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Dienstag, 1. August 2006 17:15
Was steckt hinter den Verleumdungen gegen Kardinal von Galen?
Im Haß gegen den Löwen von Münster sind sich Sozialisten und Nationalsozialisten einig. Dafür gibt es einen Grund. Von Hubert Hecker.
Bei der Seligsprechung des Löwen von Münster wurde sein Bild im Petersdom enthüllt.
Bei der Seligsprechung des Löwen von Münster wurde sein Bild im Petersdom enthüllt.
(kreuz.net) Am 26. Juni 2006 publizierte die ‘Frankfurter Allgemeine’ einen Artikel von Rudolf Willenborg unter dem Titel „Hitlers willige Vollzieher?“.

Der Autor deckte darin billige Verleumdungen auf, die zum Beispiel von der abgesetzten Theologin Ute Ranke-Heinemann gegen den Löwen von Münster, August Kardinal von Galen, vorgetragen wurden.

Nach der Veröffentlichung des Artikels zeigte sich Frau Ranke in einem Leserbrief an die ‘Frankfurter Allgemeine’ trotz eindeutiger Faktenlage wenig lernbereit.

Inzwischen hat noch eine weitere Gruppe aufgeheult, die durch die treffende historische Analyse des Artikels von Willenborg in Bedrängnis gebracht wurde.

Die Gruppe, die sich ‘Initiative freier Christen für den Christus der Bergpredigt’ nennt, hat den Kardinal in der Vergangenheit in einer Publikation verleumdet, die sich ‘Friedens-Zeitung’ nennt und ihre Seite auch ins Internet gestellt hatte.

Dabei wurde ebenfalls das fabrizierte Zitat verwendet, dessen sich auch Frau Ranke bedient hatte, um Kardinal von Galen als angeblichen Englandhasser und Kriegstreiber hinzustellen.

Der entsprechende Artikel unter der Überschrift: „Seligsprechung eines Kriegstreibers“ enthielt auch den Hinweis, daß der Bischof in jungen Jahren ein begeisterter Jäger gewesen sei und schloß daraus:

„Wer Lust am Töten von Tieren hat, der findet auch nichts dabei, Soldaten für den ‘Endsieg’ verheizen zu lassen.“

Diesen Angriff bewertete Willenborg in seinem Artikel in der ‘Frankfurter Allgemeinen’ als „tiefstes Niveau“.

Wie schon vorher Frau Ranke ließ auch die ‘Initiative’ diese berechtigte Kritik nicht auf sich sitzen. In einem Leserbrief in der ‘Frankfurter Allgemeinen’ vom 6. Juli konterte sie mit einem Tolstoi-Zitat: „Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei.“

Zu dieser verqueren Tier-Mensch-Theorie passt die Weltanschauung des zweifelhaften Tierschutz-Philosophen Peter Singer, der zum Anlaß seines 60. Geburtstages in der gleichen Zeitungsausgabe vorgestellt wurde.

Dieser umstrittene Philosoph wendet seine Philosophie der Einebnung des Unterschiedes zwischen Tier und Mensch allerdings in einem anderen Sinn an als die Tolstoi-Christen.

Wer Fleisch ißt und damit die Tötung von Haus- und Wildtieren billigend in Kauf nimmt, darf nach Singer auch die Tötung von ungeborenen und geborenen Kleinkindern sowie geistig behinderten Kindern nicht verurteilen.

Singers ethische Kriterien für die Tötung von Lebewesen sind die jeweils aktuellen Fähigkeiten und Eigenschaften eines Individuums und nicht ihre Zugehörigkeit zur Gattung Mensch oder Tier.

„Bei jedem fairen Vergleich moralisch relevanter Eigenschaften wie Rationalität, Selbstbewußtsein, Bewußtsein, Autonomie, Lust- und Schmerzempfindung und so weiter haben das Kalb, das Schwein und das viel verspottete Huhn einen guten Vorsprung vor einem menschlichen Fötus.“

Auch das geborene Kleinkind sowie ein behindertes Kind seien weniger ‘Person’ als ein erwachsenes Haustier – glaubt Singer:

In einer Gesellschaft, in der weit entwickelte Formen des Lebens um des menschlichen Verzehrens willen getötet werden, sei die Kinderabtreibung selbst aus oberflächlichen Gründen und bei fortgeschrittener Schwangerschaft nicht zu verurteilen.

Singer löst damit das Grundrecht auf Gleichheit und Gleichbehandlung des Menschen in jeder Entwicklungsphase und jedem Lebenszustand auf.

Das ist eine bedrohliche Philosophie, welche eine weitere Büchse der Pandora öffnet. Doch die progressiven Vertreter unserer Gesellschaft brauchen heute solche falschen Propheten, um Massentötung von ungeborenen Kindern zu legitimieren und die geplante Tötung behinderter Kleinkinder und alter Menschen zu rechtfertigen.

Diese philosophische Verbrämung des Rechts des Stärkeren steht im unversöhnlichen Gegensatz zum christlichen Menschenbild des seligen Kardinals von Galen.

Dieser war als junger Mann und Jäger selbstverständlich dem Gedanken verpflichtet, daß Tiere nicht gequält werden dürfen, sondern gehegt werden sollen und schonend zu behandeln sind.

Aber nur dem Menschen kommt aufgrund seiner Gottesebenbildlichkeit ein unbedingter Lebensschutz und eine unantastbare Würde zu.

Deshalb hat sich Bischof von Galen – wie alle deutschen Bischöfe seiner Zeit – strikt gegen das nationalsozialistische Abtreibungsgesetz von 1935 ausgesprochen und in seinen drei berühmten Predigten vom Juli/August 1941 gegen die Tötung von Kranken und Behinderten durch die nationalsozialistischen Banditen gekämpft.

Auf diesem Hintergrund geht urplötzlich ein Licht auf, warum die vielfältigen Verleumdungen des seligen Kardinals besonders in linken und progressiven Kreisen so gierig aufgenommen werden:

Der historische Vorkämpfer für Lebensschutz und Lebensrecht ist auch ein Ankläger gegen die heutige Tötungspraxis und gegen weitergehende Tötungspläne.

Deshalb also soll der Löwe von Münster demontiert und denunziert werden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 31 Lesermeinungen:
Donnerstag, 3. August 2006 00:02
Jörg Guttenberger, Köln: Parzifal, deusexmachina
P.: Bitte, bleiben Sie sachlich! Hinweis auf eine protokollarische Entscheidung des Wiener Kongresses bedeutet keinerlei Wertung seiner politischen Entscheidungen. Damit bedarf es keines Brückenschlages zum demokratischen Rechtsstaat.

d.: Das Konzil hat, Gedanken von Teilhard de Chardin bestätigend, die gesamte Schöpfung heilig genannt. Exkrementen diese Eigenschaft zuzuerkennen, bedeutet eine ganz erhebliche Überspitzung. Durch Überspitzung ist jeder noch so vernünftige Gedanken ad absurdum führbar.

Ihre Aussage betreff Jerusalem trifft zu. Heiligkeit bedeutet nach damaligem Verständnis nicht Hervorhebung, sondern Normalität! Da dieser Begriff heute in der Tat als Überhöhung verstanden wird, benutzt man ihn nur sehr zögerlich und kommt damit Ihren Vorstellungen entgegen. Mir ging es lediglich darum, die offenbar nicht verstandenen Gedanken Galens in einem angemessenen Gesamtzusammenhang verständlich zu machen.

Das hl. röm. Reich deuscher Nation habe ich ganz bewußt ausgeklammert, weil es die üblichen Probleme aufweist, die mit einer Übertragung weltlicher Gewalt an geistliche Funktionsträger verbunden sind: man fühlt sich, einer aus unser aller Erfahrung verständlichen Bequemlichkeit folgend, zunehmend mehr dem Materielen, als dem Geistlichen verpflichtet, die Kirche droht im Würgegriff weltlicher Gewalt zu ersticken, weil kirchliche Posten als Absatzstellen für nachgeborene, nicnt erbberechtigte Adelige dienten, deren geisltliche Intgeressen oft mehr, als begrenzt waren.
Mittwoch, 2. August 2006 17:34
aschera: Zuckerschnecke, alte Schachtel, identisch mit einer Schlampe … haben Sie etwas gegen mich?
Also, einmal zur Klarstellung:
Ich finde Ihre Einlassungen zu meiner Person schon ein bisschen lästig. Das ist virtuelles Stalking, wenn sie mich fragen.
Wieso sollte ich das piefke-Vokabel anbaggern verwenden, noch dazu wo es in unmittelbarer Nähe zum Begriff Baggersee eine Wortwiederholung wäre.
Ihren Postings nach habe ich offenkundig aber beim Begriff Bagger-see ohnehin etwas missverstanden!
Ihre Strategie, jede inhaltliche Stellungnahme meinerseits durch ihr Zuckerschneckengesülze ins Lächerliche zu ziehen, wird nicht allzu oft aufgehen.
Was aphrodite betrifft, abgesehen von einem leichten Überschuss an verbaler Treffsicherheit habe ich nicht viel an ihren Positionen auszusetzen. Für eine Personalunion mit aphrodite bin ich aber nicht zu haben!
Mittwoch, 2. August 2006 17:31
23er Hansl: @ Jawohl!:
Ihnen muss man mal den Mund mit Seife auswaschen, Sie Damenbeleidiger, Sie!
Mittwoch, 2. August 2006 17:03
Jawohl!: Lachkrampf
O-Ton aphrodite: Das Naturrecht ist ein Postulat konservativer, totalitaristischer und paternalistischer Ethiktheorie.



PS: Fragt sich nur, ob die Schlampe »Aphrodite« identisch ist mit der süßen Zuckerschnecke »Aschera« aus dem Reli-LK.
Mittwoch, 2. August 2006 16:37
Ansgar: @ aphrodite
Mal abgesehen davon, daß es – leider! – keine unzähligen von Galens in der Kirchengeschichte gab:

Was meinen Sie mit Ihrer Einlassung?
Mittwoch, 2. August 2006 15:48
Schliesslich hat die Kirche schon 2000 Jahre überlebt.
Aber nicht wegen, sondern trotz der unzähligen von Galens.
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