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Samstag, 22. Juli 2006 13:21
Ökumene mit einem großen Ö
„Wir machen halt den Mund auf. Und das ist wichtig, damit die Kirche ständig in Bewegung bleibt.“
Links: Pfarrer Gerd Rüsing Rechts: Seine Pfarrkirche St. Hippolytus
Links: Pfarrer Gerd Rüsing
Rechts: Seine Pfarrkirche St. Hippolytus
(kreuz.net, Horst) Seit genau zehn Jahren ist Hw. Gerd Rüsing als Pfarrer in der Pfarrei St. Hippolytus in Horst tätig.

Horst ist ein Stadtteil von Gelsenkirchen und gehört zum Bistum Essen.

Am Samstag publizierte die ‘Westdeutsche Allgemeine’ ein Interview mit Pfarrer Rüsing.

Im Interview spricht der Priester über die geplante Fusion der Pfarreien im Bistum Essen: „Wir bereiten uns derzeit sehr gründlich auf die Veränderungen vor, die vorsehen, daß 2007 hier fünf Gemeinden quasi unter einem Dach zusammengefaßt werden.“

Ab diesem Zeitpunkt würden 16.550 Katholiken zur Pfarrei St. Hippolytus gehören.

Pfarrer Rusing geht davon aus, daß die Neuordnung noch vor den Sommerferien 2007 umgesetzt wird: „Schon jetzt zeichnet sich ab, daß wir mit erheblich weniger finanziellen Mitteln auskommen müssen.“

Von dem bisherigen Geld für Kirchenangestellte würden dann nur noch 50 Prozent übrigbleiben: „Da geht es ans Eingemachte, vieles muß wohl künftig von Ehrenamtlichen erledigt werden, weil die Kirche einfach kein Geld mehr hat.“

Der Priester rechnet damit, daß Stellen wegfallen und ein Sozialplan erstellt werden muß: „Das ist besonders hart, weil wir im Grunde ein kleiner Betrieb sind und jeder jeden kennt.“

Der einzige Lichtblick bestehe darin, daß einige Angestellte sowieso in den Ruhestand gingen.

Man werde sich die Stärken der einzelnen Pfarreien ganz genau ansehen und Schwerpunkte bilden, damit sich die Arbeit gleichmäßig auf alle Schultern verteile:

„Eine solche Neuordnung bietet auch die Chance, die Gemeindestrukturen genau unter die Lupe zu nehmen und mit gezielten Angeboten auf einzelne Gruppen zuzugehen.“

Pfarrer Rusing ist auch ökumenebegeistert: „Ökumene wird hier in Horst schon lange groß geschrieben.“

Der Kontakt zu den evangelischen Gemeinden und auch zur örtlichen Moschee sei gut: „Es gibt regelmäßig ökumenische Gottesdienste und ich träume schon lange von einer gemeinsamen Pfingstmesse.“

Wie der Papst seine ökumenischen Ambitionen betrachte, wird Pfarrer Rusing gefragt:

„Ach, wissen Sie, ich habe Herrn Ratzinger während meines Studiums in Münster kennengelernt, und als Professor war er toll.“

Wenn er seinen Job als Papst genau so gut mache, dann werde er manche Sachen eher locker sehen.

„Außerdem zähle ich mich insgeheim zur 68er Generation. Wir machen halt den Mund auf. Und das ist wichtig, damit die Kirche ständig in Bewegung bleibt.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 22 Lesermeinungen:
Dienstag, 25. Juli 2006 19:51
Jörg Guttenberger, Köln: Markus Antonius: Graf von Galen
Die gräfliche Familie v.G. schreibt sich ohne „h“, wie ich richtig geschrieben habe, lediglich die entsprechenden Freiherrn, die es noch gibt – es ist nur ein Mitglied dieser Familie mit Sohn in den preußischen Grafenstand erhoben worden – schreibt sich mit „h“ entsprechend dem Ort Gahlen, wo die Familie herstammt.

Sie schreiben, nichts gegen konservative Einstellungen zu haben, wenn Sie mit Ihrem humanistischen Weltbild übereinstimmen, und nicht mit dem humansistischen Weltbild schlechthin, nicht wenig anmaßend.

Es geht aber nicht um Humanismus, sondern um Humanität. Letztere paßt in ein konservatives Weltbild weit besser, als in jede Ideologie! Ideologie und Humanität sind in letzter Konsequenz unvereinbar, weil der linientreue Ideologe seine Ideologie immer über den Menschen stellt. Daß jede Ideologie auch weniger linientreue Anhänger hat, wissend, daß es ohne einen guten Schuß Pragmatik nicht geht, mit denen man daher erfolgreich verhandeln kann, ist eine andere Sache.

Im Übrigen haben ich nicht geschrieben, mit der Auffassung des Grafen völlig übereinzustimmen, sondern nur, dafür Verständnis zu haben, und zwar aufgrund ausreichender Kenntns von allgemeiner und Kirchengeschichte. Das ist aber etwas grundlegend Anderes.

Für eine ideologisch begründete Auffassung habe ich z. B. kein Verständnis, ebenfalls aufgrund geschichtlicher Erfahrung, weil mit Ideologie noch nie ein Problem dauerhaft gelöst worden ist, ganz im Gegenteil.
Dienstag, 25. Juli 2006 13:15
Isidor: Armer Mark-Antonius – wer sich dahinter wohl wieder verbergen mag
Pfarrer Rüsing von Gelsenkirchen-Horst ist eindeutig „Atheist“ – wird aber von unserem „Oberhaupt“ Herrn Dr. Felix Genn und Konsorten gedeckelt wie soviele andere Funktionäre auch.
Was sich in der Hippolytus-Kirche in Horst alles abspielt – der hl. Hippolytus möge den Tempel schleunigst ausreinigen von diesem Unrat.

Mark-Antonius – bitte mal hinterfragen woher das Wort „Konservativ“ kommt (es wird ja so gerne angewandt) – dann vielleicht nochmal Stellung beziehen, falls überhaupt möglich.

Bravo an Jörg Guttenberger !
Dienstag, 25. Juli 2006 07:04
Ach, Herr Guttenberger,

hören Sie doch auf! Ihre wohlfeilen Worte täuschen doch nicht darüber hinweg, wes geistes Kind Sie sind. Dass Sie im Ansatz Verständnis für diesen Galen aufbringen, wie Sie ja selber schreiben, sagt doch alles. Und kommen Sie doch nicht mit dem GG! Höher konnten Sie diesen Wicht wohl nicht ansiedeln.
Übrigens, ich bin durchaus für konservative Wertvorstellungen zu haben, solange diese mit meinem humanistischen Weltbild vereinbar sind. Was manche Konsorten hier verbreiten, ist übelste Hetze und Diffamierung, mit der Sie mir bestimmt nicht kommen müssen. Ich zwinge niemandem meinen Willen auf, oder die Art der Lebensführung. Das Richten, was ja hier täglich gern und ausführlich (am liebsten wäre manchen wohl die Scharia) erledigt wird, ist meine Sache nicht. Ich vertraue auf den Herrn.

Ps. Die gräfliche Familie Galen schreibt sich ohne „h“.
Montag, 24. Juli 2006 15:49
Jörg Guttenberger, Köln: Markus Antonius: Graf von Galen
Da bisher nur eine gräflich-galensche Familie bekannt ist, deren Vorfahren im 19.Jahrhundert, vormalige Freiherren von Gahlen, in den preußischen Grafenstand erhoben worden sind, ist zwingend von einer Verwandtschaft auszugehen. Damit geht Ihre Kritik an der Wirklichkeit vorbei.

In kreuz.net gilt das vom deutschen Grundgesetz garantierte Recht auf freie Meunungsäußerung. Hiervon darf selbstverständlich auch jeder Graf von Galen Gebrauch machen.

Wenn ich mich recht erinnere, haben Sie für konservative Stellungnahmen nicht allzu viel übrig. Selbstveständlich steht es Ihnen im Rahmen des Grundgesetzes frei, eine entgegengesetzte Meinung zu vertreten. Nur sollten Sie mit Ihrer Meinung deckungsungleiche Äußerungen nicht diskriminieren oder gar in sachfremder Ausfälligkeit kommentieren! „Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften mangelt!“
Montag, 24. Juli 2006 08:04
Markus-Antonius †: Herr Guttenberger,
das Sie den Löwen von Münster als Verwandten dieses Typen bezeichnen, der sich hier als Graf von Galen betitelt, ist schlichtweg eine Unverschämtheit! Es ist doch offensichtlich, dass dieser Mensch unter derartigen Defiziten leidet, dass er nicht auf die Öffentlichkeit losgelassen werden darf und deshalb ständig versucht, seine Wahnvorstellungen hier zu publizieren.
Sonntag, 23. Juli 2006 15:55
Jörg Guttenberger, Köln: Graf von Galen, Pfr. Rüsing
Galen: Ich bin sicher nicht der Einzige, der Ihren konservativen Ausführungen als Mitkonservativer weitestgehend zustimmt. Nur, warum schieben Sie die ganze Misere, die wir Anderen genauso sehen, wie Sie, immer VII in die Schuhe? Wir dürfen ganz gewiß sein: bei Durchführung der Konzilsbeschlüsse im Geiste des Konzils hätten wir heute eine durch und durch gesunde Kirche.

Daß der Same des Konzils so rasch von den Dornen der 68er erstickt wurden, so daß heute die Früchte der Dornen für die des Konzils gehalten werden, ist eine der größten Tragiken der Kirchengeschichte. Warum merkt bzw. sagt das niemand? Ihr Verwandter, der Löwe von Münster, hat genau zwischen Geist der (damals braunen) Ideologie und Geist der Kirche Kirche unterschieden.

Rüsing: Dieser „Priester“ sollte möglichst rasch seinen Hut nehmen, denn als 68er ist er zwangsläufig Atheist: heißt doch eine These aus der kritischen Theorie: „Gott ist eine falsche Hypothese, Theologie ist sinnlos“ und weiter: „Die Familie ist die Ursache des ‘autoritären Charakters’und des Fachismus“! Die hl. Familie, aus der Jesus Christus bekanntlich kommt, ist also Mitursache von autoritärem Charakter und Faschismus! Witz?

„Das Ganze ist falsch, der Geist der Geschichte ist die permanente Katastrophe“, so heißt es weiter. In der Tat, der Geist der 68er ist Ursache der einmaligen geschichtlichen Katastrophe, in der wir leben, und diese Katastrophe macht auch vor der Kirche nicht halt, wie u. a. Pfr. Rüsing mustergültig vor Augen führt.
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