Kindliche Weihnachtsfreude für Kardinal Wetter
Vor zwei Tagen besuchte Kardinal Wetter ein Kinderhaus. Er ließ sich über zwei Stunden durch das Gebäude führen. Die Kinder sangen für den Kardinal ein Lied und zeigten ihm stolz die Weihnachtskrippe. Im Gegenzug las der Kardinal für die Kleinen eine Weihnachtsgeschichte.
(kreuz.net, München) Die Kinder zählen die Teelichter, um zu wissen, wie lange es noch dauert bis zum
Weihnachtsfest. „Noch viermal schlafen bis Weihnachten“, freute sich ein kleiner Bub und bewies dem Kardinal
damit, daß er den Kirchenkalender schon kennt.Der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, stattete am 20. Dezember der Kindertagesstätte St. Korbinian in Lohhof (nördlich von München) einen Besuch ab. Das berichtete die Regionalausgabe der Tageszeitung „Münchner Merkur“ in ihrer gestrigen Ausgabe.
Für die Visite bei den Kindern nahm sich der Erzbischof Zeit. Über zwei Stunden ließ er sich das Haus zeigen. Für die ganz Kleinen ist auch eine Kinderkrippe mit zwölf Kindern eingerichtet. Es ist die erste Kinderkrippe in der Trägerschaft der Erzdiözese.
Als die Mädchen und Buben dem Kardinal die Weihnachtskrippe vorführten, zeigte sich dieser beeindruckt. Maria und Josef rücken jeden Tag einen Schritt näher zur Krippe – von Kinderhand.
„Warten können ist eine Kunst, die man braucht zum Leben“, ermunterte der Kardinal und kommentiert damit den weit verbreiteten Brauch, Weihnachten schon in der Adventszeit zu feiern.
Zu Beginn des Besuches hatte der Kardinal mit den Kindern eine Andacht gefeiert. Er zeigte sich zutiefst berührt, als die Kinder für ihn sangen.
Im Gegenzug las er eine Weihnachtsgeschichte. Die Kinder hätten schon bemerkt, wer da vor ihnen stünde, sagte der katholische Pfarrer Reiner Braun aus Unterschleißheim. Er ist zuständig für das Kinderhaus. Bereits im Vorfeld seien sie auf den hohen Besuch vorbereitet worden. „Die Kinder reagieren sehr offen auf den Kardinal und gehen auf ihn zu“.
Unter Anwesenheit von Bürgermeister Rolf Zeitler übergab Wetter dem Kinderhaus drei Kinderfahrzeuge – eines symbolisch für jede der drei Einrichtungen: Kindergarten I und II sowie den Hort. Durch die Krippe können sogar die Kleinsten aufgenommen werden, unterstrich Pfarrer Braun. „Das geht rauf bis zu Zwölfjährigen.“
Auch eine Spende der Erzdiözese in vierstelliger Höhe kommt den Kindern zugute. Die Verantwortlichen werden dafür einen Weidengang und einen Sandkasten im Garten errichten.
In St. Korbinian Unterschleißheim werden die Kinder nach christlichen Werten erzogen. Der Ablauf des Kirchenjahres spiele bei der Erziehung eine wichtige Rolle, sagt Pfarrer Braun. Die Kinder müssen nicht katholisch sein, rund 40 Prozent gehören anderen Konfessionen an.
Alljährlich im Advent besucht Kardinal Wetter eine karitative Einrichtung der Erzdiözese. Mit dem Besuch in Lohhof zollt er Anerkennung für den Kindergarten, der nach einem christlich-humanen Menschenbild erziehe. Zum Abschluß aß der Kardinal mit den Kindern.
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