Theologieprofessor gegen Kopftuch
Ein evangelischer Neutestamentler glaubt, daß man den Schleier der Musulmaninnen und der Ordensschwestern nicht in einen Topf werfen dürfe. Ob er recht hat?
(kreuz.net) In einem Leserbrief in der ‘Frankfurter Allgemeinen’ wandte sich der evangelischen Neutestamentler
Professor Dr. Dietrich-Alex Koch (64) Ende Juli gegen das Tragen des muslimischen Kopftuches in Deutschland.Koch ist Neutestamentler an der Evangelisch-Theologische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.
Er schrieb seinen Leserbrief zum Anlaß des jüngsten Kopftuchurteils des Verwaltungsgerichts Stuttgart.
Das Gericht hat mit Hinweis auf den Gleichheitsgrundsatz das Tragen eines Kopftuchs durch eine muslimische Lehrerin für Rechtens erklärt. Grund: In Baden-Württemberg würden auch Klosterfrauen als Lehrkräfte in ihrem Habit unterrichten.
Doch Professor Koch protestiert: Die Anwendung des Gleichheitsgrundsatzes setze voraus, daß die betreffenden Sachverhalte tatsächlich vergleichbar seien.
„Dazu hätte man aber die jeweilige Funktion der beiden »Symbole« innerhalb der betreffenden Religion prüfen müssen“ – so Koch:
Das Tragen des Kopftuchs sei für Musliminnen grundsätzlich religiöse Pflicht.
So habe der oberste Geistliche der Al-Ahzar Moschee in Kairo angesichts der Diskussion um das Kopftuchverbot in französischen Schulen festgestellt:
In islamischen Ländern sei es selbstverständlich Pflicht einer Muslimin, ein Kopftuch zu tragen. In nichtmuslimischen Ländern sei dagegen eine Anpassung an das dortige Rechtssystem mit dem Islam vereinbar.
Die Al-Ahzar Moschee in Kairo ist eine besonders traditionsreiche Lehrinstanz des sunnitischen Islam.
„Selbst diese vergleichsweise moderate Position setzt voraus, daß grundsätzlich für jede Muslimin das Kopftuch religiöse Vorschrift ist“ – so der Neutestamentler.
Darum gehe ein großer Druck von allen „traditionalistischen Kreisen“ auch auf muslimische Schülerinnen in Deutschland aus. Kopftuchtragende Lehrerinnen würden diesen Druck objektiv verstärken – unabhängig von allen persönlichen Bekundungen.
Dagegen sei die Ordenstracht einer katholischen Nonne in den 2000 Jahren des Bestehens des Christentums noch nie zur verbindlichen Norm für alle Christinnen erklärt worden.
Sie sei schon immer Zeichen einer besonderen religiösen Lebensform innerhalb des Christentums gewesen: „Auch Richter in Baden-Württemberg sollten dies wissen.“
Als protestantischer Christ und Theologe hoffe er, daß sich die Kirchen in ökumenischer Solidarität gegen diese unglaubliche Gleichsetzung zur Wehr setzen.
„Professor Koch hätte sich zuerst mit einem katholischen Kirchengeschichtler beraten sollen“ – kommentierte ein Priester auf Anfrage die Stellungnahme von Professor Koch:
„Die Ordenstracht ist nichts anderes, als die Bekleidung, die für alle verheirateten christlichen Frauen vorgeschrieben war. Sie wurde später auf geweihte Jungfrauen übertragen.“
In vielen westlichen Gebieten sei diese Bekleidungsform für verheiratete Frauen erst in den letzten fünfzig Jahren aus der Mode gekommen. Bei älteren Frauen, die aus Rußland eingewandert sind, könne man den Schleier in Deutschland noch heute sehen.
„So ist der Unterschied zwischen gläubigen Musulmaninnen, Christinnen oder Jüdinnen – die ebenfalls Kopftuch tragen – kleiner, als man glauben würde“ – so der Priester.
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Samstag, 19. August 2006 12:03
Abu: @ Parzifal, dem Toren
Erst verkünden Sie großartig dass Deutschland scheiße ist und Sie gemeinsam mit der Muslimbruderschaft
die Macht übernehmen wollen um anschließend mal eifrig die USA zu bekäpfen und natürlich die „braun-rosa-pißgelbe“
dt. Fahne abzuschaffen und dann verlangen Sie mit ihrer typischen höchst aggressiven Naivität dass ich
doch bitte nix dagegen haben darf.
Hab ich nie gesagt. Wenn Sie nicht in der Lage sind, Texte zu verstehen und in ihren Zusammenhang einzuordnen, dann würde ich Ihnen empfehlen, Ihre Nächte schlafend zu verbringen und tagsüber zu studieren statt nachts im Internet zu posten und tagsüber bekifft rumzuhängen. Aber verzerrende Darstellungen der Positionen anderer waren ja auch schon immer Kennzeichen nationalistischer Heiden.
Die Verpflichtung einer Muslima zum Tragen eines Kopftuches ergibt sich aus den Quellen Koran und Sunna. Sie wird von sämtlichen großen Rechtsschulen der islamischen Orthodoxie geteilt. Fragen Sie einfach einen beliebigen muslimischen Verband oder einen beliebigen Imam.
Warum „Schlampe“? – Man kann halt davon ausgehen, daß junge Frauen ohne jedes Signal wie Ehering oder Kopftuch grundsätzlich nichts gegen einen Flirt haben.
Lehrer sind aber per Gesetz zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet.
Zitieren Sie das Gesetz. Definieren Sie „weltanschauliche Neutralität“.
Wenn Sie der Auffassung sind, in der Türkei herrsche Religionsfreiheit, ist das nur ein Zeichen Ihrer Blindheit und Unbildung. Über andere Länder habe ich nichts gesagt.
Hab ich nie gesagt. Wenn Sie nicht in der Lage sind, Texte zu verstehen und in ihren Zusammenhang einzuordnen, dann würde ich Ihnen empfehlen, Ihre Nächte schlafend zu verbringen und tagsüber zu studieren statt nachts im Internet zu posten und tagsüber bekifft rumzuhängen. Aber verzerrende Darstellungen der Positionen anderer waren ja auch schon immer Kennzeichen nationalistischer Heiden.
Die Verpflichtung einer Muslima zum Tragen eines Kopftuches ergibt sich aus den Quellen Koran und Sunna. Sie wird von sämtlichen großen Rechtsschulen der islamischen Orthodoxie geteilt. Fragen Sie einfach einen beliebigen muslimischen Verband oder einen beliebigen Imam.
Warum „Schlampe“? – Man kann halt davon ausgehen, daß junge Frauen ohne jedes Signal wie Ehering oder Kopftuch grundsätzlich nichts gegen einen Flirt haben.
Lehrer sind aber per Gesetz zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet.
Zitieren Sie das Gesetz. Definieren Sie „weltanschauliche Neutralität“.
Wenn Sie der Auffassung sind, in der Türkei herrsche Religionsfreiheit, ist das nur ein Zeichen Ihrer Blindheit und Unbildung. Über andere Länder habe ich nichts gesagt.
Samstag, 19. August 2006 00:27
Jörg Guttenberger, Köln: Abu: wie wäre es, wenn…?
Es kommt nicht darauf an, was wäre wenn, sondern was tatsächlich ist. Alleine von den Tatsachen ist
auszugehen und nicht von irgendwelchen abstrakten Überlegungen zur Relativierung der Wirklichkeit.
Ich habe absolut kein Verständnis für Christen, die in ihrem wirklichkeitsfremden Denken die Ordenstracht als Berufskleidung in die Nähe des Kopftuchs als Ausdruck einer Religionszugehörigkeit rücken wollen, um so das Spiel kirchenfeindlicher Kräfte mitzumachen oder zumindest Verständnis hierfür zu wecken.
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Ich habe absolut kein Verständnis für Christen, die in ihrem wirklichkeitsfremden Denken die Ordenstracht als Berufskleidung in die Nähe des Kopftuchs als Ausdruck einer Religionszugehörigkeit rücken wollen, um so das Spiel kirchenfeindlicher Kräfte mitzumachen oder zumindest Verständnis hierfür zu wecken.
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Freitag, 18. August 2006 23:50
Hypatia: Dresscodes
Das Leben ist bunt, wie wir wissen. Dennoch war es mir bisher nicht gestattet, mich nach Gutdünken zu kleiden. Als Kind war es mir bei den Nonnen verwehrt, Hosen zu tragen, als Erwachsene gestattete weder der Dresscode meiner amerikanischen noch der arabischen Dienstherren, etwas anderes als Röcke und Kleider zu tragen. Hätten mich diese Einschränkungen ernsthaft gestört, hätte ich sicher den Dienst quittiert. „In Rome do, as the Romans do“ ist eine Devise, mit der ich leben kann.
Freitag, 18. August 2006 23:43
Parzifal: @ Abu: Könnten Sie mich nicht mal verschonen mit dieser penetranten aggressiven Naivität?
Erst verkünden Sie großartig dass Deutschland scheiße ist und Sie gemeinsam mit der Muslimbruderschaft
die Macht übernehmen wollen um anschließend mal eifrig die USA zu bekäpfen und natürlich die „braun-rosa-pißgelbe“
dt. Fahne abzuschaffen und dann verlangen Sie mit ihrer typischen höchst aggressiven Naivität dass ich
doch bitte nix dagegen haben darf.
Das ist Abu wie er leibt und lebt. Naiv, blauäugig und dazu aggressiv und penetrant-lästig.
MUSLIMAS SIND QUA RELIGION ZUM TRAGEN DES KOPFTUCHES sowie weiteren Kleidervorschriften VERPFLICHTET.
So? Und woher wissen Sie das so genau?
Es bedeutet: „Ich bin eine anständige Muslima und habe kein Interesse an Flirts mit Männern.“
Und was sagt eine Frau aus die keins trägt? „Hallo! Ich bin eine Schlampe du darfst mich vergewaltigen“ oder was?
IN DEUTSCHLAND HERRSCHT RELIGIONSFREIHEIT.
Hab ich das bezweifelt? Lehrer sind aber per Gesetz zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet. Ein Lehrer darf auch kein T-Shirt tragen auf dem steht: „Wählt die Grünen!“.
Der Turk-Islam, der dabei herauskommt, ist die einzige staatliche Religion.
Ach was? Und was ist mit dem Shiismus in Iran oder den Wahabiten in Saudi Arabien? Auch da bestimmt der Staat was Religion ist und was nicht.
Weder haben andere muslimische noch christliche Bekenntnisse eine Chance.
Höh? Werden in der Türkei etwa Bibeln eingestampft wie in Saudi Arabien? Wird in der Türkei ein Christ der ein Liebesverhältnis mit einer Muslimin anfängt getötet, wie in Iran?
Das ist Abu wie er leibt und lebt. Naiv, blauäugig und dazu aggressiv und penetrant-lästig.
MUSLIMAS SIND QUA RELIGION ZUM TRAGEN DES KOPFTUCHES sowie weiteren Kleidervorschriften VERPFLICHTET.
So? Und woher wissen Sie das so genau?
Es bedeutet: „Ich bin eine anständige Muslima und habe kein Interesse an Flirts mit Männern.“
Und was sagt eine Frau aus die keins trägt? „Hallo! Ich bin eine Schlampe du darfst mich vergewaltigen“ oder was?
IN DEUTSCHLAND HERRSCHT RELIGIONSFREIHEIT.
Hab ich das bezweifelt? Lehrer sind aber per Gesetz zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet. Ein Lehrer darf auch kein T-Shirt tragen auf dem steht: „Wählt die Grünen!“.
Der Turk-Islam, der dabei herauskommt, ist die einzige staatliche Religion.
Ach was? Und was ist mit dem Shiismus in Iran oder den Wahabiten in Saudi Arabien? Auch da bestimmt der Staat was Religion ist und was nicht.
Weder haben andere muslimische noch christliche Bekenntnisse eine Chance.
Höh? Werden in der Türkei etwa Bibeln eingestampft wie in Saudi Arabien? Wird in der Türkei ein Christ der ein Liebesverhältnis mit einer Muslimin anfängt getötet, wie in Iran?
Freitag, 18. August 2006 23:10
Abu: Adelgunde Mertensacker
Sie zitieren mit Serap Cileli nicht eine Frau, „die es wissen muß“, sondern eine Frau, die dagegen ist.
Wäre diese Frau katholisch, würden Sie sie weder für eine Gläubige halten noch ihre Kirchenkritik
akzeptieren. Oder ist für Sie das Bundesverdienstkreuz von Bedeutung?
Sie weisen auf die Verhältnisse in der Türkei hin, einem laizistischen Staat, in dem die Religion aber, vom Staat zurechtgestutzt, als Staatsreligion gehandhabt wird. Der Turk-Islam, der dabei herauskommt, ist die einzige staatliche Religion. Weder haben andere muslimische noch christliche Bekenntnisse eine Chance. Und das soll ein Vorbild sein? Bei uns hatten sich das im 19. Jh. ein paar preußische Protestanten so vorgestellt, unter Ausschluß von Rom!
Lieber Jörg Guttenberger,
mit Ihrer Differenzierung haben Sie natürlich recht. Aber wie wäre es, wenn Frauen einer geistlichen Gemeinschaft eine bestimmte Kleidung tragen, ohne deshalb einem Orden anzugehören, oder ein gut sichtbares, großes Kreuz? Das gehört für die dann dazu, ist nicht unbedingt religiös verpflichtend, die private Zugehörigkeit zu der Gemeinschaft ist auch keine Voraussetzung, um zB Religionsunterricht zu erteilen. In Frankreich oder Berlin wäre das verboten. Auch die Kippa oder der Sikh-Turban, in Frankreich hat Stasi sogar über ein Vollbartverbot nachgedacht, der sei Zeichen der Islamisten.
Sie weisen auf die Verhältnisse in der Türkei hin, einem laizistischen Staat, in dem die Religion aber, vom Staat zurechtgestutzt, als Staatsreligion gehandhabt wird. Der Turk-Islam, der dabei herauskommt, ist die einzige staatliche Religion. Weder haben andere muslimische noch christliche Bekenntnisse eine Chance. Und das soll ein Vorbild sein? Bei uns hatten sich das im 19. Jh. ein paar preußische Protestanten so vorgestellt, unter Ausschluß von Rom!
Lieber Jörg Guttenberger,
mit Ihrer Differenzierung haben Sie natürlich recht. Aber wie wäre es, wenn Frauen einer geistlichen Gemeinschaft eine bestimmte Kleidung tragen, ohne deshalb einem Orden anzugehören, oder ein gut sichtbares, großes Kreuz? Das gehört für die dann dazu, ist nicht unbedingt religiös verpflichtend, die private Zugehörigkeit zu der Gemeinschaft ist auch keine Voraussetzung, um zB Religionsunterricht zu erteilen. In Frankreich oder Berlin wäre das verboten. Auch die Kippa oder der Sikh-Turban, in Frankreich hat Stasi sogar über ein Vollbartverbot nachgedacht, der sei Zeichen der Islamisten.
Freitag, 18. August 2006 21:28
Jörg Guttenberger, Köln: Mertensacker und andere: Ordenstracht – Kopftuch
Nicht der Professor, sondern Frau Mertensacker greift zu kurz, indem sie übersieht, daß die Ordenstracht,
wie schon mehrfach erwähnt, eine Berufskleidung ist, wie Richterroben, Uniformen von Soldaten, Polizisten,
Bahn- und Postpersonal. Denn Ordenskleidung ist genauso an den betreffenden Beruf gebunden, wie die genannten
Roben/Uniformen, wohingegen das Kopftuch alleine, das heißt ohne berufliche oder sonstige gruppenzugehörigkeitsbedingte
Einschränkung, eine Religionszugehörigkeit dokumentiert und daher von allen Frauen zu tragen ist!
Da wird über weibliche Kopfbedeckung und männliche Barhäuptigkeit von früher und mittelaltrliche Damenmoden drauflos argumentiert. Was hat das mit der Gegenwart zu tun, auf die es alleine ankommt? Was haben wir Heutigen mit der Mode von damals zu tun? Reaktionärer geht es kaum.
Interessant ist das fleißige Schimpfen auf die ewig Gestrigen, wenn man die r.-k. damit verbal verprügeln kann, dieselbe Vergangenheit aber zu Lasten der Kirche gerade gut genug ist. Auf mich macht das Ganze eher einen heuchlerischen Eindruck.
Da wird über weibliche Kopfbedeckung und männliche Barhäuptigkeit von früher und mittelaltrliche Damenmoden drauflos argumentiert. Was hat das mit der Gegenwart zu tun, auf die es alleine ankommt? Was haben wir Heutigen mit der Mode von damals zu tun? Reaktionärer geht es kaum.
Interessant ist das fleißige Schimpfen auf die ewig Gestrigen, wenn man die r.-k. damit verbal verprügeln kann, dieselbe Vergangenheit aber zu Lasten der Kirche gerade gut genug ist. Auf mich macht das Ganze eher einen heuchlerischen Eindruck.
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