Die Auseinandersetzung um den italienischen Politiker und Papstberater Rocco Buttiglione für das Amt des EU-Kommissars für Justiz bekommt nach Aussage von Kardinal Wetter immer mehr eine „alarmierende Ausrichtung“.
(Kreuz.net, München) Der aktuelle Vorgang in Brüssel ist für den Münchner Erzbischof „alarmierend“,
weil er „einer Art Berufsverbot für katholische Christen gleichkommt“.
In einer Presseaussendung des
Erzbistums heißt es: „Die Kirche respektiert die weltanschauliche Neutralität des Staates, aber sie
kann nicht hinnehmen, dass von Politikern verlangt wird, sie müssten ihre christliche Grundhaltung und
ihr Bekenntnis verbergen oder gar verleugnen, wenn sie eine verantwortungsvolle politische Aufgabe übernehmen
wollen.“
Cardinal Wetter findet scharfe, für einen deutschen Bischof sogar sehr scharfe Worte: „Ich
protestiere daher nachdrücklich gegen diesen im Gewand von Liberalität und Toleranz inszenierten Kulturkampf.
Offensichtlich wäre es nicht einmal mehr den christlich geprägten Gründervätern eines einigen Europas,
Konrad Adenauer, Robert Schuman und Alcide De Gasperi, möglich, heute EU-Kommissar zu werden.“
Wetter
weiter: „Obgleich der bekennende katholische Christ Buttiglione deutlich gemacht hat, dass er zwischen
seiner persönlichen Moralvorstellung und geltendem Recht sehr genau zu unterscheiden wisse und obgleich
bekannt ist, dass er ein entschiedener Vertreter einer europäischen Einigung ist, wird ihm gerade wegen
seiner persönlichen auf der Lehre der katholischen Kirche beruhenden Moralvorstellung die Eignung für
ein wichtiges politisches Amt in der Europäischen Union abgesprochen.“
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