„Stoppt diese Scheiße“
Die große Preisfrage: Warum hat die Hisbollah genau in diesem Augenblick ihren militärischen Überfall auf die israelischen Soldaten durchgeführt? Von Uri Avnery.

Sie schreit in gebrochenem Hebräisch „Mein Sohn, mein Sohn!“, weil sie glaubt, daß er tot sei. Tatsächlich wurde er nur verletzt und ins Krankenhaus gebracht.
Libanesische Kinder, am ganzen Körper verletzt, in Beiruts Krankenhäusern. Die Beerdigung der Opfer einer Rakete in Haifa.

Tod, Zerstörung. Unvorstellbares menschliches Leid.
Der abscheulichste Anblick ist der folgende. Um das Problem zu lösen, sitzt George Bush in verspielter Stimmung auf seinem Stuhl in Petersburg – über ihn gebeugt sein loyaler Diener Tony Blair:
„Sieh, was die tun müssen, ist, die Syrer dahin zu bringen, daß sie die Hisbollah überzeugen, mit dieser Scheiße aufzuhören. Dann wäre endlich Schluß damit.“
So sprach der Mächtigste der Welt – und die sieben Zwerge, „die Großen der Welt“ sprachen Amen.
Syrien? Erst vor wenigen Monaten war es doch Bush – ja derselbe Bush –, der die Libanesen zwang, die Syrer aus ihrem Land zu jagen.
Nun will er, daß sie im Libanon intervenieren und für Ordnung sorgen?
Als der libanesische Bürgerkrieg vor 31 Jahren auf seinem Höhepunkt war, sandten die Syrer – vor allem von den libanesischen Christen eingeladen – ihre Armee in den Libanon.
Zu jener Zeit entfachten der damalige Verteidigungsminister Schimon Peres (82) und seine Verbündeten in Israel eine Medienhysterie. Sie verlangten ein israelisches Ultimatum an die Syrer, damit letztere die israelische Grenze nicht erreichen würden.
Der amtierende Ministerpräsident Jitzchak Rabin († 1995) sagte damals zu mir, daß dies ein reiner Unsinn sei, weil es für Israel das Beste wäre, daß sich die syrische Armee entlang der Grenze aufstellen würde.
Nur das könnte die Ruhe sicherstellen – die gleiche Ruhe, die an der Grenze Israels zu Syrien herrsche.
Doch Rabin gab der Medienhysterie nach. Er stoppte die Syrer weit weg von der israelischen Grenze. So entstand ein Vakuum, das 1982 von der PLO gefüllt wurde.
Ariel Scharon vertrieb die PLO, und das Vakuum füllte sich mit der Hisbollah.
Was sich dort anschließend ereignete, wäre nicht geschehen, wenn wir den Syrern von Anfang an erlaubt hätten, die Grenze zu besetzen. Die Syrer sind vorsichtig. Sie handeln nicht leichtsinnig.
Was hat Hassan Nasrallah – der Anführer der Hisbollah – gedacht, als er beschloß, die Grenze zu überqueren und eine Guerilla-Aktion durchzuführen, die den augenblicklichen Hexensabbat verursacht hat? Warum hat er es getan? Warum zu diesem Zeitpunkt?
Jeder hält Nasrallah für eine kluge Person. Er ist auch besonnen.
Seit Jahren hat er einen großen Vorrat von Raketen aller Art angelegt, um eine Art Terrorbalance herzustellen.
Er wußte, daß die israelische Armee nur auf die Gelegenheit wartete, seine Waffen zu zerstören. Dennoch hat er eine Provokation geliefert, die der israelischen Regierung den perfekten Vorwand bot, den Libanon anzugreifen – mit dem vollen Einverständnis der Weltgemeinschaft.
Warum?
Möglicherweise war er vom Iran oder von Syrien, die ihm die Raketen liefern, aufgefordert worden, etwas zu tun, um den US-Druck von ihnen abzulenken. Tatsächlich hat die jüngste Krise die Aufmerksamkeit von den iranischen Bemühungen im Nuklearbereich abgelenkt. Es scheint auch, daß sich Bushs Haltung gegenüber Syrien verändert hat.

Wäre er vom Iran oder von Syrien angefragt worden, etwas zu tun, was nicht mit seinen Zielen übereinstimmt, dann hätte er es ausgeschlagen.
Vielleicht handelte er aus innerpolitischen Gründen.
Das politische System des Libanon ist in den vergangenen Jahren stabiler geworden. Es wurde schwieriger, den militärischen Flügel der Hisbollah zu rechtfertigen.
Ein neuer bewaffneter Vorfall hätte helfen können – solche Strategien sind auch in Israel nicht unbekannt, vor allem nicht vor Budgetdebatten.
Aber all dies erklärt nicht den Zeitpunkt. Nasrallah hätte einen Monat vorher oder einen Monat später handeln können – ein Jahr vorher oder später.
Es muß einen dringenderen Grund gegeben haben, der ihn davon überzeugte, sich genau jetzt in ein solches Abenteuer zu begeben.
Diesen Grund gab es tatsächlich: Palästina.
Vor zwei Wochen begann die israelische Armee einen Krieg gegen die Bevölkerung des Gazastreifens. Auch dort war der Vorwand eine Guerilla-Aktion, bei der ein israelischer Soldat gefangengenommen wurde.
Die israelische Regierung packte die Gelegenheit beim Schopfe und führte einen seit langem vorbereiteten Plan aus: den Widerstandswillen der Palästinenser zu brechen und die neu gewählte palästinensische Regierung zu zerstören, die von der Hamas dominiert wird. Und natürlich auch um die Qassam-Raketen zu stoppen.
Die Operation im Gazastreifen ist besonders brutal – und so sieht es auch auf den Bildschirmen in aller Welt aus.
Schreckliche Bilder aus dem Gazastreifen erscheinen täglich und stündlich in den arabischen Medien.
Tote, Verletzte, Zerstörung. Wassermangel, fehlende Medikamente für die Verwundeten und Kranken. Ganze Familien getötet. Kinder schreien in Agonie. Mütter weinen. Gebäude stürzen in sich zusammen.
Die arabischen Regime, die alle von den USA abhängig sind, eilen nicht zu Hilfe.
Da sie alle von islamischen Oppositionsbewegungen bedroht sind, schauen sie mit einiger Schadenfreude auf das, was mit Hamas geschieht.
Aber 100 Millionen Araber vom Atlantik bis zum Persischen Golf sehen zu, regen sich auf, zürnen ihrer Regierung und schreien nach einem Führer, der den belagerten und heldenhaften Brüdern in Palästina zu Hilfe eilt.
Vor fünfzig Jahren schrieb Gamal Abdel-Nasser († 1970) – damals der neue ägyptische Führer –, daß die arabische Welt auf einen Helden wartet.
Nasser beschloß, selber dieser Held zu sein. Jahrelang war er das Idol der arabischen Welt, das Symbol für die arabische Einheit.
Aber Israel nützte eine Gelegenheit und stürzte ihn in den Sechs-Tage-Krieg.
Danach stieg Saddam Husseins Stern am arabischen Horizont auf. Er wagte es, sich gegen das mächtige Amerika zu stellen und Raketen auf Israel abzuschießen. So wurde er der Held der arabischen Massen. Aber er wurde vernichtend und in demütigender Weise von den Amerikanern, die von Israel angespornt wurden, geschlagen.

Die arabische Welt schrie nach einem Helden und er reagierte: Hier bin ich. Er forderte Israel und indirekt auch die USA und die ganze westliche Welt heraus.
Nasrallah begann den Angriff ohne Verbündete und wußte, daß weder der Iran noch Syrien das Risiko auf sich nehmen würden, ihm zu helfen.
Vielleicht wird er fortgerissen wie Abd-el-Nasser und Saddam vor ihm.
Vielleicht hat er die Gewalt des Gegenangriffes, den er erwartete, unterschätzt. Vielleicht glaubte er wirklich, daß Israel unter dem Gewicht seiner Katjuscha-Raketen zusammenbrechen würde – so wie die israelische Armee glaubte, die israelische Zerstörung würde das palästinensische Volk im Gazastreifen und die Schiiten im Libanon zerbrechen.
Eines ist klar: Nasrallah hätte diese Gewaltspirale nicht begonnen, wenn die Palästinenser ihn nicht um Beistand gebeten hätten.
Aus kühler Berechnung oder aus wahrer moralischer Entrüstung oder wegen beidem – Nasrallah eilte zur Rettung des belagerten Palästinas.
Die israelische Reaktion hätte man erwarten können.
Seit Jahren warten die Armeekommandeure auf eine Gelegenheit, das Raketenarsenal der Hisbollah zu vernichten und diese Organisation zu zerstören oder sie wenigstens zu entwaffnen und sie sehr weit weg von der israelischen Grenze zu befördern.
Sie versuchten dies auf die einzige ihnen bekannte Weise: durch weitreichende Zerstörung, damit die libanesische Bevölkerung aufsteht und die Regierung zwingt, Israels Forderungen zu erfüllen.
Werden diese Ziele erreicht?
Hisbollah ist die echte Vertretung der schiitischen Gemeinschaft, die etwa 40% der libanesischen Bevölkerung ausmacht. Zusammen mit den andern Muslimen bilden sie die Mehrheit im Land.
Der Gedanke, daß die schwächliche libanesische Regierung – die auch die Hisbollah einschließt – in der Lage wäre, diese Organisation zu liquidieren, ist lächerlich.
Die israelische Regierung verlangt, die libanesische Armee solle an der Grenze entlang aufmarschieren. Dies ist jetzt zu einem Mantra geworden. Es zeugt von totaler Ignoranz.
Die Schiiten haben bedeutsame Positionen in der libanesischen Armee inne. Es gibt überhaupt keine Chance, daß sie mit der Armee einen Bruderkrieg gegen die Hisbollah beginnen werden.
Im Ausland nimmt ein anderer Gedanke Gestalt an: eine internationale Truppe sollte entlang der israelisch-libanesischen Grenze aufgestellt werden. Die israelische Regierung ist strikt dagegen.
Eine wirklich internationale Truppe – nicht wie die unglückliche UNIFIL, die seit Jahrzehnten dort ist – würde die israelische Armee daran hindern, das zu tun, was sie will.
Außerdem: Sollte sie dort ohne das Einverständnis der Hisbollah aufgestellt werden, würde ein neuer Guerillakrieg gegen sie beginnen. Würde dann einer solchen Truppe – ohne wirkliche Motivation – gelingen, was die mächtige israelische Armee nicht geschafft hat?
Der jüngste Krieg mit seinen Toten und Zerstörungswellen wird höchstens zu einem anderen zerbrechlichen Waffenstillstand führen.
Die israelische Armee wird den Sieg ausrufen und behaupten, sie habe die „Spielregeln“ verändert. Nasrallah – oder seine Nachfolger – werden behaupten, ihre kleine Organisation habe sich gegen eine der mächtigsten Militärmaschinen der Welt erhoben und ein weiteres leuchtendes Kapitel über Heldentum in den Annalen der arabischen und muslimischen Geschichte geschrieben.
Es wird keine richtige Lösung geben, weil die Wurzel des Übels nicht angegangen wird: das palästinensische Problem.
Vor vielen Jahren hörte ich im Radio eine der Reden von Abd-el- Nasser, die er vor einer großen Menschenmenge in Ägypten hielt.
Nasser verbreitete sich über die Errungenschaften der ägyptischen Revolution, als Schreie aus der Menge kamen: „Palästina oh, Gamal!“ Daraufhin vergaß Nasser über sein angefangenes Thema zu reden und sprach mit wachsender Begeisterung über Palästina.
Seit damals hat sich nicht viel verändert. Wenn die palästinensische Sache erwähnt wird, wirft sie ihre Schatten über alles andere. Genau dies geschah auch jetzt.
Jeder, der sich eine Lösung wünscht, muß wissen: Es gibt keine Lösung, ohne die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.
Und es gibt keine Lösung des palästinensischen Problems ohne Verhandlungen mit der gewählten Regierung, einer Regierung, der die Hamas vorsteht.
Wenn jemand ein für alle mal diese Scheiße – wie Bush so delikat formulierte – beenden will, dann geht es nur so.
Uri Avnery (83) wurde im nordrhein-westfälischen Beckum als Helmut Ostermann geborene und ist ein israelischer Publizist und Friedensaktivist.
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Samstag, 29. Juli 2006 09:42
Hypatia: Hisbollah
Grundsätzlich ist Terrorismus „die Macht der Machtlosen“. Wer in imperialistischer Manier einem souveränen Staat wie Iran das Recht abspricht, eine Atommacht zu werden, hat keine Ahnung, von wem Europa in dieser Hinsicht tatsächlich Gefahr droht. Bereits 1982 sprach Dr. Dan Diener, israelischer Regimekritiker, an der Universität Mainz u.a. über die Tatsache, daß die atomaren Waffen, über die Israel verfügt, nicht auf seine arabischen Nachbarn gerichtet seien, sondern auf Europa. Nach dem Motto: wenn ihr uns untergehen laßt, nehmen wir euch mit!
Sonntag, 23. Juli 2006 21:28
blueberry: Iran Invasion
Außerdem ist der Iran unser Freund, wir haben immer gute Geschäfte mit den Persern gemacht.
Richtig, wo andere Völker noch ein Bewusstsein haben für Ethik und Moral, da haben die Deutschen ihren Geldbeutel und Geschäftsverbindungen.
Meinen Sie, im Libanon findet gerade Terrorismusprävention statt. Dort findet Terroristenzüchtung statt, wie im Irak!
Was im Libanon statt findet, ist mit Sicherheit von langer Hand geplant und mit den USA (vielleicht auch mit den EU-3) abgesprochen. Die Entführung der Soldaten war wohl nur der Anlass den man benötigt hat um die Aktion durchführen zu können.
Ahmedinedschad hat ja schon offen gesagt, er würde im Falle eines Angriffs auf den Iran die Hisbollah für Angriffe auf Israel verwenden. Da niemand genau weiß was für Waffen in den Kammern der Mullahs so vor sich hin schimmeln, musste man die Hisbollah von der Grenze wegbekommen und möglichst kampfunfähig schießen.
Wenn Sie schon so naiv in Bezug auf den Iran und Atomwaffen sein wollen, dann schalten Sie ihren Realitätssinn (so Sie über sowas verfügen) wenigstens in Bezug auf USA, EU-3 und Israel ein.
Ich persönlich halte es für praktisch unmöglich dass die USA oder Israel sich mit einem atomar bewaffneten Iran abfinden können. Ölpreis hin oder her, wenn der Iran nicht einlenken sollte, dann wird er mit Sicherheit angegriffen werden.
Richtig, wo andere Völker noch ein Bewusstsein haben für Ethik und Moral, da haben die Deutschen ihren Geldbeutel und Geschäftsverbindungen.
Meinen Sie, im Libanon findet gerade Terrorismusprävention statt. Dort findet Terroristenzüchtung statt, wie im Irak!
Was im Libanon statt findet, ist mit Sicherheit von langer Hand geplant und mit den USA (vielleicht auch mit den EU-3) abgesprochen. Die Entführung der Soldaten war wohl nur der Anlass den man benötigt hat um die Aktion durchführen zu können.
Ahmedinedschad hat ja schon offen gesagt, er würde im Falle eines Angriffs auf den Iran die Hisbollah für Angriffe auf Israel verwenden. Da niemand genau weiß was für Waffen in den Kammern der Mullahs so vor sich hin schimmeln, musste man die Hisbollah von der Grenze wegbekommen und möglichst kampfunfähig schießen.
Wenn Sie schon so naiv in Bezug auf den Iran und Atomwaffen sein wollen, dann schalten Sie ihren Realitätssinn (so Sie über sowas verfügen) wenigstens in Bezug auf USA, EU-3 und Israel ein.
Ich persönlich halte es für praktisch unmöglich dass die USA oder Israel sich mit einem atomar bewaffneten Iran abfinden können. Ölpreis hin oder her, wenn der Iran nicht einlenken sollte, dann wird er mit Sicherheit angegriffen werden.
Sonntag, 23. Juli 2006 07:38
Abu: @ blueberry: Wollen Sie noch mehr Terror?
Selbstverständlich arbeitet man mit dem Iran nicht zusammen wie mit der Schweiz. Auch wirtschaftlich
nicht. Würde die Schweiz eine Atombombe bauen, würde man „besorgt“ murmeln und den Kopf kratzen. Wenn
Iran auch nur möglicherweise in zehn Jahren plus eine Atombombe hat, dann ist man jetzt bereits äußerst
„besorgt“ und sieht schon mal in der Waffenkammer nach …
Individuelle Menschenrechte und Völkerrecht gehören zwar zusammen, sind aber zwei paar Stiefel. Die Invasion der USA in den Irak war völkerrechtswidrig und geschah unter der Flagge der Menschenrechte. Und jetzt? Was ist die Befreiung von Saddam wert, wenn das normale Leben nicht funktioniert, wenn man jeden Augenblick von einer Explosion zerrissen oder entführt oder massakriert werden kann. Das nennt man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
Zum Glück sind wir noch nicht so weit, daß wir über das „gute alte“ atomare Erstschlagsrecht diskutieren müssen. Aber warum nicht umgekehrt denken: Israel hat eben seinen Nachbarn überfallen. Ein aggressiver Staat also. Es hat Atombomben. In jeder Zeitung läßt sich von Szenarien lesen, den Iran zu bombardieren. Nach Ihrer Logik sollte niemand zögern, Israel jetzt den ersten Schlag zu verpassen!
Sie können Terrorismus nicht präventiv ausschließen. Auch nicht, indem Sie die Hisbolla angreifen. Wir erleben es doch gerade. Meinen Sie, im Libanon findet gerade Terrorismusprävention statt. Dort findet Terroristenzüchtung statt, wie im Irak!
Individuelle Menschenrechte und Völkerrecht gehören zwar zusammen, sind aber zwei paar Stiefel. Die Invasion der USA in den Irak war völkerrechtswidrig und geschah unter der Flagge der Menschenrechte. Und jetzt? Was ist die Befreiung von Saddam wert, wenn das normale Leben nicht funktioniert, wenn man jeden Augenblick von einer Explosion zerrissen oder entführt oder massakriert werden kann. Das nennt man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
Zum Glück sind wir noch nicht so weit, daß wir über das „gute alte“ atomare Erstschlagsrecht diskutieren müssen. Aber warum nicht umgekehrt denken: Israel hat eben seinen Nachbarn überfallen. Ein aggressiver Staat also. Es hat Atombomben. In jeder Zeitung läßt sich von Szenarien lesen, den Iran zu bombardieren. Nach Ihrer Logik sollte niemand zögern, Israel jetzt den ersten Schlag zu verpassen!
Sie können Terrorismus nicht präventiv ausschließen. Auch nicht, indem Sie die Hisbolla angreifen. Wir erleben es doch gerade. Meinen Sie, im Libanon findet gerade Terrorismusprävention statt. Dort findet Terroristenzüchtung statt, wie im Irak!
Sonntag, 23. Juli 2006 00:55
Uwe Schmidt: Iraninvasion
Also jetzt den Iran anzugreifen – wäre das Ende der Weltwirtschaft: dann würde nämlich der Erdölpreis von derzeit 80$ das Fass auf 200 steigen. Da lassen wir also lieber mal die Finger davon. Außerdem ist der Iran unser Freund, wir haben immer gute Geschäfte mit den Persern gemacht.
Samstag, 22. Juli 2006 23:23
blueberry: @ Abu
Ich bin der Meinung, man sollte mit dem Iran so zusammenarbeiten, als wäre er die Schweiz.
Tut man das nicht? Ich bin auch dagegen dass man die Schweiz atomar bewaffnet. Man sollte abrüsten, nicht aufrüsten! Und bevor man Behauptungen aufstellt wie: Jeder Staat der Welt hat das Recht, alle nur erdenklichen Waffen zu bauen oder zu kaufen., sollte man betonen dass jeder Mensch auf der Welt das Recht hat auf Essen und Trinken, auf Bildung und Meinungsfreiheit!
Solange der Iran nicht angreift, hat keiner das Recht, ihn anzugreifen, und wenn, erst mal nur der Angegriffene.
Es ist wirklich überaus menschenfreundlich das sie Israel nach einem Atomangriff noch das Recht einräumen selbst eine Rakete abfeuern zu dürfen! Sehr edel!
Nachdem sie ein Szenario entwickelt haben, darf ich das vielleicht auch tun?!
Was wäre wenn plötzlich in New York oder in der Berliner Ubahn eine schmutzige Bombe hochgeht? Was wenn die Hisbollah eine Katjuscha Rakete ein bisschen atomar verseucht? Wenn die Wahabiten in Saudi Arabien der Ansicht sind dass nicht nur die Shiiten (die sie für Ungläubige halten und hassen), sondern auch sie ein Recht haben auf atomare Waffen? 80 % aller Attentäter vom 11.9 kamen aus Saudi Arabien!
Was wenn ihre Naivität falsch ist?
Was sollen wir dann tun? Einen Rosenkranz beten? Uns mit der atomaren Katastrophe abfinden? Unser Kreuz auf uns nehmen? Das scheint ja die Standard Methode von Abu zu sein: im Zweifelsfall: nimm dein Kreuz auf dich!
Amen!
Tut man das nicht? Ich bin auch dagegen dass man die Schweiz atomar bewaffnet. Man sollte abrüsten, nicht aufrüsten! Und bevor man Behauptungen aufstellt wie: Jeder Staat der Welt hat das Recht, alle nur erdenklichen Waffen zu bauen oder zu kaufen., sollte man betonen dass jeder Mensch auf der Welt das Recht hat auf Essen und Trinken, auf Bildung und Meinungsfreiheit!
Solange der Iran nicht angreift, hat keiner das Recht, ihn anzugreifen, und wenn, erst mal nur der Angegriffene.
Es ist wirklich überaus menschenfreundlich das sie Israel nach einem Atomangriff noch das Recht einräumen selbst eine Rakete abfeuern zu dürfen! Sehr edel!
Nachdem sie ein Szenario entwickelt haben, darf ich das vielleicht auch tun?!
Was wäre wenn plötzlich in New York oder in der Berliner Ubahn eine schmutzige Bombe hochgeht? Was wenn die Hisbollah eine Katjuscha Rakete ein bisschen atomar verseucht? Wenn die Wahabiten in Saudi Arabien der Ansicht sind dass nicht nur die Shiiten (die sie für Ungläubige halten und hassen), sondern auch sie ein Recht haben auf atomare Waffen? 80 % aller Attentäter vom 11.9 kamen aus Saudi Arabien!
Was wenn ihre Naivität falsch ist?
Was sollen wir dann tun? Einen Rosenkranz beten? Uns mit der atomaren Katastrophe abfinden? Unser Kreuz auf uns nehmen? Das scheint ja die Standard Methode von Abu zu sein: im Zweifelsfall: nimm dein Kreuz auf dich!
Amen!
Samstag, 22. Juli 2006 22:51
Abu: @ blueberry: Falsch,
ich bin noch viel „naiver“ als Sie glauben (Sie brauchen mein Posting nur etwas intelligenter zu lesen):
Solange der iran sich an den Vertrag gebunden sieht, können die Länder, die auch im Boot sind, sofern Sie den Vertrag selbst einhalten, mit dem Iran verhandeln. Wenn ihnen die Sache was wert ist, dann sollten sie ihm attraktive Angebote machen.
Ich halte das für Verschwendung von Zeit und Geld. Ich bin der Meinung, man sollte mit dem Iran so zusammenarbeiten, als wäre er die Schweiz.
Und wenn der Iran tatsächlich –- was ich nicht glaube –- Atomwaffen entwickelt –- was 10, 15 Jahre dauert –-, dann hat er halt auch welche. Na und?
Was meinen Sie, was dann passiert? Die Iranis nicht so verblödete Fundis, daß sie aus einer Wahnidee heraus ihr Arsenal auf Israel abfeuern.
Aber wer weiß: Vielleicht verhandeln die beiden ja dann in gleicher Augenhöhe über Abrüstung von Atomwaffen. Wenn sich beide dran halten, kann was dabei rauskommen, siehe Ost-West-Konfrontation.
Solange der Iran nicht angreift, hat keiner das Recht, ihn anzugreifen, und wenn, erst mal nur der Angegriffene. Dazu haben wir die UN-Charta. Das ist geltendes Völkerrecht. Wer das für „naív“ hält, muß sich fragen lassen, für wen er sich hält. Für einen selbsternannten Sheriff im Wilden Westen? Sheriff Blueberry?
Solange der iran sich an den Vertrag gebunden sieht, können die Länder, die auch im Boot sind, sofern Sie den Vertrag selbst einhalten, mit dem Iran verhandeln. Wenn ihnen die Sache was wert ist, dann sollten sie ihm attraktive Angebote machen.
Ich halte das für Verschwendung von Zeit und Geld. Ich bin der Meinung, man sollte mit dem Iran so zusammenarbeiten, als wäre er die Schweiz.
Und wenn der Iran tatsächlich –- was ich nicht glaube –- Atomwaffen entwickelt –- was 10, 15 Jahre dauert –-, dann hat er halt auch welche. Na und?
Was meinen Sie, was dann passiert? Die Iranis nicht so verblödete Fundis, daß sie aus einer Wahnidee heraus ihr Arsenal auf Israel abfeuern.
Aber wer weiß: Vielleicht verhandeln die beiden ja dann in gleicher Augenhöhe über Abrüstung von Atomwaffen. Wenn sich beide dran halten, kann was dabei rauskommen, siehe Ost-West-Konfrontation.
Solange der Iran nicht angreift, hat keiner das Recht, ihn anzugreifen, und wenn, erst mal nur der Angegriffene. Dazu haben wir die UN-Charta. Das ist geltendes Völkerrecht. Wer das für „naív“ hält, muß sich fragen lassen, für wen er sich hält. Für einen selbsternannten Sheriff im Wilden Westen? Sheriff Blueberry?
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