Kolumbien
Ein südamerikanisches Polen?
Das Land ist im Westen vor allem wegen Bürgerkrieg und Drogenmafia bekannt. Von seiner blühenden Kirche und den vielen Berufungen hört man weniger.
(kreuz.net/Kirche in Not) „Die Priesterseminare Kolumbiens sind praktisch voll“ – sagt Mons. Ricardo Tobon, der Bischof von Sonsón Rionegro in der nordwestlichen Provinz Antioquia.

„Es ist leider nur wenigen bekannt, was die kolumbianische Kirche leistet“ – erklärt Erzbischof Flavio Calle Zapata aus Ibagué im Südwesten des Landes.

Gegenwärtig bereiten sich im ganzen Land 1200 junge Männer auf ihren priesterlichen Dienst vor.

Sie wollen nicht nur in einheimischen Diözesen evangelisieren. Fast 700 von ihnen sind bereit, als Missionare ins Ausland zu gehen.

Bereits jetzt sind kolumbianische Priester und Ordensleute in ganz Mittel- und Südamerika tätig – so in in Argentinien, Brasilien, auf Kuba, in der Dominikanischen Republik, in Nicaragua und in den Vereinigten Staaten.

Sogar in Afrika, Europa und Asien trifft man Geistliche aus den kolumbianischen Priesterseminarien.

Die Kirche Kolumbiens ist dynamisch, weil der christliche Glaube lebt. Neun von zehn der 46 Millionen Kolumbianer sind katholisch.

Jeder Dritte nimmt regelmäßig am kirchlichen Leben teil.

Allein in der Erzdiözese Medellin – im Herzen des Landes – arbeiten unter den 2,6 Millionen Katholiken fast tausend Geistliche. Die Zahl der Seminaristen geht in die Hunderte.

Es gibt Pfarreien, wo an Sonntagen bis zu acht Messen zelebriert werden. In manchen Gemeinden sind bis zu vier Priester tätig.

Viele Gläubige gehen häufig und regelmäßig beichten.

Seit vielen Jahren unterstützt das in Deutschland beheimatete internationale Hilfswerk ‘Kirche in Not’ die Priesterseminarien – und damit auch den Wunsch vieler Kolumbianer, die gesellschaftlichen Konflikte durch eine Besinnung auf das Evangelium zu überwinden.

Kenner Kolumbiens führen die anhaltende Bereitschaft zum Dienst am Nächsten, auf das gewachsene Selbstbewußtsein der Katholiken zurück.

Sie trotzen der schwierigen politischen wie sozio-ökonomische Lage des Landes, die von einer kleinen Klicke von Mächtigen verursacht wird.

Allein in den 90er Jahren sind – Schätzungen zufolge – 40.000 Menschen bei den Kämpfen zwischen der Armee und den Guerilleros ums Leben gekommen.
      
17 Lesermeinungen
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#17   DDL   01:32:25 | Sonntag, 30. Juli 2006
@Frasim – na und?
Ist das Deuten auf die Negativaspekte nicht vollkommen legitim? Von der Kirche selbst wird man doch lediglich Belobhudelungen in dieser Hinsicht hören – irgendeiner muss den Job doch übernehmen, klarzumachen, dass da keineswegs alles Gold war / ist, was da glänzt(e).
Und ist es nun wirklich so ein großes Geheimnis, dass Klöster über viele Jahrhunderte als Entsorgungsbetriebe für Ungelegene dienten?
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#16   Frasim   00:17:01 | Sonntag, 30. Juli 2006
@Gotthard
Liegt es eigentlich in Ihrer Natur, immer alles von der negativen Seite zu beleuchten? :-S
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#15   Gotthard   21:52:06 | Samstag, 29. Juli 2006
Sekundär?
Nicht wenige werden halt dann auf Grund von sekundärer Motivation Priester. Ob das Ausdruck von Berufung ist?
„Sekundäre Berufungen“ hat es zu allen Zeiten gegeben – heute wohl am allerwenigsten.
Wenn die nachgeborenen Söhne und Töchter ins Kloster gesteckt wurden …
wenn Frauen, die gerne Lehrerin oder Krankenschwester werden wollten, ins Kloster gingen… 19. Jahrhundert!!
wenn Frauen in Afrika der Last vieler Kinder und der Last der Feldarbeit und der Unterdrückung durch den Ehemann und seiner Untreue entgehen wollen – Eintritt in einen Orden!
Umgekehrt gibt und gab es die Oblaten, die als verheiratete Menschen sich einem Orden verpflichteten…
Die Soziologie der Berufungen in Geschichte und Gegenwart wäre ein interessantes Forschungsfeld der Theologie, aus dem viel gelernt werden könnte.
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#14   Puchil2 †   20:07:29 | Samstag, 29. Juli 2006
Wert der Berufung?
Der Punkt ist aber: Nicht wenige werden halt dann auf Grund von sekundärer Motivation Priester. Ob das Ausdruck von Berufung ist?
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#13   Beobachterin   20:02:55 | Samstag, 29. Juli 2006
Chance
Puchil2: Eine ähnliche Dynamik erklärt auch die relativ hohe Zahl von Priesterseminaristen.
Na und? Das zeigt doch, daß die jungen Leute ihre Chance wahrnehmen und daß sie gerade durch die katholische Kirche eine solche erhalten! Es schmälert doch keineswegs den Wert der Berufungen.
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#12   Puchil2 †   17:56:24 | Samstag, 29. Juli 2006
Aus einem Interview mit einem jungen Kolumbianer
„Aber ein ganz wesentlicher Faktor ist die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft insgesamt. Viele Jugendliche sehen keine Perspektive für ihr Leben. Wenn sich ihnen nun die Chance des Militärdienstes bietet – denn als Chance wird er tatsächlich wahrgenommen, und das ist nicht nur in Kolumbien so, sondern in ganz Lateinamerika –, dann nutzen sie die Gelegenheit. Für viele Jugendliche ist das Militär die einzige Möglichkeit, lesen und schreiben zu lernen, die einzige Möglichkeit, eine Arbeit zu finden. Sich für den Krieg zu entscheiden, ist also ein riesiger wirtschaftlicher und persönlicher Vorteil.“
Eine ähnliche Dynamik erklärt auch die relativ hohe Zahl von Priesterseminaristen.
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#11   Hódmezövásárhelykutasipuszta   17:51:41 | Samstag, 29. Juli 2006
Medellin – im Herzen des Landes – … die geographischen Insiderinfos von kreuz.net
waren auch schon mal besser!
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#10   Gotthard   17:40:04 | Samstag, 29. Juli 2006
Unverstand
Vielleicht können ja ein paar Priester ins Bistum Fulda kommen… (dann finden viellecht weniger Wortgottesdienste statt.)
diese kleinkarierten egoistischen Wünsche!!
Kolumbien ist absolut priesterarm … 8.000 Priester für 40 Mio Katholiken in 5.000 Pfarreien…
Ich fass es einfach nicht, wie dumm hier geschwätzt werden kann!
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#9   Jawohl!   16:50:18 | Samstag, 29. Juli 2006
Hahahaha
Und gleich der nächste, der nicht imstande ist, einen kurzen (!!) englischen Text zu lesen, aber dafür über die weite Welt scwadroniert. :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D ^-^
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#8   Puchil2 †   16:47:54 | Samstag, 29. Juli 2006
„Priesterschwemme“ in Kolumbien
Dort ist der Priesterberuf die Zuflucht in die soziale Absicherung und gesellschaftliche Anerkennung.
Babylon hat vollkommen Recht. Alle hier vorgebrachchten Gründe sind Wunschdenken. Oben drein nimmt man es besonders in Mittel und Südamerika mit der Einhaltung des Zölibatsversprechens sehr locker, wie Bischöfe aus diesen Gebieten bei ihren Ad-limina – Besuchen in Rom immer wieder einräumen müssen.
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#7   Babylon †   16:24:24 | Samstag, 29. Juli 2006
Jawohl, Du glaubst doch nicht ernsthaft
daß ich ellenlange englische Texte durchackere, zumal, wenn sie von DIR empfohlen werden?
Grotesk.
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#6   Jawohl!   16:19:59 | Samstag, 29. Juli 2006
zu Herrn Bebel
Jawohl, hör mal auf, auf Deine zugegebenermaßen hervorragenden Beiträge zu verweisen! Das ist ja lächerlich.
Ok, aber ich werte deine Antwort als Zustimmung in der Sache.
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#5   Babylon †   16:16:25 | Samstag, 29. Juli 2006
Jawohl, hör mal auf, auf Deine drittklassigen Beiträge zu verweisen!
Das ist ja lächerlich.
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#4   Jawohl!   16:13:24 | Samstag, 29. Juli 2006
Hahahaha
zu Herrn Babylon:
Studier erst mal diesen Artikel hier www.catholic.net/…tic/0809-96/8/8.html, in dem der Autor eine ähnlich schwachköpfige »Analyse« (»Instead of an analysis of the objective access offered by the seminary to an education superior to what was generally available to bright, ambitious boys in the semirural and unmodernized Spain, and an analysis of the repercussions of this on priestly vocations, the official biographies prefer to use anecdotes …«) ad absurdum führt.
Deine Bemerkung zeigt darüber hinaus, dass du von der gegenwärtigen sozialen Situation in Kolumbien keine Ahnung hast. Bei soviel Ahnungslosigkeit bist du auf dieser Tradi-Seite freilich bestens aufgehoben.
Gute Beiträge findest du übrigens hier www.kreuz.net/reader.2051.html. ^-^
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#3   Babylon †   16:06:54 | Samstag, 29. Juli 2006
Dort ist der Priesterberuf
die Zuflucht in die soziale Absicherung und gesellschaftliche Anerkennung.
Kein Wunder also.
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#2   Elendester Sünder   14:38:35 | Samstag, 29. Juli 2006
Sollte man denken, aber…
Bischof Algermissen gibt sich hier plötzlich fremdenfeindlich, indem er sagt: „Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt deutlich, daß der Einsatz von ausländischen Priestern mitunter zu Schwierigkeiten in den Gemeinden führte, über die ich als Bischof nicht hinwegsehen kann.“
www.kreuz.net/article.1443.html
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#1   Adrian   14:21:22 | Samstag, 29. Juli 2006
Glaubensumfeld
„Gegenwärtig bereiten sich im ganzen Land 1200 junge Männer auf ihren priesterlichen Dienst vor.“ (Artikel)
Das liegt sicher auch an den christlichen Familien und an das Vorleben des Glaubens im Land. Vielleicht können ja ein paar Priester ins Bistum Fulda kommen… (dann finden viellecht weniger Wortgottesdienste statt.) ;-)
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