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Donnerstag, 13. Juli 2006 06:53
„Meine Gattin auf ewig“
Meinte der greise Ex-Kurienerzbischof Emmanuel Milingo, der zu Frau und Moon-Sekte zurückgekehrt ist.
Erzbischof Milingo und Maria Sung
Erzbischof Milingo und Maria Sung
(kreuz.net) Gestern tauchte Erzbischof Emmanuel Milingo (76) in der US-Hauptstadt Washington auf. Der Prälat war seit Ende Mai verschwunden.

Mons. Milingo präsentierte sich im Murrow Zimmer des ‘National Press Club’ – einer sehr bekannten US-Journalistenvereinigung. Es handelte sich dabei allerdings nicht um eine offizielle Veranstaltung des Clubs.

Hinter dem Anlaß stand vielmehr der ‘Imani Tempel’– eine afro-amerikanische Sekte, die vom abgefallenen katholischen Priester, George Augustinus Stallings (58), gegründet wurde.

Die Pressekonferenz fand um 10.00 Uhr Ortszeit statt. Als Thema war angekündigt: „Verheiratetes Priestertum jetzt“.

Erzbischof Milingo – der im Priestertalar auftrat – wurde vom Gründer des ‘Imani Tempels’, der sich „Erzbischof“ nennt, eingeführt.

Die zwei sind sich bereits im Jahr 2001 im Hotel Hilton in New York begegnet, als beide dort an einer Massenhochzeit der Moon-Sekte teilnahmen.

Der Gründer des ‘Imani Tempels’ heiratete bei dieser Gelegenheit Frau Sayomi Kamimoto, eine ehemalige Moon Gehilfin, während sich Mons. Milingo mit der koreanischen Akupunkturistin Maria Sung verehelichte, von der er sich kurz darauf wieder trennte.

Doch während seiner jüngsten Pressekonferenz sagte der Erzbischof, daß er zur seiner Moon-Gattin zurückgekehrt sei:

„Maria ist immer noch meine Frau, und sie wird es bleiben, bis daß der Tod uns scheidet – wir haben uns nie getrennt“ – erklärte der Erzbischof den Journalisten.

Der sambische Prälat teilte auch mit, daß er den Gründer der Moon-Sekte, Sun Myung Moon, vor einem Monat wieder getroffen habe.

Moon hält sich für den „dritten Adam“, den „zweiten Messias“ und den „Herrn der zweiten Ankunft“, der gekommen ist, um das Werk Jesu zu vollenden. Moon und seine vierte Frau Hak Ja Han glauben auch, die „wahren Eltern“ zu sein.

Dem nach Washington ausgebrochenen Erzbischof lag es während seiner Pressekonferenz besonders am Herzen, von der Familie und der Liebe zu sprechen. Er betonte, daß es keine wichtigere Heilung gebe, als die über 150.000 verheirateten Priester wieder mit der Katholischen Kirche zu versöhnen.

„Die Kirche läuft Gefahr als Verlierer dazustehen, wenn sie den Priestern die Möglichkeit der Ehe verwehrt.“

An der Pressekonferenz nahm auch der abgefallene Geistliche Giuseppe Serrone teil. Er ist Präsident einer italienischen Vereinigung verheirateter Priester.

Erst am vergangenen Wochenende marschierte Serrone mit seiner Gattin „symbolischerweise“ über den Petersplatz, während Papst Benedikt XVI. beim Weltfamilienkongreß in Valencia war.

Maria Sung – die angebliche Braut des Erzbischofs – war bei der Pressekonferenz nicht anwesend. Es ist aber anzunehmen, daß sie in den kommenden Tagen an der Seite Milingos auftauchen könnte.

„Vor einem Monat war Mons. Milingo noch bei der Pfingstmesse des Papstes auf dem Petersplatz. Wir haben uns begrüßt und er schien mir ruhig zu sein“ – erklärte der emeritierte Erzbischof von Potenza, Mons. Ennio Appignanesi. Ihn hatte Papst Johannes Paul II. beauftragt, die Bußzeit des abgestürzten Kurienerzbischofs zu begleiten.

„Ich habe den Eindruck, daß er erneut ein Opfer von Druckversuchen von außen geworden ist“ – glaubt Mons. Appignanesi:

„Das ist ein trauriger Tag, auch wegen der Nachrichten die aus Indien und dem Nahen Osten kommen: Man muß für alle diese Situationen beten.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 27 Lesermeinungen:
Sonntag, 16. Juli 2006 10:50
Roderick: Alles andere als verwunderlich
Wer vor bereits gut 15 Jahren Milingo’s Autobiographie gelesen hatte wußte nach 30 Seiten: Der ist nicht ganz dicht! Jeder Mensch mit Verstand mußte sofort sehen, mit welch egomanisch-invertiertem Hysteriker man es zu tun hatte. Wenn einem Hinweise darauf nicht schon aus Beobachtungen jener Kreise klar war, die ihn zu einem ihrer Säulenheiligen gemacht hatten. Sodaß man sich wirklich fragen muß, wie es dazu kommen konnte, diesen Mann mit solchen Würden auszustatten. Ich habe hier den Eindruck, daß sich an diesem Fall eines der größten Probleme von heute zeigt. Wo bei vielen – oft gerade auch in „eifrigsten“ Kreisen – Katholizität, Heiligkeit in ihrem wirklichkeitsoffenen, erkenntnis- (und damit: teilhabe-)orientierten Wesen in untrennbarem Zusammenhang mit „Persönlichkeit“ gar nicht mehr verstanden wird. Es ist grotesk z. B. Thesen zu lesen, wonach dieser „eifrige Gottesstreiter“ (ohne ihm irgendetwas abzusprechen, er war und ist einfach zu bedauern) nun ein „Opfer Satans“ geworden sei, der ihn „besonders angegriffen habe“ etc. etc. Der hat wahrscheinlich einen Lachkrampf bekommen, wenn er von Milingo hörte.
Freitag, 14. Juli 2006 15:11
Evelin: EB Milingo
Armer Kerl! Er muss aber nicht mit Hohn und Spott übergossen werden.
Freitag, 14. Juli 2006 00:02
Uwe Schmidt: Die Moon-Sekte
spielt auf dem finanziellen Parkett an forderster Front. Nicht umsonst haben sich schon der Katholik Kaltefleiter (von der Uni Kiel), Dr. Gillessen (von der FAZ) und natürlich auch der katholische Geldadel (Graf Huyn, Graf Stauffenberg) bei Moon-Treffen sehen lassen. Außerdem gehört der Sekte die Washington Times (nicht zu verwechseln mit der angesehenen Washington POST!).
Donnerstag, 13. Juli 2006 23:50
Jimmy: Was denn nun los?
Ich staune, kann aber nur sagen. Gutt gemacht! Hoffentlich folgen noch viele dem Beispiel.
Donnerstag, 13. Juli 2006 18:34
stat crux: Marcel: Pentekostalismus,
ein Wort fast so schön wie Latitudinarismus, fand sich doch in Ihren ritualistischen Quellen auch bisweilen. Bearbeiten Sie doch mal konkret das Thema „Wirken des Hl. Geistes“ innerhalb und außerhalb der Sakramentenspendung. Dass Sie ein Konzil und ein Konklavbe für nicht geistgeleitet erachten, das Werk „Sie haben ihn entthront“ (Wen??) aber für inspiriert, dass habe ich kapiert. Jetzt aber mal konkrete Kriterien? Das Ritual allein genügt nicht!
Donnerstag, 13. Juli 2006 17:06
Marcel: Pfingstler
Cyprian: In der verlinkten Predigt konnte ich Dein Zitat und insbesondere den den Begriff „Charismatismus“ nicht finden.

Die Predigt ist vier Seiten lang, der Verweis führt zur ersten. Auf der vierten kommt mein Zitat.
Man kann auch den „Drucken-Knopf“ drücken und erhält dann die gesamte Predigt auf einen Schlag.

Der richtige Begriff ist wohl Charismatik.
Der Begriff des echten Charisma ist viel zu schade für die Pfingstler, denn die haben in 99,9% der Fälle keines. Deswegen wohl verwendet der – Übersetzer des – Erzbischof das Wort Charismatismus.
Ich würde auch sofort Pfingstlertum verwenden, wenn nicht der Begriff Pfingsten viel zu schade für die Charismatisten wäre. ;)

P.S. Wer immer da weiter unten nachhakte – der Erzbischof Millinog ist natürlich ein Charismatist.
Selbst unter den FSSPX-Gläubigen habe ich schon Gestalten erlebt, die dessen spektakuläre – aber eben unkatholische und dem damaligen Kardinal Ratzinger ein Dorn im Augen seiende – Heilungsgottesdienste „umwerfend“ fanden. Die würden mal lieber den anderen Erzbischof studieren: S.E. Lefebvre.
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