Die älteste Fassung der Bergpredigt
Die von der historisch-kritischen Methode eingeleitete Umschreibung biblischer Texten dient und diente vielen Ideologien – auch dem Nationalsozialismus.

Ziel dieser Einrichtung war die „Entjudung“ der Bibel und der theologischen Ausbildung.
Hinter dem Institut standen die ‘Deutschen Christen’ – eine nationalsozialistische Gruppierung innerhalb des deutschen Protestantismus zur Zeit der Hitler-Herrschaft.
Das Entjudungsinstitut wurde im Mai 1939 in Eisenach gegründet.
Der akademische Direktor des Instituts war der Neutestamentler Walter Grundmann (1906-1976).
In seiner Eröffnungsrede verglich Grundmann das Ziel des Institutes mit jenem der Reformation:
Wie Martin Luther den „internationalistischen Katholizismus“ habe überwinden müssen, so müsse der Protestantismus heute das Judentum überwinden, um Jesu „wahre Botschaft“ zu verstehen.
Grundmann war nach seinem ersten theologischen Examen von Oktober 1930 bis März 1932 Assistent beim berühmten Neutestamentler Gerhard Kittel.
Für dessen Standartwerk ‘Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament’ verfaßte er zwanzig Artikel.
Bei Kittel schrieb er auch seine Doktorarbeit über den Begriff der Kraft im Neuen Testament. Sie erschien 1932 als Buch.
1938 wurde Grundmann zum ordentlichen Professor für Neues Testament und Völkische Theologie in Jena ernannt. Seine Ernennungsurkunde trug Hitlers eigenhändige Unterschrift.
Am 11. Februar 1939 hielt Grundmann seine Antrittsvorlesung im Geiste der historisch-kritischen Methode.
Dabei behauptete er, daß die „älteste Fassung der Bergpredigt“ in Lk 6,20-49 keine jüdischen oder alttestamentlichen Motive enthalte. Diese habe erst der Evangelist Matthäus hineingebracht.
Christi Anliegen sei der Kampf gegen das Judentum gewesen.
Solche Thesen wurden auf Grundlage der historisch-kritischen Methode vertreten, in deren Rahmen ähnliche Theorien vertreten wurden – zum Beispiel, daß das Johannes-Evangelium „gnostisch“ oder einzelne Paulusbrief „frühkatholisch“ verseucht seien.
Unter den vielen vom Entjudungsinstitut publizierten Werken war das Buch „Deutsche mit Gott – ein deutsches Glaubensbuch“. Das Werk erschien im Verlag ‘Deutsche Christen’ in Weimar im Jahr 1941.
Dort wurden die Zehn Gebote auf zwölf erweitert:
1. Gib Gott die Ehre und vertraue ihm von ganzem Herzen!
2. Such die Stille vor Gott!
3. Meide alle Heuchelei!
4. Heilig sei dir Leib und Leben!
5. Heilig sei dir Gut und Ehre!
6. Heilig sei dir Wahrheit und Treue!
7. Ehre Vater und Mutter, deinen Kindern sei, Helfer und Vorbild!
8. Halte das Blut rein und die Ehe heilig!
9. Wahre und mehre das Erbe der Ahnen!
10. Sei immer bereit zum Helfen und Vergeben!
11. Ehre Führer und Meister!
12. Diene freudig dem Volk mit Arbeit und Opfer!
So will es Gott von uns!
Ein anderes Buch des Institutes war „Großer Gott, wir loben Dich“ – ein neues Gesangbuch.
Dort wurde Martin Luthers Text „Jesu Christ, der Herr Zebaoth“ durch „Jesus Christ, der Retter in Not“ modernisiert. Man wollte das hebräische Wort „zebaot“ – Heere – vermeiden.
Das Gesangbuch sollte auch dem „Kampf gegen den jüdischen Todfeind“ dienen.
Andere hebräische Wörter wie „Jehova“ oder „Halleluja“ wurden ebenfalls ausgemerzt.
Aus „Jerusalem, du hochgebaute Stadt“ wurde – zeitgemäß – „Ewigkeit, du lichte Gottesstadt“.
Im Entjudungsinstitut hieß es unter anderem: „Der Jesus der Evangelien kann nur dann unserem deutschen Volke Heiland werden, wenn er nicht Erfüller und Vollender des Judentums ist, sondern sein gewaltiger Feind und Bekämpfer.“
Ein evangelischer Landesbischof der ‘Deutschen Christen’ predigte in jener Zeit über die Herkunft Jesu aus Galiläa und erklärte im Zusammenhang des hebräischen Ausdruck „Gallil ha Gojim“ – Galiläa der Heiden, daß Christi Vorfahren aus dem Kaukasus eingewandert seien. Jesus sei kein Jude gewesen.
Nach dem Krieg wurde der Nationalsozialist Grundmann in der sozialistischen DDR bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1975 zu einem angesehenen theologischen Lehrer.
1974 verlieh ihm die Kirchenleitung erneut den Titel eines „Kirchenrats“, um seine Arbeit anzuerkennen und seine Pension zu erhöhen.
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Montag, 14. August 2006 17:45
23er Hansl: @Gotthard: nicht Schmalspurtheologen
das wäre eine viel zu optimistische Einschätzung
katechismusrezeptoren
katechismusrezeptoren
Sonntag, 13. August 2006 22:35
Gotthard: keine Ahnung
Die von der historisch-kritischen Methode eingeleitete Umschreibung biblischer Texten
Sollte dieses Forum tatsächlich von Theologen betrieben werden – was ich absolut bezweifel, dann sind diese Leute absolute Schmalspurtheologen, die ihr Studium wohl an einer Bibelschule in den mittleren USA absolviert haben…
von der historisch-kritischen Methode haben sie jedenfalls keinerlei Ahnung …
Sollte dieses Forum tatsächlich von Theologen betrieben werden – was ich absolut bezweifel, dann sind diese Leute absolute Schmalspurtheologen, die ihr Studium wohl an einer Bibelschule in den mittleren USA absolviert haben…
von der historisch-kritischen Methode haben sie jedenfalls keinerlei Ahnung …
Samstag, 12. August 2006 02:20
Athanasius: Hitler’s Religious Beliefs.
Freitag, 11. August 2006 23:25
timpressum †-7:16:33:14: Also…
…das mag ja alles richtig sein und ist nach wie vor sehr gruselig! Auch die meisten Stimmen in der evangelischen
Kirche haben den Nationalsozialimus unterstützt. Über Kontinuitäten nach 1945 inkl. des Stuttgarter
Schuldbekenntnisses, das sich ja nicht zur Shoah geäußert hat, gar nicht zu reden…
Aber was hat das mit der historisch-kritischen Methode zu tun?
Aber was hat das mit der historisch-kritischen Methode zu tun?
Freitag, 11. August 2006 19:01
legeslegmegszentségtelenithetetlenségeskedéseitekért †: sorry, wollte sie nicht verwirren …
wenn Sie nichts damit anzufangen wissen, dann liegt es wahrscheinlich daran, dass sie nicht dazu gehören. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass dies ganze nur ein Hirngespinst ist. Nochmals sorry.
Freitag, 11. August 2006 18:58
wiener: –???-
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