Predigt mit Majestätsbeleidigung
Ein bayrischer Priester sprach bei einer Primizpredigt über die Liturgiereform und nannte das Kind etwas zu deutlich beim Namen. Doch jetzt sind die Priester der Umgebung der beleidigten Reform heldenhaft zu Hilfe geeilt.

St. Leonhard befindet sich sechzig Kilometer östlich von München. Kaplan Schallinger predigte in der Primizmesse von Hw. Gottfried Grengel. Der Kaplan war vor Hw. Grengel der letzte Primiziant, der aus dem Dorf hervorgegangen ist.
In seiner Primizpredigt kritisierte Kaplan Schallinger die Neue Messe als Satanswerk. Dies berichtete die Lokalzeitung ‘Traunsteiner Tagblatt’.
Das Verbot der alten Meßfeier sei rigoros und unverständlich – so der Kaplan: Es habe eine schockierende Vorgeschichte aus trüben Quellen. Der Priester nannte den „finsteren Geist“ des deutschen Reformers Martin Luther († 1546) und die „von den Freimaurern unterwanderte Liturgiebewegung der 60er Jahre“.
Papst Paul VI. († 1978), der das Neue Meßbuch publizierte, habe zugelassen, daß alles spezifisch Katholische – vor allem der Opfercharakter – aus der Meßliturgie verschwunden sei. Das sei ein Verrat an der liturgischen Tradition der Kirche.
Viele Priester seien verunsichert, weil die Messe nicht mehr als Opfer Christi, sondern als kultisches Mahl betrachtet werde.

Kaplan Schallinger wurde im Jahr 1970 zum Priester geweiht und wirkt seitdem als Kaplan in München. Der Priester betet jeden Samstag an der Münchner Mariensäule den Rosenkranz.
Die Primizpredigt in St. Leonhard hatte ein Nachspiel und zwar beim jüngsten, monatlich stattfindenden Treffen der Priester und Seelsorger des Dekanates Traunstein.
Es handelt sich um das Heimatdekanat von Papst Benedikt XVI.
Die Dekanatskonferenz beeilte sich, die Kirche wieder ins Dorf zurückzuholen und den rechten katholischen und apostolischen Glauben zu verteidigen.
Dabei erklärte sie, daß viele Gläubige von der deutlichen Predigt verwirrt worden seien.
Primizprediger Schallinger habe private Meinungen – die nicht im Einklang mit den Lehren der katholischen Kirche stünden – zu offiziellen kirchlichen Dokumenten kundgetan. Darum sei eine Stellungnahme „zu diesen skandalösen Äußerungen“ angesagt.
Die katholische Kirche halte daran fest, „daß wir in der Eucharistie die Feier des Todes und der Auferstehung unseres Herrn Jesu Christi begehen und dies in der Form eines Mahls.“
Bei der Liturgiereform des Jahres 1970 sei diese auf Jesus zurückgehende urchristliche Tradition wieder aufgenommen worden. Man habe wieder die Teilnahme am Mahl für alle Gläubigen betont.
Deshalb sei man auch wieder zur Lokalsprachen zurückgekehrt. Auch Jesus habe beim letzten Abendmahl Aramäisch gesprochen – nicht Lateinisch.
Die Dekanatskonferenz äußerte sich auch zu den Feststellungen des Kaplans über Martin Luther.
Auch wenn die christlichen Kirchen noch schmerzhaft unter der Trennung leide, könne es nicht angehen, daß wichtige „Glaubenszeugen“ anderer christlicher Religionen verunglimpft würden.
Papst Benedikt XVI. habe in seiner Zeit als Kardinal 1998 maßgeblich an der ‘Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre des Lutherischen Weltbundes und der Katholischen Kirche’ mitgewirkt. Darin werde noch einmal ausdrücklich auf jegliche gegenseitige Schuldzuweisung und Beschimpfung verzichtet.
Die Dekanatskonferenz von Traunstein distanzierte sich von dieser Art des „Angriffs“ auf das Zweite Vatikanische Konzil und von „diskreditierenden Äußerungen“ über Martin Luther und die lutherischen Gemeinschaften.
Das große Verdienst des Konzils von Trient (1545-1563) sei die Vereinheitlichung der Liturgie gewesen:
„Wir sind überzeugt davon, daß es dem Geist des Tridentinum wie auch dem Zweiten Vatikanum zutiefst widerspricht, wenn diese Einheit nun aufs neue zerstört werden soll.“
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Freitag, 11. August 2006 19:40
Tardevenientibus: Mühsam…
Für einen ‘Spät-Kommer’ ist es nicht leicht, sich durch die vielen Meinungen zu arbeiten und sich dann auch noch anzumelden. – Etwas scheint mir in der Debatte zu kurz gekommen, was aber Personen, die bei der ganzen Feier dabei waren, betonen: der größere Teil der Predigt ermutigte doch den Primizianten mit Hinweisen auf den Curé d’Ars, Padre Pio, auf den Beistand der Patrona Bavariae, auf das Gebet in diesem Jahr für geistliche Berufe und auf den gläubigen und ehrfurchtsvollen Vollzug der Messe, unabhängig vom aktuellen Formular. – Übrigens fand ich in meinem Bemühen mit den Konzilstexten noch keine konkrete Stelle über solche Formulare. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.
Montag, 31. Juli 2006 22:42
Malachias †: @23er Hansl
Da bin ich ganz mit Ihnen einverstanden…!
Die Art des Kommunionempfangs dürfte wohl eher als akzidentell, d.h. nicht zum Wesen(tlichen) gehörend, anzusehen sein, während z.B. die Wandlungsworte (auch in ihrer Treue zu den Einsetzungsworten Jesu!) durchaus zum Essenziellen, d.h. Wesentlichen oder das Wesen Bestimmenden, gehören.
Auch für „Glauben“ gibt es ja zwei Verständnisweisen:
– fides quae creditur: das, was zu glauben ist/geglaubt wird, sprich die Glaubenssätze oder Dogmen
und
– fides qua creditur: das, wie geglaubt wird, sprich der Glaube als existenzieller Akt des Menschen.
Auch hier dürfte Zweiteres das Wesentlichere und Wichtigere sein. Angewendet auf Madonnen und Marienverehrung:
Es ist nicht so wichtig/wesentlich, vor welcher Madonna ich bete. Wenn ich jeweils die Gottesmutter darin erkenne und verehre, führt es zum Wesentlichen, auf das es letzendlich ankommt…!
Die Art des Kommunionempfangs dürfte wohl eher als akzidentell, d.h. nicht zum Wesen(tlichen) gehörend, anzusehen sein, während z.B. die Wandlungsworte (auch in ihrer Treue zu den Einsetzungsworten Jesu!) durchaus zum Essenziellen, d.h. Wesentlichen oder das Wesen Bestimmenden, gehören.
Auch für „Glauben“ gibt es ja zwei Verständnisweisen:
– fides quae creditur: das, was zu glauben ist/geglaubt wird, sprich die Glaubenssätze oder Dogmen
und
– fides qua creditur: das, wie geglaubt wird, sprich der Glaube als existenzieller Akt des Menschen.
Auch hier dürfte Zweiteres das Wesentlichere und Wichtigere sein. Angewendet auf Madonnen und Marienverehrung:
Es ist nicht so wichtig/wesentlich, vor welcher Madonna ich bete. Wenn ich jeweils die Gottesmutter darin erkenne und verehre, führt es zum Wesentlichen, auf das es letzendlich ankommt…!
Montag, 31. Juli 2006 19:47
23er Hansl: tja. Weils halt immer darauf ankommt, ob man glaubt oder für-wahr-hält, gibt es dinge, die …
… weniger oder mehr verunsichern.
Es gibt Dinge, die den Glauben aus den Angeln heben können, und einen Menschen veranlassen können, die Glaubensgemeinschaft aus guten Gründen verlassen zu wollen. Wenn solche Dinge einen Großteil der Mitglieder einer Gemeinschaft in gleicher oder ähnlicher Form betreffen, kommt es über kurz oder lang entweder zu einer Spaltung oder zu einem Zerfall der Gemeinschaft.
Wenn es sich um ein bloßes Für-Wahr-Halten von Fakten handelt, dann kann jede etwas fundiertere In-Frage-Stellung einen solchen Prozess auslösen; in dem Fall ist es auch logisch, dass ein Für-Wahr-Halten auch zur Folge hat, dass performative religiöse Handlungen den Charakter von magisch-mechanischer Wirkkraft erhalten, was wiederum zur logischen Folge hat, dass sie diese auch verlieren, wenn sie nicht mit akribischer Präzision durchgeführt werden. In dem Fall könnte es theoretisch schon sein, dass solche Kleinigkeiten derartige Wirkmacht erhalten.
Ich bin der Meinung, dass die römisch-katholische Kirche keine Gemeinschaft ist, für die das gilt, und dass der Glauben in dieser Kirche ein echter Glauben ist und kein bloßes Für-Wahr-Halten. Daher bin ich der Auffassung, dass diese Aussage strohdumm ist, keinen Wahrheitsgehalt besitzt und von unüberbietbarer Irrelevanz ist. Damit möchte ich nicht – wie unterstellt – die Bedeutung von orthopraktischen Elementen schmälern, doch wenn jemand der Meinung ist, die Existenz der Kirche steht und fällt mit der Mundkommunion, ich bitte Sie…
Es gibt Dinge, die den Glauben aus den Angeln heben können, und einen Menschen veranlassen können, die Glaubensgemeinschaft aus guten Gründen verlassen zu wollen. Wenn solche Dinge einen Großteil der Mitglieder einer Gemeinschaft in gleicher oder ähnlicher Form betreffen, kommt es über kurz oder lang entweder zu einer Spaltung oder zu einem Zerfall der Gemeinschaft.
Wenn es sich um ein bloßes Für-Wahr-Halten von Fakten handelt, dann kann jede etwas fundiertere In-Frage-Stellung einen solchen Prozess auslösen; in dem Fall ist es auch logisch, dass ein Für-Wahr-Halten auch zur Folge hat, dass performative religiöse Handlungen den Charakter von magisch-mechanischer Wirkkraft erhalten, was wiederum zur logischen Folge hat, dass sie diese auch verlieren, wenn sie nicht mit akribischer Präzision durchgeführt werden. In dem Fall könnte es theoretisch schon sein, dass solche Kleinigkeiten derartige Wirkmacht erhalten.
Ich bin der Meinung, dass die römisch-katholische Kirche keine Gemeinschaft ist, für die das gilt, und dass der Glauben in dieser Kirche ein echter Glauben ist und kein bloßes Für-Wahr-Halten. Daher bin ich der Auffassung, dass diese Aussage strohdumm ist, keinen Wahrheitsgehalt besitzt und von unüberbietbarer Irrelevanz ist. Damit möchte ich nicht – wie unterstellt – die Bedeutung von orthopraktischen Elementen schmälern, doch wenn jemand der Meinung ist, die Existenz der Kirche steht und fällt mit der Mundkommunion, ich bitte Sie…
Sonntag, 30. Juli 2006 22:26
Malachias †: @23er Hansl
meinen Sie nicht, dass die Aussage:„Wenn wir es fertiggebracht haben daß die Katholiken die Handkommunion
praktizieren, haben wir es geschafft.“ auf einen nicht besonders hellen Geist schließen lässt?
Was würden Sie denn zu ähnlichen Aussagen z.B. hinsichtlich der (traditionellen) Messe, des Papsttums, der Marienverehrung, die es – so oder ähnlich – auch gibt, sagen? Alles Dinge, die unwesentlich (im Fachjargon akzidentell) für den katholischen Glauben sind und auf die wir gut verzichten können…?
Was würden Sie denn zu ähnlichen Aussagen z.B. hinsichtlich der (traditionellen) Messe, des Papsttums, der Marienverehrung, die es – so oder ähnlich – auch gibt, sagen? Alles Dinge, die unwesentlich (im Fachjargon akzidentell) für den katholischen Glauben sind und auf die wir gut verzichten können…?
Sonntag, 30. Juli 2006 21:58
Benedikt: q.e.d.
Nach Malachias gibt es also zwei Kirchen – die FSSPX und die Konzilskirche. Ist ja hochinteressant. Der Kirchenlehre widerspricht es allerdings vollkommen.
Sonntag, 30. Juli 2006 21:44
Malachias †: @Marcellinus
Unzählige Madonnen von falschen und kirchlich nicht anerkannten „Erscheinungsstätten“ stehen in unseren
Kapellen und Kirchen.
An was denken Sie denn konkret? Die meisten der Madonnen – zumindest im deutschsprachigen Raum – dürften sich entweder an Lourdes (Unbefleckte Empfängnis) oder Fatima (Unbeflecktes Herz Mariens) anlehnen.
Die haben Sie aber wahrscheinlich nicht gemeint…?!
Sie sind ein Teil der Greuel unserer Konzilskirche.
1. Vom Namen her würde ich Sie spontan für einen FSSPX-ler halten. Als solcher identifizieren Sie sich dann aber dennoch mit „unserer Konzilskirche“?
2. Nachdem Marienverehrung großen Heiligen zufolge – zumindest bedingt(Kentenich) – heilsnotwendig(Grignion von Montfort) ist: Macht es wirklich so einen großen Unterschied, welchem Erscheinungsort die Madonna zuzuordnen ist? Oder wäre es Ihnen lieber, überall das in dieser Beziehung vollkommen unbedenkliche Gnadenbild der „Dreimal wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt“
vor sich zu haben…?
An was denken Sie denn konkret? Die meisten der Madonnen – zumindest im deutschsprachigen Raum – dürften sich entweder an Lourdes (Unbefleckte Empfängnis) oder Fatima (Unbeflecktes Herz Mariens) anlehnen.
Die haben Sie aber wahrscheinlich nicht gemeint…?!
Sie sind ein Teil der Greuel unserer Konzilskirche.
1. Vom Namen her würde ich Sie spontan für einen FSSPX-ler halten. Als solcher identifizieren Sie sich dann aber dennoch mit „unserer Konzilskirche“?
2. Nachdem Marienverehrung großen Heiligen zufolge – zumindest bedingt(Kentenich) – heilsnotwendig(Grignion von Montfort) ist: Macht es wirklich so einen großen Unterschied, welchem Erscheinungsort die Madonna zuzuordnen ist? Oder wäre es Ihnen lieber, überall das in dieser Beziehung vollkommen unbedenkliche Gnadenbild der „Dreimal wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt“
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