Aufklärung
Wenn die Vernunft zu träumen beginnt, dann wird die Hölle geboren
Voltaire gilt als eine Lichtgestalt der Aufklärung – tatsächlich war er ein Luzifer, der den brutalen Gewalttaten und satanischen Grausamkeiten gegen die Kirche den Weg bereitete. Von Leo. G. Schüchter.
(kreuz.net) Sicherlich hat der französische Philosoph und Ideologe Voltaire († 1778) auch lichte Augenblicke gehabt, als er sich anschickte, die Ideen des englischen Liberalismus auf den Kontinent zu bringen.

Doch meistens betätigte er sich als der große Diabolus, der alle Werte und Wahrheiten verwirrte, verdrehte und verwischte.

„Lügen ist ein Laster bei bösen Folgen, bei guter Wirkung aber eine große Tugend“ – sagte Voltaire einmal.

Als praktisches Beispiel für diese Maxime kann Voltaires Begleitschreiben dienen, das er zusammen mit seiner Tragödie „Machomet“ an den damaligen Papst – Benedikt XIV. – schickte.

Darin stellte sich ein heuchlerischer Voltaire als „größter Bewunderer der Tugend“ hin, der dem „Oberhaupt der wahren Religion eine Schrift gegen den Begründer einer falschen und barbarischen Sekte widmet“.

Schon kurze Zeit später entwickelt Voltaire sein politisches Spätprogramm: „écrasez l’infame“. Auf Deutsch: „Zermalmt die Unverschämte“. Voltaire meinte die Katholische Kirche.

Ein Kenner der Aufklärungsliteratur – der Historiker Paul Hazard († 1944) – kommentiert:

„Der Antiklerikalismus entwickelte sich besonders im alten Voltaire zur fixen Idee. Voltaire ist im hohen Maße dafür verantwortlich, daß eine Fraktion der Aufklärer als geistige Nahrung nur den Antiklerikalismus verfolgte und glaubte, daß der Kampf gegen die Kirche als Programm genüge, um eine Gesellschaft vollkommen und glücklich zu machen.“

In seinem persönlichen Leben folgte Voltaire allerdings nicht dieser Richtung, sondern verließ sich bei seinem Glücksstreben auf materiellen Reichtum.
Friedrich II. über Voltaire:
„Wie kann soviel Geist mit soviel Schlechtigkeit gepaart sein?“


Sein großes Vermögen klaubte er sich durch allerlei trübe Geschäfte und auch betrügerische Finanzspekulationen zusammen. Sein Freund – der Preußenkönig Friedrich II. – sagte einmal über Voltaire:

„Wie kann soviel Geist mit soviel Schlechtigkeit gepaart sein?“

Voltaire war und blieb ein alter Zopf: ökonomisch ein bourgeoiser Großgrundbesitzer, gesellschaftlich ein Adliger, politisch ein Monarchist und moralisch ein Diabolus.

Doch der Zyniker und Hetzer der Aufklärung diente mit seinem „écrasez l’infame“ als Vordenker des ersten systematischen Massenmordes der Neuzeit.

Am 2. November 1789 beschloß die verfassungsgebende Nationalversammlung auf Einflüsterung des abgefallenen Bischofs Charles Maurice Talleyrand († 1838) hin, das Kircheneigentum zu kassieren.

Der staatliche Verkauf der Immobilien von Pfarreien und Bistümern begann schon im nächsten Monat. Von nun an sollten die Pfarrer und Bischöfe vom Staat bezahlt werden.

Gleichzeitig wurden die „besitzenden Orden“ enteignet, später auch die „nützlichen“ Schul- und Krankenpflegeorden. Neue Ordenseintritte und Gelübde wurden schon im Februar 1790 gänzlich verboten.

Vom Raub des Vermögens der Kirchen und Klöster profitierten vor allem die bürgerlichen Großgrundbesitzer.

Doch schon bald sollte sich rächen, daß das Bürgertum, das – im Sinne des englischen Philosophen John Locke – „Recht und Schutz des Eigentums“ zum Zentrum seiner Philosophie gemacht hatte, das kirchliche Eigentumsrecht so schändlich überging.

In diesem Fall ging man davon aus, daß das Eigentum sofort nach dem Verkauf der enteigneten Kirchengüter wieder sakrosankt sein sollte.

Doch das war eine Täuschung: „Qui mange du pape en meurt“ – „Wer Kirchengut frißt, erstrickt daran.“
Verdrängte Geschichte:
Bei der Septembrisade 1792 drang der von den Jakobinern aufgehetzte Pöbel in die Pariser Gefängnisse und massakrierte mehr als 300 eidverweigernde Priester, darunter drei Bischöfe.


Karl Marx bog das bürgerliche Programm der entschädigungslosen Enteignung von Kirchengütern auf das Produktiveigentum und die Villen der Bürger zurück. Die Marxisten schritten zur Enteignung der Kapitalisten zugunsten des Staats- und Volkseigentums.

Es blieb während der Französischen Revolution nicht bei der ökonomischen Zerschlagung der Kirche.

Auch die rechtliche Gestalt der Kirche, ihre Autonomie und Katholizität sollten zerstört werden.

Die sogenannte Zivilkonstitution des Klerus vom Juli 1790 zwang der Kirche die politischen und rechtlichen Prinzipien des Staates auf. Sie machte Pfarrer und Bischöfe zu Staatsbütteln und verwandelte die Kirche Frankreichs in eine Nationalkirche.

Pfarrer und Bischöfe sollten den gleichen Amtseid auf Staat und Verfassung leisten wie die Beamten. Der Eid wurde zugleich als Absage an die katholische Bindung an den Papst verstanden.

Die Mehrheit der Priester leistete den Eid nicht. In vielen Regionen hielten die Gläubigen zu ihren romtreuen Priestern.

Die sogenannte Zweite Revolution der fanatischen Jakobiner ging zur physischen Vernichtung der Kirche über. Sie interpretierten Voltaires „écrasez l’infame“ wörtlich.

Im September 1792 stürmte der von den Jakobinern aufgehetzte Pöbel die Pariser Gefängnisse und massakrierte mehr als 300 Priester, die den Eid auf den Staat verweigert hatten, unter ihnen drei Bischöfe.

Kurz vorher erging der Generalerlaß, alle romtreuen Priester zu deportieren – unter anderem nach Guayana, in den Nordosten von Südamerika.

30.000 Geistliche flohen ins Ausland. Tausende versteckten sich, um bei ihren Pfarreien zu bleiben.

1793 verschärfte der Nationalkonvent noch einmal die Strafen:

Todesstrafe für eidverweigernde Pfarrer, Deportation nach Guayana für nichtamtierende romtreue Priester.

In den Provinzen Vendée und Bretagne wurden mehr als 130.000 Katholiken von der Revolutionsarmee umgebracht, weil sie für ihre romtreuen Pfarrer und gegen die Königsmörder von Paris Partei ergriffen hatten.

Willkommen im Zeitalter der Aufklärung.

Nächstes Mal: Hier sind sie – die minderwertigen Menschenarten
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Wenn die Vernunft zu träumen beginnt, dann wird die Hölle geboren
2. Hier sind sie: die minderwertigen Menschenarten
      
33 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#33   Bokrug †   03:23:06 | Montag, 27. August 2007
Irrtum
Es sind die Freimaurer nach dem 33. Hochgrad des schotttischen Ritus – dem nach General Albert Pike auch die Nazi-Finanzierer Rockefeller und Carnegie angehörten – die Luzifer-Melkart-Moloch dienen.
www.konstanzer-kreis.de/index.php?id=publikation…
Die Aufklärung an sich hatte auch positive Vertreter_
Leibniz etwa, einen grossen christliche Philosophen, Krause, Schiller…bereits Erasmus von Rotterdamm war ein christlicher Humanist…
Redaktion benachrichtigen
#32   Leblhuber   03:26:12 | Dienstag, 21. August 2007
Das Licht leuchtet nicht, wenn wir es verdunkeln!
Ich verabschiede mich von diesem Forum. Vielen Dank an alle, die versuchen, gleich welchen Standpunkt sie einnehmen, ob eher christlich konservativ oder progressiv, ob jüdisch, atheistisch oder agnostisch, auf Unflätigkeiten und Hasstiraden zu verzichten.
Dieses Forum ist nicht christlich, so wie ich das verstehe. Hier wird versucht, eine Geisteshaltung zu verbreiten, die mit meinem Wertekanon nicht vereinbar ist.
Wenn Extrempositionen wie die von Kasperschüler und solche Psychopathen wie Sentinel geduldet werden, ist meine Stimme deplaziert. Wer wissen will, wie Hetzkampagnen gegen unliebsame Kontrahenten laufen, ist hier an der richtigen Stelle. Ich nicht!
Ich bedauere, dass hier ein völlig verzerrtes Bild der Kirche sichtbar wird. Sollten wir nicht eher heilen können, statt verdammen und überzeugen statt belehren.
Die Aufmachung dieses Forums ist gut aber die offensichtliche Intention ist mir zuwider.
Leblhuber
Redaktion benachrichtigen
#31   Taran   03:21:15 | Dienstag, 21. August 2007
Inthronisierung Luzifers?
Inthronisierung Luzifers?
Hat das Böse die Macht im Vatikan übernommen?
Pater Dr. Dr. Dr. Malachi Martin war Berater und enger Vertrauter dreier Päpste. Er zählte zu den Insidern im Vatikan. In seinem Roman („Der letzte Papst“) deckt er eine Verschwörung auf, die sich ein Außenstehender kaum vorzustellen vermag.
Was Insider schon lange wußten und andere bereits geahnt haben, enthüllte Pater Martin kurz vor seinem Tod einem Journalisten: Das Buch ist ein Tatsachenbericht. Er habe teilweise Orte und Namen verändert und die Romanform gewählt, um bestimmte Personen zu schützen.
Pater Martin beschreibt in aller Dramatik eine Zeremonie im Vatikan aus dem Jahre 1963, die nichts anderes war, als ein okkultes Ritual zur Inthronisierung des obersten gefallenen Engels Luzifer in die Führung der katholischen Kirche. Niemals seit der Gestalt des Nimrod im Alten Testament und seit dem Turmbau zu Babel haben es die Eliten der Macht aufgegeben, ihren fieberhaften Traum von der einen Weltregierung zu verfolgen. »Die tun ihr Möglichstes, um ihren Mann als Papst einsetzen zu können. Wenn ihnen das gelingt, dann wäre Satan wirklich der Herrscher,« so Pater Martin.
„Das dramatische Moment dieses Buches ist immens, der
Konflikt zwischen Gut und Böse nahezu unkontrollierbar, die ungelösten Fragen verfolgen einen noch lange.“
Wall Street Journal
Bezugsquelle: KOPP Verlag
Redaktion benachrichtigen
#30   Christian Hüller   03:40:54 | Sonntag, 13. August 2006
Vernunft im Dienste der Barbarei
In diesem Forum wundert mich, wie oft doch und v. a. wie weit doch häufig die geäußerten Meinungen von den eigentlichen Themen der zur Diskussion gestellten Artikel abweichen.
Ohne hier eine Lanze für den Fideismus brechen zu wollen, ist der Artikel sicherlich eine heilsame Erinnerung daran, dass die Vernunft nicht das Allheilmittel war, als das sie die Aufklärer betrachtet haben (und selbst- ernannte Aufklärer noch heute betrachten).
Vernunft braucht (Bewertungs-)Maßstäbe, die sie nicht selber schaffen kann, sondern letztlich aus der Tradition nimmt.
Damit steht die Tradition in gewisser Weise vor der Vernunft.
Zumindest wird man sagen müssen, das beide aufeinander verwiesen sind.
Mit der Vernunft kann am letztlich alles begründen, wenn man nur will:
Im Dritten Reich glaubte man, dass es unwahrscheinlich vernünftig sei, alle Juden wegen ihrer angeblichen Weltverschwörung auszurotten.
Während der Frz. Revolution glaubte man, dass es äußerst vernünftig sei, möglichst viele Adeligen umzubringen…
In beiden Fällen stand die Vernunft im Dienste einer Ideologie, was erneut zeigt, wie wichtig es ist, sich mit Werten auseinanderzusetzen, die den „Vernunfturteilen“
zugrundeliegen.
MFG
:-]
Redaktion benachrichtigen
#29   blueberry   21:29:26 | Montag, 7. August 2006
Ach Maurice!
Alter Franzose träumt wieder von jungen süßen hübschen Mädels…
Redaktion benachrichtigen
#28   Maurice Corvisier   21:15:32 | Montag, 7. August 2006
ach, Blaubär,
ach, Nase.
Redaktion benachrichtigen
#27   Gotthard   21:15:28 | Montag, 7. August 2006
Exklusiv-Autor
Voltaire war und blieb ein alter Zopf: ökonomisch ein bourgeoiser Großgrundbesitzer, gesellschaftlich ein Adliger, politisch ein Monarchist und moralisch ein Diabolus.
mit dieser Zeile sagt der Autor alles über sich… google gibt diesen berühmten Mann übrigens nicht her -außer von kreuz.net. Er ist also ein absoluter Exklusiv-Autor.
Redaktion benachrichtigen
#26   blueberry   21:05:50 | Montag, 7. August 2006
@ Elendster Sünder
Voltaire nahm mit zunehmender Verderbtheit immer mehr an äußerer Häßlichkeit zu. In späteren Jahren glich er dem Aussehen nach einem Affen.
Ups, ich dachte schon Sie sagen einem Juden
Redaktion benachrichtigen
#25   Elendester Sünder   14:00:28 | Montag, 7. August 2006
Der Affe der Aufklärung
François-Marie Arouet de Voltaire schaffte es sogar, von Friedrich dem sogenannten Großen, an dessen Hof er sich einige Jahre aufhielt, in Ungnade entlassen zu werden.
Das oben abgebildete Portrait schmeichelt Voltaire außerordentlich. Voltaire nahm mit zunehmender Verderbtheit immer mehr an äußerer Häßlichkeit zu. In späteren Jahren glich er dem Aussehen nach einem Affen.
Redaktion benachrichtigen
#24   Dr. Christoph Heger   09:48:31 | Montag, 7. August 2006
Hexenprozesse, Antisemitismus
Tatsächlich gab es in den Ländern, in denen es eine wohlorganisierte Inquisition gab (Kirchenstaat, Länder der spanischen Krone), keinen Hexenwahn und schon gar nicht eine Hexenverfolgung.
Die gab es sehr wohl, wobei sich die Inquisition um „gerechte“ verfahren bemühte,
Es gab in der Tat anfänglich einige Beschuldigungen in Spanien. Das Inquisitionsverfahren zeigte jedoch auf die Haltlosigkeit, und damit war die Hexenverfolgung in Spanien zu Ende. Näheres bei Soldan/Heppe.
während das Volk nur Blut sehen wollte, wenn sie eine „Schuldige“ hatten.
Das tendiert in seiner Pauschalität nun zu einer Nullaussage.
… Voltaire … den Antisemitismus nicht erfunden.
Natürlich nicht! „Antisemitismus“ war ursprünglich, nämlich im 19. Jahrhundert, ein innerjüdischer Vorwurf. Das Wort wurde bald anders verwendet, wurde dadurch aber nicht klarer in seiner Bedeutung.
MfG
Christoph Heger
Redaktion benachrichtigen
#23   Alex Bermann   01:01:44 | Montag, 7. August 2006
@ Dr. Heger
Tatsächlich gab es in den Ländern, in denen es eine wohlorganisierte Inquisition gab (Kirchenstaat, Länder der spanischen Krone), keinen Hexenwahn und schon gar nicht eine Hexenverfolgung.
Die gab es sehr wohl, wobei sich die Inquisition um „gerechte“ verfahren bemühte, während das Volk nur Blut sehen wollte, wenn sie eine „Schuldige“ hatten.
@Voltaire und Antisemitismus
Auch wenn Voltaire ein Antisemit war- er hat den Antisemitismus nicht erfunden. Ausserdem beurteile ich eine Theorie oder eine Idee (wie die Aufklärung) nicht danach, wer sie vertritt. Schließlich zählt nur die Idee selbst.
Redaktion benachrichtigen
#22   Guldin   23:19:52 | Sonntag, 6. August 2006
@ Maurice Corvisier, zum 2ten
wie unbegründet ihr Vorwurf bezüglich Vasold ist zeigen folgende Buchbesprechungen:
Dr.Beate Melchsner www.muk.uni-frankfurt.de/…05-1/32_die_Pest.pdf
Raphael Matthias Krug, Institut für Europäische Kulturgeschichte, Universität Augsburg. www.h-net.org/reviews/showpdf.cgi?path=938910860…
Norbet H. Ott www.zeit.de/2003/51/P-Vasold
Dies sind nur drei von vielen Retensionen, die auch Sie ohne Schwierigkeiten hätten nachlesen können.
Redaktion benachrichtigen
#21   Parzifal   23:06:49 | Sonntag, 6. August 2006
Ich bin ein Arianer!
Vor 1789 wurden die Juden von der katholischen Kirche beschützt, außer dort wo die Herrscher dies verhinderten. Sie wurden segregiert, aber nicht schickaniert sowie später als die Emanzipation verstärkte.
Was für Drogen nehmen Sie denn?
Die Vertreibung der Juden bspw. 1492 aus Spanien erfolgte erst nach massiven Druck durch die Kirche.
Es gibt hunderte weitere Beispiele. Aber ich muss jetzt was essen.
Und Sie sollten weniger Koks schnupfen!
Redaktion benachrichtigen
#20   Guldin   23:02:10 | Sonntag, 6. August 2006
@ Maurice Corvisier
unsaubere Quellenarbeit?
ist längst als unsolide nicht mehr zitierbar?
Ihre Einsprüche sind nur des widerspruchswegen gemacht und weder solide begründet noch sonst wie belegt.
Wie kann ein Werk, das erst 2003 erschienen ist, als unsolide bezeicnet werden. Und das von mir angeführte Zitat stammt aus der jüngsten Stadtgeschichte von Freiburg im Br., ist auch diese unsolide und nicht mehr zitirbar.
Ihre Überheblichkeit Ms. Corvisier ist kaum zu überbieten.
Redaktion benachrichtigen
#19   Athanasius   22:50:32 | Sonntag, 6. August 2006
@Frau Dummerli
Die Deutschen (und Österreicher) blieben dagegen in ihren obrigheitshörigen, antisemitischen Protestantismus (und Katholizismus) verhaftet, aus dem dann die Vernichtungsmaschinerie der Nazis gespeist wurden.
Sind Sie jetzt ausgeräst mit Ihrer Sowjetpropagandatirade, Frau Trotski?
Der Liberalismus sowie der pseudowissenschaftliche Nationalismus, die sich etwa in Italien perfekt synthetisierten, brachten die bürgerliche Abneigung gegen die Juden hervor, die von der jüdischen Emanzipation noch gefördert wurde. Was Sie aber völlig verfehlen, ist daß im konterrevolutionären monarchistischen „ultra“-katholischen Habsburger Reich (‘Österreich-Ungarn’) die Juden die besten Lebensbedingungen hatten im 19. Jh., sowie in den Städten (außer Rom) des Päpstlichen Kirchenstaates und Luxemburgs. Deshalb wuchs die jüdische Bevölkerung Wiens so rasch von 6.200 in 1860 auf 147.000 um 1890. Es waren französische, italienische und russische Juden.
Vor 1789 wurden die Juden von der katholischen Kirche beschützt, außer dort wo die Herrscher dies verhinderten. Sie wurden segregiert, aber nicht schickaniert sowie später als die Emanzipation verstärkte. Es waren zwei separate Welten.
1789 waren es aber die Judeo-Freimaurer die sich von der Seite okkultistischer Elitegruppen (etwa der Illuminati) zur Revolution hinziehen ließen, darunter viele Juden. Sie bekamen Freiheit und mehr Rechte, aber nicht wegen Absentia des antisem., sondern weil man damit die Privilegierung der kath. K. abschaffen wollte
Redaktion benachrichtigen
#18   Maurice Corvisier   21:54:44 | Sonntag, 6. August 2006
na denn:
tschöö, Nase!
Redaktion benachrichtigen
#17   blueberry   21:46:21 | Sonntag, 6. August 2006
Nächstes Mal: Hier sind sie – die minderwertigen Menschenarten
Das läßt schlimmes erahnen.
Ansonsten ist der Artikel doch Humbug.
Voltaire allein hat also die Aufkärung, die Jakobiner, die Nazis, die Kommunisten und das schlechte Wetter zu verantworten.
Und jetzt will ich nicht mehr. Ich opfere ja nicht meine freie Zeit solchen Käse. Ich geh jetzt die Blogs bei der Zeit durchstöbern.
Das ist wenigstens was positives.
Redaktion benachrichtigen
#16   Maurice Corvisier   21:20:27 | Sonntag, 6. August 2006
Vasold
ist längst als unsolide nicht mehr zitierbar: unsaubere Quellenarbeit.
Redaktion benachrichtigen
#15   Guldin   20:01:48 | Sonntag, 6. August 2006
Nicht ein einziger Jude wurde totgeschlagen, wenn die Pest nahte.
Das ist so falsch, wie andere Behauptungen hier!
Vergleiche dazu Manfred Vasold „Die Pest – Ende eines Mythos“ S. 113
Zur Pestepidemie 1348/49 in Freiburg im Breisgau:
„Wohl haben wir Nachricht von einer schlimmen Begleierscheinung der Pest: Noch bevor die Welle der Seuche überhaupt Freiburg erreichte, kam es hier – wie vielerorts in Europa – zu einem wohlorganisierten Pogrom gegen die Juden, in denen man nur allzu bereitwillig die Schuldigen der Seuche gefunden zu haben glaubte“.
Redaktion benachrichtigen
#14   Maurice Corvisier   19:48:18 | Sonntag, 6. August 2006
na, da stimmt aber
die Oberflächenberechnung nicht ganz.
Nicht ein einziger Jude wurde totgeschlagen, wenn die Pest nahte.
Immer nur Opfer? – Na ja.
Redaktion benachrichtigen
#13   Guldin   19:42:53 | Sonntag, 6. August 2006
Der Begründer des modernen säkularen Antisemitismus war Voltaire.
Wäre das wahr, so stünde er in langer Reihe gut christlicher Tradition, in welcher Juden totgeschlagen wurden, weil die Pest nahte. Den Juden Ritualmorde angedichtet wurden und deren angebliche Opfer dann als christliche Märtyrer verehrt wurden. (z.B. Anderl von Rin)
Aber zum Glück ist das ja alles nicht korrekt und Voltaire steht nicht in dieser grauenhaften Tradition.
Redaktion benachrichtigen
#12   Abu   18:46:43 | Sonntag, 6. August 2006
@methusalix
Die eine Hälfte von uns als vermeintliche Hexen und Ketzer, die andere Hälfte als Folterknechte, Henker und Inquisitoren.
^-^
Redaktion benachrichtigen
#11   methusalix †   17:38:00 | Sonntag, 6. August 2006
@Benedikt
Benedikt: Nicht verwunderlichDie Taten der Anderen verurteilen, die eigenen schönreden: Das hat auch die Aufklärung nicht geändert, sondern vielmehr zu einer neuen „Blüte“ geführt
Was anderes als frömmelnde Geschichtsklitterung ist dieser Beitrag samt mancher Beiträge, angesichts der breiten und langen Blutspur, die die heilige Mutter Kirche durch zwei Jahrtausende hinter sich her zieht?
Redaktion benachrichtigen
#10   Benedikt   17:03:05 | Sonntag, 6. August 2006
Nicht verwunderlich
Die Taten der Anderen verurteilen, die eigenen schönreden: Das hat auch die Aufklärung nicht geändert, sondern vielmehr zu einer neuen „Blüte“ geführt.
Redaktion benachrichtigen
#9   k_c   17:03:02 | Sonntag, 6. August 2006
wie man’s sieht
Doch das war eine Täuschung: „Qui mange du pape en meurt“ – „Wer Kirchengut frißt, erstrickt daran.“
Meyers Konversationslexikon erklärt diese Redensweise etwas anders: stammt aus der Zeit des Papstes Alexander VI. (gest. 1503), der sich ihm unbequemer Personen dadurch entledigt haben soll, daß er ihnen bei seinen Gastmählern vergifteten Wein vorsetzte.
Redaktion benachrichtigen
#8   methusalix †   17:02:11 | Sonntag, 6. August 2006
Nö, und auch keine Dominikaner!!!
Tatsächlich gab es in den Ländern, in denen es eine wohlorganisierte Inquisition gab (Kirchenstaat, Länder der spanischen Krone), keinen Hexenwahn und schon gar nicht eine Hexenverfolgung.
Redaktion benachrichtigen
#7   Pünktchen   16:32:47 | Sonntag, 6. August 2006
Christl. „Antijudaismus“ verwandelt sich bei Voltaire in einen direkten rassist. Antisemitismus!
„Ihr seid berechnende Tiere“, hielt Voltaire den Juden vor www.ursulahomann.de/…DieJuden/kap001.html, „bemüht euch darum, denkende Tiere zu werden.“ it diesem Vergleich zwischen dem denkenden Christen und dem berechnenden Juden nimmt Voltaire die Grundvoraussetzung des rassistischen Antisemitismus eindeutig vorweg, weil hier die Annahme aller Antisemiten und Rassenfanatiker von der angeblichen Überlegenheit der schöpferischen Intelligenz der Christen über den unfruchtbaren Intellekt der Juden anklingt. In einem anderen Text versteigt sich Voltaire zu der Behauptung, dass die Juden „in jedem Bereich alles abschreiben oder nachmachen.“ In seiner „Abhandlung über die Sitten“ bemerkt er(fälschlicherweise übrigens), dass man im alten Rom die Juden mit dem gleichen Blick betrachtet habe, „mit dem wir die Neger sehen,nämlich als eine minderwertige Menschenart“, und weiter: „Alles ist bei den Juden widersprechend und inkonsequent, wie fast bei allen Nationen. Das bringt die menschliche Natur mit sich. Aber das Volk der Juden übertrifft darin alle Menschen“. Das Phantom von der jüdischen Weltverschwörung, mit dem Judenfeinde heute noch hausieren gehen, hat Voltaire auf eine kurze Formel gebracht:„Entweder die Juden unterjochten alle oder wurden von der gesamten Menschheit gehasst, …sie sind nichtsdestoweniger die allergrößten Lumpen, die jemals die Oberfläche der Erde besudelt haben.“
„Voltaires Judenhaß …kulminierte… im 20. Jh. in den Gaskammern der Konzentrationslager von Auschwitz und Treblinka.“
Redaktion benachrichtigen
#6   Aloah   16:29:17 | Sonntag, 6. August 2006
Jawohl!: Wooooow! Freut der sich!
>>Dass ich das noch erleben darf!
…<<
Wieso…, ist bei dir stündlich mit dem Ableben zurechnen.
Redaktion benachrichtigen
#5   Jawohl!   16:16:09 | Sonntag, 6. August 2006
Wooooow!
Dass ich das noch erleben darf! Endlich mal ein kreuz.net-Artikel zu einem »umstrittenen« Thema, der von vorne bis hinten stimmt und auch eine angemessene Form wahrt. Kompliment!
Und nebenbei gesagt: Dass der moderne Rassenantisemitismus, der schließlich nach Auschwitz geführt hat, gerade auf dem Mist der unseligen sogenannten »Aufklärung« gewachsen ist, das ist zwar ein alter Hut, bleibt aber dennoch wahr und ist auch immer mal wieder in Erinnerung zu rufen!
Diesmal kann man nur sagen: Weiter so! :)3
Redaktion benachrichtigen
#4   Dr. Christoph Heger   16:14:40 | Sonntag, 6. August 2006
Pisa läßt grüßen!
ohne Voltaire und den anderen von den Kirchenbeamten vielgehassten Aufklärern,würden wir doch heute noch alle dem Hexenwahn und dem Glauben an Succubi und Incubi anhängen
Diesen Unfug werden die aus dem deutschen „Bildungs“-System Entlassenen wohl bis zur Vollendung der „volksherrschaftlich“ herbeigeführten demographischen Katastrophe verbreiten.
Tatsächlich gab es in den Ländern, in denen es eine wohlorganisierte Inquisition gab (Kirchenstaat, Länder der spanischen Krone), keinen Hexenwahn und schon gar nicht eine Hexenverfolgung.
Der Hexenwahn war eine Angelegenheit frühneuzeitlicher „Intellektueller“, darunter einer der übelsten: Jean Bodin, bedeutender Staatstheoretiker der absolutistischen Monarchie und Konvertit zum Judentum.
MfG
Christoph Heger
Redaktion benachrichtigen
#3   methusalix †   15:44:14 | Sonntag, 6. August 2006
ohne Voltaire und den anderen von den Kirchenbeamten vielgehassten Aufklärern,
würden wir doch heute noch alle dem Hexenwahn und dem Glauben an Succubi und Incubi anhängen und in den Folterkellern der „heiligen Iquisition“ dahinvegetieren. Die eine Hälfte von uns als vermeintliche Hexen und Ketzer, die andere Hälfte als Folterknechte, Henker und Inquisitoren.
Redaktion benachrichtigen
#2   PhilomenaWolkenstein   15:25:20 | Sonntag, 6. August 2006
@athanasius
Deshalb wurden den Juden wärend der französischen Revolution ja auch sofort alle Bürgerrechte zuerkannt. Die Deutschen (und Österreicher) blieben dagegen in ihren obrigheitshörigen, antisemitischen Protestantismus (und Katholizismus) verhaftet, aus dem dann die Vernichtungsmaschinerie der Nazis gespeist wurden.
Es ist kaum zu glauben, aber kreuz.net samt einigen Postern bringt immer neue Dimensionen des Antisemitismus.
Redaktion benachrichtigen
#1   Athanasius   14:47:48 | Sonntag, 6. August 2006
Seculum
Der Begründer des modernen säkularen Antisemitismus war Voltaire.
Nach Voltaire sind die Juden vagabundierende Betrüger mit dem schmutzigsten Geiz, abstoßendem Aberglauben und unüberwindlichem Haß gegen alle Völker, welche sie tolerierten und reich machten.
Voltaire konstruiert einen jüdischen Volkscharakter aus folgenden Verhaltensweisen: Unwissenheit, barbarische Sprache, Haß auf andere Völker, Grausamkeit, Kannibalismus und sexuelle Perversionen.
Die jüdische Nation sei „mit dem gleichen Blick, mit dem wir die Neger sehen, zu betrachten, nämlich als eine minderwertige Menschenart“ (Voltaire, Oeuvres).
Der Nationalismus stammt auch direkt von Voltaire, da er nicht nur die raziale Aufteilung einführte, sondern auch die Nationsstaaten forderte. Voltaire war aber eher ein bürgerlicher Mann, und schrieb dem frommen König Ludwig XVI. um 1767 als der letzte noch eher der sogenannten Aufklärung positiv gegenüber stand, daß das Volk dumm sei, und daß aber der König und das hohe Bürgertum die christliche Religion ablegen sollte, da es die Religion für das dumme Gepöbel sei. Er haßte das gewöhnliche (oft recht fromme) Arbeiter- und Bauernvolk. Erst die Jakobiner verstanden es sich mit diesen Massen auszusöhn en, aber eher um diese als Instrument, als mit echter Freude (sowie die heiligen Französischen sozialen Priester es im 18. Jh. taten), zu benutzen. Das inspirierte dann den Sozialismus, der nach der Epoche des Nationalismus die Welt Millionen von Toten bringen sollte.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
AufklärungDer säkulare Antisemitismus war die Ursache der Nazi-Schlächtereien AufklärungIst die Aufklärung kurzerhand abzulehnen?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net