Heiliges Land
„Stoppt diese Scheiße“
Die große Preisfrage: Warum hat die Hisbollah genau in diesem Augenblick ihren militärischen Überfall auf die israelischen Soldaten durchgeführt? Von Uri Avnery.
(kreuz.net) Eine Immigrantin aus Rußland, wirft sich voller Verzweiflung vor ihr Haus in Israel, das von einer Rakete getroffen worden war.

Sie schreit in gebrochenem Hebräisch „Mein Sohn, mein Sohn!“, weil sie glaubt, daß er tot sei. Tatsächlich wurde er nur verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Libanesische Kinder, am ganzen Körper verletzt, in Beiruts Krankenhäusern. Die Beerdigung der Opfer einer Rakete in Haifa.

Die Ruinen eines völlig zerstörten Stadtviertels in Beirut. Bewohner aus dem Norden Israels fliehen vor den Katjuschas nach Süden. Bewohner des südlichen Libanon fliehen vor der israelischen Luftwaffe nach Norden.

Tod, Zerstörung. Unvorstellbares menschliches Leid.

Der abscheulichste Anblick ist der folgende. Um das Problem zu lösen, sitzt George Bush in verspielter Stimmung auf seinem Stuhl in Petersburg – über ihn gebeugt sein loyaler Diener Tony Blair:

„Sieh, was die tun müssen, ist, die Syrer dahin zu bringen, daß sie die Hisbollah überzeugen, mit dieser Scheiße aufzuhören. Dann wäre endlich Schluß damit.“

So sprach der Mächtigste der Welt – und die sieben Zwerge, „die Großen der Welt“ sprachen Amen.
Bush zu Blair:
„Siehst du, die Ironie ist, dass man die Syrer veranlassen muss, die Hisbollah zu überzeugen, mit dieser Scheiße aufzuhören. Dann wäre endlich Schluß damit.“

So sprach der Mächtigste der Welt – und die sieben Zwerge, „die Großen der Welt“, sagten Amen.


Syrien? Erst vor wenigen Monaten war es doch Bush – ja derselbe Bush –, der die Libanesen zwang, die Syrer aus ihrem Land zu jagen.

Nun will er, daß sie im Libanon intervenieren und für Ordnung sorgen?

Als der libanesische Bürgerkrieg vor 31 Jahren auf seinem Höhepunkt war, sandten die Syrer – vor allem von den libanesischen Christen eingeladen – ihre Armee in den Libanon.

Zu jener Zeit entfachten der damalige Verteidigungsminister Schimon Peres (82) und seine Verbündeten in Israel eine Medienhysterie. Sie verlangten ein israelisches Ultimatum an die Syrer, damit letztere die israelische Grenze nicht erreichen würden.

Der amtierende Ministerpräsident Jitzchak Rabin († 1995) sagte damals zu mir, daß dies ein reiner Unsinn sei, weil es für Israel das Beste wäre, daß sich die syrische Armee entlang der Grenze aufstellen würde.

Nur das könnte die Ruhe sicherstellen – die gleiche Ruhe, die an der Grenze Israels zu Syrien herrsche.

Doch Rabin gab der Medienhysterie nach. Er stoppte die Syrer weit weg von der israelischen Grenze. So entstand ein Vakuum, das 1982 von der PLO gefüllt wurde.

Ariel Scharon vertrieb die PLO, und das Vakuum füllte sich mit der Hisbollah.

Was sich dort anschließend ereignete, wäre nicht geschehen, wenn wir den Syrern von Anfang an erlaubt hätten, die Grenze zu besetzen. Die Syrer sind vorsichtig. Sie handeln nicht leichtsinnig.

Was hat Hassan Nasrallah – der Anführer der Hisbollah – gedacht, als er beschloß, die Grenze zu überqueren und eine Guerilla-Aktion durchzuführen, die den augenblicklichen Hexensabbat verursacht hat? Warum hat er es getan? Warum zu diesem Zeitpunkt?

Jeder hält Nasrallah für eine kluge Person. Er ist auch besonnen.
Zum Hisbollah-Anführer
Jeder hält Nasrallah für eine kluge Person. Er ist auch besonnen.


Seit Jahren hat er einen großen Vorrat von Raketen aller Art angelegt, um eine Art Terrorbalance herzustellen.

Er wußte, daß die israelische Armee nur auf die Gelegenheit wartete, seine Waffen zu zerstören. Dennoch hat er eine Provokation geliefert, die der israelischen Regierung den perfekten Vorwand bot, den Libanon anzugreifen – mit dem vollen Einverständnis der Weltgemeinschaft.

Warum?

Möglicherweise war er vom Iran oder von Syrien, die ihm die Raketen liefern, aufgefordert worden, etwas zu tun, um den US-Druck von ihnen abzulenken. Tatsächlich hat die jüngste Krise die Aufmerksamkeit von den iranischen Bemühungen im Nuklearbereich abgelenkt. Es scheint auch, daß sich Bushs Haltung gegenüber Syrien verändert hat.

Aber Hisbollah-Chef Nasrallah ist weit davon entfernt, eine Marionette des Iran oder Syriens zu sein. Er führt eine echte libanesische Bewegung und kalkuliert seine eigene Bilanz des Für und Wider.

Wäre er vom Iran oder von Syrien angefragt worden, etwas zu tun, was nicht mit seinen Zielen übereinstimmt, dann hätte er es ausgeschlagen.

Vielleicht handelte er aus innerpolitischen Gründen.

Das politische System des Libanon ist in den vergangenen Jahren stabiler geworden. Es wurde schwieriger, den militärischen Flügel der Hisbollah zu rechtfertigen.

Ein neuer bewaffneter Vorfall hätte helfen können – solche Strategien sind auch in Israel nicht unbekannt, vor allem nicht vor Budgetdebatten.

Aber all dies erklärt nicht den Zeitpunkt. Nasrallah hätte einen Monat vorher oder einen Monat später handeln können – ein Jahr vorher oder später.

Es muß einen dringenderen Grund gegeben haben, der ihn davon überzeugte, sich genau jetzt in ein solches Abenteuer zu begeben.

Diesen Grund gab es tatsächlich: Palästina.
Warum?
Den Grund, warum der Chef der Hisbollah gerade jetzt angegriffen hat, gab es tatsächlich: Palästina.


Vor zwei Wochen begann die israelische Armee einen Krieg gegen die Bevölkerung des Gazastreifens. Auch dort war der Vorwand eine Guerilla-Aktion, bei der ein israelischer Soldat gefangengenommen wurde.

Die israelische Regierung packte die Gelegenheit beim Schopfe und führte einen seit langem vorbereiteten Plan aus: den Widerstandswillen der Palästinenser zu brechen und die neu gewählte palästinensische Regierung zu zerstören, die von der Hamas dominiert wird. Und natürlich auch um die Qassam-Raketen zu stoppen.

Die Operation im Gazastreifen ist besonders brutal – und so sieht es auch auf den Bildschirmen in aller Welt aus.

Schreckliche Bilder aus dem Gazastreifen erscheinen täglich und stündlich in den arabischen Medien.

Tote, Verletzte, Zerstörung. Wassermangel, fehlende Medikamente für die Verwundeten und Kranken. Ganze Familien getötet. Kinder schreien in Agonie. Mütter weinen. Gebäude stürzen in sich zusammen.

Die arabischen Regime, die alle von den USA abhängig sind, eilen nicht zu Hilfe.

Da sie alle von islamischen Oppositionsbewegungen bedroht sind, schauen sie mit einiger Schadenfreude auf das, was mit Hamas geschieht.

Aber 100 Millionen Araber vom Atlantik bis zum Persischen Golf sehen zu, regen sich auf, zürnen ihrer Regierung und schreien nach einem Führer, der den belagerten und heldenhaften Brüdern in Palästina zu Hilfe eilt.

Vor fünfzig Jahren schrieb Gamal Abdel-Nasser († 1970) – damals der neue ägyptische Führer –, daß die arabische Welt auf einen Helden wartet.

Nasser beschloß, selber dieser Held zu sein. Jahrelang war er das Idol der arabischen Welt, das Symbol für die arabische Einheit.

Aber Israel nützte eine Gelegenheit und stürzte ihn in den Sechs-Tage-Krieg.

Danach stieg Saddam Husseins Stern am arabischen Horizont auf. Er wagte es, sich gegen das mächtige Amerika zu stellen und Raketen auf Israel abzuschießen. So wurde er der Held der arabischen Massen. Aber er wurde vernichtend und in demütigender Weise von den Amerikanern, die von Israel angespornt wurden, geschlagen.

Vor einer Woche sah sich Nasrallah derselben Versuchung gegenüber.

Die arabische Welt schrie nach einem Helden und er reagierte: Hier bin ich. Er forderte Israel und indirekt auch die USA und die ganze westliche Welt heraus.

Nasrallah begann den Angriff ohne Verbündete und wußte, daß weder der Iran noch Syrien das Risiko auf sich nehmen würden, ihm zu helfen.

Vielleicht wird er fortgerissen wie Abd-el-Nasser und Saddam vor ihm.

Vielleicht hat er die Gewalt des Gegenangriffes, den er erwartete, unterschätzt. Vielleicht glaubte er wirklich, daß Israel unter dem Gewicht seiner Katjuscha-Raketen zusammenbrechen würde – so wie die israelische Armee glaubte, die israelische Zerstörung würde das palästinensische Volk im Gazastreifen und die Schiiten im Libanon zerbrechen.

Eines ist klar: Nasrallah hätte diese Gewaltspirale nicht begonnen, wenn die Palästinenser ihn nicht um Beistand gebeten hätten.

Aus kühler Berechnung oder aus wahrer moralischer Entrüstung oder wegen beidem – Nasrallah eilte zur Rettung des belagerten Palästinas.

Die israelische Reaktion hätte man erwarten können.

Seit Jahren warten die Armeekommandeure auf eine Gelegenheit, das Raketenarsenal der Hisbollah zu vernichten und diese Organisation zu zerstören oder sie wenigstens zu entwaffnen und sie sehr weit weg von der israelischen Grenze zu befördern.
Absehbar
Seit Jahren warten die Armeekommandeure auf eine Gelegenheit, das Raketenarsenal der Hisbollah zu vernichten und diese Organisation zu zerstören oder sie wenigstens zu entwaffnen und sie sehr weit weg von der israelischen Grenze zu befördern.


Sie versuchten dies auf die einzige ihnen bekannte Weise: durch weitreichende Zerstörung, damit die libanesische Bevölkerung aufsteht und die Regierung zwingt, Israels Forderungen zu erfüllen.

Werden diese Ziele erreicht?

Hisbollah ist die echte Vertretung der schiitischen Gemeinschaft, die etwa 40% der libanesischen Bevölkerung ausmacht. Zusammen mit den andern Muslimen bilden sie die Mehrheit im Land.

Der Gedanke, daß die schwächliche libanesische Regierung – die auch die Hisbollah einschließt – in der Lage wäre, diese Organisation zu liquidieren, ist lächerlich.

Die israelische Regierung verlangt, die libanesische Armee solle an der Grenze entlang aufmarschieren. Dies ist jetzt zu einem Mantra geworden. Es zeugt von totaler Ignoranz.

Die Schiiten haben bedeutsame Positionen in der libanesischen Armee inne. Es gibt überhaupt keine Chance, daß sie mit der Armee einen Bruderkrieg gegen die Hisbollah beginnen werden.

Im Ausland nimmt ein anderer Gedanke Gestalt an: eine internationale Truppe sollte entlang der israelisch-libanesischen Grenze aufgestellt werden. Die israelische Regierung ist strikt dagegen.

Eine wirklich internationale Truppe – nicht wie die unglückliche UNIFIL, die seit Jahrzehnten dort ist – würde die israelische Armee daran hindern, das zu tun, was sie will.

Außerdem: Sollte sie dort ohne das Einverständnis der Hisbollah aufgestellt werden, würde ein neuer Guerillakrieg gegen sie beginnen. Würde dann einer solchen Truppe – ohne wirkliche Motivation – gelingen, was die mächtige israelische Armee nicht geschafft hat?

Der jüngste Krieg mit seinen Toten und Zerstörungswellen wird höchstens zu einem anderen zerbrechlichen Waffenstillstand führen.

Die israelische Armee wird den Sieg ausrufen und behaupten, sie habe die „Spielregeln“ verändert. Nasrallah – oder seine Nachfolger – werden behaupten, ihre kleine Organisation habe sich gegen eine der mächtigsten Militärmaschinen der Welt erhoben und ein weiteres leuchtendes Kapitel über Heldentum in den Annalen der arabischen und muslimischen Geschichte geschrieben.

Es wird keine richtige Lösung geben, weil die Wurzel des Übels nicht angegangen wird: das palästinensische Problem.
Uri Avnery:
Es wird keine richtige Lösung geben, weil die Wurzel des Übels nicht angegangen wird: das palästinensische Problem.


Vor vielen Jahren hörte ich im Radio eine der Reden von Abd-el- Nasser, die er vor einer großen Menschenmenge in Ägypten hielt.

Nasser verbreitete sich über die Errungenschaften der ägyptischen Revolution, als Schreie aus der Menge kamen: „Palästina oh, Gamal!“ Daraufhin vergaß Nasser über sein angefangenes Thema zu reden und sprach mit wachsender Begeisterung über Palästina.

Seit damals hat sich nicht viel verändert. Wenn die palästinensische Sache erwähnt wird, wirft sie ihre Schatten über alles andere. Genau dies geschah auch jetzt.

Jeder, der sich eine Lösung wünscht, muß wissen: Es gibt keine Lösung, ohne die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Und es gibt keine Lösung des palästinensischen Problems ohne Verhandlungen mit der gewählten Regierung, einer Regierung, der die Hamas vorsteht.

Wenn jemand ein für alle mal diese Scheiße – wie Bush so delikat formulierte – beenden will, dann geht es nur so.

Uri Avnery (83) wurde im nordrhein-westfälischen Beckum als Helmut Ostermann geborene und ist ein israelischer Publizist und Friedensaktivist.
      
19 Lesermeinungen
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#19   Hypatia   09:42:34 | Samstag, 29. Juli 2006
Hisbollah
Grundsätzlich ist Terrorismus „die Macht der Machtlosen“. Wer in imperialistischer Manier einem souveränen Staat wie Iran das Recht abspricht, eine Atommacht zu werden, hat keine Ahnung, von wem Europa in dieser Hinsicht tatsächlich Gefahr droht. Bereits 1982 sprach Dr. Dan Diener, israelischer Regimekritiker, an der Universität Mainz u.a. über die Tatsache, daß die atomaren Waffen, über die Israel verfügt, nicht auf seine arabischen Nachbarn gerichtet seien, sondern auf Europa. Nach dem Motto: wenn ihr uns untergehen laßt, nehmen wir euch mit!
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#18   blueberry   21:28:37 | Sonntag, 23. Juli 2006
Iran Invasion
Außerdem ist der Iran unser Freund, wir haben immer gute Geschäfte mit den Persern gemacht.
Richtig, wo andere Völker noch ein Bewusstsein haben für Ethik und Moral, da haben die Deutschen ihren Geldbeutel und Geschäftsverbindungen.
Meinen Sie, im Libanon findet gerade Terrorismusprävention statt. Dort findet Terroristenzüchtung statt, wie im Irak!
Was im Libanon statt findet, ist mit Sicherheit von langer Hand geplant und mit den USA (vielleicht auch mit den EU-3) abgesprochen. Die Entführung der Soldaten war wohl nur der Anlass den man benötigt hat um die Aktion durchführen zu können.
Ahmedinedschad hat ja schon offen gesagt, er würde im Falle eines Angriffs auf den Iran die Hisbollah für Angriffe auf Israel verwenden. Da niemand genau weiß was für Waffen in den Kammern der Mullahs so vor sich hin schimmeln, musste man die Hisbollah von der Grenze wegbekommen und möglichst kampfunfähig schießen.
Wenn Sie schon so naiv in Bezug auf den Iran und Atomwaffen sein wollen, dann schalten Sie ihren Realitätssinn (so Sie über sowas verfügen) wenigstens in Bezug auf USA, EU-3 und Israel ein.
Ich persönlich halte es für praktisch unmöglich dass die USA oder Israel sich mit einem atomar bewaffneten Iran abfinden können. Ölpreis hin oder her, wenn der Iran nicht einlenken sollte, dann wird er mit Sicherheit angegriffen werden.
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#17   Abu   07:38:32 | Sonntag, 23. Juli 2006
@ blueberry: Wollen Sie noch mehr Terror?
Selbstverständlich arbeitet man mit dem Iran nicht zusammen wie mit der Schweiz. Auch wirtschaftlich nicht. Würde die Schweiz eine Atombombe bauen, würde man „besorgt“ murmeln und den Kopf kratzen. Wenn Iran auch nur möglicherweise in zehn Jahren plus eine Atombombe hat, dann ist man jetzt bereits äußerst „besorgt“ und sieht schon mal in der Waffenkammer nach …
Individuelle Menschenrechte und Völkerrecht gehören zwar zusammen, sind aber zwei paar Stiefel. Die Invasion der USA in den Irak war völkerrechtswidrig und geschah unter der Flagge der Menschenrechte. Und jetzt? Was ist die Befreiung von Saddam wert, wenn das normale Leben nicht funktioniert, wenn man jeden Augenblick von einer Explosion zerrissen oder entführt oder massakriert werden kann. Das nennt man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
Zum Glück sind wir noch nicht so weit, daß wir über das „gute alte“ atomare Erstschlagsrecht diskutieren müssen. Aber warum nicht umgekehrt denken: Israel hat eben seinen Nachbarn überfallen. Ein aggressiver Staat also. Es hat Atombomben. In jeder Zeitung läßt sich von Szenarien lesen, den Iran zu bombardieren. Nach Ihrer Logik sollte niemand zögern, Israel jetzt den ersten Schlag zu verpassen!
Sie können Terrorismus nicht präventiv ausschließen. Auch nicht, indem Sie die Hisbolla angreifen. Wir erleben es doch gerade. Meinen Sie, im Libanon findet gerade Terrorismusprävention statt. Dort findet Terroristenzüchtung statt, wie im Irak!
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#16   Uwe Schmidt   00:55:23 | Sonntag, 23. Juli 2006
Iraninvasion
Also jetzt den Iran anzugreifen – wäre das Ende der Weltwirtschaft: dann würde nämlich der Erdölpreis von derzeit 80$ das Fass auf 200 steigen. Da lassen wir also lieber mal die Finger davon. Außerdem ist der Iran unser Freund, wir haben immer gute Geschäfte mit den Persern gemacht.
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#15   blueberry   23:23:00 | Samstag, 22. Juli 2006
@ Abu
Ich bin der Meinung, man sollte mit dem Iran so zusammenarbeiten, als wäre er die Schweiz.
Tut man das nicht? Ich bin auch dagegen dass man die Schweiz atomar bewaffnet. Man sollte abrüsten, nicht aufrüsten! Und bevor man Behauptungen aufstellt wie: Jeder Staat der Welt hat das Recht, alle nur erdenklichen Waffen zu bauen oder zu kaufen., sollte man betonen dass jeder Mensch auf der Welt das Recht hat auf Essen und Trinken, auf Bildung und Meinungsfreiheit!
Solange der Iran nicht angreift, hat keiner das Recht, ihn anzugreifen, und wenn, erst mal nur der Angegriffene.
Es ist wirklich überaus menschenfreundlich das sie Israel nach einem Atomangriff noch das Recht einräumen selbst eine Rakete abfeuern zu dürfen! Sehr edel!
Nachdem sie ein Szenario entwickelt haben, darf ich das vielleicht auch tun?!
Was wäre wenn plötzlich in New York oder in der Berliner Ubahn eine schmutzige Bombe hochgeht? Was wenn die Hisbollah eine Katjuscha Rakete ein bisschen atomar verseucht? Wenn die Wahabiten in Saudi Arabien der Ansicht sind dass nicht nur die Shiiten (die sie für Ungläubige halten und hassen), sondern auch sie ein Recht haben auf atomare Waffen? 80 % aller Attentäter vom 11.9 kamen aus Saudi Arabien!
Was wenn ihre Naivität falsch ist?
Was sollen wir dann tun? Einen Rosenkranz beten? Uns mit der atomaren Katastrophe abfinden? Unser Kreuz auf uns nehmen? Das scheint ja die Standard Methode von Abu zu sein: im Zweifelsfall: nimm dein Kreuz auf dich!
Amen!
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#14   Abu   22:51:54 | Samstag, 22. Juli 2006
@ blueberry: Falsch,
ich bin noch viel „naiver“ als Sie glauben (Sie brauchen mein Posting nur etwas intelligenter zu lesen):
Solange der iran sich an den Vertrag gebunden sieht, können die Länder, die auch im Boot sind, sofern Sie den Vertrag selbst einhalten, mit dem Iran verhandeln. Wenn ihnen die Sache was wert ist, dann sollten sie ihm attraktive Angebote machen.
Ich halte das für Verschwendung von Zeit und Geld. Ich bin der Meinung, man sollte mit dem Iran so zusammenarbeiten, als wäre er die Schweiz.
Und wenn der Iran tatsächlich –- was ich nicht glaube –- Atomwaffen entwickelt –- was 10, 15 Jahre dauert –-, dann hat er halt auch welche. Na und?
Was meinen Sie, was dann passiert? Die Iranis nicht so verblödete Fundis, daß sie aus einer Wahnidee heraus ihr Arsenal auf Israel abfeuern.
Aber wer weiß: Vielleicht verhandeln die beiden ja dann in gleicher Augenhöhe über Abrüstung von Atomwaffen. Wenn sich beide dran halten, kann was dabei rauskommen, siehe Ost-West-Konfrontation.
Solange der Iran nicht angreift, hat keiner das Recht, ihn anzugreifen, und wenn, erst mal nur der Angegriffene. Dazu haben wir die UN-Charta. Das ist geltendes Völkerrecht. Wer das für „naív“ hält, muß sich fragen lassen, für wen er sich hält. Für einen selbsternannten Sheriff im Wilden Westen? Sheriff Blueberry?
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#13   blueberry   20:24:46 | Samstag, 22. Juli 2006
@ Fundis
Jeder Staat der Welt hat das Recht, alle nur erdenklichen Waffen zu bauen oder zu kaufen.
Ja das ist ja schön. Wissen Sie worin ihr Problem besteht Abu? Sie sind ein weltfremder Träumer und Naivling! Ich weiß nicht ob Sie wirklich so naiv sind wie Sie tun oder ob es nur Taktik ist. Aber die aggressive Weise mit der Sie andere belehren wollen dass ihre naive Herangehensweise an Probleme die einzig wahre und richtige ist, ist nervig!
Sie sagen ja selbst: Atomwaffensperrverträge sind eine schöne Idee. Man kann aus ihnen wieder aussteigen.
Also: im Moment soll man doch bitte nix machen weil der Iran sich an den Atomwaffensperrvertrag hält, wenn er dann aussteigen sollte kann man wieder nix machen weil er ja dann Atomwaffen hat. :-D
Keines dieser Länder wird deshalb mit Krieg bedroht
Natürlich nicht. Sonst hätten man ja enen Atomkrieg am Hals. Pakistan oder Indien sind potentiell gefährliche Länder. Pakistan ist von Islamisten regelrecht unterwandert und in Indien wimmelt es von Hindu Fanatikern. Dass Bush diese mit F16 Jets gegen China ausstattet, halte ich für einen Fehler.
Wenn der Iran Atowaffen hat ist es:
1. fraglich ob es zu einer Abschreckung kommt wie im Kalten Krieg oder ob die Endzeit Krieger um A. aus einem Wahn heraus einen Krieg riskieren würden.
2. möglich dass Terrororganisationen weltweit schmutzige Bomben legen.
3. Andere Länder die Angst vor der Rev. haben oder (wie der Wahabiten Staat) zu den ideologischenh Gegner des Iran zählen sich ebenfalls bewaffnen.
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#12   möchtegern-kathole   07:52:45 | Samstag, 22. Juli 2006
geht um was anderes
es geht beim iran schon lange auch um das öl. USA braucht täglich 2000000000$ (2 Milliarden), um seine Ausgaben (Waffen, Geheimdienste usw) zu finanzieren. Also muss man alle Staaten ausplündern, das geht über einen hohen Ölpreis und Förderrechte. Die Förderrechte bekommt man aber nur durch das Schmieren der Politiker, und das geht bei „Fundamentalisten“ nicht, weil die sich ihren Grundsätzen verpflichtet fühlen. Ergo werden sie als „Fundis“ denunziiert, politisch und militärisch bekämpft und durch Leute wie den Schah ersetzt, die Förderrechte an USA verschenken, und dafür an der Macht bleiben dürfen.
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#11   Abu   06:58:54 | Samstag, 22. Juli 2006
@ Parzifal
1. Jeder Staat der Welt hat das Recht, alle nur erdenklichen Waffen zu bauen oder zu kaufen. Niemand hat das Recht, einen Staat deshalb anzugreifen. Sonst dürfte ja jeder die USA angreifen, die ihre Aggresivität ständig unter Beweis stellen. Und Harmaggedon-Glaube, der ist dort schon längst gesichtet worden, nicht weit weg vom Präsidenten.
2. Atomwaffensperrverträge sind eine schöne Idee. Sie werden zu einer richtig guten Idee, wenn sich alle daran halten. Man kann aus ihnen wieder aussteigen. Die USA, Frankreich, Rußland, Israel, Nordkorea, Pakistan und Indien haben trotzdem Atomwaffen. Keines dieser Länder wird deshalb mit Krieg bedroht, keines dieser Länder hat deshalb einen (Atom-)Krieg begonnen.
3. Ayatollah Chamenei hat im Juni 2005 eine Fatwa gegen Atomwaffen erlassen. Präsident Ahnadinedschad hat im Herbst vor der Uno dargelegt, daß er keine bauen will. Für eine Lüge wird diese Fatwa von den iranischen Repräsentanten viel zu wenig kolportiert. Es gibt in Diplomatenkreisen nicht wenige Leute, die das für glaubwürdig halten, weil der Iran von Atomwaffen mehr Nach- als Vorteile hätte.
4. Seit Chomeini gehört es im Iran zum guten Ton, gegen den „Satan USA“ und die „Zionisten“ zu poltern. Daß dabei eine herbere und ungeniertere Diktion gewählt wird, als es teutsche Funktionäre des Zentralrats und medial präsente Bedenkenträger und Betroffenheitspathetiker gewohnt sind, ist klar. In Sachen Holocaust erscheint Ahmadinedschad keineswegs fanatisiert, eher sehr entspannt.
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#10   Sulpicius   02:11:06 | Samstag, 22. Juli 2006
Peter Scholl-Latour auf merkur-online.de
Der Iran hat Israel vor Angriffen auf Syrien gewarnt. Ist er denn überhaupt in der Lage, etwas zu unternehmen?
Scholl-Latour: Man soll die Iraner nicht unterschätzen, so wie man derzeit dabei ist, die Hisbollah zu unterschätzen. Was den Amerikanern im sunnitischen Dreieck des Iraks passiert, das könnte den Israelis in schlimmerer Form im Süd-Libanon passieren – auch wenn die Kampfkraft der israelischen Armee der Kampfkraft der US-Infanterie zweifellos überlegen ist. Noch etwas: Der schiitisch-politische Machtzuwachs im Iran und in der gesamten Region ist entstanden aus der tiefen Not der Bevölkerung heraus. Das hat nicht nur terroristische Motive, wie behauptet wird.
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#9   Parzifal   00:29:54 | Samstag, 22. Juli 2006
@ möchtegern-kathole
Solange der Iran sein Uran anreichert, aber keine Atombomben baut, hält er sich präzise an den Atomwaffensperrvertrag.
Na dann ist ja gut! Sehr beruhigend! Israel bombt grade Libanon zu Schutt und Asche, Ahmedinedschad leugnet den Holocaust und möchte Israel von der Landkarte radieren, aber keine Panik! Der Iran hält sich an den Atomwaffensperrvertrag! Da kann ich endlich wieder ruhig schlafen!
Iran hat in den letzten Jahrzehnten keinen Krieg angefangen
Natürlich nicht! Es hat nur seinen Kindern aus Fernost importierte Plastikschlüssel um den Hals gehängt damit sie die Tür zum Paradies aufschließen können, nachdem sie auf einem Minenfeld explodiert sind!
Und es hat den Krieg gegen den Irak nur fortgesetzt nachdem der Irak schon auf sein eigenes Gebiet zurück gerängt wurde, weil es ein paar heilige shiitische Stätten erobern wollte. Da hat der Krieg halt acht Jahre gedauert. Aber was kann der Iran dazu? Keine Panik!
Es verübt im Irak grade auch nur Terroranschläge auf unliebsame shiitische Geistliche die nicht die gleiche theologischen Ansichten haben wie die Irren aus Theran weil es so menschenfreundlich ist! Großajatollah Sistani den man schon umbringen wollte, wirds ihnen gerne bestätigen!
Von Khomenie lernen heißt siegen lernen!
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#8   möchtegern-kathole   23:08:33 | Freitag, 21. Juli 2006
Meinung eines „Klugscheissers“ @ Parzifal
Lieber Parzifal,
solange Iran sich an Verträge hält, darf man ihm nix machen. Solange der Iran sein Uran anreichert, aber keine Atombomben baut, hält er sich präzise an den Atomwaffensperrvertrag. Gemäß Atomwaffensperrvertrag sind die USA+UK+F+Ru+China verpflichtet, dem Iran sogar bei seinem zivilen Atomprogramm zu helfen – Iran verzichtet dafür auf ein milit. Prog. Leider kommt nur Russland dieser Verpflichtung nach, USA, F und UK brechen den Vertrag an dieser Stelle.
Also nix machen. Jetzt kann man noch sagen, aber der Iran sei doch so eine große Gefahr, man müsse was dagegen machen. Das ist falsch. Iran hat in den letzten Jahrzehnten keinen Krieg angefangen, Ru/USA/Is/Uk haben mehrere angefangen. Deshalb nimm den Staaten die A-Waffen weg, die ständig Bomben schmeissen und Leute umbringen und die Welt belügen, und nicht den Khomenis, die nur einen korrupten Schah rausgeschmissen haben.
Grüße
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#7   Parzifal   22:29:32 | Freitag, 21. Juli 2006
Kann mir einer
von den hier versammelten Klugscheißern vielleicht mitteilen wie man mit dem Iran umgehen sollte?
Sie unterschätzen den Iran. Und zwar gewaltig.
Der Iran will nicht nur die Juden sondern auch die Christen dominieren. In Verbindung mit Atomwaffen, dem im Iran verbreiteten Endzeit und Auserwähltheitswahn kann das auch für Europa gefährlich werden.
Aber die religiösen Fundis sehen im Iran letztlich ein Vorbild.
Genau wie Khomenie die Trennung zwischen staatlicher und weltlicher Macht aufgehoben hat, so möchte auch die Piusbruderschaft diese Trennung aufheben und eine Theokratie errichten.
Leider ist die Bevölkerung im Westen nun aber etwas gebildeter als die Bevölkerung eines Entwicklungslandes weswegen das wohl nicht so ganz gelingen will (mit der Revolution).
Aber genau wie westdeutshce Komunisten seinerzeits nach Udssr gereist sind um von der Revolution zu lernen, so können die hier versammelten Fanatiker ja nach Theran reisen um von Khomenie zu lernen.
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#6   Abu   21:22:46 | Freitag, 21. Juli 2006
Ein interessanter Artikel
über einen scheiternden Staat
www.die-tagespost.de/…iv/titel_anzeige.asp?ID=24744
Redaktion benachrichtigen
#5   Sulpicius   19:53:58 | Freitag, 21. Juli 2006
@möchtegern-kathole
Gut kombiniert. Sieht tatsächlich so aus.
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#4   möchtegern-kathole   19:51:38 | Freitag, 21. Juli 2006
Kriegsvorbereitung
das schlimme ist, dass dies auf einen groesseren krieg hinweist. Bevor die USA den Iran angreift, muss Israel (1) die Hisbollah schwächen. Dann (2) müssen internationale Friedenstruppen Israel abschirmen (bereits im Gespräch), was (3) durch die 8m-hohe Mauer um das Westjordanland schon bereitet wurde. Das Zurückdrängen (4) Syriens aus dem Libanon vor einigen Monaten war ebenalls ein Meilenstein auf dieser „Roadmap zum Krieg“. Wenn Israel so geschützt ist, können die USA loslegen.
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#3   Stimme aus Wien   18:22:41 | Freitag, 21. Juli 2006
joergx2000
Zerstörung des Tempels von Jerusalem, und damit Beendigung des fortdauerndes Opfermahls 60 n.Chr.
durch die Römer
und:
Daher wird es zwischen zwei so gottlosen Systemen, wie Judentum und Islam niemals Frieden geben können, es sei denn…ja es sei denn sie bekehren sich zu der von Christus gegründeten römisch-katholischen Kirche.
Bis dahin, schwebt unter allen Ungetauften Verbrechern das Tor der Hölle.
Ich glaube, die beide Infos stammen aus der selben Quelle – damit dürfte jedem alles klar sein o^/
Redaktion benachrichtigen
#2   joergx2000   16:27:56 | Freitag, 21. Juli 2006
Widerspruch: Weg mit den Juden aus dem gelobten Land
Es wird keine Lösung des Jüdisch-Palästinänischen Problems geben, weil die gottlosen, aber von Vater im Himmel geliebten Juden kein Recht auf einen eigenen Staat in Palästina haben.
Für die Kreuzigung seines geliebten Sohnes hat Sie der Vater 3 x furchtbar bestraft :
1. Zerstörung des Tempels von Jerusalem, und damit Beendigung des fortdauerndes Opfermahls 60 n.Chr.
durch die Römer
2. komplette Zerstörung Jerusalems im Jahre 135 durch römische Armeen
3. anschließend, Vertreibung aller Juden aus dem gelobten Land auf Befehl des römischen Kaisers.
Daher wird es zwischen zwei so gottlosen Systemen, wie Judentum und Islam niemals Frieden geben können, es sei denn…ja es sei denn sie bekehren sich zu der von Christus gegründeten römisch-katholischen Kirche.
Bis dahin, schwebt unter allen Ungetauften Verbrechern das Tor der Hölle.
Redaktion benachrichtigen
#1   PetrusII   15:15:37 | Freitag, 21. Juli 2006
Helmut Ostermann
Eines würde mich schon interessieren. Seit wann hat Herr Ostermann seine neue Identität angenommen?
Die USA will das Problem „Israel“ nicht angehen. Im Grunde macht Israel (Die Regierung nicht das normale Volk) nur dass was die USA gerade will, und umgekehrt. Unruhe stiften im nahen Osten, damit die Regierungen der Länder im nahen Osten ausgetauscht werden, nach den Plänen der USA.
Es kann einem nur die Bevölkerung der verwickelten Länder Leid tun. Beten wir für die Bekehrung der Juden und der Moslems. Nur im rk Glauben kann es den wahren Frieden geben.
Beten wir auch für die Opfer dieser Gewalttaten. Egal auf welcher Seite diese sich befinden.
Redaktion benachrichtigen
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