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Sonntag, 9. Juli 2006 13:03
„Warum soll man nicht sagen, das letzte Konzil war ein Irrtum?“
Heute wird das bayrische Urgestein Georg Lohmeier 80 Jahre alt: „Reformieren wir die Liturgiereform zurück und die Menschen werden wieder frömmer und glücklicher werden.“
Georg Lohmeier
Georg Lohmeier
(kreuz.net) Der bayrische Patriot, Historiker, Schauspieler, Schriftsteller und Regisseur Georg Lohmeier ist auch ein scharfer Kritiker des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Heute feiert der ehemalige Studienfreund des Papstes seinen 80. Geburtstag.

Lohmeier hat mit der beliebten Sendereihe ‘Königlich Bayerisches Amtsgericht’ das Bild von Bayern in Deutschland vielleicht mehr geprägt als die beiden Ministerpräsidenten des Freistaates Franz Josef Strauß († 1988) und Edmund Stoiber (64) zusammen.

Das vermutet das ‘Oberbayerische Volksblatt’ zum heutigen 80. Geburtstag des bayrischen Originals.

Seinen gegenwärtigen Wohnsitz – das Dichterhäusl in Riedering im Chiemgau – wird Lohmeier in absehbarer Zeit aufgeben. Über sein „Gehwerkzeug“ hat der Jubilar, der jetzt in die achte
Georg Lohmeier:
„Heiliges Donnerwetter, warum haben sie auf dem zweiten Vatikanum so rationell aufklärend gewütet?“
Etage einer Neubauwohnung in München-Schwabing gezogen ist, nur einen Kommentar: „Furchtbar“.

Dennoch schreibt Lohmeier gegenwärtig neue Stücke, die ins Theater kommen sollen. Es geht um die Jagd. Eine eigene Internetseite will er sich auch noch einrichten.

Im Juli letzten Jahres meinte Lohmeier vor der deutschen Monatszeitung ‘Kirchliche Umschau’, die der Piusbruderschaft nahesteht: „Heiliges Donnerwetter, warum haben sie auf dem zweiten Vatikanum so rationell aufklärend gewütet?“

Wer den Kult ändere – zitierte Lohmeier
Georg Lohmeier:
„Das liturgische Wüten der nach Verständlichkeit trachtenden Priester am Volksaltar sehe ich als eine Hauptursache der Glaubenslosigkeit an. Für unsereinen wäre es besser, nicht mehr in die Kirche zu gehen, denn der Jähzorn eines Christenmenschen ist eine Sünde.“
den Tierpsychologen Professor Konrad Lorenz († 1989) – mache sich in dieser Welt noch kränker.

Lorenz habe darauf hingewiesen, daß seine Gänse keine Menschen seien: „In der Masse allerdings sind wir wahrscheinlich grad so dumm.“

Die Kirche habe eine zweite Säkularisation erlebt – bedauerte Lohmeier. Der Erfolg seien Kirchenaustritte und zunehmende Verweigerung der in deutscher Sprache doch so verständlichen Gottesdienste.

Der Schauspieler sieht das „liturgische Wüten“ der nach Verständlichkeit trachtenden Priester am Volksaltar als eine Hauptursache der Glaubenslosigkeit an: „Für unsereinen wäre es besser, nicht mehr in die Kirche zu gehen, denn der Jähzorn eines Christenmenschen ist eine Sünde.“

Er habe sich die Heilige Kommunion nie in die Hand legen lassen.

„Die Liturgie darf nicht geändert werden.“ Sie sei wichtiger als die Dogmatik. Doch die Dogmatiker seien heute alle Arianer geworden.

In den dreißiger Jahren habe der sowjetische Diktator Josef Stalin († 1953) eine Rede darüber gehalten, warum sich der Sozialismus in Südamerika und Westeuropa nicht habe durchsetzen können:

„Daran sei die internationale Kraft des Lateinischen:
Georg Lohmeier:
„Das Kirchenlatein war tausend Jahre länger im Gebrauch als das Latein de Römer. Es war lebendiger als die Theatersprachen der gesamten abendländischen Literaturen. Denn das Theatrum sacrum der Missa Romana wurde täglich 100.000 mal aufgeführt.“
Schuld. Das Latein müsse fallen. Das müsse ein Ziel der Kommunisten sein.“

Für Lohmeier ist das letzte Konzil „eher ein Werk Stalins als das Werk des Heiligen Geistes“.

Einmal habe er seinen Freund, den gottseligen Bischof Rudolf Graber († 1992) von Regensburg gefragt, ob es „rote“ Kardinäle gebe: „Sie verstehen – innerlich rote. Er sagte mir: Ja, er könne sofort vier nennen.“

Das Kirchenlatein war tausend Jahre länger im Gebrauch als das Latein der Römer – widerlegt Lohmeier das Argument, daß das Lateinische angeblich eine „tote Sprache“ sei: „Es war lebendiger als die Theatersprachen der gesamten abendländischen Literaturen.“

Denn das Theatrum sacrum der Missa Romana sei täglich 100.000 mal aufgeführt worden. Vom Papst bis zum Bauernmeßdiener hätten alle den Psalm „Judica me, Deus“ und das Confiteor gesprochen.

Übersetzungen würden immer
Georg Lohmeier:
„Auch als Ungläubiger in der technisch komplizierten Wirklichkeit magst du spüren, daß es vielleicht doch eine göttliche Realität gibt, wenn du jemals wieder eine lateinische Präfation mit Orgelresponsorien erleben solltest.“
täuschen. Das lateinische Original lasse mehr und Geheimnisvolleres ahnen.

Nicht einmal bei den römischen Dichtern Vergil († 19 v. Chr) und Horaz († 8 v. Chr) habe das Latein einen so gewaltigen Klang besessen wie eine lateinische Präfation mit Orgelresponsorien.

Lohmeier kennt keine „himmelstürmischere Bewegung des Herzens“ als das Sursum corda mit dem darauffolgenden mit der Orgel begleiteten „Habe -e -emus ad Do -ominu -um“.

Das lasse selbst einem Ungläubigen in der technisch komplizierten Wirklichkeit erspüren, daß es eine göttliche Realität gibt.

„Was ist das ‘Arma virumque cano…’ [Beginn des Hauptwerkes Aeneis] bei Vergil im Vergleich zu dem herrlichen ‘Pange lingua gloriosi corporis mysterium’ des Heiligen Thomas von Aquin († 1274)?“

Das Lateinische habe einen erdumspannenden
Georg Lohmeier:
„Die Gebete der Messe sind wichiger als die halbweltlichen Werke caritativer Großunternehmen.
Renovabis, Adveniat, Misereor, das sind die drei lateinischen Worte, die bleiben durfte, da es um das Geld ging.“
Odem gehabt. Ein Schulfreund Lohmeiers – „der Schneider Franz“, jetzt Missionar in Togo – habe vor dem Haussa-Volk das gleiche Evangelium gesungen, wie in Jerusalem und in Kalifornien:

„Latein war eine täglich hunderttausendmal genutzte Weltsprache.“

Die heilige Liturgie wolle nicht nur verstanden werden. Sie wolle in Ehrfurcht erlebt werden: „In den Volkssprachen kommt immer weniger Ehrfürchtiges vor.“

Die Gebete der Messe seien wichtiger als die halbweltlichen Werke caritativer Großunternehmen: „Renovabis, Adveniat, Misereor, das sind die drei lateinischen Worte, die bleiben durfte, da es um das Geld ging.“

Lohmeier spricht auch von seinem „größten Ratzinger-Erlebnis“.

Ende der 90er Jahre erhielt der Schauspieler in seinem Chiemgauer Dichterhäusl einen Telephonanruf: „Du, Rom ist am Apparat“, sagte Lohmeiers Frau damals ungläubig.

„Wer macht sich denn da wieder einen Spaß?“

„Nein, das ist kein Spaß, vielmehr ist der Sekretär Seiner Eminenz Joseph Kardinal Ratzingers hier: »Der Kardinal beabsichtigt Sie am kommenden 1. Mai um 18 Uhr zum Abendessen einzuladen«.“

„Soll ich’s glauben? Ich gab meine Faxnummer an und verlangte die Einladung schriftlich. Nach zehn Minuten schon kam der Faxbrief mit dem Wappen des Kardinals. Jetzt flogen wir nach Rom. Pünktlich um sechs Uhr standen wir vor der Piazza Leonina Numero Uno“ – der damaligen Privatwohnung in unmittelbarer Nähe des Vatikan.

Es war ein sehr kurzweilige Essen
Georg Lohmeier:
„Der letzte Papst hat ja wiederholt Fehler, Sünden eingeräumt. Warum soll man nicht sagen, das letzte Konzil war so ein Irrtum. Das machen wir wieder ungeschehen?“
 – erinnert sich Lohmeier. Ihm seien tausend Dinge eingefallen.

„Ich habe immer ‘Eminenz’ gesagt. Da antwortete er: »Du boarischer Bauernbub darfst schon Du zu mir sagen«. – »Nein Eminenz, ich möchte Eminenz sagen dürfen«.“

„Wir tranken Wein, er Limonade – Fanta.“ Im Eifer des Gesprächs bekam Lohmeier Schwierigkeiten mit den „wirklich langen Spaghettis“. Da habe ihn der Papst unterbrochen: „Na für Rom taugerst du nix“.

Der Papst habe seine Kritik an der Eliminierung des Latein verstanden: „Du hast ganz recht, wenn du dem Lateinischen nachtrauerst, aber iatz is schon gschegn. Und umdrahn is sehr hart. A bisserl schon. Langsam halt! I wär mit den Responsorien und mit der Präfation z’frieden.“

Benedikt XVI. sprach auch über den französischen Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991): „Er war nicht ein Gegner.“

Der Heilige Vater hat Lohmeiers Buch „Der Zorn eines Christenmenschen“ gelesen. Er bekenne sich – wenn auch nur heimlich – zu vielem: „Bitte lachen’s nicht darüber, aber Du hast vieles übertrieben und ich muß vorsichtig sein.“

„Und jetzt ist er unser lieber heiliger Vater!“ – freute sich Lohmeier.

Er würde dem Heiligen Vater sagen: „Reformieren wir die Liturgiereform zurück und die Menschen werden wieder frömmer und glücklicher werden.“

Dann sei in moralibus vieles möglich. Denn das wichtigste ist bei uns Katholiken die Heilige Messe und das Allerheiligste Sakrament des Altares.

Die Kirche solle heute eingestehen, daß sie Fehler gemacht hat. Der letzte Papst hat ja wiederholt Fehler, Sünden eingeräumt:

„Warum soll man nicht sagen, das letzte Konzil war so ein Irrtum. Das machen wir wieder ungeschehen?“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 187 Lesermeinungen:
Donnerstag, 17. August 2006 19:03
Christian Hüller: Ein Konzil ist kein Theater
Mit der pauschalen Ablehnung des letzten „sacrosanctum concilium“ schießt dieser Verfasser „gutbayerischer Schmankerl“ wohl deutlich über’s Ziel hinaus.

Die Beschlüsse eines Ökumenischen Konzils wurden bislang noch nie aufgehoben.

Also keine Grund zur Panik. Schmankerl bleibt Schmankerl. Konzil Konzil, gell?
Freitag, 11. August 2006 15:29
GuterKatholik: Was dieser Lohmeier so alles sagt…
… ist schon ein Wahnsinn.
Ich glaube das ist der gleiche Lohmeier, der bei einer Gesprächsrunde im Niederbayerischen Bad Griesbach
meinte, dass nicht die Liturgie gändert, sondern der Zölibat aufgehoben werden müssen, aber das verschweigt man hier auf kreuz.net’s „katholischen“ Nachrichten.
Dienstag, 18. Juli 2006 17:24
stat crux: Ja,…
solange es nur um Theologie und Liturgie geht: Kann man an lange Spaltungen denken. Aber wahrscheinlich ist der „wunde Punkt“ bei SSPX eben doch die Politik (unter Behauptung des Gegenteils).
Dienstag, 18. Juli 2006 14:47
Daß solche Gruppen u.U. recht langlebig sind, zeigen die russischen Altgläubigen, die sich vor ein paar hundert Jahren wegen Anpassung an griechische Bräuche von der russischen Kirche abgespaltet haben. Es gab innerhalb der Altgläubigen dieselben Abspaltungen, die sich heute offenbar bei den Pius-Brüdern anbahnen, bis zur Nichtanerkennung von Sakramenten! Auch bei den Altgläubigen hat es eine priesterlose Gruppe gegeben, weil man die Weihen in der russischen Kirche für ungültig hielt! M. W. gibt es inzwischen wieder eine Kirchengemeinschaft zwischen russisch-orthodoxen und altgläubigen Christen.

Freuheit (Gal.5,13) und echte und von Herzen kommende Lebensfreude, Liebe (Ga. 5,22) sind m.E. unverkennbare Merkmale der Wirkung des hl. Geistes. Damit ist klar, wie geistige Enge und Fanatismus zu berurteilen sind. Jede Überttreibung ist vom Teufel, wie schon die Kirchenväter sagen. Da der Teufel von Gott die Macht der Zuerstörung bekommen hat, kann sein Werk in der Kirche genauso fortdauern, wie in uns selbst ganz persönlich!

Zwar ist die Rede vom Teufel heute politisch nicht korrekt, aber sein Wirken spüren wir durch das Böse in der Welt täglich. Das Böse, oder allgemeiner ausgedrückt, das Negative, breitet sich umso erfolgreicher aus, als man seinen Urheber, den Teufel, wegleugnet!
Dienstag, 18. Juli 2006 12:38
stat crux: dum volvitur orbis;
so ist es, Hr. Guttenberger; und irgendwann wird die SSPX dann halt „abgewickelt“; ohne staatlichen Schutz a la Reformation trägt das allenfalls 2 Generationen. Es sei denn rechtslastiger Okkultismus würde zur Modereligion. Aber das hat mit Kirche dann nichts mehr zu tun.
Montag, 17. Juli 2006 23:17
Jörg Guttenberger, Köln: stat crux: Freimaurer
Für die Sedisvacantisten und vermutlich für einen Teil der Pius-Brüder ist offenbar jeder ein Freimaurer, der nicht ihrer ideologisch zum Teil extrem engen Linie folgt!

Für mich unverständlich ist, wie man in solch geistiger Enge überleben kann ohne zu einem geistigen Krüppel zu werden. Das gilt allerdings für linientreue Anhänger anderer Ideologien, erst recht für Hardliner, auch. Können sich diese Menschen noch aus tiefster Seele freuen?

Mit fehlender Anerkennung unserer Weihen, wie wir in diesem Forum lesen, stellen sie sich endgültig ins Abseits!
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