Der Gründer der Servi Jesu et Mariae antwortete kürzlich auf Einwände aus traditionalistischen Kreisen. Dabei traf ein Seitenhieb auch die deutschen Bischöfe.
(kreuz.net, Blindenmarkt) Anfang Juli publizierte Pater Andreas Hönisch SJM einen Artikel unter dem Titel
„Gegen die Vereisung der Herzen“.
Pater Hönisch ist Gründer und Generaloberer der Ordensgemeinschaft
‘Servi Jesu et Mariae. Sein Artikel wurde in der ordenseigenen Quartalszeitung ‘Der Ruf des Königs’ publiziert.
Inhaltlich ging es darin bereits in dritter Folge um den sogenannten Biritualismus seiner Gemeinschaft.
Man habe ihm in letzter Zeit – so Pater Hönisch – gehörige Brocken an den Kopf geworfen. Beispielsweise
sei behauptet worden, seine Ordensgemeinschaft lese die Neue Messe, um der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia
Dei’ zu gefallen.
Die Vorwürfe stammten nicht von liberaler Seite: „Die Modernisten nehmen uns ohnehin
nicht für voll.“ Vielmehr seien die „Breitseiten“ aus Kreisen gekommen, die der kirchlichen Lehre und
Tradition verbunden sind.
Seine Gemeinschaft sei beschuldigt worden, mit der Feier der Neuen Messe den
Glauben zu verraten.
Pater Hönisch erwähnt in diesem Zusammenhang den Rat traditioneller Kreise, am
Sonntag lieber den Rosenkranz zu beten, als einer Neuen Messe beizuwohnen.
Diese Empfehlung decke sich
nicht mit dem Sonntagsgebot der Kirche, welches unter schwerer Sünde verpflichtet – so Pater Hönisch.
Man sei nur dann von der Sonntagspflicht entbunden, wenn ernste Zweifel an der Gültigkeit der Messe bestünden.
Pater Hönisch gibt als Beispiel eine Faschingsmesse mit Narrenkappe und Büttenpredigt oder „vielleicht
gar noch mit Tänzen leicht bekleideter Mädchen um den Altar“.
Das Fernbleiben von einer korrekt und
fromm gelesenen Sonntagsmesse im Neuen Ritus sei dagegen schwer sündhaft.
Wer dem ordnungsgemäß zelebrierten
Novus Ordo die Rechtmäßigkeit abspreche, unterstelle dem Papst, daß er kraft seiner höchsten Autorität
der ganzen Kirche etwas Glaubenszerstörendes – also Sündhaftes – befehle.
„Das aber würde bedeuten,
daß die Pforten der Hölle ganz gehörig an dem Haus der katholischen Kirche gerüttelt haben, so daß
es kurz vor dem Einsturz steht, beziehungsweise schon eingestürzt ist.“
Dann wäre es nach Pater Hönisch
konsequenter, wie die Sedevakantisten zu behaupten, daß die Kirche im Augenblick keinen rechtmäßigen
Papst habe:
Wenn der Papst etwas befehle, das in sich Sünde sei, dann dürfte man ihm nicht gehorchen.
Wenn er aber etwas anordne, das keine Sünde sei, wobei es bessere Alternativen gäbe, müsse man gehorchen.
Pater Hönisch stellt die Frage, ob es nicht eine gefährliche Selbstüberschätzung sei, die Feier der
Neuen Messe als schweres Vergehen zu bezeichnen.
Wer objektiv in schwerem Widerspruch mit dem Heiligen
Vater lebe, laufe Gefahr, den klaren Blick zu verlieren.
Es könne eine Verhärtung und Enge eintreten,
sodaß der sachliche und polemikfreie Dialog verunmöglicht werde. Das gelte erst recht für die modernistische
Seite:
„Wer jahrelang den Beratungsschein verteidigt, wer jahrelang die Königsteiner Erklärung für
rechtmäßig hält, wer Homosexuellenstände und ‘Donum vitae’ an Katholikentagen zuläßt, der lebt in
massivem Ungehorsam gegenüber dem Stellvertreter Christi auf Erden.“
Er verliere den Blick für die
Anliegen des Glaubens und der Moral – sogar wenn er hohe kirchliche Ämter in Deutschland innehat.
Pater
Hönisch erklärt abschließend, daß er die Neue Messe nicht lese, um den Menschen zu gefallen oder ihnen
nach dem Mund zu reden. Vielmehr gehe es um ein „Sentire cum Ecclesia“ – ein Fühlen mit der Kirche:
„Ich verachte keinen, der anderer Meinung ist.“ Man möge auch ihm seine Freiheit lassen.
Er wolle auf
dem sturmgepeitschten Schifflein Petri bleiben, auch wenn das Wasser eingedrungen sei.
Doch der liebe
Gott werde das Wasser mit Hilfe von Gebet und Buße oft unscheinbarer Menschen wieder herauspumpen: „Das
ist meine feste Überzeugung.“
Email-Adressen der Empfänger
74 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Neurosenkavalier oder die Wiederholung des ewig Gleichen Die Neurose Dr. Otterbecks „stat crux“ besteht
darin, dass er sich für eine Autorität in kirchlichen Belangen hält und anstatt einer silbernen Rose,
wie es sich für einen Rosenkavalier geziemen würde, präsentiert er uns unentwegt den konziliaren Schwachsinn
und glaubt darüber hinaus noch damit katholisches Gedankengut zu vertreten
#70 stat crux 12:35:45 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Wir können wirklich froh sein, dass Kenner wie Freinsberg sich überhaupt noch bereitfinden, hier und
und zu den gröbsten liturgischen Unsinn etwas einzudämmen! Danke!
Benedikt ich habe nicht nur auf Wiegand Siebel sondern ebenso auf Professor May gegen den so viel ich
weiss bis heute kein Strafverfahren läuft. Ich muss immer lachen, wenn die V 2 Ideologen andere beschuldigen,
eine Ideologie zu vertreten, wo das ganze Konzil von A Z nichts anderes ist als die Wiederspiegelung derIdeologie
der Konzilspäpste
@ Mazzella Sie können es bei Wiegand Siebel: Katholisch oder konziliar nachlesen Welcher im Gegensatz
zu Dr. Spindelböck offenbar gar kein Theologe ist. Man sollte dem Theologen manchmal mehr glauben als
dem Ideologen.
Dr.Otterbeck – der Neurosenkavalier Mit Recht nennt Sie Dr. Regazzoni Neurosenkavalier, denn im Gegensatz
zur Titelfigur aus Richard Strauss Meisterwerk überreichen Sie ständig Ihre Wahnvorstellungen. Die Rede
Benedikt XVI ist mir bekannt. Leider ist sie wenig überzeugend, denn sie ist eine Absage an jede Art
kritischen Denkens. Im Konzil einen Bruch zu sehen widerspreche der katholischen Lehre, eine solche Behauptung
ist barer Unsinn
#64 Dr. Otterbeck 08:04:41 | Mittwoch, 19. Juli 2006
Das muss man anders verstehen, Mazzella: Das Konzil hat keine neuen Definitionen gebracht und keine Lehrverurteilungen
ausgesprochen. Dadurch wird die Aussageweise noch anspruchsvoller, nicht unverbindlicher (vgl. B XVI am
22.12.2005 vor der Kurie).
Catholicus: das Uebermass von Gnaden das Konzil hat nach den Worten Johannes XXIII keine dogmatische Autorität
und deswegen ist es nicht statthaft, sich ständig darauf zu berufen. Ueber Sacrosantum Concilium empfehle
ich Ihnen einmal die kritische Studie von Professor Paolo Pasqualucci: Vatican II et le mystère pascal,
sowie l’archetype paiïen dans la réforme liturgique de Vatican II, in: Acte du V Congrès théologique
de Si Si No No – Paris 2002
@Mazzella Das „Übermass an Gnaden“, das aus dem heiligen Messopfer fließt, ist deshalb gegeben, weil
es sich um die unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi handelt. Und niemand soll uns weismachen,
dass diese wesentliche Identität des Opfers und seiner Gnadenfrüchte eine Frage des Ritus wäre. „Treu
der Überlieferung erklärt das Heilige Konzil schließlich, daß die heilige Mutter Kirche allen rechtlich
anerkannten Riten gleiches Recht und gleiche Ehre zuerkennt. Es ist ihr Wille, daß diese Riten in Zukunft
erhalten und in jeder Weise gefördert werden, und es ist ihr Wunsch, daß sie, soweit es not tut, in
ihrem ganzen Umfang gemäß dem Geist gesunder Überlieferung überprüft und im Hinblick auf die Verhältnisse
und Notwendigkeiten der Gegenwart mit neuer Kraft ausgestattet werden.“ (2. Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution
„Sacrosanctum Concilium“, Nr. 4)
Catholicus: das Uebermass von Gnaden dass aus dem NOM ein Uebermass an Gnaden fliesst ist ein Produkt
iIhrer Phantasie und ich möchte Ihnen dringend ratend das Buch Professor May „die alte und die neue Messe“
einmal eingehend zu studieren, um endlich wieder auf den Boden der Wirklichkeit zu zurückzukehren. Montini
war von der Wahnvorstellung besessen, dass die Messe ein gemeinschaftliches Ereignis sei. Er hatte es
bereits in seiner Fastenpredigt aus dem Jahre 1958 verkündet und damit den Unwillen des damals regierenden
Papstes Pius XII hervorgerufen. Sie können es bei Wiegand Siebel: Katholisch oder konziliar nachlesen
@Bernardo Danke vielmals für Ihre klaren Darlegungen! Die Kontroverse, will sie denn eine kirchliche
sein, kann also nicht darüber geführt werden, dass der sog. „Neue Ritus“ der Messe etwa ungültig, sündhaft
und glaubensgefährdend sei, wie einige hier behauptet haben, sondern nur darüber, ob jedes seiner Elemente
bzw. auch seine Gesamtgestalt – vor allem im Hinblick auf die konkrete liturigische Praxis – geeignet
ist, den katholischen Glauben auf bestmögliche Weise auszudrücken. Ich würde sagen: Insgesamt drückt
die Messe Pauls VI. tatsächlich den katholischen Glauben in seiner Integrität aus und führt – wenn
sie in voller Einheit mit der Kirche und gemäß den liturgischen Vorschriften gefeiert wird – sowohl
den Priester als auch die mitfeiernden Gläubige durch ein Übermaß an Gnaden, welche aus der Identität
des Messopfers mit dem Kreuzesopfer herkommen, hin zu Gott!
@ Mazzella Die Konklusion Ihres Beitrages kann nur lauten: Man kann bei keinem Papst sicher sein, ob er
wirklich Papst ist. Damit hätten Sie möglicherweise sogar recht – falls es von Relevanz wäre, ob ein
„Papst“ vom französischen König abhängig wäre oder nicht. Dieses Kriterium ist aber völlig unbekannt.
Bernardo: sie hätten recht wenn… sie hätten recht, wenn man die Gewissheit hätte, dass die Nachfolger
Pius XII die wahren Stellvertreter Christi gewesen sind. Von Johannes XXIII und Paul VI weiss ich es nicht,
bin mir jedoch dessen gewiss, dass sie Päpste von Frankreichs Gnaden gewesen sind. Das sage nicht ich,
sondern Pater de la Margerie, dessen Vater beim Tode Pius XII der Botschafter Frankreichs beim heiligen
Stuhl war. Das ist allerdings kein Ruhmesblatt und man muss kein Demokrat sein, um einszusehen, dass seit
Philipp dem Schönen die französischen Könige nur so lange katholisch waren, als die Interessen ihres
Königreichs davon nicht betroffen waren. Die babylonische Gefangenschaft der Päpste in Avignon und das
Schisma im vierzehnten Jahrhundert geht auf die französischen Könige zurück. Franz I verbündete sich
mit den Türken und Kardinal Richelieu, ein Schandfleck für das katholische Frankreich, unterstützte
im dreissigjährigen Krieg die Protestanten und verhinderte damit die Rekatholisierung Frankreichs. Von
Napoleon wollen wir lieber schweigen.
Stufengebet und anderes Das Stufengebet kommt historisch aus der privaten Vorbereitung des Priesters (und
der ministri) auf die Messfeier. Damit ist es keinesfalls ein notwendiger, aber zweifellos ein höchst
angemessener Bestandteil dieser Feier. Das Gebet hat sich nicht ohne Grund aus der Abgeschiedenheit der
Sakristei dorthin entwickelt, wovon darin die Rede ist: An die Stufen des Altars. Es gehört zu den Schwächen
der Liturgiereform Pauls VI., daß sie für gewachsene Zeichen und Symbole wenig Sinn zeigte, und alles
„durchrationalisieren“ wollte. @Tridentinus: Ihre sehr restriktive Deutung der Handlungsspielräume des
Papstes ist nicht nachvollziehbar. Der Papst ist gebunden an die verkündigte Lehre der Kirche in Sachen
des Glaubens und der Sitte. In allem anderen ist er der Gesetzgeber und heilt, soweit ich weiß, durch
sein bloßes Handeln jeden Formfehler. Damit ist aber nicht gesagt, daß das Recht setzende Handeln des
Papstes in jedem Fall zweckmäßig ist, und es ist auch nicht verboten, dieses Handeln daraufhin zu befragen,
ob es wirklich den Glauben in der besten geeigneten Form zum Ausdruck bringt. Aber die Antwort auf diese
Frage kann dann nicht in kleinen Zirkeln gegeben werden, sondern muß den synchronischen und diachronischen
„sensus fidelium“ berücksichtigen. Im übrigen gilt, daß der Papst niemandes Urteil untersteht.
@ Mazzella ich bin kein Historiker der Liturgie und demnach gehe ich davon aus, dass Ihre Behauptung stimmt.
Falls Sie über eine alte Ausgabe des Schott verfügen, können Sie meine Aussage dort verifizieren. Das
Stufengebet trägt dazu bei, die heiligen Messe zu einem organischen Ganzen zu gestalten. Montini dagegen
wollte die heilige Messe in ein „happening“ verwandeln, wo er selbst den „Showmaster“ spielen konnte.
Selbst wenn das so wäre, könnte dies nicht am Stufengebet festgemacht werden. Andernfalls wäre die
heilige Messe 1200 Jahre keine organische Einheit gewesen.
Benedikt ich bin kein Historiker der Liturgie und demnach gehe ich davon aus, dass Ihre Behauptung stimmt.
Das Stufengebet trägt dazu bei, die heiligen Messe zu einem organischen Ganzen zu gestalten. Montini
dagegen wollte die heilige Messe in ein „happening“ verwandeln, wo er selbst den „Showmaster“ spielen
konnte.
@ Mazzella Der NOM weist viele Unzulänglichkeiten auf (kein Stufengebet und damit keine richtige Vorbereitung
auf die bevorstehende heilige Handlung). Das Stufengebet gab es noch zu Zeiten Innozenz III. nicht. Daraus
Unzulänglichkeiten abzuleiten ist daher völlig absurd. Die rechte Vorbereitung ist dem Priester überlassen,
der diese in der Sakristei vollziehen kann, wie das auch früher (und trotz der Verlagerung einiger Gebete
an die Stufen) immer gewesen ist.
@Catholicus, Bernado Catholicus: Der Kanon von dem wir reden, behandelt drei voneinander abgegrenzte Tatbestände:
1. Völlige Verachtung jeder Art von vorgegebener Liturgie, 2. eigenmächtige Änderungen durch Liturgen
(= ministri) (concedo: teilweise Parallele in SC 22,1), 3. die Behauptung, per quemcumque ecclesiarum
pastorem könnten neue und andere Riten eingeführt werden. Per quemcumque heisst nicht „durch jeden beliebigen“,
sondern „durch welchen auch immer“ ohne Ausnahmen, gemäss der eindeutigen Wortbedeutung im Lateinischen.
Bernado: Ihr Einwand ist berechtigt, aber er entfällt, wenn man weiss, dass Trient einen sehr entscheidenden
Unterschied zwischen caeremoniae und ritus strikt einhält. In DH 1613 ist nur die Rede von Ritus recepti
et approbati bzw. novi et alii! Die ersteren kann auch der Papst nicht ändern oder aufheben, die letzteren
nicht schaffen und einführen. DH 1728 wird hier gern als Gegeninszanz bemüht. Entschieden zu unrecht:
Dort ist weder um ritus noch um caeremoniae sacramentorum, sondern um deren dispensatio, konkret um die
Berechtigung der Praxis, die hl. Kommunion unter nur unter der Gestalt zu spenden bzw. zu empfangen, wohingegen
die Calixtiner behauptet hatten, die Kommunion unter beiderlei Gestalt sei Kraft göttlichen Rechts zum
Heile notwendig. Ich bezichtige Paul VI. nicht der Irrlehre, bestreite aber die Rechtskraft seiner ‘Reform’.
natürlich ist der NOM schlecht Nach der klassischen Ontologie unterscheidet man zwischen Unzulänglichkeit
(malum=Uebel), Verfehlung (peccatum) und Böswilligkeit (gewollte Verfehlung). Der NOM weist viele Unzulänglichkeiten
auf (kein Stufengebet und damit keine richtige Vorbereitung auf die bevorstehende heilige Handlung) Opferung
wird weggelassen und vertritt in der deutschen Fassung die Allerlösungslehre. Er ist deshalb ist er schlecht
und steht in keinem Vergleich mit der vorkonziliaren Messe auch wenn Gotthard anderer Meinung ist, was
kaum ins Gewicht fallen dürfte
Wider VII Zwar glaube ich daran, daß NO- Messen grundsätzlich gültig sind. Ich denke auch nicht, daß
es grundsätzlich Sünde ist, eine NO- Messe zu besuchen. Ich gehe selber, wenn keine Möglichkeit besteht,
eine tirdentinische Messe mitzufeiern, auch in diese. Auch wenn ordnungsgem. gefeierte NO- Messen keine
Häresien enthalten, so sind diese doch an die heilsunwirksame Irrlehre des Protesantismus angepaßt worden.
Von daher ist der NOM ein Rückschritt und ein Übel und die damit verbundenen Folgen wie Glaubensverlust
und Rückgang des Meßbesuches keine Überraschung. Aus o.g. Grund wird Hl. Geist, der den kath. Glauben
lehrt, die kath. Kirche zur alten Messe zurückführen.
Bernardo, Benedikt Ihren zum Teil sehr umfangreichen Ausführungen stimme ich vollumfänglich zu! Tatsächlich
kann ein Papst seine Nachfolger nur in Sachen Glaubens- und Sittenlehre binden. In allen anderen Dingen
können die Päpste frei von Vorgaben ihrer Vorgänger entscheiden, wie wir bereits 1960 im Religionsunterricht
gelernt haben. Ein Papst kann ja nicht einmal seinen Nachfolger bestimmen!
@ Artois Wenn Sie das sagen, dann schließe ich mich natürlich dieser Position gerne an. Na wunderbar!
Allerdings war es gar nicht meine Absicht, das Autoritätsargument für mich zu beanspruchen… – sondern
auf meine paar Beiträge im Diskussionsstrang zu „Solange Rom auf seiner Haltung verharrt, ist kein Übereinkommen
möglich“ aufmerksam zu machen.
@Tridentinus Ja, der lateinische Text von can. 13 des Konzils von Trient über die Sakramente ist maßgeblich
(DH 1613), und da wird exakt unter Androhung des Anathems ausgeschlossen, wer behauptet: „receptos et
approbatos Ecclesiae catholicae ritus in sollemni sacramentorum administratione adhiberi consuetos aut
contemni, aut sine peccato a ministris pro libito omitti, aut in novos alios per quemcumque ecclesiarum
pastorem mutari posse“. Nun aber ist hier die willkürliche Abänderung eines Ritus durch einen Spender
gemeint, die auch vom 2. Vatikanischen Konzils ausgeschlossen wird. So heißt es in „Sacrosanctum Concilium“,
Nr. 22: „§ 1. Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese
Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof. § 2. Auch den rechtmäßig
konstituierten, für bestimmte Gebiete zuständigen Bischofsvereinigungen verschiedener Art steht es auf
Grund einer vom Recht gewährten Vollmacht zu, innerhalb festgelegter Grenzen die Liturgie zu ordnen.
§ 3. Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der
Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.“ – Exakt der letzte Absatz trifft den Sinn des Canons
von Trient; sonst hätten auch alle jene Päpste seither dagegen verstoßen, die Ergänzungen und Modifikationen
vorgenommen haben, was Sie wohl kaum zu behaupten wagen. Die Liturgie ist immer etwas auch geschichtlich
Gewordenes; sie entspricht dem „depositum fidei“.
@tridentinus Sie schrieben: „Pastores sind keine Privatpersonen, und der Papst ist der höchste der Hirten
der Kirche, aber einer von ihnen!“. Ich bin sicher, daß jemand, der mehr Zeit hat als ich heute, Ihnen
aus dem Begriffes vom Papstamt, wie er in Trient beschrieben wurde, nachweisen kann, daß Sie genau hier
im Irrtum sind: Der Papst ist nach trient nicht „irgendeiner der Hirten“, sondern derjenige, der über
allen steht. Außerdem ist es der traditionellen Auffassung vom päpstlichen Amt m.W. durchaus fremd,
einem Papst eine Bindungsvollmacht gegenüber seinen Nachfolgern zuzusprechen in Dingen, die nicht den
Inhalt der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche betreffen. Der NO verstößt nicht gegen die unveränderliche
Lehre der Kirche (zumindest nicht in der lateinischen Fassung), aber er bringt sie in mehrerlei Hinsicht
auch nicht in der Deutlichkeit zum Ausdruck, die nach Ihrer (und wohl auch meiner) Meinung angebracht
wäre. Über diesen Meinungsunterschied wäre zu diskutieren, aber nicht über eine angebliche Häresie
Paul VI.
@Catholicus Lesen Sie das lateinische Original von DH 1613: da ist die Rede von ritus recepti et approbati
(in dieser Reihenfolge!), denen ritus novi et alii gegenüberstehen. Letztere können durch keinen Hirten
der Kirchen „per quemcumque ecclesiarum pastorem“ gegen die ersteren gesetzt werden. Pastores sind keine
Privatpersonen, und der Papst ist der höchste der Hirten der Kirche, aber einer von ihnen! Könnte der
Papst Ihrer Meinung nach auch neue Bücher oder Briefe in die heilige Schrift eingliedern?
@Tridentinus Was den Umfang der päpstlichen Unfehlbarkeit betrifft, so sollten Sie meine Stellungnahmen
zuerst genau lesen, bevor Sie mir eine „naive“ Auffassung davon unterstellen. Ich orientiere mich voll
und ganz an dem, was die Kirche selber darüber sagt – und da gibt es nun sowohl das außerordentliche
als auch (unter bestimmten Bedingungen) das ordentliche Lehramt, das die Lehre Christi in unfehlbarer
Weise verkünden kann! Der von Ihnen angeführte Canon des Konzils von Trient, mit dem Sie die Rechtmäßigkeit
eines Papstes, liturgische Normen zu erlassen bzw. auch Reformen durchzuführen, in Frage stellen wollten,
lautet (DH 1613): „Wer sagt, die überkommenen und anerkannten Riten der katholischen Kirche, die bei
der feierlichen Spendung der Sakramente gewöhnlich angewendet werden, könnten entweder verachtet oder
ohne Sünde von den Spendern nach Belieben ausgelassen oder durch jeden beliebigen Hirten der Kirchen
in neue, andere geändert werden: der sei mit dem Anathema belegt.“ Damit schließt die Kirche jede willkürliche
Änderung der Liturgie durch eine Privatperson aus, nicht jedoch durch denjenigen Hirten, der gemäß
der Definition des 1. Vatikanums über die höchste, volle und unmittelbare Jurisdiktion über die ganze
Kirche verfügt! Wäre es anders, so hätte kein früherer Papst nach dem Konzil von Trient irgendeine
liturgische Änderung verfügen dürfen, was absurd ist.
@Catholicus Irgendwie haben Sie recht: Ihre naiv überspitzte Vorstellung von der Unfehlbarkeit, die der
Papst nur besitzt, wenn er über eine Wahrheit, die den Glauben oder die Sitten betrifft, kraft seiner
höchsten Apostolischen Autorität endgültig zu entscheiden beabsichtigt, führt konsequent denkende
Menschenzur Position des Sedisvakantismus. Das Problem ist nur, dass eine solch naive Sicht von Pius IX.
nicht dogmatisiert wurde! Das II. Vaticanum hat nichts dogmatisiert; es wollte ja ohne Canones auskommen.
Seine „dogmatischen Konstitutionen“ sind nur thematisch dogmatisch, d.h. ihre Gegenstände werden in der
thelogischen Teildisziplin abgehandelt, die wir Dogmatik nennen.
@mariokin Die Unfehlbarkeit der Kirche in Fragen des Glaubens und der Sitten äußert sich nicht nur auf
außerordentliche Weise (in ausdrücklichen Definitionen eines Konzils bzw. des Papstes ex cathedra),
sondern für gewöhnlich in der Weise des ordentlichen Lehramtes: „Die einzelnen Bischöfe besitzen zwar
nicht den Vorzug der Unfehlbarkeit; wenn sie aber, in der Welt räumlich getrennt, jedoch in Wahrung des
Gemeinschaftsbandes untereinander und mit dem Nachfolger Petri, authentisch in Glaubens- und Sittensachen
lehren und eine bestimmte Lehre übereinstimmend als endgültig verpflichtend vortragen, so verkündigen
sie auf unfehlbare Weise die Lehre Christi.“ (2. Vatikanisches Konzil, Lumen gentium, 25) Die Unfehlbarkeit
der Kirche ist – wie die Tradition der Kirche bestätigt – verbunden mit der gültigen Spendung der Sakramente:
Wenn es möglich wäre, dass ein Sakrament, dessen „ritus celebrandi“ der Papst anerkannt hat, ungültig
sein könnte, dessen Spendeworte nicht rechtgläubig wären und dass es die Gnade Christi nicht vermitteln
würde, dann wäre die Kirche nicht die heilige Kirche, und die Pforten der Hölle hätten sie längst
überwunden.
@Catholicus Was ich geschrieben habe, hebt nicht im geringsten die Gemeinschaft mit dem römischen Papst
auf. Bei DH 1613 aber handelt es sich um einen dogmatischen Kanon des Konzils von Trient, wenn Sie behaupten,
der Papst oder ein anderer Hirt der Kirche o^/ könne neue und andere Riten einführen, sind Sie es, der
Sie Vom Kirchenbann getroffen werden , Acatholicus !
Aufruf zur Kirchlichkeit Catholicus schrieb: „so ist doch jede von der Kirche approbierte Form der Messfeier
ist gültig, rechtgläubig und gnadenvermittelnd, und das nicht weniger als andere von der Kirche anerkannte
Liturgieformen!“ Das ist wohl nicht prinzipiell falsch, aber doch lebensfremd und abstrakt. In der Praxis
hat sich gezeigt, daß der NO in seinem ganzen Umfeld nicht wirklich gut geeignet ist, sowohl beim Priester
als auch bei den mitfeiernden Gläubigen die Disposition dafür hervorzubringen, den rechten Glauben zu
stärken und Anteil an den Gnaden zu erlangen. Man muß zugeben, daß die „tridentinische Praxis“ im 19.
und frühen 20. Jh. ebenfalls Schwächen in dieser Hinsicht aufwies, aber alles deutet darauf hin, daß
die Schwächen mit dem NO nicht veringert wurden, sondern sich gerade erst recht massenhaft und in der
Breite entfalteten. Eine Ursache dafür ist sicher, daß der Rat für Liturgiereform sich weit von den
Vorgaben des Konzils und auch des Papstes entfernt hat. Tatsächlich dachten die meisten Liturgiker, mit
dem Missale von 1965 sei der Auftrag von Sacrosanctum Consilium erfüllt, und sie zeigten sich sehr überrascht
über die „Revolution“ von 1969. Dazu kommt, daß die Praxis in vielfach sehr bald auch noch erheblich
über die Bestimmungen von 69 hinausgetrieben wurde – alles, was an protestantismus-annähernden Neuerungen
erlaubt worden war, wurde als einzig zulässig dargestellt und durchgesetzt. Vieles, was heute praktiziert
wird, wurde nie promulgiert, bestenfalls gedulded.
@catholikus Wir drehen uns im Kreis Catholicus. Tridentinus versucht wie ich nur zu sagen, dass nicht
jede Entscheidung des Papstes automatisch unfehlbar ist. Dem Papst als dem Nachfolger Petri ist nach den
Worten des I. Vatikanischen Konzils der Heilige Geist nicht dazu verheißen, etwa Neues zu verkünden,
sondern dazu, „mit Seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung, d.h. das überlieferte
Glaubensgut heilig zu bewahren und getreulich auszulegen“. Die Approbation eines Meßritus fällt nicht
unter das außerordentliche Lehramt der Kirche, für welches selbstverständlich unter dem Beistand des
hl. Geistes gilt, das hier unfehlbar eine Glaubens- oder Sittenlehre vom Papst bekräftigt und dogmatisiert
wird. Sie kann sehr wohl und war bei Papst Paul VI: sogar willentlich fehlgeleitet sein. Denn berühmte
Beobachter, Kritiker, wie Beführworter sind sich darin einig, das Papst Paul VI. „alles getan hat, um
den Meßritus über das Konzil von Trient hinweg dem Protestantischen Abendmahl anzunähern“ und das es
nicht in seiner Absicht lag „den Gläubigen ein besseres Verständnis der hl. Messe zu ermöglichen“.
„Ich glaube nicht, dass ich mich irre“, so Bugnini, „wenn ich sage das Paul VI. eine ökumenische Absicht
hat.“ Diese Aussagen stammen von seinem engsten Vertrauten Kardinal Bugnini selbst, der für die neue
Messe mit hauptverantwortlich ist. Noch einmal: Ich stehe zu unserem hl. Vater. Er ist der Nachfolger
Petri. Der NOM kann gültig sein. Deshalb ist er noch lange nicht katholisch
@Tridentinus Wie auch immer Sie es auch drehen und wenden wollen: Ohne die Gemeinschaft mit dem römischen
Papst kann man nicht katholisch sein. Wenn der Papst einen liturgischen Ritus approbiert, so ist dies –
wenn man an den wirksamen Beistand des Heiligen Geistes glaubt, der die Kirche in der Wahrheit und Heiligkeit
erhält – ein sicheres Zeichen dafür, dass jener Ritus gültig, rechtgläubig und gnadenvermittelnd ist.
Wer dies nicht anerkennt, steht nicht in voller Gemeinschaft mit dem Papst als Stellvertreter Jesu Christi
auf Erden!
@Catholicus Sie sind ein Rechtspositivist! In der weltlichen Geschichte mussten wir bitter erfahren, wie
gefährlich das ist. Die liturgische Gesetzgebung ist nicht unfehlbar. Aber auch nicht jede Kompetenzüberschreitung
führt gleich zum Amtsverlust. Der Papst ist nicht die Tradition, wie Pius IX. gegenüber Kardinal Guidi
OP meinte. Und Pius XII. hat die Kompetenzüberschätzung Pauls VI. vorbereitet, weil er ihr teilweise
selbst unterlag. Lex orandi-lex credendi ist eine eindeutige Zuordnung keine wechselseitige Beziehung.
Neue und andere Riten können durch keinen einzigen der Hirten der Kirche (den Papst eingeschlossen) eingeführt
werden (vgl. DH 1613), die überlieferten Riten der Kirche wurden zuerst empfangen und dann approbiert.
Warum sonst schrieb der jetzige Papst wohl sonst über die „definitive Gestalt“ der Riten?
@mariokin Es geht wesentlich um die Heiligkeit der Kirche. Es ist unmöglich, dass die unverlierbar heilige
Kirche durch ihre rechtmäßig von Christus eingesetzte Autorität (Papst) einen Ritus des Messopfers
approbiert, der nicht gültig, nicht rechtgläubig und nicht gnadenvermittelnd ist! – Wollte man anders
urteilen, so macht man sich zum Richter in eigener Sache, gibt den päpstlichen Primat auf und landet
schließlich konsequenterweise beim Sedisvakantismus.
@ mariokin In der Tat ist es so, dass wir als traditionsverbunden fühlende Katholiken dies für die Ursache
der Kirchenkrise und des Glaubensverlustes ansehen. Damit hat man sich einen exzellenten Tunnelblick zugelegt.
Denn man blendet alle anderen möglichen Ursachen für die Krise aus und kann so keine Objektivität mehr
für sich in Anspruch nehmen. Kirchenkrisen hat es auch schon gegeben, als der alte Ritus noch allgemeinverbindlich
gewesen ist. Vielleicht betrachten Sie auch einmal die Mangelhafte Umsetzung des Konzils (welche auch
von der FSSPX bemängelt wird), gesellschaftliche Umwälzungen und vor allem die Vorgeschichte des Konzils.
Denn die Behauptung, in der Kirche sei zuvor alles in bester Ordnung gewesen kann nur als grotesk abgetan
werden. Nach meiner Erinnerung waren Sie es, der erklärt hat, dass nach dem Konzil die Häretiker hervorgekommen
sind – nun, diese Häretiker muss es also zuvor schon in der Kirche gegeben haben. Überhaupt ist doch
sehr zweifelhaft, wie rechtgläubig die Kirchgänger und der Klerus vor dem Konzil war. Man lese nur den
Aufsatz von Pfr. Overath in Sinfonia Sacra. Eine gläzende Fassade, aber was war dahinter? Warum haben
denn die Päpste von Pius X. bis Pius XII. so dringenden Reformbedarf gesehen? Aus reinem Vergnügen oder
wie? Ich glaube eher, dass diese Päpste die Krise längst erkannt haben. Wenn überhaupt hat also das
II. Vatikanum nur offengelegt, wie es in der Kirche wirklich aussieht. Das war absolut nötig, um den
Problemen entgegenzu treten.
@Catholicus Ich sehe, Sie bemühen sich, einmal als Grundargument stehen zu lassen, was gegen den NOM
spricht. Gut. Auf dieser Basis kann eine Argumentation stattfinden. In der Tat ist es so, dass wir als
traditionsverbunden fühlende Katholiken dies für die Ursache der Kirchenkrise und des Glaubensverlustes
ansehen. Nun, wenn Sie von dieser unserer Sicht versuchen auszugehen, dann sieht der nächste logische
Schluss so aus, das etwas, was bewußt zum Wegführen vom Katholischen Glauben konstruiert wurde, Gott
nicht wohlgefällig sein kann. Denn es gefährdet ja, was Gott zum Heil der Seelen selbst eingesetzt hat.
Ein Irrtum wird nicht dadurch aufgehoben, wenn man ihn sanktioniert. Oder um mit einem ganz banalen Vergleich
zu antworten. Sie kaufen ein Videogerät. Wie Sie heim kommen bemerken Sie, dass es nicht richtig funktioniert.
Sie können es einschalten und bedienen, aber die wichtigste Funktion überhaupt, dass sie z.B. einen
Film aufnehmen können, die geht nicht. Es nützt Ihnen nichts, dass der Händler dafür die Hand ins
Feuer gelegt hat, dass der Artikel gut ist und Ihnen sogar eine Garantie gegeben hat. Sie werden es umtauschen
müssen. Ebenso wird im kirchl. Bereich nicht einfach automatisch etwas gut, das der richtige Mann mit
der richtigen Befugnis sein ok gegeben hat. Denn Papst Paul VI. hätte in seiner Position die überlieferte
Lehre über die hl. Messe schützen müssen, gegen den Angriff von außen. Bugnini war Freimaurer und
wurde entlassen. Aber Paul VI. tat gegen das Übel nichts mehr
@ Artois Bezüglich der NOM-Messe ist zu sagen, daß sie „gültig“ sein mag, jedoch keinesfalls verpflichtend
ist. Im Gegenteil, es ist zu fragen, ob der Besuch der NOM-Messe nicht vielleicht das Sonntagsgebot verletzt …
Wenn gültig – und das ist der Fall – , dann ist der Besuch der Sonntagsmesse, ob nach würdig zelebriertem
Alten oder Neuen Ordo, verpflichtend. Wer da lieber nicht zur Messe geht statt zum sog. „NOM“, hat seine
Sonntagspflicht vorsätzlich verletzt. Weil ich es an anderer Stelle schon mehrfach ausgeführt habe,
beschränke ich mich hier nur auf folgende Aussage: Die Übersetzung des „pro multis“ mit „für alle“
verungültigt nicht die Wandlung. Also auch von hier aus keine „Dispens“. Auf das unterirdisch schlimme
Geschwafel von Herrn/Frau Stadler gehe ich besser nicht ein.
Aufruf zur Kirchlichkeit Gehen wir von einem „worst case“-Szenario aus: Die Liturgiereform des römischen
Ritus sei maßgeblich von Freimaurern und „Modernisten“ beeinflusst worden, die damit ihre eigenen Ziele
durchzusetzen versuchten; sogar Papst Paul VI. habe aktiv an der „Glaubenszerstörung“ durch den „Neuen
Ritus“ mitgewirkt etc.etc. Was folgt daraus? Nicht unbedingt das, was die Vertreter sog. Traditionalisten
meinen, also nicht einfach das Recht zur Ablehnung dieses Ritus der heiligen Messe. Denn gemäß katholischem
Glaubensverständnis hat auch diesen Ritus die Kirche vorgelegt und nicht irgendeine Privatperson oder
Gruppe (Paul VI. war gültiger Papst und handelte bei der Approbation des „Novus Ordo Missae“ im Rahmen
seiner Kompetenz). Von daher muss man als gläubiger Katholik sagen: Selbst wenn Freimaurer und „Modernisten“
am „Neuen Messritus“ mitgearbeitet haben etc.etc., so ist doch jede von der Kirche approbierte Form der
Messfeier ist gültig, rechtgläubig und gnadenvermittelnd, und das nicht weniger als andere von der Kirche
anerkannte Liturgieformen!
Kein Gütesiegel für NOM Die Liturgie in der heutigen Form fromm zu feiern ist jedem möglich, der das
will. Im Hamburger Raum gibt es einige wenige ev.-luth. „Exoten“, die feiern ihre „evangelische Messe“
(Frau Jepsen wohl zum Ärgernis) nicht nur fromm und feierlich, sondern auch mit einem hohen liturgischen
Anspruch. Vor wenigen Wochen erlebte ich in der anglikanischen Christ-Church in Dublin einen Gottesdienst –
frommer und würdiger geht es kaum. Und mit Blick auf die Institutio generalis (Einführung in das römische
Meßbuch) war alles perfekt, obgleich die Anglikaner über ihre eigene Agende verfügen. Selbst beim Hamburger
Erzbischof habe ich keine würdigere gefeierte Messe erlebt. Eher leider das Gegenteil! Aber was sagt
das schon aus, wenn hinter diesen drei Beispielen eine zweifellos unterschiedliche Meßtheologie steht.
Der Inhalt macht es, und nicht die fromme Form. Ist es da nicht beim bei NOM und alter Liturgie möglicherweise
-oder sogar erst recht- auch eine Frage der Meßtheologie, um die es geht?
Erinnerung Aber nicht nur die Vergangenheit wird Gegenwart, sondern auch die Zukunft! Denn unsere irdische
Liturgie ist auch Vergegenwärtigung der himmlischen Liturgie, die uns nach unserer Vollendung erwartet.
JA… einzig die jüdische Interpretation von Vergegenwärtigung ist maßgeblich…
Mariokis, Karim Zwar soll durch die Messe das Gedächtnis an den Kreuzestod unseres Herrn aufrecht erhalten
werden. Trotzdem ist die hl. Messe keine Erinnerung, keine Erneuerung, sondern eine Vergegenwärtigung
des Geschehens im Abendmahlssaal! Es gibt überhaupt nur eine einzige hl. Messe, und diese wurde am Abend
vor Seinem Leiden gefeiert. In allen anderen hl. Messen wird dieses Geschehen Gegenwart, d. h. alle hl.
Messen sind letzlich nur eine Messe, nämlich Vergegenwärtigung des damaligen Geschehens. Wesen des christlichen
Gedächtnisses ist ja gerade, daß man sich nicht in die Vergangenheit versetzt, sondern die Vergangenheit
in die Gegenwart holt, das Vergangene also Gegenwart wird! Aber nicht nur die Vergangenheit wird Gegenwart,
sondern auch die Zukunft! Denn unsere irdische Liturgie ist auch Vergegenwärtigung der himmlischen Liturgie,
die uns nach unserer Vollendung erwartet.
Thesen die FSSPX der Ansicht ist, dass die Messe im neuen Ritus der Frömmigkeit und dem Glauben der Menschen
abträglich sei. …und den Finanzen dieser Sekte. Daher halten wir sie mit solchen angstmachenden Thesen…
Empfehlung der FSSPX zur Sonntagsmesse Soweit ich die Haltung der FSSPX zur neuen Messe kenne, erkennt
sie diese durchaus als gültig an. Die neue Messe hätte zwar massive Defizite, sei aber, falls vom Priester
im guten Willen zelebriert, ein gültiges Messopfer. Der Vorwurf, der hier aufgetaucht ist, dass die FSSPX
die Verletzung der Sonntagspflicht „empfehle“ ist so zu verstehen, dass die FSSPX der Ansicht ist, dass
die Messe im neuen Ritus der Frömmigkeit und dem Glauben der Menschen abträglich sei. Und da hat die
FSSPX ja wohl uneingeschränkt recht! Ich persönlich gehe auch in eine NOM-Messe, wenn ich keine andere
Möglichkeit habe. Aber ich muss sagen, dass ich mich noch jedesmal nicht ohne viel Ärger darin befunden
habe. Ein schreckliches Übel!!! Insoferne ist die Empfehlung der FSSPX nicht als ganz unvernünftig von
der Hand zu weisen.
@ Murx Die Krise der Kirche endet dem zufolge mit dem dritten Weltkrieg und den „drei dunkelen Tagen“.
Drei Tage? Erinnert mich irgendwie an die (imaginäre) deutsche Endsiegplanung^^
P.S.: Catharina: Pius X. hatte, als er noch Bischof in Mantua war, Ärger mit manchen Domherren (die auf
Pfründen saßen, die sich seiner Regulierung entzogen), welche die Alte Messe in 7 min. zu lesen pflegten.
Wahrscheinlich kam ihm da der Leitgedanke von der actuoasa participatio; denn die Messe ist nicht zur
Heiligung des Zelebranten gestiftet.
Thaddäus über Paul VI. Das Zitat stammt vom 29. Juni 1972. Es existiert nur ein Bericht des damaligen
Erzbischofs Casaroli über die Ansprache des Papstes. Demnach meinte Paul VI., er habe den Eindruck, durch
„irgendeine Ritze“ sei der Rauch Satans in den Tempel Gottes eingedrungen. Das wird seitens der Extremen
Rechten gern und häufig zitiert. Nach Auffassungen des Papstforscher Ph. Villain meinte Paul VI. damit
allerdings Lefebvre! Das ist auch plausibel. Denn den modernen Unglauben kannte Montini aus dem 1. Weltkrieg,
der Zwischenkriegszeit, dem 2. Weltkrieg und insbesondere aus der Mailänder Zeit 1955-1963. Das war keine
Überraschung. Die aberwitzige Innovation ist und bleibt nunmal der Protest gegen den Papst im Namen des
Papsttums. Aber auch dafür gab es ja schon Vorbilder bei der action francaise, deren Dialektik Pius X.
und Pius XI. nicht billigten.
Trient Herr Hönisch zeigt in seinem Artikel seine antikatholische Einstellung. Wer den NOM für gültig
erklärt stellt sich entgegen der Lehre des Konzils von Trient. Der NOM ist die Luthermesse, ein satanisches
Werk. Wer Satan dient kann kein Katholik sein. Herr Hönisch hat noch vergessen zu erklären warum seine
Simulanten die Berechtigung haben sollen eine gültige Messe zu zelebrieren. In seinen Aussagen unterscheidet
er sich nicht von Herrn Adler. Beide gehen den Weg des Verderbens, Sie belügen Ihre Leser, damit sind
Sie auf die gleiche Stufe wie die Häretiker von V2 zu stellen. Luther freut sich auf euer kommen. In
Christo, RBS
Wasser? Er wolle auf dem sturmgepeitschten Schifflein Petri bleiben, auch wenn das Wasser eingedrungen
sei. Papst Paul VI.hat es, vor Jahrzehnten schon, präziser ausgesprochen: „Der Rauch Satans ist in die
Kirche eingedrungen.“
Wie bitte, Kathrinchen? Dem glaubenstreuen Katholiken soll durch die Liturgie der Kirche ein Stich ins
Herz versetzt werden? Wie ist das möglich? Die Liturgie der Kirche ist also „fromme Ohren verletztend“?
Ganz unabhängig von der rein sakramentalen Gültigkeit kann ein Ritus der Kirche niemals irgendeine Zensur
verdienen, noch nicht einmal „fromme Ohren verletzend“, von „verwegen“ und „nach Häresie schmeckend“
ganz zu schweigen. Alles, aber auch wirklich alles an der Liturgie der Kirche atmet Heiligkeit. Wenn dem
nicht mehr so sein sollte, kann es sich nicht um Riten der katholischen Kirche handeln.
@Karmin Ich kenne diese Definition auch. Aber zuerst einmal, leider kann man aufgrund der Kürze der zu
erstellenden Zeilen nicht ausführlichst antworten. Ich stütze die Aussage des Triedentinums voll und
ganz. Aber: Unter dem heutigen Vergegenwärtigungsbegriff durch Erinnern in der modernen Theologie, die
das Geschehen der Eucharistie auf eine bloße Transsignifikale Sicht reduziert ist vom eigentlichen Opferbegriff,
so wie Sie ihn zurecht zitiert haben praktisch nicht mehr viel übriggeblieben. Und das ist zumindest
in der Praxis eine Unterdrückung des eigentlichen Opfercharakters der Messe, die von den allermeisten
Klerikern heute sowieso nurmehr als Gemeinschaftsmahl verstanden wird. Ein Zeichen, dass man in der Theologenausbildung,
und in der befinde ich mich derzeit auch, von der eigentlichen Lehre abgerückt ist.
Pater Hönisch hat wieder einmal seine Unabhängigkeit gegenüber ideologischem Cliquendenken und seine
tatsächlich religiös-kirchliche Einstellung erwiesen. Er macht aus dem überlieferten Missale nicht
eine Fahne, die hochzuhalten ist, auf daß die Reihen hinter ihr fest geschlossen seien. Vielmehr geht
es Pater Hönisch zunächst um Jesus Christus und um Sein Opfer, dargebracht durch einen von der rechtmäßigen
Autorität der Kirche dazu geweihten und beauftragten Priester. Der erfahrene Seelsorger Pater Hönisch
weiß offensichtlich, daß ein lebendiger katholischer Glaube durch die Teilnahme an dem (gewiß in vieler
Hinsicht defizitären) Neuen Ritus nicht zerstört wird. Und so hält er mit Recht am kirchlichen Gebot
fest. Die Kompetenz, davon zu dispensieren, liegt ja übrigens auch nicht bei irgendwelchen religiösen
Gemeinschaften, sondern bei der zuständigen Hierarchie, nicht wahr? Der glaubenstreue und Jesus liebende
Katholik wird ohne Zweifel in den durchschnittlichen Heiligen Messen nach dem Missale Pauls VI. manchen
Stich ins Herz erhalten. Aber er wird sich dort vielleicht besonders bemühen, Seinem Erlöser aus vollem
Herzen die Ehre zu geben – und wird nachher die traditionelle Meßliturgie in ihrer Glaubensklarheit und
Ehrfurchnoch mehr schätzen. Übrigens: Manche rasanten Zelebrationen nach dem überlieferten Ritus bedeuten
einen mindestens ebenso großen Angriff auf die Andacht, ja zuweilen auf den Glauben religiös sensibler
Menschen wie die durchschnittlichen Novus-Ordo-Messen…
Ich habe schon sehr schöne Luther-Messen beigewohnt Also wirklich, seeehr geschmackvoll inzensiert und
mit wunderschöner, deutscher Gregorianik. Und die Gottesdienste waren überhaupt nicht didaktisch überfrachtet.
Hier gibt es einen lateinischen Text home.arcor.de/…opka/Luthermesse.rtf
Sehr richtig, G.M.M.! Auch ich habe schon überaus würdevolle Zelebration des Novus Ordo erlebt; und
halte die Liturgiereform konzeptionell für geglückt. Unvorstellbar war vor 1965 allerdings, dass die
„Pastoral“ fast ganz auf Messbesuch einschmilzt und der Gottesdienst daher oft und oft pädagogisch und
gemeindedidaktisch überstrapaziert wird.
An Artois. Wenn man im Laufe seines Lebens mit verschiedenen nationalchristlichen Messianismen in Berührung
gekommen ist, wie dem der Russen, der Polen, der Serben, der US-Amerikaner, usw. usf. – die sich alle
irgendwie als von Gott auserwähltes Volk betrachten, um das Christentum zu retten – dann wird man solchen
hohen Ansprüchen gegenüber nachdenklich. Es hat wohl jedes christliche Volk eine gewisse göttliche
Berufung für den Part, den es bei der Christianisierung der Welt zu übernehmen hat. Wenn das so ist,
dann gewiß auch die Franzosen. Gewiß aber auch das deutsche Volk, sonst wäre ihm nicht das Kaisertum
im Heiligen Römischen Reich anvertraut gewesen. Dem haben bekanntlich die Franzosen ein Ende gesetzt.
Und wie die Deutschen neben ihrer guten Rolle auch eine fatale Rolle für das Christentum gespielt haben,
vor allem durch Martin Luther, so auch die Franzosen – man denke nur an König Philipp den Schönen oder
die Aufklärung und die Revolution. Den „Besuch“ der „NOM“-Messe als Verletzung des Sonntagsgebots zu
betrachten, halte ich für abwegig. Der Novus Ordo hat Mängel gegenüber der überlieferten lateinischen
Liturgie – er hat aber auch seine Vorzüge! –, doch er ist ohne Zweifel die gültige heilige Messe. (Ich
nehme täglich an ihr teil – Gott sei Dank.)
Règne du Sacré Coeur So wie manch Österreicher davon überzeugt ist, daß eines Tages wieder ein Habsburger
von Gott zum „großen Monarchen“ eingesetzt werden wird, von dem Holzhauser und andere Prophezeiungen
sprechen, gibt es halt auch Franzosen, die meinen, dieser Monarch werde ein Franzose sein. Das hat nichts
mit Theologie zu tun. Es handelt sich inhaltlich um Elemente aus Privatoffenbarungen, wie man sie bei
Irlmaier, Mühlhiasl, Holzhauser, aber eben auch in La Salette antreffen kann. Die Krise der Kirche endet
dem zufolge mit dem dritten Weltkrieg und den „drei dunkelen Tagen“. Darauf kommt eine neue Blüte der
Kirche, die Herrschaft des großen Monarchen, später erneute Dekadenz, die Herrschaft der 10 Könige
des Antichristen und dann der Antichrist selbst. Wer auch immer der große Monarch sein wird, sein Erscheinen
markiert das Kommen des Christkönigs.
g.m.m.: Freundlichen Dank für das Originalzitat! Das stützt meine Hypothese, dass ein wesentliches Motiv
des frz. Traditionalismus eben doch ein „Phantomschmerz“ ist angesichts der Julirevolution 1830 (von Pius
VIII. gebilligt); nicht wegen „1789“ (denn das Datum hatte man konkordatspolitisch 1801 „weggesteckt“).
Dr. O.
Gütesiegel Für den normalen Kirchgänger ist es nahezu unmöglich, im deutschsprachigen Raum eine NOM
zu finden, die den Vorschriften von „Redemptoris saramentum“ entspricht, und somit „im vollen Gehorsam“
mit dem Papst steht. Vielleicht würde ein Gütesiegel im Gottesdienstanzeiger helfen.
@Gunther Maria Michel Das sind typisch fränzische Verstiegenheiten, die im Kern gegen die Kirche und
gegen die christliche Gesellschaftsordnung gerichtet sind. Das plappern die schon seit dem 12. Jh. und
haben so in erheblichem Maße den Zorn Gottes herausgefordert. Wir alle müssen es nun ausbaden. Bezüglich
der NOM-Messe ist zu sagen, daß sie „gültig“ sein mag, jedoch keinesfalls verpflichtend ist. Im Gegenteil,
es ist zu fragen, ob der Besuch der NOM-Messe nicht vielleicht das Sonntagsgebot verletzt …
An Karl Murx. In dem von Ihnen verlinkten Artikel bei virgo-maria.org behauptet Abbé Michel Marchiset:
Tout catholique, tout français, est passionné du Christ Roi, d’autant plus que nous savons qu’Il veut
Régner sur la France et par la France sur le monde. Daß Christus der König durch Frankreich über die
Welt herrschen will, sind für mich ganz neue theologische Perspektiven. 8-) Wissen Sie Näheres darüber?
Mariokin kennt das Konzil von Trient nicht Das Konzil von Trient sieht das Meßopfer sehr wohl als Gedächtnis.
So heißt es in Kapitel 1 zur Lehre über das Meßopfer ausdrücklich, dieses sei deshalb eingesetzt,
damit das Gedächtnis des Kreuzesopfers bis zum Ende der Zeit fortdauere (eiusque memoria in finem usque
saeculi permaneret, DH 1740). Auch wäre für „Mariokin“ es ratsam, sich einmal der Exegese und biblischer
Theologie zu widmen. Die Kategorie des „Gedächtnisses“ (von der hebräischen Wurzel „zachar“) gehört
zu den grundlegenden für das Verständnis von Gottes Heilswirken. Ohne diese, und das hat u.a. Johannes
Chrysostomus hervorgehoben, läßt sich nicht festhalten, daß das Meßopfer dasselbe wie das Kreuzesopfer
ist, auch wenn die Art der Darbringung sich unterscheidet.
@mariokin Die Frage der rechten Intention des zelebrierenden Priesters (nämlich das zu tun zu wollen,
was die Kirche tut, wenn sie Eucharistie feiert) wurde von mir nicht erwähnt, da sie zu den subjektiven
Bedingugen für die gültige Feier des heiligen Opfers gehört. In objektiver Hinsicht zeigt die päpstliche
Approbration eines bestimmten Ritus jedoch sehr wohl, dass alle Wesenserfordernisse vorhanden sind (was
Form und Materie betrifft), damit die gültige Feier der heiligen Messe zustandekommt. Die von Ihnen ins
Spiel gebrachte angebliche neue Definition der heiligen Messe besitzt keinen lehramtlichen Status und
hebt frühere Definitionen nicht auf. Es besteht also jedenfalls eine wesentliche Kontinuität in der
Liturgie der Messe, welche in der unblutigen Erneurung und Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers zu sehen
ist!
Dies wurde von sog. Traditionalisten“ nie behauptet „Wer dem ordnungsgemäß zelebrierten Novus Ordo die
Rechtmäßigkeit abspreche, unterstelle dem Papst, daß er kraft seiner höchsten Autorität der ganzen
Kirche etwas Glaubenszerstörendes – also Sündhaftes – befehle.“ Das Argument lautet, daß der regelmäßige
Besuch der Neuen Messe zum Glaubensverlust führt. Er ist daher noch nichts sündhaftes. Das dieses Argument
aber zutrifft, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
@ Catholicus Es gibt ganz bestimmte Kriterien für die Gültigkeit eines Sakramentes. Es besteht kein
Automatismus zwischen Approbation und Rechtgläubigkeit geschweige denn der Gültigkeit. Dafür gibt es
dogmatische Grundprinzipien, dass die gegeben Form und Materie bei der Spendung eines Sakramentes beachtet
sein müssen. Auch die hl. Messe ist ja ein Sakrament, das Sakrament der Eucharistie. Dazu kommt als drittes
und das ist seit der Zeit der Kirchenväter nicht geändert worden, dass auch die rechte Intention des
Priesters zur Gültigkeit eines Sakramentes notwendig ist. Und diese lautet: das zu tun, was die Kirche
tut. Nun liegt beim Novus Ordo Missae eben folgender Problemfall vor: Das Wesen der hl. Messe ist die
Feier des Opfers Christi und die Zuwendung der Erlösungsgnade in der hl. Kommunion an die Gläubigen
(vgl. Dogm. Definition über das hl. Meßopfer auf dem Konzil von Trient) Also ist es seit den Anfängen
der Kirche bis zur Liturgiereform 1969 ununterbrochen in steter Vertiefung dieser Glaubensgewissheit der
Wille der Kirche gewesen, das Opfer Christi darzubringen und zwar durch den geweihten Priester in Persona
Christi. Die Definition der Neuen Messe liest sich anders. Hier ist der Priester nur mehr Vorsitzender
der Gemeindeversammlung, die das „Gedächtnis“ des Herrn begeht. Opfer also nur als Gedenken an das einst
Geschehene und nicht mehr reales Geschehen. Das ist eine absolut einseitige und dem Kalvinismus angenäherte
Auffassung. Damit ist die Gültigkeit zumindest zweifelhaft.
Ich weiß gar nicht, was der Vorwurf der FSSPX soll Da wird die tridentinische Messe so hoch gehalten,
aber bei der Religionsfreiheit wird ein Rückzieher in FIDELITER gemacht, wobei Abbé Celier unter dem
Synonym „Abbé Beaumont“ schreibt und gleichzeitig verbietet der Distriktobere Abbé de Cacqueray Gegendarstellungen
von Seiten der Dominikaner: www.virgo-maria.org/…e_Mgr%20Lefebvre.htm Damit hat die Bruderschaft den
Widerstand gegen Dignitatis Humanae aufgegeben. Athanasius kann leiser treten.
@Tridentinus Jede Form der hl. Messe, die von der Kirche approbiert ist, ist selbstverständlich gültig
und in keiner Weise als sündhaft anzusehen. Darum sind Zweifel an der Gültigkeit einer sog. „Novus-Ordo-Messe“
in der Volkssprache absolut unberechtigt!
Verfehlte Wiedergabe/Auslassung Zumindest alle Messen nach dem Novus Ordo, in denen in der Volkssprache
konsekriert wird, sind wegen der sinnwidrigen Wiedergabe des ‘pro multis’ gekoppelt mit der Ausscheidung
der für den röm. kennzeichnenden Apposition zu ‘novi et aeterni testamenti’, des ‘Mysterium fidei’ zweifelhaft
gültig. Hier kann die Sonntagspflicht wahrscheinlich nicht erfüllt, aber sicher nicht verletzt werden.
Soso. „vielleicht gar noch mit Tänzen leicht bekleideter Mädchen um den Altar“. Hab ich noch nie gehört,
dass die Gültigkeit der Messe daran hängt, wer den Altarraum betritt und welche Kleidung er/sie dabei
trägt. Na gut. Dann zweifle ich an der Gültigkeit der Messe bei der FSSPX, sofern die Priester nicht
den von mir gewünschten Gesichtsausdruck hat und seine Casel nicht die von mir gewünschten 80cm Drag-Queen-Spitzenborte.