Weihnachtsaudienz + Erzbischof verbannt Legionäre Christi + Burgstaller in Salzburg auf Konfrontationskurs + Skandal beim vatikanischen Benefizkonzert + Kaffeehaus im Peterdom
Weihnachtsaudienz
Vatikan. „Das Vergehen der Jahre läßt uns immer intensiver spüren, wie sehr wir
die Hilfe Gottes und der Menschen brauchen“, sagte der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., gestern
während der alljährlichen Weihnachtsaudienz für die römische Kurie. Der Papst bedankte sich bei den
Kurienkardinälen für die harmonische Zusammenarbeit. Die vorweihnachtlichen Worte an die römische Kurie
sind üblicherweise auch ein Rückblick auf das zuendegehende Jahr. Deshalb sprach der Heilige Vater auch
über seine diesjährigen Reisen zum Jugendtreffen nach Bern (Schweiz) oder über seine Pilgerreise nach
Lourdes (Frankreich). Ebenso erwähnte der Papst das bevorstehende Weihnachtsfest und das Jahr der Eucharistie.
Der Heilige Vater betonte, daß „das göttliche Kind, welches wir in der Geburtsszene anbeten, der Emannuel
ist, der Gott mit uns. Er ist wahrhaft gegenwärtig im Sakrament des Altares.“
Erzbischof verbannt Legionäre
Christi
USA. Der Erzbischof von St. Paul und Minneapolis, Harry Flynn (71), hat die Legionäre Christi
aufgefordert, seine Diözese zu verlassen. Erzbischof Flynn teilte seine Entscheidung dem Provinzial der
Legionäre Christi, Anthony Bannon, in einem Brief vom 22. Oktober mit. Die Legionäre würden die Gläubigen
„durch eine Parallelkirche“ von den Ortskirchen abspalten, schrieb der Erzbischof als Begründung. Das
sei unannehmbar: „Als Konsequenz habe ich beschlossen, daß die Priester der Legionäre Christi in der
Erzdiözese von St. Paul und Minneapolis in keiner Weise tätig werden dürfen.“
Burgstaller in Salzburg
auf Konfrontationskurs
Österreich. Salzburgs Landeshauptfrau Gabriele Burgstaller droht ihrem christdemokratischen
Koalitionspartner im Salzburger Landtag: „Wir sind nicht auf die ÖVP angewiesen“. Der Salzburger Koalitionsstreit
zwischen ÖVP und SPÖ entzündete sich an der Entscheidung von Frau Burgstaller, in Salzburgs Landeskrankenhaus
die Kinderabtreibung im Alleingang durchzuboxen. Im heute erschienenen österreichischen Boulevardblatt
‘News’ findet sie harte Worte: Die ÖVP solle sich darauf besinnen, daß man in einer Koalition zusammenarbeiten
müsse. Man müsse den Weg des anderen akzeptieren und nachdenken. „Wir sind nicht zu einer Koalition
verpflichtet, und wir sind nicht darauf angewiesen.“ Die SPÖ habe andere Alternativen.
Skandal beim
vatikanischen Benefizkonzert
Vatikan. Das alljährliche vorweihnachtliche Benefizkonzert im Vatikan endete
auch heuer mit einem Skandal. Der italienische Sänger Antonello Venditti polemisierte nach seinem Lied
„Addio mia bella addio“ (Ade meine Schöne, ade) gegen die Kirche. Er habe große Probleme mit der Kirche.
Seiner Ansicht nach erzeuge sie viel Konfusion. Schon im letzten Jahr nützte eine Sängerin, Lauryn Hill,
die Möglichkeit ihres Auftrittes, um eine Erklärung gegen den Vatikan und die Kirche vorzutragen. Mehrere
Tausend Zuhörer waren auch dieses Jahr in der vatikanischen Audienzhalle versammelt, um internationale
Künstler, darunter Mick Hucknall von Simply Red oder Dee Dee Bridgewater, zu hören. Der Erlös des Konzertes –
Eintrittskarten kosteten bis zu mehreren hundert Euro – wird für Kirchenbauten in den Außenbezirken
Roms verwendet.
Kaffeehaus im Peterdom
Vatikan. Vergangenen Montag erzählte es eine italienische Zeitung
der ganzen Welt als Titelgeschichte: Unter dem Dach von St. Peter bietet ein Kaffeehaus den Touristen
Entspannung. Das Café ist schon seit mehreren Monaten in Betrieb. Es befindet sich auf der Terrasse unmittelbar
vor dem Aufstieg zur Kuppel des Michelangelo. Die Aussicht reicht über den Petersplatz bis hin zum Fluß
Tiber und darüber hinaus. Das Kaffeehaus hat keinen Namen, sondern trägt nur ein Schild mit der Aufschrift
‘Rinfreschi’. Die Italiener nennen die Lokalität „Die Heilige Apostolische Cafeteria“. Alkohol wird im
Petersdom nicht verkauft.
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3 Lesermeinungen
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Frau Burgstallers Kampf Die einzigen, die heute noch Profil und Kriegergeist zeigen, sind die Sozis. Eine
Schande für das einst katholische Österreich! Wenn die ÖVP das acceptiert – und selbst VP-Bundesländer
ermöglichen die Abtreibung, auch das tiefschwarze Niederösterreich –, dann müßte wohl auch dem Dümmsten
klar sein, was hier gespielt wird. Wie einst Pius XII. die Kommunisten excommunizierte, müßte Johannes
Paul II. alle Sozialisten excommunizieren, alle, sowohl von SPÖ als auch von ÖVP als auch von FPÖ und
Grün. Primas Alois, Ihr seid jetzt am Zug! Your soul is at risk!
Skandal beim Vatikan-Konzert Es ist unehrenhaft, eine Kirchenveranstaltung für seine Show zu nützen
und dann die Kirche zu beschuldigen. Für diesen Herrn habe ich nicht so viel Verständnis. Für Lauryn
Hill – sie spielte auch eine Hauptrolle in Sister Act 2 und macht eine sehr gute Musik – habe ich schon
Verständnis gehabt. Denn was sich die US-Hierarchie seit den 1970ern für eine Vertuschungspolitik unter
Gefährdung und Belästigung der Jugend durch modernistische Priester erlaubt hat, stinkt zum Himmel –
wie kommen die guten Priester dazu, daß ihr Stand in Verruf gerät? Lauryn Hill hatte recht.
Erzbischof verbannt Legionäre „Parallelkirche“? Wie kann es eine Parallelkirche innerhalb der einen Kirche
geben? Sind die Stifte in der Diözese St. Pölten Parallelkirchen? (Sie lehnten fast alle die Zusammenarbeit
mit dem Ortsbischof ab – ist das im „Geist des Concils“ gewesen?) Andererseits waren vom Bischof aufgenommene
Orden „Parallelkirchen“, obwohl päpstliche Orden oder Diöcesanpriestergemeinschaften. Man sieht also,
was die Modernisten wirklich stört – nicht die „Struktur“, sondern die Rechtgläubigkeit und die Papsttreue.
Ein niederösterreichischer Abt hat viel mehr Potential als „Gegenkirchenführer“ als ein „Moderater einer
Diöcesanklerikergemeinschaft“! Ähnliches spielt sich in dieser US-Diöcese ab. Die einzige „Parallelkirche“
ist die „Concilskirche“ voll von Häretikern und Schismatikern! Die Hl. Schrift (Christus und Sein Apostel
Paulus) haben uns vor den heutigen Zuständen gewarnt.