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Freitag, 14. Juli 2006 09:32
Blick auf den weiblichen Unterleib
Österreichische Behörden zeigen Schwierigkeiten, die „Ablehnung“ eines Glaubens von seiner Herabwürdigung und Verspottung zu unterscheiden. Von Dr. Alfons Adam.
Der Film "Schneeweiß und Rosenrot" verhöhnt selbst die Muttergottes
Der Film „Schneeweiß und Rosenrot“ verhöhnt selbst die Muttergottes
(kreuz.net, Neulengbach) Es gibt immer mehr Beweise dafür, daß gläubige Christen in unserem Land eine von Staats wegen diskriminierte Minderheit sind.

Daher ist es nicht verwunderlich, daß die Verhöhnung und Herabwürdigung des katholischen Glaubens immer weiter um sich greifen.

Beispiele? Der Bundeskommunikationssenat – eine Behörde der Republik Österreich – hat durch den Vorsitzenden Dr. Ekkehard Schalich – die weiteren Mitglieder Dr. Wolfgang Pöschl, Dr. Rainer Geißler und Dr. Georg Karasek sowie das Ersatzmitglied Dr. Barbara Leitl – eine Beschwerde gegen den Film von Ina Loitzl „Schneeweiß und Rosenrot“ abgewiesen.

Die Fakten, von denen dabei ausgegangen wurde – also juristisch gesagt der Sachverhalt – ist diesem Bescheid wörtlich wie folgt zu entnehmen:

„Der fünfminütige Film befaßt sich mit Blut und Religion. Er wirft ausdrücklich die Frage auf, ob das Menstruationsblut nicht heilig sei, während das Blut Christi als erlösend verehrt werde.

Dazu werden Frauenakte der Maler Courbet, Schiele
Aus der Beschreibung des Films:
„Dazu werden Frauenakte der Maler Courbet, Schiele und Modigliani, ein Mosaik darstellend einen Kopf der heiligen Maria, eine Marienstatue aber auch eine Gliederpuppe und dergleichen sowie Vaginasymbole gezeigt, an denen mit Hilfe von Filmtricks die Menstruationsblutung simuliert wird; es wird auch ein Meßkelch gezeigt, in dem eine Darstellung des gekreuzigten Jesus und ein blutrotes Kreuz versinkt.“
und Modigliani, ein Mosaik darstellend einen Kopf der heiligen Maria, eine Marienstatue aber auch eine Gliederpuppe und dergleichen sowie Vaginasymbole gezeigt, an denen mit Hilfe von Filmtricks die Menstruationsblutung simuliert wird; es wird auch ein Meßkelch gezeigt, in dem eine Darstellung des gekreuzigten Jesus und ein blutrotes Kreuz versinkt.

Der von der Beschwerdeführerin detailliert inkriminierte unbekleidete weibliche Unterleib mit gespreizten Beinen zeigt das Gemälde „Ursprung der Welt“ des französischen Malers Gustave Courbet (1819-1877).

Der Film enthält keinen gesprochenen Text. Er ist teilweise mit leicht verzerrter Kirchenmusik unterlegt.“


Unter Berufung auf ein vom ‘Österreichischen Rundfunk’ vorgelegtes Gutachten von Professor Dr. Peter Trummer vom Institut für Neutestamentliche Bibelwissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Graz – das mir unbekannt geblieben ist – erklärte der ‘Österreichische Rundfunk’ und jetzt auch der Bundeskommunikationssenat, daß der Film zum zentralen Thema Heiligkeit heiliges Blut unheiligem gegenüberstelle.

Wörtlich:

„Blut ist als Sitz des Lebens im Judentum und im Christentum grundsätzlich heilig, das Blut Christi ist ein zentrales Geheimnis des katholischen Glaubens.

Demgegenüber soll auch nach biblischer Auffassung Menstruationsblut unrein und damit unheilig sein.

Die Grundaussage des Videos macht (…) eine tiefe intime soziale und religiöse Verletzung einer Frau – der Autorin – sichtbar. Eine Verspottung religiöser Inhalte ist dem Bundeskommunikationssenat aber nicht erkennbar.“


Und noch ein wörtliches Zitat:

„Es mag sein, daß die Beschwerdeführerin und die sie unterstützenden Personen durch ein Mißverstehen des Inhalts der Sendung in ihren religiösen Gefühlen verletzt wurden.

Demgegenüber ist jedoch zu beachten, daß jene Personen vernünftigerweise nicht erwarten dürfen, von jeder Kritik ausgenommen zu sein und damit auch vor Äußerungen, die nicht ihren Überzeugungen und ihrem Geschmack entsprechen, zu schonen sind.

Vielmehr müssen diese sogar die Ablehnung von anderen tolerieren und akzeptieren und zwar insbesondere die Ablehnung ihres religiösen Glaubens und selbst die Propagierung von feindlichen Lehrmeinungen gegenüber ihrem Glauben.

Im Licht dieser Ausführungen vermag der gegenständliche Film vielleicht in einzelnen Sentenzen geschmacklos erscheinen beziehungsweise Kunst enthalten, die nicht jedem gefallen muß.

Eine Verletzung des Grundrechts der Religionsfreiheit ist durch den inkriminierten Beitrag aber jedenfalls nicht gegeben.“


Als in Wien vor nicht langer Zeit Plakate angebracht
Als in Wien
vor nicht langer Zeit Plakate angebracht wurden, die einen weiblichen Unterleib mit gespreizten Beinen zeigten, der mit einem blauen Höschen mit den EU-Sternen bekleidet war, wurde dies allgemein als obszön und herabwürdigend betrachtet.
wurden, die einen weiblichen Unterleib mit gespreizten Beinen zeigten, der mit einem blauen Höschen mit den EU-Sternen bekleidet war, wurde dies allgemein als obszön und herabwürdigend betrachtet.

Im Blut-Film von Ina Loitzl wird ein weiblicher Unterleib in derselben Körperstellung in völliger Schamlosigkeit unbekleidet präsentiert.

Auch wenn es sich dabei um das Gemälde des französischen Malers Gustave Courbet „Ursprung der Welt“ handeln sollte, ändert dies nichts am hergestellten Zusammenhang.

Man braucht nur vom Bescheid des Bundeskommunikationssenates auszugehen, der schildert, was alles in einem Zeitraum von fünf Minuten gezeigt wurde.

Dann ist für jeden unparteiischen Menschen – der Herz und Hirn am richtigen Fleck hat – völlig klar, daß die Eucharistie und die Gottesmutter Maria herabgewürdigt und damit die Menschenwürde gläubiger Katholiken verletzt wird.

Wie die Erfahrung mit dem EU-Höschen zeigt, liegt kein Mißverständnis der Beschwerdeführerin vor.

Auch ein Mißverständnis der Mitglieder des Bundeskommunikationssenates ist auszuschließen.

Sie haben über uns gläubige Katholiken bewußt Spott und Hohn ausgegossen, indem sie uns juristisch formuliert zu verstehen gaben, daß wir die „Ablehnung“ unseres religiösen Glaubens tolerieren und akzeptieren müßten.
Dr. Alfons Adam:
Der Bundeskommunikationssenat hat über uns gläubige Katholiken bewußt Spott und Hohn ausgegossen, indem er uns juristisch formuliert zu verstehen gab, daß wir die „Ablehnung“ unseres religiösen Glaubens tolerieren und akzeptieren müßten.


Doch eine Ablehnung der Religion anderer ist etwas anderes als die hier vorliegende Herabwürdigung und Verspottung des Glaubens.

Die Erfahrung, daß ungläubig gewordene Theologen diese Art von Verfolgung gläubiger Katholiken unterstützen, ist nicht neu. Sie ist deshalb nicht weniger empörend.

Gegen diesen Bescheid gibt es die Möglichkeit einer Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof und/oder an den Verwaltungsgerichtshof, wobei es wohl zweckmäßig wäre, beide gleichzeitig anzurufen.

Ich bin bereit, die damit verbundene Arbeit und die Mitwirkung meiner Kanzlei unentgeltlich beizusteuern, sehe mich aber nicht in der Lage, aus meinen Mitteln die Barauslagen und Kostenbeträge zu finanzieren, die an den Bundeskommunikationssenat und an den ‘Österreichischen Rundfunk’ zu bezahlen wären, wenn die Beschwerde erfolglos bliebe.

Dieser finanzielle Aufwand läßt sich sehr schwer schätzen. Es dürfte sich aber um eine Größenordnung von 2.000.- Euro handeln.

Bis Ende Juli sollte klar sein, ob die Beschwerde gestartet wird.

Ich bin somit gerne bereit, die Höchstgerichte anzurufen – allenfalls in weiterer Folge den Europäischen Gerichtshof –, wenn dieser Betrag durch Spenden aufgebracht werden kann.

Die Beschwerde, die weiteren Schriftsätze und den Bescheid des Bundeskommunikationssenats werde ich im nächsten ‘Pro Vita’-Heft im vollen Wortlaut dokumentieren.

Einzahlung und Überweisung können auf das Konto des Vereins ‘Pro Vita’ – PSK-Konto Nr. 7520222, BLZ 60.000 – vorgenommen werden (Stichwort: Gotteslästerung).


Der Rechtsanwalt Dr. Alfons Adam ist Vorsitzender der Bewegung für Menschenrecht auf Leben ‘Pro Vita’ in Neulengbach, Niederösterreich
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 76 Lesermeinungen:
Mittwoch, 23. August 2006 11:38
Benedikt: @ Asterix
Ich will so etwas nicht nochmal hier sehen, das verstößt gegen §17 GG!

Das Petitionsrecht? Aha
Mittwoch, 23. August 2006 11:27
Asterix: Ich bin empört
…über diesen Radikalismus, den sie hier zur Schau stellen! Ich kann es nicht glauben, das sie meinen, bestimmen zu können, welcher Film gezeigt wird und welcher nicht! Tausende Muslim- oder Judenfeindliche Filme werden publiziert, und kümmern sie sich DARUM? Nein? Sehen sie. Ich finde es unverzeilich dass sie hier solche furchtbare Fundamentalisten-Propaganda verbreiten. Beschwere ich mich, wenn jemand einen Anti-Atheismus-Film dreht? Nein. Ich will so etwas nicht nochmal hier sehen, das verstößt gegen §17 GG!
Samstag, 15. Juli 2006 22:46
Rosalinde: Methusalix und DDL
Ah, also auch so eine Art soziologisches Interesse. Ich bin zwar keine Natur- sondern Gesellschaftswissenschaftlerin, aber natürlich ebenso daran interessiert, wie Menschen eher als heilig erklärten Dogmen denn ihrem Verstand glauben können. Politisch Links- allerdings wie Methusalix bemerkt hat, keine Wahlmöglichkeit- das SPD Buch ist eher eine Verlegenheitshandlung Realer Kommunismus und Katholizismus haben mir in mancher Hinsicht zu grosse Schnittmengen- Stalin war übrigens Jesuit, ja, ja liebe Fundis – steht natürlich in der Dubiosen Quelle Wikipedia…

Ansonsten versuche ich hier mein Denken zu schärfen- für die Dinge, die im Alltag ja doch ganz gut versteckt werden- und manchmal gibt das Forum einen guten Punchingball ab…
Samstag, 15. Juli 2006 22:10
Gotthard: @@DDL
Zwar gibt es auch in meiner Zunft so etwas wie Dogmen (nennt man bei uns allerdings „Stil“ oder „Schule“), aber die haben dann doch logisch herleitbare Begründungen – und „unfehlbar“ sind die auch nicht

Solche Schulen gab – und gibt es – auch in unserer katholischen Kirche. Die Theologie des Mittelalters ist von solchen Theologen-Schulen geprägt – meist verbunden mit den Namen großer Orden: Franziskaner – Dominikaner etc

In diese Sinne ist das lautstarke Mini-Trüppchen der Tradis auch eine „Schule“ – eine „Theologen-Ansicht“, die sich immer wieder auf einige wenige Dokumente der Historie beruft – und noch weniger Zeugen: dieser Marcel L. und dieser Prof May und wenige andere, die gegenseitig zitiert werden.

Diese Mini-Trüppchen haben keinen Erfolg und keinen Einfluss, anders kann man es doch nach 30 Jahren nicht sagen, wenn rund 350.000 Leute mit ihnen weltweit mit ihnen in Verbindung stehen… wenn 2006 kein Deutscher bei ihnen zum Priester geweiht wird … und in den USA nur 4 …
wie sagen diese Leute immer so schön: an ihren Früchten werden sie erkannt!
Ich sehe keine Früchte … aber sehr viel Hass!
Samstag, 15. Juli 2006 21:50
DDL: @Methobelix
1. Hier ist nur einer dick und der ist nicht dick!


Woher kennen Sie die Sprüche meiner Frau????

2. Nach dem, was ich so von Ihnen gelesen habe (in aller Regel mit Zustimmung), sind Sie eher „noch“ linker als ich… was kommt denn nach „pathologisch“? Könnte natürlich auch daran liegen, dass bei den geschätzten Opponenten eine kleine Wahrnehmungsverschiebung vorliegt…

Fürchte ich auch, wobei bei manchen Katholiken der Massstab immer ein Ukas aus Rom ist. Roma locuta, causa finita!

3. Das mit dem „leider“ könnte man ja bei Gelegenheit ‘mal ändern
Würde mich rechtzeitig vorher anmelden, wenn mich meine Wege in Ihre Richtung führen, ob es denn auch passt.


Methusalix, Sie wissen, dass „Linker“ aus meinem Munde nicht bös’ gemeint ist – mir ist nur aufgefallen, dass Sie etwas, wie soll ich sagen, „originär Linkes“ an sich haben,

Vollkommen richtig, DDL! Hätte früher (in vor-Schröder-Zeiten) in Deutschland wohl die Brandt/Schmidt-SPD gewählt. Jetzt überlege ich, ob ich mich naturalisieren lasse. Wählen im Ausland ist von hier aus relativ umständlich. Aber wen oder was soll ich dann wählen?
Samstag, 15. Juli 2006 21:38
dass sich solche Fundamentalisten im täglichen Leben außerhalb ihrer Heimatclique selten zu erkennen geben

Jeden Sonntag sind diese merkwürdigen „Exoten“ in Kirchen zu bestaunen. Natürlich nur für diejenigen, die den Weg dorthin finden.
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