15:42:47 | Mittwoch, 2. August 2006
Die durch Unglauben und praktische Gleichgültigkeit erstarrten Seelen bedürfen der göttlichen Sonne. Man heilt den Kopf durch das Herz. Vom Heiligen Pierre-Julien Eymard († 1868).
(kreuz.net) Man muß Jesus Christus anbeten. Er hat ein Recht darauf.
Der himmlische Vater ordnet es
an. Er will, daß jedes Knie sich beuge vor dem Mensch gewordenen Wort – im Himmel, auf der Erde und unter
der Erde.
Im Himmel betet Ihn der ganze himmlische Hofstaat an.
Die Geheime Offenbarung beschreibt diese
Huldigungen in großartiger Weise:
„Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, Macht zu empfangen,
Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Lob und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit!“Während Seines
sterblichen Lebens auf Erden wurde Jesus bei Seiner Geburt, während Seiner apostolischen Tätigkeit,
am Kreuz und nach Seinem Tod angebetet.
Was heißt anbeten?
Anbeten heißt: die Gottheit Jesu Christi,
Seine Erhabenheit und Macht in der Heiligen Hostie anerkennen. Die Anbetung ist ein Glaubensbekenntnis.
Jetzt soll Er im allerheiligsten Sakrament angebetet werden.
Der Tabernakel ist Seine königliche Residenz.
Die eucharistische Aussetzung ist Sein Thron auf Erden. Das ist freilich eine bescheidene Nachahmung des
Thrones im Himmel.
Was heißt anbeten?
Anbeten heißt: die Gottheit Jesu Christi, Seine Erhabenheit
und Macht in der Heiligen Hostie anerkennen. Die Anbetung ist ein Glaubensbekenntnis.
Anbetung ist die
Erweckung eines Aktes der Unterwerfung unter das Wort Jesu Christi und unter die Abhängigkeit Seiner
Autorität.
Anbetung ist ein Akt der Danksagung für Seine Güte, ein Akt der Liebe für Seine Liebe,
des Lobes und Preises für Seine unendliche Barmherzigkeit.
Die Anbetung ist die erhabenste Tätigkeit
des Christen.
Sie schließt alles in sich ein. So warf sich der Blindgeborene, als er Jesus Christus
erkannte, Ihm zu Füßen und betete Ihn an. Es wird nicht erwähnt, daß er dabei etwas gesprochen oder
etwas anderes getan hätte.
Wie groß ist auch der Glaube der Kirche an den Kult der Anbetung, den sie
Jesus im Heiligsten Sakrament erweist! Wie lädt sie doch alle ihre Kinder dazu ein!
Man darf sich indes
nicht mit der innerlichen Anbetung begnügen. Jesus muß mit dem äußerlichen Kult der Ehrfurcht und
Huldigung angebetet werden.
Der Glaube muß
durch die Liebe und die Liebe durch ihren göttlichen Feuerherd –
die Eucharistie – belebt werden.
Welche Predigt liegt doch in der Fronleichnamsprozession auf dem Petersplatz
in Rom, die vom Heiligen Vater selbst angeführt wird!
Ist nicht Jesus Christus in den Kirchen, wo die
Ewige Anbetung gepflegt wird, oder während des feierlichen 40stündigen Gebetes mit allem menschlich
möglichen Prunk umgeben?
So ist Er dann wie ein König auf Seinem Thron. Es ist der Triumph des Königs
der Könige in Seiner eucharistischen Gegenwart.
Dennoch wird Jesus Christus in der Katholischen Kirche,
selbst von den Seinen, noch zu wenig angebetet. Wo sind die Großen dieser Welt, wo die Prinzen, die Reichen?
An wie vielen Orten und wie lange bleibt Jesus Christus allein?
Ist es also nicht gerechtfertigt, wenn
sich heute alles auf die Eucharistie hinbewegt?
Der Glaube muß durch die Liebe und die Liebe durch ihren
göttlichen Feuerherd – die Eucharistie – belebt werden.
Die Erfahrung bestätigt, daß dies der einzuschlagende
Weg ist. Ohne die Eucharistie sind die gewöhnlichen Mittel, die apostolischen Werke, selbst die Predigt,
zur Erneuerung des christlichen Lebens sicher zum Scheitern verurteilt.
Wenn Unser Herr selber angegriffen
und verbannt wird, was können dann Seine Priester tun?
Die erstarrten und durch negative Ungläubigkeit
oder durch die praktische Gleichgültigkeit verhärteten Seelen bedürfen der göttlichen Sonne.
Man
heilt den Kopf durch das Herz.
Die Andacht zum Heiligsten Sakrament ist ein notwendiger Protest gegen
die heutige Glaubenslosigkeit. Die drei Könige haben dem Unglauben des Herodes und der Priester Jerusalems
ihren Glauben entgegengesetzt.
Die Anbetung der Eucharistie
ist für uns selber von großem geistlichem
Vorteil. Sie ist die beste Übung unseres Glaubens und unserer Liebe.
Der Blindgeborene hat durch seine
spontane Anbetung aufbegehrt gegen die Boshaftigkeit und Lästerungen der Hohenpriester und Gesetzeslehrer.
Der Apostel Petrus hat Jesus mit seinem Glauben gehuldigt, um den Unglauben der Volksmenge und der Jünger
von Kapharnaum wiedergutzumachen.
Die Anbetung des Heiligsten Sakramentes ist darum auch eine so notwendige
Sühne für jene, die sich der Majestätsbeleidigung, der Gottheitsentehrung Jesu Christi in der Eucharistie
schuldig machen.
Sie ist Bitte und Sühne zur Besänftigung der göttlichen Gerechtigkeit, in Vereinigung
mit Jesus, der in der Hostie wie am Kreuz betet: „Vater, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie
tun“
Schließlich ist die Anbetung der Eucharistie für uns selber von großem geistlichem Vorteil.
Denn sie ist die beste Übung unseres Glaubens und unserer Liebe.
Der heilige Pierre-Julien Eymard († 1868)
ist der Gründer der Sakramentiner. Er wurde 1962 von Papst Johannes XXIII. heiliggesprochen.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.