Pillen-Erfinder
Semantischer Mordanschlag
Der Erfinder der Pille hielt kürzlich ein Plädoyer für die industrielle Verarbeitung von Kleinstkindern. Bei seiner Argumention half ihm auch das Zitat eines naiven Moraltheologen.
(kreuz.net) Der in Wien geborene US-Chemiker Carl Djerassi (82) äußerte sich kürzlich über die EU-Förderung für die sogenannte embryonale Stammzellenforschung.

Sein Artikel erschien Anfang August in der deutschen Tageszeitung ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’.

Djerassi floh während des Zweiten Weltkrieges über Bulgarien in die Vereinigten Staaten.

1950 gelang es ihm, das Schwangerschaftshormon Gestagen künstlich herzustellen. Ein Jahr später entwickelte er die lebensgefährliche ‘Antikinderpille’. Er nennt sich in seiner Autobiographie selber „Mutter der Pille“.

Djerassi möchte den Deutschen helfen, ihre gesetzlichen Einschränkungen der Stammzellenforschung aufzuheben, ohne eine moralische Kehrtwende zu vollziehen.

Der Chemiker fordert dabei indirekt die Einführung einer Rassenlehre: „Nicht jeder Embryo – so mein Vorschlag – ist ein Embryo, der als schützenswertes Menschenwesen gelten muß, also als potentielles Leben, das auch zu medizinischen Zwecken nicht getötet werden darf.“

„Fundamentalisten“ – so Djerassi – würden die befruchtete Eizelle vom Augenblick der Befruchtung an als Baby betrachten und bezeichnen.

Für den Pillenerfinder hat es „keinen Sinn“, darüber zu diskutieren, ob „ein Klumpen aus zwei, vier, acht oder sechzehn Zellen“ ein Kind sei, denn „Extremisten“ auf beiden Seiten ließen sich von Argumenten nicht überzeugen.

Dennoch nennt der Chemiker verschiedene „Argumente“ beziehungsweise gleich mehrere Zeitpunkte, an denen der Mensch angeblich zum Menschen werden könnte: die Umwandlung in eine Keimblase, die Einnistung in die Gebärmutter oder der Beginn der Gehirnentwicklung.

Djerassi befaßt sich in seinem Aufsatz mit der Redewendung „potentielles Leben“, insbesondere mit der Bedeutung des Adjektivs „potentiell“. Solches „potentielle Leben“ sei nach deutschem Recht und – laut dem Chemiker – auch nach der katholischen Lehre schützenswert.

In diesem Zusammenhang erinnert sich Djerassi an ein Streitgespräch in Graz mit einem österreichischen Professor der Moraltheologie, dessen Namen er nicht nennt.

Der Theologe verteidigte sich dabei offenbar, indem er erklärte, daß die weibliche Eizelle unmittelbar nach der Befruchtung „potentielles Leben“ sei.

Djerassi hielt ihm mit Recht entgegen, daß diese Definition auch für Ei- und Samenzellen gelte, da diese doch die genetischen Quellen potentiellen Lebens darstellten.

Der Moralprofessor habe darauf erwidert, daß der bei der Befruchtung einer Eizelle entstandene Embryo den besonderen rechtlichen Schutz „potentiellen Lebens“ verdiene.

Er begründete, daß alle Schritte – von der ersten Zellteilung und Einnistung in die Schleimhaut der Gebärmutter bis zur weiteren Entwicklung des Embryos und Fötus Teil eines einzigen natürlichen Kontinuums seien, das nicht unterbrochen werden dürfe, bis das Kind den Mutterleib verlasse.

Djerassi benützt dieses Argument: „Wir wollen hier einmal die mit der kontinuierlichen Entwicklung zu einem Kind begründete Unverletzlichkeit natürlich erzeugter Embryonen akzeptieren.“

Der Fall bei der embryonalen Stammzellenforschung liege anders, weil die benutzten Embryos nicht im Körper einer Frau, sondern industriell erzeugt würden:

„Die Befruchtung erfolgt unter dem Mikroskop und die dabei erzeugten Embryonen werden für unbegrenzte Zeit im 16- oder 32-Zellen-Stadium gelagert.“

Ein weiteres natürliches Kontinuum, welches das Hauptkriterium für „potentielles Leben“ darstelle, sei in diesen Fällen gar nicht möglich.

Dazu bedürfe es vielmehr eines „ganz bewußten, unnatürlichen Schrittes“: Der „tiefgekühlte Klumpen“ mit einer Größe von 16 oder 32 Zellen müsse in die Gebärmutter einer Frau eingepflanzt werden. Erst wenn diese Implantation gelinge, könne das genannte Kontinuum beginnen.

Djerassi glaubt, daß eine dergestalt „verfeinerte“ Definition von Embryo ethische Bedenken beseitigen könnte.

Der Embryologe Erich Blechschmidt erklärte dagegen, daß sich ein Mensch nicht zum, sondern als Mensch entwickelt.

Bei einem Embryo handelt es sich somit nicht um „potentielles“ Leben, sondern um einen kleinen Menschen, an dessen Chromosomen sich im Laufe seiner weiteren Entwicklung nichts mehr ändert.
      
6 Lesermeinungen
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#6   Pünktchen   11:46:27 | Samstag, 19. August 2006
Djerassi und die medizin. Ethik. –--- Heutiger Leserbrief aus der FAZ
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Patient Embryo
Zu „Im Labor wird aus dem Zellklumpen sowieso kein Baby“ (F.A.Z. vom 4. August): Carl Djerassis These lautet: Nachdem der Embryo durch In-vitro-Fertilisation erzeugt, in die Gebärmutter der Frau implantiert, ihm somit durch diese zwei Akte die kontinuierliche Entwicklung zu einem Kind genommen worden ist, kann er aufgrund dieser „verfeinerten Definition“ auch für die Stammzellenforschung freigegeben werden. Diese Handlung ist völlig unärztlich, denn der Arzt muß von Anfang an auf Handlungen verzichten, von denen er weiß, daß er damit Embryonen in Lebensgefahr bringt. Der Grundsatz „nil nocere“ (nicht schaden) gilt auch für seinen Patienten Embryo, für den er einen Heilauftrag hat. Wenn ein oder mehrere Embryos erzeugt worden sind, dann ist der Arzt aufgrund seiner Mitwirkung verpflichtet, Möglichkeiten zu suchen, das Leben des Embryos zu erhalten. Die wechselnde Intentionalität beim Vollzug der In-vitro-Fertilisation, die einmal zur Geburt eines Kindes, im anderen Fall zur Tötung mit dem Ziel der Stammzellenforschung führt, ändert nichts an der Personenwürde des Embryos. Deshalb kann die technisch herbeigeführte Diskontinuität kein Argument für einen herabgesetzten Lebensschutz sein.
Dr. med. Stephan Grüter, Essen
Text: F.A.Z., 19.08.2006, Nr. 192 / Seite 15
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#5   athanasius1957   13:34:19 | Sonntag, 13. August 2006
an alle vorauthoren
djerassi stammt aus wien, sein vater war bulgare, arzt und auch jüdisch. er selbst bezeichnet sich als agnostischer jude und sein leben ist nur so von schicksalsschlägen gezeichnet, dass Hiob selbst dagegen nur „Tatscherln“ bekommen hat. trotzdem ist er von sich so überzeugt und „spielt“ mit mephistophelischen zügen mit seinen Gesprächspartnern. ich fragte ihn einmal, was er lieber spielen würde den mephisto als faust oder den faust als mephisto. er meinte daraufhin letzteres. die frage an ihn, warum denn gerade agnostische juden eine derartige hoffnungslosigkeit und todessehnsucht in sich tragen, beantwortete er jedoch nicht.
den betrug mit den abtreibungszahlen hat schon nathanson nachgewiesen. er wurde aber mit hilfe der linken journaille mundtot gemacht bzw. in der scientific community zur inexistenten person vor allem nach seiner konversion zur kath. kirche.
Who’s who in graz juni 2006: djerassi vs. moraltheologie www.meduni-graz.at/…fo_theaterjuli06.pdf
außerdem empfehle ich allen folgende literatur:
jonathan swift, a modest proposal (papistenkinder zu ernährungszwecken züchten)
bernard asbell, die pille und wie sie die welt veränderte
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#4   anna †   08:12:18 | Sonntag, 13. August 2006
ach der böse jude und der stramme SAler?
warum sagt ihr nicht, dass der Embryologe Erich Blechschmidt seine Forschung in der SAdurchführte. Seine Spuren hat er gut verwischt, der honorige Herr Professor. Das Leichenmaterial hatte er von den Hinrichtungsstätten der Nazis! – zeitgerecht natürlich, denn zum Forschen braucht man eben Material.
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#3   Sirilo   07:53:55 | Sonntag, 13. August 2006
Schon immer…
…wollten Frauen unerwünschten Nachwuchs loswerden. Vor der Reform des Abteibungsparagraphen machten eben die „Engelmacherinnen“ ein gutes Geschäft.
Und ich erinnere mich an meine Kindheit in einem stockkatholischen oberbayerischen Dorf in den 50er Jahren. Damals belauschte ich ein Gespräch einiger Bäuerinnen und Bauernmägde, die Erfahrungen austauschten, wie man „es loswerden“ könnte: Zu heiß baden, die Treppe hinunterfallen, von einem Tisch herunterspringen, sich überstrecken beim Wäscheaufhängen…
Es ist eine Illusion der militanten Abtreibungsgegner, man könnte Frauen zwingen, gegen ihren Willen ein Kind auszutragen.
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#2   Guldin   00:36:51 | Sonntag, 13. August 2006
@ Schmidt
und Schuld sind natürlich an all dem wieder die Juden :-S ?:)
Wie erklärte mir doch eine Bäuerin vor einigen Jahren, als sie mich auf einen alten Strauch vor ihrem 300 jährigen Haus hinwies: „Und dieses Gewächs haben die Engelmacherinen verwendet“.
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#1   Uwe Schmidt   00:16:34 | Sonntag, 13. August 2006
Djerassi
Interessant, dass nicht nur die Abtreibung von Juden wie Nathanson und Weil eingeführt wurde, sondern auch die Antibabypille: Nach GUGGENHEIMER/GUGGENHEIMER:„Etymologisches Lexikon der jüdischen Familiennamen“ ist Djerassi ein sephardisch-jüdischer Familienname und kommt vom arabischen dscharas-iyy „Glock-en-“.
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