In Bochum hegt die Oberbürgermeisterin interessante Pläne für eine leerstehende Kirche, für die es allerdings immer noch einen von ihr selber nicht abgelehnten Abrißantrag gibt.
(kreuz.net, Bochum) In der leerstehenden Marienkirche in Bochum-Mitte könnte das Standesamt einziehen.
Das erklärte die Oberbürgermeisterin von Bochum, Ottilie Scholz, Anfang August in einem Interview mit
der ‘Westdeutschen Allgemeinen Zeitung’.
Bochum befindet sich im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Die
dortige neugotische Marienkirche ist seit Jahren vom Abriß bedroht.
Doch jetzt gibt es eine gute Nachricht:
„Abriß ist kein Thema mehr“ – sagte die Oberbürgermeisterin vor der ‘Westdeutschen Allgemeinen’.
Man
spreche gerade über eine Nutzung des benachbarten Platzes mit Wohnungen und mit einer Markthalle, mit
Spezialitäten aus ganz Europa: „Ich fände das toll“ – so die Oberbürgermeisterin:
„In der Marienkirche
könnte das Standesamt einziehen. Ich will dazu Kontakte mit der Fachhochschule aufnehmen, an der dazu
interessante Konzepte entwickelt wurden.“
Weniger optimistisch zeigte sich dagegen der Vorstand des Fördervereines
Pro Marienkirche Bochum-Mitte in einer Stellungnahme.
Frau Dr. Scholz sei von Amtes wegen in der Lage,
die Marienkirche sofort unter Denkmalschutz zu setzen. Doch bislang habe sie sich um diesen Entscheid
gedrückt.
„Mit Schönrederei ist nicht geholfen. Es müssen Taten folgen. Gegenwärtig liegen mehrere
sehr interessante Umnutzungsvorschläge vor. Auch wir haben ein Umnutzungskonzept vorgestellt“ – so der
Förderverein.
Solange die Kirche nicht unter Denkmalschutz stehe, sei ihre Zukunft unsicher.
„Andere
stark zerstörte Kirchen Bochums – zum Beispiel die Herz-Jesu Kirche in Bochum-Hamme –, die nach dem Krieg
stark verändert wiederaufgebaut wurde, sind von der Oberbürgermeisterin erst im letzten Jahr unter Denkmalschutz
gestellt worden.“
Einige der geschützten Kirchen – wie die St. Anna-Kirche – seien in einem schlechten
Zustand – ganz im Gegensatz zur noch vollkommen intakten Marienkirche.
„Von der obersten Denkmalbehörde –
dem Ministerium in Düsseldorf – wurde uns schriftlich mitgeteilt, daß es einen Gleichheitsgrundsatz
zur Unterschutzstellung gibt.“
Doch dieser Gleichheitsgrundsatz werde von Frau Dr. Ottilie Scholz – der
Chefin der unteren Denkmalbehörde der Stadt Bochum – im Fall der Marienkirche nicht beachtet.
Warum
die bedeutende Marienkirche, die auf einem attraktiven Filetgrundstück steht, immer noch nicht auf der
städtischen Denkmalliste stehe, sei für jeden interessierten Bürger vollkommen durchsichtig, so der
Vorstand des Fördervereines.
Auch die 1.500 Unterschriften von Bochumer Bürgern, die eine Unterschutzstellung
der Marienkirche gefordert haben, wolle die Oberbürgermeisterin nicht persönlich und in Verbindung mit
einer Medienaktion der örtlichen Presse entgegennehmen.
Der Förderverein ‘Pro Marienkirche’ fürchtet
darum, daß eine Unterbringung des Standesamtes in die Marienkirche nur eine Übergangslösung sein könnte.
Das Rathaus habe dafür schönere Räume – so Hans-Otto Forth von der FDP in einer Stellungnahme vor
der ‘Westdeutschen Allgemeinen Zeitung’ vom 6. August.
„Der Abrißantrag wurde von der Propsteigemeinde
und von Propst Hermann-Josef Bittern immer noch nicht zurückgezogen“ – so der Förderverein.
„Solange
die Oberbürgermeisterin die Kirche nicht unter Schutz stellt, ist der Abriß dieses für die Geschichte
Bochums bedeutenden Bauwerks nicht vom Tisch.“
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12 Lesermeinungen
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#12 Maledica 11:57:05 | Donnerstag, 17. August 2006
Mammon Das Bistum wird wohl das Geld für das Grundstück der Marienkirche brauchen, um die Essener Jugend“kirche“
zu finanzieren, denn dieses Gehampel wird Millionen Euros vollgepumpt, damit die Kirche noch säkularer
wird!!!
#11 ExBochumer † 16:56:06 | Samstag, 12. August 2006
@ Bernardin Wat jammers du denn hier rum? Is doch toll, wenn es auch ein standesamtliches Büro in einem
säkularisierten Kirchenraum gibt. Übrigens: Anfragen an die zuständige Pfarrei hat die Gemeindereferentin
abgefangen und dem zuständigen Priester vorenthalten. Jedenfalls habe ich vor rund 1 1/2 Jahren auf Anfragen
meinerseits von der Propsteigemeinde keine Antwort erhalten. Danke, ihr weltlichen Herrschaften der Propstei
St. Peter und Paul in Bochum. Schön, dass ihr nunmehr auch in den BoGeStra-Kreisen Aufnahme findet mit
eurem Kirchenraum. ExBo
#10 Bernardin † 22:15:15 | Freitag, 11. August 2006
Isidor und ExBochumer Klaget nicht – weinet über euch und eure Haltung! Was haben Sie getan, damit die
Kirche von Bochum lebendig ist, lebendig bleibt??? Sie können die Kirche aus Stein abreissen (und etliche
Kirchen in Bochum sind leer!!!) , nicht aber die Kirche aus lebendigen Steinen!!! Was sind Sie für komische
Typen? Klageweiber!
#9 ExBochumer † 14:10:15 | Freitag, 11. August 2006
Nun denn, nur zu … Bochum hat ja auch schon eine „Museumsstrassenbahn“, in der für 70 EUR die Trauung
vollzogen werden kann. Allerdings darf diese Tram aus rechtlichen Gründen während der Zeremonie nur
vor dem Betriebsgebäude der BoGeStra stehen bleiben. Das „Standesamt“ ist somit nicht nur auf einen Standort
beschränkt.
Hier geht es um die Kirchenrettung – die mit Augenwischerei durchgeführt werden soll Wenn Frau OB Dr.
Ottilie Scholz wirklich an einer Rettung des bedeutenden Bauwerks interessiert wäre – so stände die
Kirche in der Denkmalliste der Stadt Bochum. So aber ist sie nach wie vor – einfach dem Abriss preisgegeben.
Frau Dr. Scholz ist übrigens sehr gut befreundet mit dem Abriss- Propst Hermann Josef Bittern, der jetzt
in den Ruhestand geht, aber einen tollen neuen Nachfolger bekommt. Da scheint es offensichtlich Zusammenhänge
zu geben. Raumverträgliche Umnutzungsvorschläge liegen zahlreich vor – werden von der „Kirche und vom
Bistum“ negiert. Abriss ist also primärer Faktor, der wegen dem Filetgrundstück verfolgt wird. DIE KIRCHE
ZERSTÖRT SICH SELBST – betet alos Confratres!
#7 Bernardin † 20:53:29 | Donnerstag, 10. August 2006
Kirche und Ehe Ich dachte immer, die EHE sei wichtig! Jetzt soll also eine Kirche, die als Kirche am falschen
Ort steht, weil die Menschen die City verlassen, nicht würdig sein, dass in ihr Menschen vor dem Standesbeamten
das Ja-Wort sprechen? Komisch! Ich finde die Idee der Frau Oberbürgermeisterin genial! Oder soll die
Kirche als Aldi-Markt oder als Teppich-Bazzar dienen?
Warum kein Standesamt in der Kirche, die ja nur noch dem Gebäude nach eine Kirche ist? Das Allerheiligste
befindet sich schliesslich nicht mehr in der Kirche und das hl. Messopfer wird dort auch nicht mehr gefeiert.
Ein Standesamt sollte aber auf alle Fälle ein würdiger Ort sein, an dem Frauen und Männer ihre Verbindung
vor dem Staat legalisieren. Daher halte ich eine solche Nutzung für sinnvoll. Auch die Entfernung sämtlicher
christlicher Symbole halte ich nicht für richtig. Es gibt sicher Paare, denen eine kirchliche Eheschliessung
nicht möglich ist, die sich aber bei ihrer Ziviltrauung gern unter den Schutz des Kreuzes stellen würden
und denen es guttut, in einem wichtigen Augenblick ihres Lebens auf das Zeichen des Heils schauen zu dürfen.
Nichtchristen finden bestimmt auch ein anderes Standesamt. @ Aristoteles Warum soll sich Jesus im Grab
drehen? Jesus ist auferstanden, er liegt in keinem Grab. Das nur nebenbei.
#3 duc in altum 16:58:30 | Donnerstag, 10. August 2006
Dann müssen aber alle christlichen Symbole aus der Kirche entfernt werden, damit auch Angehörige nichtchristlicher
Konfessionen dort heiraten können. Das versteht sich ja von selbst. Dann lieber Abriss.