Ein ehrgeiziges Unternehmen
Benedikt XVI. will etwas für die Alte Messe tun, doch die Kardinäle stemmen sich dagegen. Darum beschloß die Piusbruderschaft, dem Papst mit einer ungewöhnlichen Maßnahme zu Hilfe zu eilen.

Das dritte Generalkapitel der Piusbruderschaft tagte vom 3. bis zum 15. Juli.
Im ersten Schreiben – der abschließenden Erklärung – wird unterstrichen, daß die Priesterbruderschaft weiterhin auf der Linie ihres Gründers, Mons. Marcel Lefebvre, wirken will.
Die Erklärung erinnert an Worte von Mons. Lefebvre vom November 1974: „Wir hängen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele am katholischen Rom, der Hüterin des katholischen Glaubens und der für die Erhaltung dieses Glaubens notwendigen Traditionen, am ewigen Rom, der Lehrerin der Weisheit und Wahrheit.
Wir lehnen es dagegen ab, und haben es immer abgelehnt, dem Rom der neo-modernistischen und neo-protestantischen Tendenz zu folgen, die klar im Zweiten Vatikanischen Konzil und nach dem Konzil in allen Reformen, die daraus hervorgingen, zum Durchbruch kam.“
Die Bruderschaft hofft im Schreiben auch auf eine Freigabe der Alten Messe und auf die Annulierung der Exkommunikation der vier von Erzbischof Lefebvre im Jahr 1988 unerlaubt geweihten Bischöfe.
Nach diesen zwei Schritten erwartet sie Gespräche mit Rom über die Lehre. Sie wünscht sich, daß bei diesen Unterredungen die Stimme der überlieferten Lehre in der Kirche wieder stärker hörbar würde.
Bei den sporadischen Kontakten mit dem Vatikan gehe es nicht darum, ein unmögliches, rein praktisches „Abkommen“ zu erreichen. Man wolle der Römischen Kurie helfen, sich die Tradition wieder zueigen zu machen.
Im zweiten Dokument – dem Brief an die Gläubigen – verkündet Bischof Fellay, daß man sich auf dem Generalkapitel zu einem „ehrgeizigen Unternehmen“ entschlossen habe:
Die Piusbruderschaft hat die Absicht, dem Papst bis Ende Oktober – dem Rosenkranzmonat – einen geistlichen Blumenstrauß bestehend aus einer Million Rosenkränze zu überreichen.
Die Rosenkränze sollten in folgender Meinung gebetet werden:
1. Dafür, daß Papst Benedikt XVI. von Gott die notwendige Kraft erhalte, um die Alte Messe vollkommen freizugeben.
2. Für die Wiedererrichtung des Königtums unseres Herrn Jesus Christus über die Gesellschaft.
3. Für den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens.
Mons. Fellay hatte diese Millioneninitiative bereits am 16. Juli während der Predigt bei einer Primizmesse in Oensingen – unweit der Nordschweizer Stadt Solothurn – vorgestellt.
Der Heilige Vater wolle etwas für die Alte Messe tun, aber er stoße verschiedentlich auf Widerstände – erklärte der Bischof: „Er sucht nach Unterstützung von Kardinälen, und wir wollen vom Himmel diese Unterstützung erbeten.“
Insgesamt sei die Lage nicht rosig. Das Bewußtsein „Wir müssen zurück zur Tradition“ fehle noch.
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Donnerstag, 3. August 2006 17:07
Artois †: @Gotthard
Diese Frage ist nun wirklich leicht zu beantworten: 1. Streichung aus den Körperschaftsregistern; 2. Enteignung ihres gesamten, zweifellos ergaunerten Vermögens, vor allem aller ihrer Immobilien; 3. Ausweisung aller ausländischen, d.h. meist us-amerikanischen „Prediger“ etc. etc. 4. Aburteilung sämtlicher Personen, die danach noch aufmucken, mit Hilfe des Gotteslästerungsparagraphen. Das sollte dann wohl reichen …
Mittwoch, 2. August 2006 13:20
Freinsberg: Was tun?
Klar
: Auf dem Scheiterhaufen verbrennen!
Dienstag, 1. August 2006 21:13
Gotthard: Was tun?
Das Dulden amerikanischer Sekten in katholischen Ländern hat sich als Katastrophe erwiesen
Welche staatliche Vorgehensweise schlägst Du gegen diese Sekten vor? …
Welche staatliche Vorgehensweise schlägst Du gegen diese Sekten vor? …
Dienstag, 1. August 2006 09:15
Agiafortuni: die Fähigkeit zu unterscheiden
Melchior Cano unterscheidet zwischen Häresien und Häresien begünstigenden Irrtümer. Diese Unterscheidung gilt es auf das katholische Staatsverständnis anzuwenden. Einkatholischer Staat begünstigt den Glauben ohne eine Glaubensinstanz zu sein. Er tut es hauptsächlich in zwei Bereichen, der Familien und Kulturpolitik. Gegenüber nichtkatholischen Gemeinschaften kann der Grundsatz der Toleranz so lange angewendet werden, als sie keine Gefahr für den rechten Glauben sind. Das Dulden amerikanischer Sekten in katholischen Ländern hat sich als Katastrophe erwiesen
Montag, 31. Juli 2006 19:47
Benedikt: @ möchtegern-kathole
Mgr. Lefebvre und seiner Bewegung liegt ein starker Integralismus zugrunde, der dazu führt, alle Dinge durch die religiöse Brille zu sehen. Diese Ansicht erklärt auch die Erbitterung gegen Dignitatis Humanae. Was eigentlich bloß eine Frage der katholischen Staatslehre ist (s. Beitrag von Jawohl!) ist für Integralisten natürlich auch unmittelbares Glaubensleben. Bei Integralisten gehört letztlich jede Frage zu den Glaubensfragen. Das führt häufig zu einer grotesken Überhöhung eigentlich simpelster Alltagsdinge.
Montag, 31. Juli 2006 18:52
möchtegern-kathole: @Benedikt
Ihr Einwurf führt zu der interessanten Frage, ob Lefebvre die Dokumente ablehnt wegen Fragen des Glaubens,
oder anderen Fragen. In letzterem Fall wäre das alles überhaupt keine Frage der Dogmatisierung, weil
man Durchführungsverordnungen nicht dogmatisieren kann.
In der Hinsicht muss ich mich mal schlau machen.
Umgekehrt gibt es auch „zwischenfälle“, wenn nämlich eine Durchführungsverordnung (z.B. wie die Hl. Messe gelesen werden muss) Fragen des Glaubens berührt (nämlich die den Glauben ausdrückenden Texte der Hl. Messe). Er sagt natürlich, der Glaube wäre wichtiger.
In der Hinsicht muss ich mich mal schlau machen.
Umgekehrt gibt es auch „zwischenfälle“, wenn nämlich eine Durchführungsverordnung (z.B. wie die Hl. Messe gelesen werden muss) Fragen des Glaubens berührt (nämlich die den Glauben ausdrückenden Texte der Hl. Messe). Er sagt natürlich, der Glaube wäre wichtiger.
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