07:56:59 | Freitag, 21. Juli 2006
Buch und Enzyklika? + Zurück in Amt und Würde + Kriegsverbrechen 2 + Veto gegen den Tod + Die Stimme eines Rufers in der Wüste
Buch und Enzyklika?Italien. Der Papst soll in seinem norditalienischen Ferienort Les Combes nicht nur
an
einem Buch über Christus, sondern auch an einer zweiten Enzyklika schreiben. Das vermutete die italienische
Tageszeitung ‘Il Messaggero’ am Mittwoch. Die Zeitung weiß sogar den Titel des Lehrschreibens: „Labor
Domini“ – Die Arbeit des Herrn. Es soll von „der christlichen Sicht über die menschliche Arbeit und deren
Bedeutung für die Gesellschaft“ handeln. Berichte über die päpstlichen Ferienbeschäftigungen sind
Spekulationen, weil es darüber keine offiziellen Mitteilungen gibt.
Zurück in Amt und WürdeVereinigte
Staaten. Der neue Generalobere der Petrusbruderschaft, Pater John Berg, hat weitere Ernennungen vorgenommen.
So wurde Pater Josef Bisig zum Regens des Internationalen Priesterseminars ‘Our Lady of Guadalupe’ in
den USA ernannt. Pater Bisig war bis 2000 der erste Generalobere der Bruderschaft, bis er nach einer Palastrevolution
vom Vatikan gestürzt wurde und in der Versenkung verschwand. Jetzt gehört er auch wieder dem Generalrat
an. Als Oberer des Nordamerikanischen Distrikts wurden
Pater George Gabet und als Oberer des deutschsprachigen
Distrikts Pater Axel Maußen ernannt.
Kriegsverbrechen 2Heiliges Land. Vorgestern griffen israelische
Kampfverbände ein Flüchtlingslager in Gaza sowie die Stadt Nablus in der Westbank an. Dabei wurden neun
Menschen, davon zwei Kinder, getötet und 81, davon 14 Kinder, zum Teil schwer verletzt. Der Angriff gegen
das Flüchtlingslager wurde nachts von einer israelischen Tarntruppe durchgeführt. Die Kinder starben
als ein israelischer Tank in eine Gruppe von Zivilisten, meist Kinder, schoß. Ein Rettungshelfer wurde
angegriffen und verlor sein rechtes Bein. In Nablus stürmten und vernichteten die Angreifer Regierungsgebäude,
unter anderen ein Gebäude des Gesundheitsministeriums. Nach dem Angriff stoppen sie die Ambulanzen und
beschlagnahmten die Leichen der gefallenen Palästinenser.
Veto gegen den TodUSA. Nach 140 leeren Androhungen
in der Vergangenheit machte US-Präsident George W. Bush gestern in der Lebensfrage zum ersten Mal von
seinem Vetorecht Gebrauch. Er lehnte einen Gesetzesentwurf ab, der die staatliche Förderung der Tötung
und Verarbeitung von Kindern kurz nach ihrer Empfängnis ausgeweitet hätte. Bei einer erklärenden Pressekonferenz
führte Bush mehrere Kinder mit ihren Eltern vor und erklärte: „Jedes dieser Kinder ist schon als tiefgefrorener
Embryo adoptiert worden.“ Bei diesen Menschen handle es sich um Jungen und Mädchen – nicht um Ersatzteile.
Nur wenige Stunden nach dem Veto versuchte das US-Repräsentantenhaus erfolglos, das Gesetz erneut zur
Abstimmung zu bringen, um das Veto des Präsidenten mit einer Zweidrittelsmehrheit zu überstimmen.
Die
Stimme eines Rufers in der Wüste„Die einzige weise und zurückhaltende Stimme ist die des Vaters des
in Gaza entführten Soldaten, Noam Shalit. Dieser feine Mann rief nicht zu Härte auf und bat darum, weiteres
Leben von Soldaten und Palästinensern zu schonen. Sicher war es seine schwierigste Stunde. Auf dem Hintergrund
der rücksichtslosen Aktionen der israelischen Armee und des arroganten Geredes des letzten Macho-Sprechers,
des Generalmajors Yoav Gallant vom südlichen Kommando und des Generalmajors Amos Gilad, hört sich die
Stimme von Shalits Vater wie die Stimme eines Rufers in der Wüste an. Zehntausende armseliger Menschen
aus ihren Häusern auf die Flucht zu jagen – nur einige Dutzend Kilometer von dort entfernt, wo sein Sohn
vermutlich versteckt ist – und den Strom für Hunderttausende Menschen zu kappen, ist sicher nicht das,
was er in seiner zurückhaltenden, aber dringenden Bitte gemeint hat. Es ist eine Schande, daß jetzt
niemand von all diesen Leuten auf ihn hört.“
Gideon Levy Ende Juni in der liberalen Tel Aviver Tageszeitung
‘Haaretz’
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#2
Tridentinus 16:32:10 | Samstag, 22. Juli 2006
#1
Bruder Theophil 09:29:27 | Freitag, 21. Juli 2006