Es gibt einen qualitativen Unterschied zwischen der Provokation der Hisbollah und einem Krieg, der mit Kampfflugzeugen, Kanonenbooten und Tanks geführt wird. Von Pater Samir Khalil SJ, Beirut/Rom.
(kreuz.net) Die internationale Gemeinschaft hat immer erklärt, daß sie sich um das Schicksal des Libanon
sorgt. Aber was bedeutet das? In der Politik zählen Taten.
Gegenwärtig scheint der UNO- und EU-Vorschlag,
eine internationale Truppe zu schicken, um einen Waffenstillstand zu garantieren, am sinnvollsten. Aber
ich fürchte, daß die Umsetzung viel Zeit in Anspruch nehmen wird.
Israel ist entschlossen, seine Kriegspläne
weiterzuführen und behauptet, ein Recht darauf zu haben. Das Land wird dabei von einigen Mächten unterstützt,
besonders von den Vereinigten Staaten, die sich bedingungslos hinter Israel gestellt haben.
Auch die
G8 Staaten haben den Krieg auf ihre Weise gerechtfertigt, indem sie nur Israels unangemessenen Gebrauch
von Gewalt kritisierten statt den Angriff zu verurteilen.
Das Problem ist nicht die unangemessene Reaktion,
sondern die Reaktion als solche.
Niemand hat das Recht, einen Vorwand auszunützen, um Krieg zu führen.
Es gibt einen qualitativen Unterschied zwischen der Provokation der Hisbollah und einem Krieg, der mit
Luftwaffe, Marine und Tanks geführt wird.
Der Libanon hat nicht seine Armee nach Israel geschickt. Im
Gegenteil. Die libanesische Regierung wußte nichts von der Aktion der Hisbollah. Mehr noch. Beiderseitige
Angriffe im Südlibanon waren nichts Neues. Warum kam es dann dieses Mal zu einer gewalttätigen Reaktion?
Gegenwärtig ist es dringend notwendig, einen Waffenstillstand zu erreichen und UNO-Truppen zu entsenden.
Mit vielen Schwierigkeiten versucht die internationale Gemeinschaft, diese Ziele zu erreichen.
Es ist
entscheidend, diesen unverantwortlichen Krieg zu stoppen.
In einer ausgewogenen Erklärung, sagte der
vatikanische Staatssekretär Angelo Kardinal Sodano am 14. Juli:
„Wie in der Vergangenheit verurteilt
der Heilige Stuhl die terroristischen Angriffe auf der einen und die militärischen Repressalien auf der
anderen Seite.
Das Recht eines Staates zur Selbstverteidigung erlaubt ihm nicht, die Normen des internationalen
Rechtes zu ignorieren, besonders was den Schutz der Zivilbevölkerung angeht.
Der Heilige Stuhl bedauert
insbesondere den Angriff auf den Libanon, eine freie und souveräne Nationen, und versichert diesem Volk,
das bei der Verteidigung seiner Unabhängigkeit so viel gelitten hatte, seine Nähe.“
Doch der Krieg
wird bei der ersten Gelegenheit von neuem beginnen, wenn es keine internationale und multilaterale Lösung
gibt – keine einseitige Maßnahme wie im Fall des Libanon und des Gaza-Streifens.
Diese Lösung muß
die Rechte Israels und Palästinas anerkennen.
Das sagte der Papst dem diplomatischen Korps am vergangenen
9. Januar.
Im Heiligen Land „sollte der Staat Israel in der Lage sein, im Rahmen der Normen des internationalen
Gesetzes friedlich zu existieren. In gleicher Weise muß es auch dem palästinensischen Volk möglich
sein, im Hinblick auf eine freie und glückliche Zukunft seine eigenen demokratischen Institutionen zu
entwickeln.“
Leider scheint die internationale Gemeinschaft von anderen Problemen abgelenkt zu sein.
Jeder ist mehr darauf bedacht, daß die getroffenen Entscheidungen keinen Einfluß auf die eine oder andere
Partei haben.
Es scheint, daß es letztlich keinen Wunsch gibt, für die bestehenden Probleme eine Lösung
zu finden.
Dieser Krieg kann aufgehalten werden. Aber wenn die Ursachen nicht beseitigt werden, wird
es bald einen anderen und dann noch einen Krieg geben.
Wir müssen den Mut aufbringen, eine dauerhafte
Lösung zu finden. Dieses Problem wurde jahrzehntelang mitgeschleppt. Es ist wie ein Krebsgeschwür, das
sich ständig mutiert.
Jede Lösung muß auf dem internationalen Recht gründen.
Das bedeutet eine Umsetzung
der Resolution 242, die von beiden Parteien fordert, sich auf ihre international anerkannten Grenzen zurückzuziehen,
dann Resolution 1559, welche die Entwaffnung aller libanesischen Milizen – wie die Hisbollah – verlangt.
Das bedeutet auch, daß die arabischen Staaten Israel innerhalb seiner internationalen Grenzen anerkennen
müssen und Israel seine Nachbarstaaten – Ägypten, Palästina, Libanon und Syrien – innerhalb ihrer internationalen
Grenzen anerkennt.
Alle Parteien werden dann in der Lage sein, Botschafter auszutauschen. Wir wollen
auch daran erinnern, daß Syrien die internationalen Grenzen des Libanon nie anerkannt noch mit dem Libanon
Botschafter ausgetauscht hat.
Nur dann könnte ein Friede möglich sein.
Der in Kairo geborene Jesuitenpater
und Islamkritiker Samir Khalil (70) ist Professor an den Jesuitenuniversitäten St. Joseph in Beirut und
Pontificio Istituto Orientale in Rom. Sein Beitrag zum Überfall auf den Libanon wurde zuerst von der
Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’ veröffentlicht.
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9 Lesermeinungen
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@Parzi und @legeslegmegszentségtelenithetetlenségeskedéseitekért @Parzi: was ist denn jetzt an „Krebsgeschwür“
schon wieder nicht ok? @Mensch mit dem langen Namen: ich sagte: „könnte man vielleicht“. Ich schließe
mich Ihrer Meinung an, als Kathole geht das nicht, aber z.B. für jemand mit alttestamentarischer Rache-Logik.
Aber das Totenverhältnis 1:10 gibt nicht mal das AT her, das ist Judo-Faschismus. Ganz generell: Warum
kommt Israel nicht zu Frieden? Weil sie es nicht anderes wollen. Der Satz „Sein Blut komme über uns“
ist bisher nicht widerrufen worden. Nein es wird nicht Friede sein, bis nicht ER dort regiert.
@ all … ieses Problem wurde jahrzehntelang mitgeschleppt. Es ist wie ein Krebsgeschwür, das sich ständig
mutiert. Was für ein Problem denn? Sorry aber das Gerede von „Krebsgeschwüren“ sollte man der HIsbollah,
Syrien, den Muslimbrüdern, der Hamas oder dem Iran überlassen. „Krebsgeschwür“ wirkt verdächtig…
nein, kann man nicht zumindest nicht als echter (und auch nicht als möchtegern) kathole: die auge-um-auge-logik
der alttestamentlichen Ethik hat es nicht bis ins christentum geschafft, dafür hat jesus gesorgt. das
manche kirchliche praxis anderes vermuten lässt, ändert an der tatsache nichts.
mit 2 entführten … … Soldaten könnte man vielleicht 2 tote Libanesen rechtfertigen, aber nicht 1000.
Die restlich 998 sind Mord. Und wenn man erst im Mai 30 Leute umgebracht hat, dann kann man mit 2 entführten
Soldaten auch nicht 2 tote Libanesen rechtfertigen, dann ist es 1030facher Mord.
Erfreulich! Es gibt einen qualitativen Unterschied zwischen der Provokation der Hisbollah und einem Krieg,
der mit Kampfflugzeugen, Kanonenbooten und Tanks geführt wird. Auch wenn ich es nur ungern zugebe: Mit
diesem Satz trifft kreuz.net ausnahmsweise voll ins Schwarze! Auch der Rest des Artikels findet großteilig
meine vollste Zustimmung. Zum ersten Mal: :)3
Cui bono? oder Der Antichrist auf dem Vormarsch Ja, ja die Hisbollah. Die Sache mit den Raketen erinnert
ein wenig an ‘1984’ von George Orwell. Schon im 2. Weltkrieg waren solche Raketen, damals auf London abgefeuert,
bestens dazu geeignet, die strategische Bombardierung der deutschen Zivilbevölkerung zu rechtfertigen.
Solche Provokationen bieten ebenso wie 9-11 den willkommenen Anlaß zu gesteigerter Aggression von Seiten
der USA und der Juden. Auf jeden Fall dienen sie dazu, innerwestliche Kritiker des Feldzuges gegen den
Islam zum Verstummen zu bringen. Jetzt darf man sich fragen, wer diese Raketen in Wahrheit zu verantworten
hat. Und, mal ehrlich, wer glaubt denn an eine Vertilgung des jüdischen Staates von der Landkarte? Das
ist doch Ihr-werdet-Blut-weinen-Propaganda; schon bekannt aus dem Angriff auf den Irak. Die gigantisch
hochgerüstete Armee des jüdischen Staates und der USA brauchten doch auch in der Vergangenheit immer
nur einen geeigneten Vorwand, um ihre Gegner niederzuschlagen. Das Kräfteverhältnis ist doch klar. Es
steht nicht zu befürchten, daß in absehbarer Zeit die Bildzeitung titelt: „USA und Israel auf dem Rückmarsch.
Mullahs erobern Capitol Hill“. Ziel ist es, die letzten dem falschen Fortschritt widerstrebenden Völker
der Erde gewaltsam der universellen sozialistischen Weltrepublik zu öffnen.
Die Araber sind die Aggressoren sie haben keine Ruhe gegeben mit ihren Raketen. Wielange soll sich das
ein Land gefallen lassen? Sie wurden dabei unterstützt von den Intriganten Syrien und Iran und das weiß
ein jeder, also was soll das Gewäsch? Manchmal ist ein Krieg eben notwendig. Das ist doch besser als
wenn es andauernd diesen unterschwelligen Terror gibt.
Auf einem Auge blind Leider ist Pater Khalil auf einem Auge blind, oder er verschweigt absichtlich, daß
die Hisbollah der Handlanger der Mullahs von Teheran ist, die sich – nach Aussage des iranischen Präsidenten –
zum Ziel gesetzt haben, Israel von der Landkarte zu tilgen. Im übrigen hatte der Libanon sechs Jahre
Zeit, um die Hisbollah zu entwaffnen. In diese Richtung ist aber nichts geschehen; stattdessen wurde die
Hisbollah in die libanesische Regierung aufgenommen…