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Mittwoch, 12. Juli 2006 13:41
Eine gut katholische Lösung
Geht es bei dem endlosen Konflikt um die Kopfbedeckung islamischer Frauen um den Schleier oder um die Person, die darunter steckt? Von Dr. Yavuz Özoguz, Muslim-Markt.
Links: Katholische Schwestern Rechts: Muslimische Frauen
Links: Katholische Schwestern
Rechts: Muslimische Frauen
(kreuz.net) Das jüngste Kopftuchurteil in Deutschland hat die Gemüter im Lande einmal mehr erhitzt.

Erhitzt haben sich vor allem jene Gemüter, denen es gar nicht um das Kopftuch der Frau, sondern um die Ausgrenzung weiblicher Moslems geht. Dabei ginge es auch anders.

Trotz eindeutigem Urteil lehnt die bundesdeutsche Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) das Kopftuchtragen muslimischer Lehrerinnen im Unterricht weiterhin kategorisch ab.

Die Flaggenträgerin gegen das Kopftuch muslimischer Frauen in Deutschland hält – seit ihrer Zeit in Baden-Württemberg – weder etwas vom Gleichheitsgrundsatz der Religionen noch etwas davon, daß eine moslemische Frau aus religiösen Gründen ihre Haare bedecken will.

Von der Unabhängigkeit von Gerichten hält Frau Schavan offenbar auch wenig. Denn der Einfluß, denn die so laut vorgetragene Ablehnung einer Ministerin auf Gerichte hat, dürfte ihr nicht entgangen sein.

Eine muslimische Frau hat gefälligst ihr Haar zu zeigen, wenn sie in Deutschland Lehrerin werden will – so hat es Frau Schavan beschlossen.

Die Ministerin behauptet dabei, daß das muslimische Kopftuch angeblich ein Zeichen für eine „kulturelle Abgrenzung und politischen Islamismus“ sei, wobei das bei der Tracht einer Klosterfrau nicht der Fall sei.

Wenn man diese Stellungnahme im Sinne des Gemeinwohls und des friedlichen Miteinander der Bevölkerungsgruppen zu Ende denkt, dann ließe sich eine Lösung für das ganze Land erarbeiten, mit dem alle Beteiligten leben könnten:

Wie wäre es, wenn man die Nonnentracht grundsätzlich im Schulunterricht zulassen würde?

Unabhängig davon, ob sie von einer Ordensschwester oder einer muslimischen Frau getragen wird, könnte die christliche Nonnentracht bundesweit erlaubt werden.

Muslimische Frauen, die nicht auf ihr Kopftuch verzichten wollen, könnten dann einfach die Nonnentracht anziehen und darin unterrichten.

Vielleicht würden Ordensschwestern vereinzelt dagegen protestieren, da ein bestimmtes Kleid ja auch das Aushängeschild eines bestimmten Ordens ist.

Aber mit gutem Willen, Mut, christlicher Liebe und Zusammenarbeit der Ordensgemeinschaften ließe sich mit Sicherheit eine Schulordenstracht schneidern, auf die sich alle Beteiligten einigen und die genügend Unterscheidungsmerkmale zuläßt.

So könnte sich eine moslemische Frau durch die Farbe des Schleiers unterscheiden, während der Rest der Kleidung im wesentlichen mit einer Nonnentracht identisch wäre.

So wäre sichergestellt, daß die Frauenorden sich nicht mißbraucht fühlen. Zum anderen würde die große Ähnlichkeit mit einer Nonnentracht auch sicherstellen, daß beim Anblick der moslemischen Lehrerinnen niemand an den (bösen) Islam, sondern eher an das Christentum denkt. Zugleich hätten die muslimischen Frauen ihre Kleidervorschriften eingehalten.

Muslimische Gegner dieser Lösung, die eine „Verchristlichung“ muslimischer Frauen befürchten, könnten von den eigenen Verbänden überzeugt werden.

Eine Mehrheit für einen solchen Kompromiß, der für alle tragbare ist, wäre dem Land sicher.

Gerichte würden von weiteren kostspieligen Prozessen verschont, und das ganze Thema wäre langfristig gelöst. Das würde dem Land endlich Frieden in einer Frage bescheren, die ihm Rahmen der gegenwärtig in Deutschland anstehenden Probleme eindeutig zuviel Raum einnimmt.

Sogar Frau Schavan könnte beweisen, daß es ihr nur um den sogenannten „Islamismus“ nicht um Maßnahmen gegen die islamischen Mitbürger geht.

Gegenwärtig hat Frau Schavan in dieser Angelegenheit noch Klärungsbedarf.

Sachkundige Beobachter befürchten aber, daß die Ministerin die erste wäre, die einen solchen Vorschlag bekämpfen würde.

Man hört, daß es Politikern ihres Schlages weniger darum geht durch Kompromisse Wege des gerechten und friedvollen Miteinanders zu finden, sondern eher um die Ausgrenzung von Teilen der Bevölkerung.

Es gibt aber zum Glück in diesem Land auch andere Minister.

Sie wissen, daß das Streben nach einem konstruktiven Miteinander mehr ihrem Amtseid entspricht als die Provokation von Konflikten.

Dr. Yavuz Özoguz ist Webmaster der Webseite Muslim-Markt.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 45 Lesermeinungen:
Dienstag, 8. August 2006 09:22
redlabour: Seit wann …
…darf ein bekennender Islamist auf kreuz.net veröffentlichen ?
http://www.mmnetz.de/fundisl/wir_sind.htm
Freitag, 14. Juli 2006 21:55
_Ungläubig-: Benedikt
Ich will mich da nun auch nicht genau festlegen, worum es genau ging im GG, da es schon sehr lange her ist, dass ich davon las.
Mir fiel es nur wieder ein, als ich v.Galens Posting sah.
Freitag, 14. Juli 2006 21:47
Benedikt: Agnostiker
Ja genau, das stammt von Adenauer. Allerdings ging es meines Wissen hier nur um die Konfessionsschulen. Das blieb auch danach noch lange Jahre ein Thema, erst unlängst sah ich eine Parlamentsdebatte aus den 60ern, in der das noch ein Thema war.
Freitag, 14. Juli 2006 21:33
-Agnostiker-: Welch ein herrlicher Einwurf von v.Galen
Daß das GG nicht mit der traditionellen Lehre der kath. Kirche vereinbar sein soll, halte ich für ein Gerücht.
Die kath. Kirche hätte diesem sonst 1949 nicht zugestimmt.


Sagte nicht der gesandte vom Vatikan, dass dieser dem GG in der Form nicht zustimmen würde, da der Kirche nicht genügend Recht eingeräumt würden. Entgegnete nicht darauf, dass die Kirche dem nicht zu zustimmen hätte, sondern nur Amen sagen solle?
Soviel zu der kirchlichen Zustimmung.
Freitag, 14. Juli 2006 05:29
Abu: @Parzifal alias Blueberry
Das haben Sie nun von Ihren zwei Identitäten! Meinen Sie, ich verschwende meine Energie und Zeit damit, über Parallelen in diesen ganzen Schrumpfhirnen hier nachzudenken? Wenn Ihr Posting gelöscht wurde, dann ist das Ihr Problem. Benehmen Sie sich halt.
Donnerstag, 13. Juli 2006 21:19
monti: @v.Galen
Haben Sie Belege für Ihre Behauptung, daß die
FSSPX ihren Familienvätern empfiehlt, ihre Frauen zu schlagen ?
Oder wollten Sie nur mal einen dummen Spruch machen ?


Ich mache nie dumme Sprüche. Sie aber können anscheinend nicht lesen. Ich habe nämlich niemals behauptet, dass die FSSPX ihren Familienvätern empfiehlt, ihre Frauen zu schlagen.
Ich weiss aber, dass das vorkommt, um nicht zu sagen, üblich ist, wenn die frauen nicht so gehorsam sind, wie es von ihnen verlangt wird.
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