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Freitag, 14. Juli 2006 15:50
Zuerst muß man die Sprache euthanasieren
Wer die Wirklichkeit verändern will, der tut gut daran, zuerst die alten Begriffe durch neue zu ersetzen, um so seinen Gegner zu verwirren.
Die manipulative Sprache der Linken läßt auch bei wohlmeinenden Lebensschützern die Stimme für die Menschenrechte verstummen
Die manipulative Sprache der Linken läßt auch bei wohlmeinenden Lebensschützern die Stimme für die Menschenrechte verstummen
(kreuz.net/ Christdemokraten für das Leben, Münster) Der Nationale Ethikrat Deutschlands ist ein reines Diskussionsforum.

Dennoch sucht dieses Gremium öffentlich den Eindruck zu erwecken, er sei eine Institution, deren Aussagen Verbindlichkeit beanspruchen könnten.

Ablehnung oder Minderheitenmeinungen werden dort nicht gleichwertig dargestellt.

Kürzlich hat sich der Ethikrat mit der Stellungnahme „Selbstbestimmung und Fürsorge am Lebensende“ zu Wort gemeldet.

Darin versucht er – bezüglich des Handelns oder Unterlassens Dritter an Menschen, die dem Tode nahe sind – die Begriffe von „aktiver, passiver und indirekter Sterbehilfe“ zu ersetzen.

Die vorgeschlagene Terminologie beinhaltet aber keine Klärung, sondern vermehrt die Unsicherheit, weil in ihr sittlich gebotenes und sittlich unerlaubtes Handeln vermengt wird. Das ist gefährlich.

Der Mensch ist nicht aus sich selber hervorgegangen, sondern geschaffen. Er muß sein Leben als hohes Gut achten und es erhalten.

Der Nationale Ethikrat suggeriert aber, es gäbe ein allgemeines Verfügungsrecht des einzelnen über sich selber. Das trifft nicht zu.

Menschliches Leben ist in allen Lebensphasen unverfügbar – auch für den Menschen selber. Deshalb kann einer Patientenverfügung keine bindende Wirkung zukommen.

Offenbar sieht der Nationale Ethikrat eine Patientenverfügung auch nur als eine einseitige Verfügung zum Tode an.

Denn er betont zwar ihre Verbindlichkeit, fordert aber gleichzeitig bei Sterbebegleitung und Therapien am Lebensende, daß Ärzten erlaubt sein sollte, Aspekte „der Lebensqualität des Patienten“ über solche „der maximalen Verlängerung seines Lebens“ stellen zu dürfen, „ohne strafrechtliche Verfolgung befürchten zu müssen.“

Der Nationale Ethikrat spricht davon, daß die Erhaltung des Lebens „in Zweifelsfällen“ Vorrang habe.

Er verschweigt aber, daß Ärzte – denen eine Lebensverlängerung bezüglich der Lebensqualität des Patienten nicht mehr sinnvoll erscheint – keine Zweifel an ihrer Entscheidung haben, den Patienten nicht weiter zu versorgen, ihn so sterben zu lassen oder gar zu töten – wie das in Holland bereits der Fall ist.

Auch mit seiner Stellungnahme zum Selbstmord leistet der Nationale Ethikrat einen weiteren Beitrag zur Entwertung des menschlichen Lebens und zur Aufkündigung menschlicher Solidarität.

Denn der Selbstmordversuch ist ein Zeichen von Hilflosigkeit, das man nicht einfach zuschauend zur Kenntnis nehmen darf.

Die jetzige Stellungnahme öffnet im übrigen auch Straftaten, die als Selbstmord getarnt werden, Tür und Tor.

Die Alternative zu den Thesen des Nationalen Ethikrats kann nur die Verstärkung menschlicher Solidarität gegenüber allen Schwachen in der Gesellschaft sein.

Diese Schwachen sind: die ungeborenen, die behinderten, die alten und die sterbenden Menschen.

Am Umgang mit ihnen zeigt sich die Kultur eines Volkes.


Die ‘Christdemokraten für das Leben’ sind eine Lebensrechtsinitiative innerhalb der CDU/CSU.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 10 Lesermeinungen:
Sonntag, 16. Juli 2006 10:23
Roderick: @ bonifatius: Moooment …
So wie Sie es forumulieren ist es gefährlich nahe daran, den titulierten Anspruch dieses Artikels zu erfüllen. Denn die katholische Ethiks hat NICHT ihre Grundlage in den 10 Geboten, Katholizismus ist eben KEINE Gesetzesreligion. Vielmehr legt die katholische Ethik auf dem Verstehen dessen dar, was Gott in der Natur der Dinge, der Schöpfung als seinen Willen – denn etwas ist nur insofern, als es am Sein teilhat, insofern leuchtet in allem Seienden das Sein, Gott, durch – weil von ihm erzählend angelegt hat. „Et Deus videbat – bonum erat!“ Das am Besten in der Tugend (als Offenheit für Wahr) als Anwegen zur rechten Tat aufsteht. Die 10 Gebote sind so etwas wie unverrückbare Abstrakta aus der Kontur dieser (das aus dem Transzendenten natürlich erkennbare, durch die Offenbarung, den Glauben im Gesamtlicht deutbare) Natur der Schöpfung. Deshalb braucht es eine sehr sorgfältige Untersuchung alles Faktischen, worin es gut ist, wo seine Natur liegt. Dessen Gesicht ist jeden Tag gewissermaßen anders, weil die uns umgebende Realität ein äußerst komplexes Geflecht ist. Das macht die Schwierigkeit aus, überhaupt eine katholische Ethik zu formulieren, die nicht nach 30 Jahren überholt ist. Zwar kann am Ende nie etwas herauskommen, was den 10 Geboten widerspricht, aber braucht Unterscheidung um den täglichen Willen Gottes in allem zu erkennen. Das braucht auch ein sehr sehr sorgfältiges Abwägen in der Höhe der Güter. Genau um eine Fehleinschätzung dessen geht es bei diesen Themen meist.
Samstag, 15. Juli 2006 08:31
Gallowglas: @bonifatius
Von den „Zehn Geboten“ sind nur ein geringer Teil überhaupt brauchbar, lediglich 4,5,7 und 8 (wobei es darauf ankommt, welche der beiden Versionen der 10 Gebote in der Bibel man verwendet) sind akzeptabel.

Wenn man sich allerdings die Beiträge unserer „Fundis“ hier so ansieht, merks man schnell, daß das 8. Gebot für sie wohl keinen Wert mehr hat, also bleiben effektiv grade mal 4,5 und 7 …
Freitag, 14. Juli 2006 21:41
bonifatius: Ethik?!
Ist das ein katholisches Forum?-
Wenn ja, dann ist es leicht zu verstehen, daß Ethik ihre Grundlage in den „Zehn Geboten“ Gottes hat. Alles andere ist Gesabbel, das sich jeder egoistische Mensch zusammenplubbern kann. Und dann zückt die Messer…
Freitag, 14. Juli 2006 20:00
Gotthard: etwas mehr Inhalt
Die Welt berichtet am 14. Juli mit mehr Inhalt
Freitag, 14. Juli 2006 18:16
obelix †: @Gotthard und „nie wieder“
Gotthard: Baby-Schrieb
solch eine dumme Stellungnahme …ich weiß einfach nicht, was der Ethikrat gesagt hat. Aus diesen Halbsatzzitaten kann das nicht geschlossen werden…
für wie dumm halten uns Verfasser solcher Zeilen eigentlich?


Das ist ja der Sinn der Sache, Gotthard! Sie sollen nichts wissen! Wissen ist gefährlich! Sie sollen das glauben, was Ihnen befohlen wird. In diesem Fall sollen sie glauben, dass der Ethikrat schlecht ist.

Die Beobachterin ist schon darauf hereingefallen. Sie hat die Meinung von kreuz.net übernommen. Zu ihren Gunsten sollten wir annehmen, dass sie sich vorher aus anderer Quelle eingehend informiert hat. Aber vielleicht ist ihr Glaube so stark, dass sie das gar nicht nötig hat.

Initiative „Nie wieder!“: Duell?
Steigen wir doch zuerst in den Ring
und machen wir dort aus, wer die
Legimation hat !!!…oder Duell?


Nein; Sie sind nicht satisfaktionsfähig.
Freitag, 14. Juli 2006 18:11
Gotthard: Baby-Schrieb
solch eine dumme Stellungnahme …ich weiß einfach nicht, was der Ethikrat gesagt hat. Aus diesen Halbsatzzitaten kann das nicht geschlossen werden…
für wie dumm halten uns Verfasser solcher Zeilen eigentlich?
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