In unmittelbarer Nähe hagelte es israelische Bomben, als ein maronitischer Erzbischof seine geschundene Herde besuchte.
(kreuz.net, Ein Ibil) Der maronitische Erzbischof von Tyrus, Mons. Nabil Haj (63), hat sich kürzlich
auf die Suche nach seiner versprengten Diözese gemacht.
Die Maroniten sind eine katholische Ostkirche,
die sich immer in voller Einheit mit dem Papst befunden haben.
„Das ist eine große Diözese, die den
ganzen Süden des Libanon umfaßt“ – erklärte der Bischof vor der Tageszeitung ‘The Sydney Morning Herald’.
„In normalen Zeiten würde es hier etwa 50.000 Maroniten geben. Aber jetzt wäre ich überrascht, hier
noch 10.000 Gläubige zu finden. Alle anderen sind vor den Kämpfen geflüchtet.“
Der Erzbischof besuchte
zuerst das Dorf Ein Ibil, um die dortigen Schwestern zu besuchen. Doch in der Nähe des Klosters hatten
die Israelis Bomben abgeworfen. Die Schwestern waren geflüchtet.
Erzbischof Haj fand in Ein Ibil nur
verlassene Straßen, die von Splittern übersät wären, die von in der Luft explodierenden Bomben stammten.
Die Häuser waren leer und ausgebrannt.
Fünf Kilometer im Südwesten der Ortschaft hämmerte die israelische
Artillerie gerade außerhalb der Ortschaft Aita al-Schaab.
Unbemannte Flugdronen schwirrten in geringer
Höhe herum, während die Bomben fast im Sekundentakt niedersausten.
„Das ist das Heilige Land“ – sagt
der Erzbischof vor der Tageszeitung: „Wir haben als Christen einen geistlichen Auftrag, Frieden zwischen
Juden und Moslems zu bringen.“
„Ich bin hierher gekommen, um den Leuten zu sagen, die noch da sind, daß
sie jene sind, die einen neuen Frühling bringen werden.“
Die maronitische Kirche im Südlibanon wollte
dieses Jahr ihr 400. Jubiläum feiern. Die Feierlichkeiten wurden abgesagt. Die Kirche in Ein Ibil ist
geschlossen.
Der Besuch des Erzbischofs hat sich herumgesprochen. Die wenigen übriggebliebenen Gläubigen
eilten in die Kirche, um ihn zu treffen.
Georgette Kasruni (70) wirft ihre Arme um den Prälaten und
bricht in Tränen aus:
„Sie bombardieren die Straße nach Rameisch. Unsere Kinder sind dort. Was können
wir tun? Wohin können wir gehen? Wir haben kein Brot, kein Benzin, keinen Strom.“
Der Erzbischof wird
in das zerbombte Haus der Familie Suleiman geführt, um weitere Leute zu treffen und Kaffee zu trinken.
Das Haus wurde verschiedentlich von israelischen Raketen getroffen.
„Mein Haus wurde vollständig zerstört“ –
sagt Therese Suleiman (50) eine Mutter von zwölf Kindern.
„Wir waren dreißig Personen im Haus und schliefen
im Keller, als die Bomben einschlugen. Bis jetzt wurde, Gott sei Dank, niemand getötete. Sieben oder
acht Personen wurden verletzt. Gott wacht über uns.“
Während des Treffens mit dem Erzbischof rücken
die Bombeneinschläge immer näher. Es gibt jetzt einen Einschlag pro Sekunde. Rauch füllt das Tal.
„Es bedeutet für uns viel, daß der Erzbischof zu uns gekommen ist, aber wir brauchen sehr viel Hilfe“ –
sagt Frau Suleiman.
Warum sie nicht geflohen sei, wie die anderen 2000 Bewohner des Ortes?
„Das ist
unser Zuhause. Wir werden nicht wegziehen. Auch jetzt nicht. Wohin sollten wir gehen?“
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Pius XII.: Kreuzforum Die Vorgänge in Nahost sind ein haarsträubender Beleg dafür, dass die Weltgemeinschaft
die Lehren des Papstes Pius XII. zur Völkergemeinschaft schlichtweg ignoriert. (Ohne diese Vorarbeit
wäre, nebenbei, Dignitatis Humanae nicht so konsequent umgesetzt worden.) Pius XII., ausgerechnet der
„letzte Römer“ auf dem Stuhl Petri, vollzog die Wende von jedweden vorsintflutlichen „Reichsgedanken“
und ersetzte sie durch die modernen Lehre der Völkergemeinschaft. Das ist die konsequente Antwort auf
1806, 1918 und 1945 gewesen, die noch auf Wiederentdeckung hofft. (Deshalb, „Pius XII.“ auf kreuzforum:
war in der Karfreitagsliturgie auch kein Platz mehr für die Kaiserbitte; Pacelli has done it!).