10:28:13 | Sonntag, 9. Juli 2006
Unsere Zeit ist dafür bekannt, die widerlichsten Dinge mit einem schönen Namen zu versehen. Kürzlich hat sich die Katholische Kirche in Hamburg an diesem Spiel beteiligt. Von Johanna Wieder.
(kreuz.net, Hamburg) Zu Beginn der Fußball- Weltmeisterschaft fand in Hamburg am 10. Juni 2006 das „Fest
der Völker und Kulturen“ statt.
Austragungsort war der Platz vor der Kathedrale des Erzbistums.
Das
Fest wurde durch einen „ökumenischen Gottesdienst“ eröffnet. Er stand unter der Federführung des Erzbischofs
von Hamburg, Mons. Werner Thissen.
Vor dem Gottesdienst wurde den Teilnehmern von fleißigen Helfern
ein Prospekt mit dem Titel „The world in our churches“ ausgeteilt.
Der
gleiche Wurfzettel war schon vorher in allen Hamburger Pfarrgemeinden ausgelegen worden. Auf dem Faltblatt
findet sich auch die Unterschrift des Erzbischofs.
Nichtsdestotrotz weckte ein Informationspunkt auf
dem Prospekt bei verschiedenen Gläubigen kein geringes Erstaunen.
Er steht unter dem zweideutigen Titel:
„Fair Care beim Verkehr“.
Ausdrücke wie „fairer Handel“ kennt man als Slogans aus den Eine-Welt-Läden.
In seinem jüngsten Fußballbuch schrieb Erzbischof Thissen auch etwas zu „fairen“ Fußbällen.
Was aber
ist „Fair Care“ – gerechte Sorge – beim Verkehr?
Ist hier vielleicht eine liebevolle gegenseitige Zuwendung
der Ehegatten bei der körperlichen Begegnung im Sakrament der Ehe gemeint?
Und was bedeutet der Ausdruck
„Sexarbeit“?
Wer zu diesem Begriff näheres wissen möchte, kann sich gegenwärtig im Hamburger „Museum
der Arbeit“ kundig machen.
Dort wird seit dem 4. November 2005 eine Ausstellung unter eben diesem Titel
gezeigt. Kooperationspartner für die Sexarbeit-Ausstellung ist die evangelische ‘Nordelbische Kirche’.
Im Museumsprospekt wird behauptet, daß eine Tätigkeit in der Prostitution „Arbeit“ und „eine sexuelle
Dienstleistung“ sei, die durch das Prostitutionsgesetz von 2002 in Deutschland vom Odium der Sittenwidrigkeit
befreit worden sei. Sie sei „NICHT“ gleich Frauenhandel.
Mit dieser Haltung glaubt das Museum auch einen
Beitrag „zur öffentlichen Diskussion und Aufklärung“ zu leisten: „die Entkriminalisierung und Enttabuisierung
von selbständiger und freiwillig erbrachter Arbeit – nicht zu verwechseln mit der kriminellen sexuellen
Ausbeutung von Frauen, die von Frauen/Menschenhandel betroffen sind.“
Man braucht sich nicht zu wundern,
daß die Ausstellung „aufgrund der großen Nachfrage“ bis zum 13. August 2006 verlängert wurde.
Der
Informationszettel des „Museums der Arbeit“ mit dem Hinweis auf die Sexarbeit-Ausstellung liegt auch am
Schriftenstand der Katholischen Akademie Hamburg aus.
Ist das als katholischer Beitrag zur Aufklärungsarbeit
über Prostitution gemeint?
Wie schön, daß jetzt auch Katholiken „Sexarbeit“ als „Dienstleistung“ in
Anspruch nehmen können. Hauptsache „Fair Care“.
Vor diesem Hintergrund wird das Engagement des Erzbistums
Hamburg gegen die Zwangsprostitution unverständlich.
Es entsteht bei den Gläubigen der Anschein, daß
es lediglich ein nicht näher definierter „Zwang“ ist, der die Zwangsprostitution verwerflich macht.
Oder ist die Erzdiözese gar der Meinung, daß Prostituierte ihrem schmutzigen, abstoßenden und entwürdigenden
Geschäft einfach so – aus Lust an der Freude – nachgehen?
Und selbst wenn es so wäre: Wäre diese „freiwillige
Prostitution“ deswegen vielleicht in Ordnung?
Bei soviel Fairneß ist es nicht verwunderlich, daß Erzbischof
von Hamburg, Mons. Werner Thissen, von der Deutschen Bischofskonferenz zum Vertreter beim Weltmeisterschafts-Endspiel
am 9. Juli 2006 in Berlin ausersehen wurde.
Dafür verschob er sogar seinen Urlaubsantritt.
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aschera 12:27:46 | Donnerstag, 13. Juli 2006
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OnanII 10:12:08 | Montag, 10. Juli 2006
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OnanII 09:46:44 | Montag, 10. Juli 2006
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DDL 07:26:14 | Montag, 10. Juli 2006
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DDL 05:31:25 | Montag, 10. Juli 2006
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obelix † 02:00:18 | Montag, 10. Juli 2006
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vita 21:08:17 | Sonntag, 9. Juli 2006
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OnanII 10:43:09 | Sonntag, 9. Juli 2006