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Montag, 7. August 2006 08:48
Ignorierter Papst + Israel entführt Parlamentspräsidenten + Zersetzung der Gewissen + Mehr Kinder! + Damit die Apologeten des Krieges sehen, wofür sie stehen
Zurück zum Artikel 17 Lesermeinungen:
Mittwoch, 9. August 2006 14:04
Dr. Christoph Heger: Kant als Autorität
Kant also ist jetzt die neue kath. Autorität… Ich bin ehrlich gesagt erstaunt. Gerade Kant als dezidierter, ev. getaufter Aufklärer, der jeden Offenbarungsglauben ablehnte

Immanuel Kant ist in der Tat für jeden denkenden Menschen sozusagen eine Autorität. Natürlich nicht für Simpel, die weder denken noch die Offenbarung gläubig annehmen wollen, statt dessen freche Sprüche klopfen.

Kant ist insbesondere in der Ethik eine Autorität – der Ethik, die dem Menschen im Evangelium nicht als Neuigkeit verkündet, sondern als immer gültiges Gesetz der praktischen Vernunft eingeschärft wird.

Daran ändert Kants Ablehnung der Möglichkeit – nicht einer Offenbarung an sich, sondern – der für das Christentum konstitutiven stellvertretenden Sühne Christi nichts. Diese Ablehnung ist außerdem so gut begründet, daß es eines Kant noch nicht bewußten neuen Themas der Philosophie, nämlich der von Fichte begründeten Interpersonaltheorie, bedurfte, um Kants Einwände zu widerlegen.

Ich widerhole also meine Empfehlung, in Kants Metaphysik der Sitten seine Ausführungen über das Recht zum und im Kriege zu lesen.

MfG
Christoph Heger
Mittwoch, 9. August 2006 13:17
Babylon †: @ Heger: Ui, Kant also
ist jetzt die neue kath. Autorität… Ich bin ehrlich gesagt erstaunt. Gerade Kant als dezidierter, ev. getaufter Aufklärer, der jeden Offenbarungsglauben ablehnte und sich dafür einen preußisch-königlichen Verweis einhandelte…Kant ist für Dich also wichtiger als die Evangelien. Feindesliebe? Die Christen schießen sich ja sogar gegenseitig tot. Was macht man dann erst mit Feinden?

Deine Taktik ist ja nun durchaus durchschaubar: Die Sache sei ja viel komplizierter und so. Dabei ist die Sache an sich so einfach, nur wehrst Du Dich gegen die Konsequenzen.

Sicherlich, natürlich habe ich kein Recht darauf, daß mir hier geantwortet wird. Allerdings sollte man dann doch auch keine Diskussion oder Kommunikation simulieren, sondern sich einfach raushalten.
Mittwoch, 9. August 2006 09:08
fand ich, daß Du nicht darauf eingegangen bist, was denn nun von der christlichen Feindesliebe übriggeblieben ist.

Wieso glauben eigentlich manche, wie unser Babylonischer, sie erwürben durch ihre lümmeligen Auftritte – „Feldpfaffen“, „korrumpierte Kirche“ usw. – ein Recht darauf, daß man sie auch noch umständlich über ihre Dummheiten aufklärt?

Lesen bildet, Verehrtester. Lies doch mal selber z. B. was Kant, Metaphysik der Sitten, über das Recht zum und im Kriege schreibt – ehe Du solche Simpeleien ständig wiederholst.

MfG
Christoph Heger
Dienstag, 8. August 2006 23:31
Babylon †: @ Heger: Viel interessanter
als den Rest fand ich, daß Du nicht darauf eingegangen bist, was denn nun von der christlichen Feindesliebe übriggeblieben ist. Da brauche ich mich gar nicht auf irgendeinen Heiligen oder sonstigen großen Gelehrten (und Hippolyt oder auch Origenes gehören anerkanntermaßen dazu, den hl. Cyprian hatte ich auch erwähnt) nennen, sondern einfach die Evangelien.

Wenn Feindesliebe bedeutet, daß ich den Feind abmurksen darf, und das Ganze sogar eine christlich-moralische Pflicht sein soll, verliert „Feindesliebe“ jegliche Bedeutung. Das ist schon sehr entlarvend. Warum denn nicht zur Kriegsdienstverweigerung aufrufen? – Weil die Kirche spätestens seit Konstantin korrumpiert wurde und sich für stattliche Zwecke einspannen ließ.

Mit Sebastian und Sergius sieht’s mit historisch hartem Stoff nicht viel besser aus. Sieh doch nur mal die völlig unglaubwürdige Darstellung des Martyriums von Sebastian an…erbaulicher Stoff, der zur Zeit Konstantins erfunden wurde, um vom vollzogenen Kurswechsel der Kirche vom Pazifismus zum Militarismus abzulenken. Typisch. Solche praktische Erschaffung von Heiligen aus dem Nichts zu gegenwärtigen Zwecken sind zahlreich in der Kirchengeschichte nachweisbar.
Dienstag, 8. August 2006 22:46
Der Papst habe kein Recht dazu, kath. Soldaten ins Gewissen zu reden?

Dieser babylonische Blödsinn stammt nicht von mir. Es ist Aufgabe des Papstes, den Sündern, also allen, ins Gewissen zu reden. Er hat aber so wenig das Recht, katholische Soldaten zur Fahnenflucht aufzufordern, wie katholische Ehemänner, ihre Frauen zu verlassen.

Dein Rupert Meyer ist doch völlig uninteressant. Was beweist der denn?

Der Mann beweist die gemeine Gesinnung eines „Babylons“, der ihn mit seinen Kollegen als „Feldpfaffen“ beschimpfte und Feigheit unterstellte.

So jetzt auch den hochverehrten Erzbischof von München und Freising:

Es gibt wirklich tolle Exemplare von Feldpfaffen: Kardinal Faulhaber z.B. war so’ne Spezies…widerlich, der Mann.

Ressentiments gegen Hippolyt? Aber nicht doch…(es gab damals noch keinen Papst,

Was Sie nicht sagen, Sie Koryphäe!

und deswegen war er auch kein Gegenpapst).

Selbst wenn man sein Schisma milde beurteilt (er hat sich immerhin in der Verfolgung wieder mit seinem Gegner versöhnt), ist es schon ziemlich „babylonisch“, ausgerechnet seine Parteimeinung als Zeugnis für die Haltung der frühen Kirche zum Wehrdienst anzuführen.

Zu den Soldatenmartyrern:

Bei den 40 Märtyrern von Sebaste scheint doch starke Legendarisierung reinzuspielen, aber v.a.:

Schwer vorstellbar bei dieser cause célèbre im Jahre 320!

Außerdem, schon mal was von Sergius, Sebastian und all den anderen gehört?

MfG
Christoph Heger
Dienstag, 8. August 2006 18:01
Babylon †: @ Heger: Toll.
Der Papst habe kein Recht dazu, kath. Soldaten ins Gewissen zu reden? Warum nicht? Der Papst redet doch sonst auch jedem ins Gewissen, egal worum’s geht. Warum nicht, wenn es um Leben und Tod geht?

Dein Rupert Meyer ist doch völlig uninteressant. Was beweist der denn? Wie sinnvoll diese Deine Einstellung ist? Wie toll es ist, daß kath. Soldaten sich gegenseitig abschlachten? – Wohl kaum. Es gibt wirklich tolle Exemplare von Feldpfaffen: Kardinal Faulhaber z.B. war so’ne Spezies…widerlich, der Mann.

Was bleibt von christlicher Feindesliebe? Wenn sich Katholiken so verhalten wie alle anderen (und genau das ist ja meine These, nur daß Katholiken frömmelnde Heuchler sind), ist diese Religion irgendwie nutzlos, zumindest ohne ethische Besonderheiten.

Ressentiments gegen Hippolyt? Aber nicht doch…(es gab damals noch keinen Papst, und deswegen war er auch kein Gegenpapst). Er war der damalige Tradi!

Bei den 40 Märtyrern von Sebaste scheint doch starke Legendarisierung reinzuspielen, aber v.a.: Es war nach der Privilegierung des Christentums durch Konstantin und bweist darum gar nichts. Ich hab ja selbst gesagt, daß die Kirche nun – an den Futtertrögen der Macht – total für’s Militär war. Also: Gaaanz schlechtes Beispiel.
Dienstag, 8. August 2006 13:47
Dr. Christoph Heger: Dem Simpel erscheint alles grotesk.
Heger: Merkst Du gar nichtwie grotesk Deine Argumentation ist?

Babylonischen Simpeln mag das so scheinen. Die Welt ist eben komplizierter, als es in ihre Köpfe geht.

Du findest es also richtig, daß die Soldaten treu ihre Pflicht tun. Das klingt gut, da stimmt jeder zu.

Eben!

Nur: In die Realität übersetzt bedeutet das für den Soldaten in seinem Schützengraben oder an seinem Artilleriegeschütz nichts anderes, als möglichst viele Feindsoldaten totzuschießen, …

Natürlich! Wo kein Recht ist, muß Gewalt entscheiden.

Stell Dir doch die Situation vor: Auf beiden Seiten der Front kath. Soldaten, auf beiden Seiten kath. Feldpfaffen, …

Daß die Simpel immer sofort jede Achtung vor anderen aufgeben müssen. Ich hatte schon so einen „Feldpfaffen“ genannt: den sel. P. Rupert Mayer SJ.

Der oberste Katholik, der Papst, … Warum wendet er sich nicht an die kath. Soldaten und verbietet ihnen, sich gegenseitig zu töten?

Weil er dazu in aller Regel kein Recht hat.

Und was die Soldatenmärtyrer der vorkonstantinischen Zeit angeht: Da würde ich gerne mal paar Namen hören.

Schau einfach mal in den Schott! Für den Anfang mögen die 40 Martyrer von Sebaste genügen.

Wie ich schon sagte, die Haltung der Kirche in der Verfolgungszeit gegen den Dienst im römische Heer war uneinheitlich. Ausgerechnet Hippolyt anzuführen hat besonderen Reiz.

MfG
Christoph Heger
Dienstag, 8. August 2006 12:58
Babylon †: @ Heger: Merkst Du gar nicht
wie grotesk Deine Argumentation ist? Du findest es also richtig, daß die Soldaten treu ihre Pflicht tun. Das klingt gut, da stimmt jeder zu.
Nur: In die Realität übersetzt bedeutet das für den Soldaten in seinem Schützengraben oder an seinem Artilleriegeschütz nichts anderes, als möglichst viele Feindsoldaten totzuschießen, zu verstümmeln, in Fetzen zu ballern oder das Bajonett in den Magen zu rammen. Das klingt doch schon viel unschöner, könnte ich mir denken.
Stell Dir doch die Situation vor: Auf beiden Seiten der Front kath. Soldaten, auf beiden Seiten kath. Feldpfaffen, die die Soldaten anfeuern, ihre Pflicht zu tun (was eben schön klingt, aber auf Abschlachtung der Glaubensbrüder auf der anderen Seite hinausläuft; woher sonst kommt das Wort „Schlacht“?)

Und nun: Der oberste Katholik, der Papst, sieht sich diese groteske Situation an, und macht er: Er jammert bißchen rum und appelliert an die Regierungen. Warum wendet er sich nicht an die kath. Soldaten und verbietet ihnen, sich gegenseitig zu töten?

Das ist doch alles paradox. Und was die Soldatenmärtyrer der vorkonstantinischen Zeit angeht: Da würde ich gerne mal paar Namen hören. Das ist nämlich alles reine Legende. Die Thebaische Legion z.B. mit ihren 6600 Märtyrern hat es nie gegeben. Cyprian z.B. lehnt (als pars pro toto) den Kriegsdienst, das Töten im Namen des Staats, vehement ab. Die Kirchenordnung Hippolyts weist Soldaten, Päderasten und Prostituierte u.a. als Katechumenen ab.
Dienstag, 8. August 2006 11:19
Agiafortuni: Kirche und Soldaten
Die Frage, ob man einem auf dem Unrecht beruhenden Staat seine Loyalität bezeugen soll, existiert seit Sokrates, welcher sich weigerte Athen zu verlassen und es vorzog den Giftbecher zu trinken. Soll man sich einem Staat gegenüber, der von Freimaurern beherrscht wird, loyal verhalten. Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Ich möchte jedoch sagen, nur so lange er das geringere Uebel ist.
Dienstag, 8. August 2006 10:01
Dr. Christoph Heger: Kirche und Soldaten
… warum z.B. im 1. Weltkrieg kath. Deutsche und kath. Franzosen aufeinander geschossen haben.

Nicht erst im 1. Weltkrieg. Die Frage begleitet die Christenheit seit ihren Anfängen – ist allerdings auch nicht so ruinös, wie man zu meinen scheint.

Brüder im Glauben! Und die Soldaten wurden von ihren jeweiligen Feldpfaffen und Bischöfen (weit hinter der Front, versteht sich)

Diese billige Polemik ist eine einzige Frechheit! Im Gegenteil, wer will, kann auch heute noch von „Feldpfaffen“ wissen, deren Mut und Aufopferungsbereitschaft höchste Achtung gebieten (sel. Rupert Mayer!).

angefeuert, treu ihre Pflicht zu tun …

Das ist ja auch richtig so.

Konsequent wäre es, wenn der Papst alle kath. Soldaten zur kriegsdienstverweigerung aufgerufen hätte.

Das wäre nicht „konsequent“, sondern einfach dämlich. Der Bestand der Staaten und ihrer bürgerlichen Ordnung hängt nun einmal davon ab, daß ihre Bürger für sie mit ihrem Leben einstehen.

So, wie es die Kirche bis Kaiser Konstantin immer gemacht hat. Wer Soldat war, wurde als Katechumene nicht angenommen.

Eine solche einheitliche Haltung der Kirche in der Verfolgungszeit hat es gar nicht gegeben. Dr. Barth, Bonn, hat hier mit einer kleinen Studie für Aufklärung gesorgt. Ich erinnere an die vielen Soldaten-Martyrer. Der im großen und ganzen festzustellende Respekt der Kirche für das römische Reich und sein Heer liegt wohl darin begründet, daß sie in ihnen den Katechon sah, der den Antichristen „aufhält“.

MfG
Christoph Heger
Dienstag, 8. August 2006 09:39
Agiafortuni: Babylon
Ihren Standpunkt teile ich voll und ganz. Der erste Weltkrieg ist die Verkörperung des Absurden. Der französische Katholizismus ist insofern ein Sonderfall, als französische Katholiken seit dem Konflikt zwischem Bonifaz VIII und Philipp dem Schönen hin-und hergerissen sind zwischen Vaterlandstreue und Treue zum Stellvertreter Christi. Nicht umsonst gab es in Frankreich eine ultramontanistische Partei.
Montag, 7. August 2006 15:15
Babylon †: @ stat crux: Wenn es die Kirche
wirklich ernst meinen würde, frage ich mich, warum z.B. im 1. Weltkrieg kath. Deutsche und kath. Franzosen aufeinander geschossen haben. Brüder im Glauben! Und die Soldaten wurden von ihren jeweiligen Feldpfaffen und Bischöfen (weit hinter der Front, versteht sich) angefeuert, treu ihre Pflicht zu tun (sprich: möglichst viele Glaubensbrüder abmurksen).

Konsequent wäre es, wenn der Papst alle kath. Soldaten zur kriegsdienstverweigerung aufgerufen hätte. So, wie es die Kirche bis Kaiser Konstantin immer gemacht hat. Wer Soldat war, wurde als Katechumene nicht angenommen.

Seit Konstantin: Die Kirche bekam Anteil an den Futtertrögen der Macht, also wehte sofort das Kreuzesbanner auf den kaiserlichen Feldzeichen den Soldaten voran.

Was vorher Grund zum Ausschluß aus der Gemeinde war, wurde nun heilige Pflicht.
Montag, 7. August 2006 13:44
C.Mansfeld: Mehr Kinder
Ist doch klar: Wenn sich die Christen durch Überzeugung nicht mehr nennenswert vermehren können, dann doch wenigstens durch Zeugung.
Montag, 7. August 2006 12:56
stat crux: Benedikt XVI wie XV
Es gehört wohl zum Leidensweg des Papsttums dazu, dass die Friedensaufrufe verhallen; 1914, 1939, 2003, 2006. Hier zeigt sich, dass die Lehre Pius XII. über die Völkergemeinschaft (darin ist er unübertroffen) in Gremien wie UNO, NATO, EU nur erst unzureichend rezipiert wurde.
Montag, 7. August 2006 12:25
Babylon †: @ Dummer Kardinal
Kann man wirklich nicht anders sagen. Da verhalten sich seine Christen verantwortungsvoller als die anderen, und was macht er? – Spornt seine Christen an, mehr Kinder in die Welt zu setzen, damit eine Art „Geburtenkrieg“ mit den Hindus und Moslems nicht verloren geht.

Das ist ziemlich abartig. Zumal er selbst bekanntlich sich um sowas nie kümmern mußte.
Montag, 7. August 2006 12:05
Ich halte mich da fern, bete aber für dessen Seelenfrieden.
Montag, 7. August 2006 11:53
Jawohl!: Danke, Heiliger Vater!
Wir gedenken seiner [Pauls VI.] in Dankbarkeit vor Gott, der ihn der Kirche in den wichtigen Jahren des Konzils und der Nachkonzilszeit geschenkt hat.

Jawohl!
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