Die Antwort auf den Modernismus
Es ist klar, daß der Mensch kein Engel ist, sondern aus Seele und Leib besteht. Darum sind die Riten der Alten Messe so wichtig – erklärte der Generalobere der Petrusbruderschaft.

Bei dem feierlichen Hochamt predigte der frisch gewählte Generalobere Pater John Berg vor den versammelten Mitgliedern des Generalkapitels.
Das von Priestern der Petrusbruderschaft betriebene Portal zur katholischen Geisteswelt veröffentlichte den Predigttext im Wortlaut.
In seiner Predigt sprach Pater Berg über „viele Hindernisse“ bei der täglichen Arbeit der Priester der Petrusbruderschaft und erwähnte drei Beispiele.
Der Generalobere verwies zuerst auf Orte, wo es nicht erlaubt wird, die Heilige Messe im überlieferten Ritus zu lesen.
Es gebe ferner Widerstand von Seiten solcher, die sich durch die Existenz der Petrusbruderschaft gefährdet fühlten.
Schließlich gebe es natürlich auch Schwächen im Inneren der Gemeinschaft.
Der neue Generalobere warnte in seiner Predigt davor, solche Probleme aus einer rein natürlichen Sichtweise heraus zu betrachten. Diese Sicht würde die große Rolle übersehen, welche die Vorsehung der Petrusbruderschaft anvertraut habe:
„Wir sollten stolz sein auf unser Institut und seine Rolle in der Kirche.“
Dieser Stolz bedeute nicht, daß sich die Petrusbruderschaft als Rettung der Kirche oder etwas Ähnliches verstehe. Die vielen eigenen Schwachheiten sollten die Bruderschaft immer davor bewahren, einem solchen Irrtum zu verfallen.
Er spreche vielmehr von einem Stolz, der das Vertrauen und den Mut einflößt, in vollständiger Treue zur eigenen Gründung und Identität weiterzumachen.
Der Generalobere erwähnte auch die drei großen Säulen im Charisma seiner Bruderschaft.
Die erste Säule sei, daß die Petrusbruderschaft eine Gründung im Herzen der Kirche sei – unter und mit dem Papst.
„Achtzehn Jahre nach der Gründung denke ich nicht, daß wir den Mut und den Glauben unserer Gründer genügend anerkennen, die wie Abraham aufgerufen wurden, ihre Heimat zu verlassen und alles Vertrauen in Gott und Seine Kirche zu setzen.“
Es sei schwierig, sich vorzustellen, wie schwer es für die Gründer der Bruderschaft gewesen sei, gegen die Entscheidungen von Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991) zu handeln.
Der Erzbischof sei für sie – in einer Welt, die sich in der Krise befand – wie ein Vater gewesen.
Bei der zweiten Säule der Petrusbruderschaft handle es sich um die Treue zu einer Theologie, die auf den Lehren des Heiligen Thomas von Aquin gründe.
Sie baue auf die immerwährende Philosophie – auf der philosophia perennis – auf.
Diese Theologie werde heute an den kirchlichen Fakultäten als eine unter vielen präsentiert oder – noch schlimmer – als etwas Überholtes. Dabei stelle sie die treffende Antwort auf den Modernismus dar, der die Kirche nach wie vor bedrohe.
Als dritte Säule nannte Generaloberer Berg die Gnade, die Messe im überlieferten Ritus zu zelebrieren und aufrechtzuerhalten. Das sei das herausragende Kennzeichen der Petrusbruderschaft.
„Diese Riten sind so wichtig, weil es evident ist, daß der Mensch kein Engel ist, kein reiner Geist, sondern aus Seele und Leib besteht.“
Diese Wahrheit lasse sich in einem Satz zusammenfassen: „Handlungen sprechen lauter als Worte.“
Deshalb brauche der Mensch – um sich in einer glaubenslosen Welt zu bewähren – nicht nur katechetische Unterweisungen, sondern auch Riten, welche die Wahrheiten verdeutlichen, die in der Heiligen Messe gegenwärtig werden: das Opfer Christi auf dem Altar und seine Gegenwart in der Eucharistie.
© Bild: Petrusbruderschaft
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Sonntag, 13. August 2006 23:21
DoctorSubtilis: @statcrux
Pedro de Luna war nicht Benedikt XII. (den ein Theologe als Verfasser von „Benedictus Deus“ kennen sollte), sondern Benedikt XIII. Der einzige Vergleichspunkt zu Lefebvre ist die isolierte Stellung seines Protests. Ansonsten war die Sachlage ja wohl eine ziemlich verschiedene…
Montag, 7. August 2006 13:31
stat crux: Benedikt
Nach meiner Schätzung haben nur 0,15 Promille der Katholiken ein Problem mit „Dignitatis humanae“. Schon Kardinal Luciani (Johannes Paul I.) fragte in einem venezianischen Zeitungartikel 1978: Hat denn Lefebvre den Titel des Dokuments nicht gelesen? (Die Religionsfreiheit von DH ist kein Relativismus, sondern eine Korrektur der kath. Gesellschaftslehre, des Staat-Kirche-Verhältnisses.) Und dann verglich er der den Alterzbischof mit Pedro de Luna, dem Gegenpapst Benedikt XII.: In der Zeit nach dem Konzil von Konstanz verschanzte sich dieser mit zwei Kardinälen und einigen Dienern auf einer Burg bei Valencia und schleuderte bis zu seinem Tode in die Welt etliche Anathema und Bannbullen, obwohl er außerhalb der Burgmauern keine Anhänger mehr hat. „Rom muss sich zu mir bekehren!“ Das hat außer Lefebvre nur de Luna gefordert, sonst niemand. (Von okkulten Sedisvakantisten abgesehen.) Umso erfreulicher, dass die Petrusbruderschaft den berechtigten Teil im Werk des Integralisten herausfiltert und veredelt.
Samstag, 5. August 2006 15:41
Frasim: @catharina
Das Bild des Artikels zeigt die Messe am Josefstag in der Basilika in Lindau am Bodensee (etwa 20 km von Wigratzbad entfernt). Wigratzbad selber hat leider keine so schönen Kirchen…
Freitag, 4. August 2006 10:28
Adrian: Sühnekirche Wigratzbad
Auch mir ist diese Kirche unbekannt. Es wäre schön, wenn man diese Blech- Sühnekirche abreißen würde, um endlich eine schöne Barockkirche bauen zu können. Aber wer soll das bezahlen? Als die Sühnekirche geplant wurde, lagen schöne Baupläne, einer tollen Kirche auf dem Bischofstisch von Augsburg. Erste Auflage war, dass die Kirche durch Spenden gebaut werden müsse, die zweite Auflage des Bischofs war es, dass er den Architekten aussuchen würde und die dritte Auflage war es, dass man die Kirche schnell und einfach wieder abbauen könne. Deshalb Blech, welches auch noch undichte Stellen hat, bei Regen tropft es hier und da rein. Schade, schade…
Freitag, 4. August 2006 09:54
catharina: Wigratzbad…
… scheint ja recht schöne Kirchen zu haben.
Ist mir dort leider gar nicht aufgefallen…
Ist mir dort leider gar nicht aufgefallen…
Donnerstag, 3. August 2006 20:00
Benedikt: @ Galen
Hat es auch die umstrittenen Texte zur Religions-
freiheit und zum Ökumenismus akzeptiert ?
Ein Dokument eines Konzil ist nicht dadurch umstritten, das 0,3 Promille der Katholiken ein Problem mit ihm haben.
freiheit und zum Ökumenismus akzeptiert ?
Ein Dokument eines Konzil ist nicht dadurch umstritten, das 0,3 Promille der Katholiken ein Problem mit ihm haben.
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