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Dienstag, 11. Juli 2006 12:53
Neuer Pressesprecher
Im Vatikan geht eine Epoche zuende. Was viele schon länger vermutet haben, ist jetzt eingetroffen.
Links: Joaquín Navarro-Valls (69) Rechts: Jesuitenpater Federico Lombardi (63)
Links: Joaquín Navarro-Valls (69)
Rechts: Jesuitenpater Federico Lombardi (63)
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. hat den Rücktritt des langjährigen Sprechers des Pressesaals im Vatikan, Joaquín Navarro-Valls (69), angenommen. Das gab der Heilige Stuhl heute mittag bekannt.

Papst Benedikt XVI. dankte dem Pressesprecher für sein langjähriges Engagement.

Navarro-Valls bedankte sich seinerseits, daß der Papst „meine Bitte, das Amt des Direktors der Pressestelle niederzulegen – die ich mehrfach wiederholt hatte – angenommen hat“. Er sei sich bewußt darüber, daß er in den vergangenen Jahren mehr zurückbekommen habe, als er in der Lage gewesen sei zu geben.

Die Nachfolge des spanischen Opus-Dei-Mitglieds übernimmt ein Italiener: Der Jesuitenpater Federico Lombardi (63) – der bisherige Generaldirektor von Radio Vatikan.

Der Jesuit stammt aus Saluzzo bei Turin. Er studierte Philosophie in Norditalien und Theologie an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt am Main.

1991 wurde Pater Lombardi zum Programmdirektor von Radio Vatikan ernannt. Vierzehn Jahre später stieg er zum Generaldirektor auf.

Seit 2001 leitet er auch das vatikanische Fernsehzentrum ‘CTV’. Pater Lombardi behält auch weiterhin seine Funktion bei Radio Vatikan und beim vatikanischen Fernsehzentrum.

Der Jesuit betonte nach seiner Ernennung, er habe sich in seiner jahrelangen Tätigkeit für vatikanische Medien dafür eingesetzt, daß „die Aktivitäten des Heiligen Vaters und die Wirklichkeit der Kirche auf objektive und adäquate Weise bekannt und verstanden werden“.

Der scheidende Pressesprecher Joaquin Navarro-Valls ist am 16. November 1936 in Cartagena im Südosten von Spanien geboren. Nach dem Besuch der deutschen Schule studierte er an den Universitäten von Granada und Barcelona Medizin und Journalismus.

1961 erhielt er seinen Abschluß in Innerer Medizin und Chirurgie. Navarro promovierte im Fachgebiet Psychiatrie und lehrte an einer Medizinischen Fakultät. 1968 schloß er sein Studium des Journalismus und 1980 das der Kommunikationswissenschaften ab.

Seit seinem 20. Lebensjahr ist Navarro ein unverheiratetes Mitglied der Personalprälatur Opus Dei. Von 1974 bis 1977 war er Sprecher des Opus Dei.

Johannes Paul II. kontaktierte Navarro-Valls im Jahr 1984. Er teilte ihm mit, daß er die Absicht habe, die vatikanische Kommunikation umzufunktionieren und fragte ihn, ob er dazu Anregungen hätte. Navarro-Vals sagte, was er zu sagen hatte.

Wenige Tage nachher, wurde er wieder vom Heiligen Vater gerufen. Der Papst teilte ihm mit, daß er ihn zum Direktor des vatikanischen Pressesaals machen wollte.

Navarro-Valls war zuerst etwas sprachlos: „Dort auf der Stelle fand ich nicht die richtigen Worte, um ihm zu antworten. Ich erklärte ihm, daß ich daran dachte, Rom und den Journalismus zu verlassen, um mich der Psychiatrie zuzuwenden und den Lehrstuhl in Barcellona zu bekommen.“

Der Papst hatte Verständnis: „Nehmen sie sich die notwendige Zeit, um zu entscheiden. Wenn ich es morgen früh weiß, ist das in Ordnung.“

„Doch dann sagte ich dem Papst sofort zu, statt eine schlaflose Nacht zu verbringen“ – so Navarro-Valls.

Seinen Abschied hatte Navarro-Valls bereits in einem Interview vor der italienischen Tageszeitung ‘La Stampa’ am 17. Juni angekündigt.

Über die Zukunftspläne des ehemaligen Pressesprechers gibt es keine genauen Angaben: „Über meine zukünftige Tätigkeit mache ich mir nicht viele Pläne. Ich finde, daß es bereits ein ernsthaftes Projekt ist, den Alltag intensiv zu leben.“

Sein Leben habe sich inzwischen in Italien entwickelt und er gedenke, in diesem Land zu bleiben.
4 Lesermeinungen:
Dienstag, 11. Juli 2006 17:07
Adamah: Bye Bye and God bless!!!
„…wenn ich es morgen früh weiß, ist das in Ordnung.“

Ich werde JNV vermissen
Dienstag, 11. Juli 2006 15:49
stat crux: kreuz.net
wird den Stil mildern müssen, um nicht vollends zur „daily soap“ abzusinken.
Dienstag, 11. Juli 2006 15:42
Ralf B. †: Vielen Dank
für den ersten sachlichen, wertungsfreien Artikel bei kreuz.net. Sollte es etwa Redakteure geben, die nicht vom geifernden Menschen- und Kirchenhass zerfressen sind?
Dienstag, 11. Juli 2006 14:19
Markus-Antonius †: Vielen Dank,
für einen tatsächlich sachlichen, wertungsfreien Artikel. Ecco!
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