auf 6 Jahre war zur Zeit der Scheinauflösung, die also erst Nov. 1976 gewirkt hätte, ebenfalls noch gar nicht abgelaufen. Gewöhnlich wurden die Verlängerungen ohne Probleme gewährt.
Die Inkardinierung der Priester 1976 durch Lefebvre war also berechtigt, die Suspension unberechtigt, der Rekurs von E.B. Lefebvre also zu Unrecht abgelehnt, auch deshalb, weil der Rekurs eines Bischofs nicht abgelehnt werden darf.
Samstag, 8. Juli 2006 20:51
Oh Herr, lass Abend werden!
Oh – ist ja schon …
Samstag, 8. Juli 2006 20:40
Bernardin †: IMPERATOR
KÖNNEN SIE BELEGEN, MIT DATEN, MIT FAKTEN, WANN MSGR. P.MAMIE BISCHOF VON SITTEN WAR???
MSGR. MAMIE WAR NIE BISCHOF VON SITTEN, IMMER nur VON FRIBOURG, LAUSANNE, GENF!
DIE NACHFOLGER VON MSGR. CH. VON SITTEN WAREN BISCHOF NESTOR ADAM UND HENRI KARDINAL SCHWERY!
warum verbreiten sie unwahrheiten?
Samstag, 8. Juli 2006 20:26
R.B.Stadler: @pius30
Grüß Gott,

a*******Wenn ich hier Artikel wie „Fellay lügt“ lese, frage ich mich, wieso hier mit der Wortwahl nicht besser umgegangen wird.******e
die Wortwahl ist dem Herrn gemäß seines häretischen Status passend. Der Herr Fellay ist leider nur ein Laie ebenso wie die V2-Priester, die er kritisiert. Die Piusmannschaft kennt die genauen Umstände seit längerem, Lefebvre war auch nur ein Laie. Da Lefebvre von dem Hochfgradfreimaurer Lienart keine gültige Priesterweihe empfangen konnte, war er weder Priester noch Bischof. Die Kritik von Fellay ist eigentlich eine Kritik an der inneren Intention von Lienart. Würde der Herr sich den Kopf zerbrechen und die Kirchenlehre bis Pius XII. genau studieren, käme er zu dem Entschluß, daß sein Verein, wie der von Papa Rattzi nur Laienschauspielgruppen sind.

In Christo,
RBS
Samstag, 8. Juli 2006 02:22
aschera: @Athanasius
Lex orandi, lex credendi.
Zwei Möglichkeiten: Entweder sie wollen es spannend machen und verkünden morgen, was ihr Posting mit dem darunter zu tun hat,
oder sie haben selbst keine Ahnung, wovon sie reden!
Was von beiden trifft zu?
Freitag, 7. Juli 2006 21:30
Athanasius: @Unterem Beitrag
Dennoch lehren die Altväter:

Lex orandi, lex credendi. Das Gesetz des Betens, ist das Gesetz des Glaubens.

Die Zelebration der heiligen Eucharistie, des Meßopfers also, ist wahrhaft die summa vitae sacerdotis. Das Ziel priesterlichen Lebens. Das bedeutet aber nicht, daß er keine andere Aufgaben hat. Aber das sagt Weihbischof fellay ja auch gar nicht. Im Gegenteil. Er spricht nicht negativ vom Pastoral, nur negativ von einer entarteten Reihenfolge priesterlicher Aufgaben.
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