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Sonntag, 9. Juli 2006 08:34
kreuzmeldungen
Als ob Gott nicht wäre + Blutbad II + Auf und davon + Jesus klebt + Durchschnittsalter 68
Als ob Gott nicht wäre

Spanien. Papst Benedikt XVI. unterstrich bei einer ersten kurzen Ansprache am Flughafen von Valencia die Bedeutung der Glaubensweitergabe in der Familie: „Ich will die zentrale Rolle hervorheben, welche die auf der Ehe aufbauende Familie für Kirche und Gesellschaft hat. Sie ist eine nach dem Plan Gottes unersetzliche Institution.“ In der Kathedrale von Valencia überreichte der Heilige Vater den spanischen Bischöfen einen persönlichen Brief. Darin fordert er sie auf, weiterhin zu verkünden, daß die Abwendung von Gott und der Atheismus die Wahrheit des Menschen bedrohen und die Zukunft der Kultur und der Gesellschaft belasten.

Blutbad II

Heiliges Land. Gestern um 12.00 Uhr informierte das ‘Palästinensische Zentrum für Menschenrechte’, daß beim israelischen Einmarsch im Gaza-Streifen in den letzten 24 Stunden weitere zehn Menschen getötet wurden. Unter ihnen befanden sich zwei Kinder. Eines von ihnen, Schadi Yousef ‘Omar (16), war taub. ‘Omar wurde von einem Schuß in die Brust getötet. Am Freitag abend um 21.00 Uhr starb Anwar Isma’il ‘Abdul Ghani ‘Atallah (12) an einem Kopfschuß. Am Samstag morgen wurde die Leiche des geistig behinderten Jaber Raihan (42) gefunden, nachdem die israelische Armee ein zeitweise besetztes Gebiet wieder geräumt hatte. Raihan wurde von einer Kugel in den Unterleib getroffen und verblutete. Die Soldaten griffen auch Journalisten und Ambulanzen an. Die Armee besetzt ferner Privathäuser und überließ den Bewohnern nur ein einziges Zimmer. Der Gaza-Streifen ist ganz von der Umwelt abgeschnitten.

Auf und davon

Polen. Ein Pfarrer der zentralpolnischen Diözese Lowicz hat sich mit Kollektengeld in der Höhe von mehreren zehntausend Euro ins Ausland abgesetzt. Dies berichtete die polnische Lokalzeitung ‘Dziennik Lodzki’ am Donnerstag. Nach Informationen der Zeitung ist der Priester der Spielsucht verfallen und hat Wettschulden. Die Gläubigen bemerkten den Diebstahl erst, nachdem ihr Pfarrer sechs Wochen lang verschwunden war. Die Diözese verzichtete darauf, die Polizei zu alarmieren. Es handle sich um eine interne Angelegenheit.

Jesus klebt

USA. Das US-Online-Kitschgeschäft ‘ArchieMcPhee’ hat eine neue Marktlücke entdeckt: Wundpflaster mit dem Aufdruck von Christusdarstellungen. „Das Pflaster ist zum Statement am Knie avanciert“ – kommentierte die schweizerische Gratiszeitung ‘20 Minuten’. Weiteres Verbandmaterial gibt es in Form und Aufdruck von Eiern, Speck, Steak oder Lippen.

Durchschnittsalter 68

„Wurden in den fünfziger Jahren [in Spanien] noch jährlich rund siebentausend Seminaristen ausgebildet, so sind es gegenwärtig höchstens 1500. Dankbar empfängt man in manchem verwaisten spanischen Dorf inzwischen polnische Geistliche als ambulante Betreuer, weil die zwanzigtausend zumeist schon betagten spanischen Priester nicht mehr alle Gemeinden besuchen können. In den Ordensklöstern gibt es noch fünfzigtausend Mönche und Nonnen mit einem gegenwärtigen Durchschnittsalter von 68 Jahren. Weitere fünfzehntausend sind als Missionare im Ausland tätig.“

Aus einem Artikel von Leo Wieland in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ vom 5. Juli 2006.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 52 Lesermeinungen:
Dienstag, 11. Juli 2006 17:07
Tacitus: @Dr. Christoph Heger
– die bis dahin noch den bei weitem größten Anteil an Grund und Boden in Palästina hatten –

Diese Aussage können Sie natürlich belegen, nehme ich an. Und Sie können natürlich auch erklären, wieso dann der Teilungsplan der UNO ja wohl ein himmelschreiendes Unrecht gewesen sein muß – denn der hat das Land ungefähr halbiert.

Alles eine böse Verschwörung? Freimaurer am Werk?

Eigentlich wäre diese ganze geistlose Diskussion bei Lichte betrachtet lustig, wenn sie nicht dazu führen würde, daß dem Terror immer noch geistiger Vorschub geleistet wird.

Ich frage mich ernstlich – und bin damit nicht alleine, manchen Palästinensern geht das ganz ähnlich – warum niemand an den Zusammenbruch der palästinensischen Zivilgesellschaft im Gazastreifen erinnert. Warum keiner darauf hinweist, daß es PLO und Autonomiebehörde in gut 40 Jahren ihrer Existenz geschafft haben, erheblich mehr Palästinenser umzubringen, als die Israelis.

Hamas, Hezbollah und wie die bewaffneten Gruppen alle heißen, zu idealisieren, ist eine schöne Sache für einen Lehnstuhlexperten. Vor Ort gestalten sich die Dinge dann doch erheblich anders.

Sie können mir glauben, der „Freiheitskampf“ der Hezbollah im Libanon hatte nichts heroisch-ehrenvolles an sich; die somalischen Milizen haben sich kaum anders verhalten, mit dem einzigen Unterschied, daß bei der Hezbollah öfters die Weltöffentlichkeit zuschaut, und man dann doch mal in die Kamera winkt und den Hilfskonvoi passieren läßt…
Dienstag, 11. Juli 2006 15:23
stat crux: Theresia,
freundlichen Dank für die Richtigstellung; „Teil der Kirche“ kann die SSPX allerdings erst werden, wenn sie sich zu einer klugen Traditionskritik durchringt; also nicht Pontifikalhandschuhe, absolute Monarchie und Offenbarung als gleichermaßen übernatürlich behandelt.
Dienstag, 11. Juli 2006 15:17
Theresia: stat crux, Marcel
Die SSPX (Society of Saint Piusx) erteilt der Wiedererrichtung Israels durch Menschenhand eine klare Absage!

Das hat Marcel so nicht geschrieben. Hätte er es, wäre es idT neben der Spur.

Marcel führt hier eine Diskussion aus dem Oberseminar, ob die Gründung Israels 1947 eine gute oder schlechte Idee war und entscheidet sich flott für letzteres, was ihm unbenommen ist. Leider ist diese Debatte für die Beurteilung der Realität (Israel ist) nicht weiterführend.

Die FSSPX hat sich nie zur Frage Israels geäußert. Da sie Teil der Kirche ist, gilt folglich die Anerkennung Israels durch den Hl. Stuhl.

P. Steiner hat im letzten MB seine Privatmeinung niedergelget und ausgeführt, daß nur das Christentum imstande ist, den ansonsten unlösbaren Konflikt zu lösen und aus dieser Position heraus einer einseitigen Parteinahme pro Israel eine Absage erteilt. Das Existenzrecht Israels hat er natürlich nicht in Abrede gestellt.

Es bleibt dabei: wer heute noch das Existenzrecht Israels in Frage stellt, ist ein Antisemit. Das ist einer der wenigen eindeutigen Antisemitismustatbestände. Antisemitismus ist nicht strafbar. Es ist aber ein Gebot der Ehrlichkeit, ihn zuzugeben, wenn man so denkt.
Dienstag, 11. Juli 2006 14:42
stat crux: Marcel!!
Die SSPX (Society of Saint Piusx) erteilt der Wiedererrichtung Israels durch Menschenhand eine klare Absage! Wow. Da zittert der Erdkreis!! Erteilte Ihr Idol zufällig auch dem Fall der Berliner Mauer eine Absage? Und dessen Idol (Charles X.) der Julirevolution 1830??
Dienstag, 11. Juli 2006 14:14
Dr. Christoph Heger: Der Fluch der bösen Tat
@Tacitus:

Mit Verlaub, nicht nur von Garibaldi wissen Sie wenig.

Was Sie nicht sagen! Einigen wir uns auf das philosophische „Ich weiß, daß ich nichts weiß.“

Ich weiß natürlich, daß Sie mir ohnehin nicht zuhören,

Das wissen Sie zweifellos nicht. Eine falsche Behauptung kann niemand „wissen“.

aber es sei an dieser Stelle nochmal gesagt:

Wieso „nochmals“?

Im übrigen ist alles, was Sie zum früheren Landkauf von zionistischen Organisation bis zum 1. Weltkrieg und in der Mandatszeit sagen, völlig irrelevant für die Beurteilung des Landraubs und der Vertreibung der Palästinenser danach, die bis dahin noch den bei weitem größten Anteil an Grund und Boden in Palästina hatten. Es ist der Erwähnung wert, daß dabei auch kirchlicher und deutscher Grundbesitz geklaut wurde.

@Blueberry:

Allein die Belagerung von Paris durch die preußisch-deutschen Truppen hat 47 000 ausschließlich zivile Opfer gefordert!

Das hat ja wohl die Pariser Kommune und nicht Bismarck zu verantworten. Die Belagerung von Paris war jedenfalls kein Verstoß gegen das Kriegsvölkerrecht.

MfG
Christoph Heger
Dienstag, 11. Juli 2006 13:39
blueberry: @ Dr. Heger
Sie war nicht belastet mit der Vertreibung und Ermordung der früheren Bewohner von irgendeinem Landstrich.

Allein die Belagerung von Paris durch die preußisch-deutschen Truppen hat 47 000 ausschließlich zivile Opfer gefordert!
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