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Freitag, 11. August 2006 13:14
Ohne Grenzen und Tabus
Das katholische Zürcher Kirchenparlament hat letztes Jahr entschieden, die erste katholische Jugendkirche der Schweiz zu finanzieren. Jetzt ist das Projekt gestartet.
Diplomtheologe Oliver Wupper-Sweers hat sich für die Jugendkirche keine Grenzen gesteckt. Er kann sich "viel" vorstellen.
Diplomtheologe Oliver Wupper-Sweers hat sich für die Jugendkirche keine Grenzen gesteckt. Er kann sich „viel“ vorstellen.
(kreuz.net, Zürich) Seit Anfangs August wird in der Zürcher Stadtpfarrei St. Felix und Regula die erste katholische Jugendkirche der Schweiz aufgebaut.

An dem Projekt arbeitet ein dreiköpfiges Team von Diplomtheologen. Katrin Bächli, Matthias Müller und Oliver Wupper-Sweers haben vier Jahre Zeit, die Kirche umzugestalten.

Ihnen steht dafür ein fürstliches Budget von 2,5 Millionen Franken – umgerechnet knapp 1,6 Millionen Euro – zur Verfügung.

„Wir wollen zeigen, daß die Kirche den Jugendlichen noch etwas zu sagen hat“ – erklärte Diplomtheologe Wupper-Sweers in einem Interview mit dem nordostschweizer Lokalfernsehen ‘Tele Top’.

Die kirchliche Kontaktaufnahme zu den Jugendlichen sei derzeit ein wenig unterbrochen. Als Zielgruppe wolle man die 18 bis 26jährigen ansprechen.

Ein schweizer Lokalfernsehen erkannte in der Jugendkirche eine architektonische Seltenheit aus den 50er Jahren
Ein schweizer Lokalfernsehen erkannte in der Jugendkirche eine architektonische Seltenheit aus den 50er Jahren
Es sei „natürlich“, seinen Glauben in der sogenannten Pubertät in Frage zu stellen: „Wenn man da nicht dran bleibt, wird der Glaube weniger wichtig und man kümmert sich nicht mehr darum.“

Ebenso wie man sich um alle anderen Lebensbereich kümmere, müsse man den Glauben auch „ein Stück weit“ pflegen.

Die Jugendkirche soll den jungen Erwachsenen Platz geben, ihre Vorstellungen von Glauben zu verwirklichen:

„Wir selber haben uns keine Grenzen gesetzt. Wir haben für uns gesagt, es gibt kein Tabu, was wir nicht machen können.“ Bei einer Jugendkirche könne man sich viel vorstellen.

Der Jugendkirche steht die ganze Infrastruktur der Pfarrei zur Verfügung.

Im Zentrum steht die Kirche selber – laut ‘Tele Top’ eine architektonische Seltenheit aus den 50er Jahren.

Der Kirchenraum sei – so Diplomtheologe Wupper-Sweers – einer der zentralen Punkte „in dem ganzen“. Hier sollen nicht nur Gottesdienste, sondern auch Konzerte, Musicals, Theater- oder Bandabende stattfinden: „Das ist etwas, das es in der Form woanders nicht gibt“ – glaubt er.

Die in kirchlichen Belangen unzuverlässige Zürcher Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’ titelte angesichts der ersten Pläne zur Jugendkirche bereits im April 2004:

„Jetzt stehen auch die Katholiken auf Rock und Hip Hop“.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 19 Lesermeinungen:
Montag, 14. August 2006 16:07
Benedikt: Musik
„Jetzt stehen auch die Katholiken auf Rock und Hip Hop“.

Stimmt. Aber nicht in der Kirche.
Freitag, 11. August 2006 22:35
In den letzten 30 Jahren!!! Seit der öffentlichen Anerkennung! Bitte bei der Wahrheit bleiben!
Nicht alle traten aus der Kirche aus – die Stadt ist ja leer – viele zogen aufs Land, nach Basel-Land!
Der Kanton Basel-Stadt hat selbst als staatliches Gebilde mit den Abwanderungen seine Probleme und muss den Kanton Basel-Land zur Kasse bitten, damit Universität und Theater – als Beispiel – weiterhin finanziert werden können!
Freitag, 11. August 2006 22:17
Adrian: schreibt folgendes:
„Die Jugendkirche soll den jungen Erwachsenen Platz geben, ihre Vorstellungen von Glauben zu verwirklichen“Ich finde es bedenklich, solch einen Schritt zu wagen, denn wenn die Jugendlichen doch nicht mehr an das Glauben, was die Kirche lehrt, sondern „ihre Vorstellungen von Glauben verwirklichen“, dann besteht die Gefahr des sektiererischen Verhaltens mit Eigendynamik. Das der Staat das so großzügig unterstütz ist mir klar. Aber ob das mit s.Ex. Bischof Amédée Grab OSB (Bistum Chur) dementsprechend abgesprochen ist, wage ich zu bezweifeln. Naja, er ist schon 76 Jahre und wartet sicher auf seinen Nachfolger…
„Hier sollen nicht nur Gottesdienste, sondern auch Konzerte, Musicals, Theater- oder Bandabende stattfinden: „Das ist etwas, das es in der Form woanders nicht gibt“ – glaubt er.“ (Leider doch, es gibt schon Kirchen mit Halfpipe innen drin, ect.)
Ja DANKE auch, dass der Gottgeweihte, sakrale Raum, derart zur Showbühne wird. Das hilft natürlich den Jugendlichen zur Ehrfurcht vor Gott, an seine Realpräsenz, an seine Gebote und an die Lehre der Kirche zu glauben. Muss man denn, nur um die Kirche voll zu kriegen, zu solchen Mitteln greifen? Ist das die Lösung? Naja, s.Em. Kard. Schönborn macht es ja fröhlich vor…
Man muss sich doch fragen, WARUM KOMMEN DIE JUGENDLICHEN EIGENTLICH IN DIE KIRCHE???
Freitag, 11. August 2006 21:45
Rocky: 2.5 Mio … schöner Batzen!
In Basel hat die Kathiolikenzahl in den letzten gut 20 jahren von 95Tausend auf 35Tausend abgenommen. Die „Katholiken“ wanderten aus…
Ob diese Aktion nicht auch eine verheerende „Auswanderung“ (sprich Kirchenaustritte) im Kanton Zürich zur Folge haben wird?
UND WAS SAGEN DIE BISCHÖFE DAZU? Über so viel Geld disponiert hierzulande kein einziges Bistum!!!
Freitag, 11. August 2006 20:19
Geist: @Aristoteles
Ich finde es toll dass neben Deutschland und Österreich auch Die Schweiz dieses Projekt gestartet hat.
Hoffentlich bleibt es kein Projekt, und entfaltet sich so positiv wie die wiener Jugendkirche es im Moment tut


Kann mich deiner Meinung nur anschließen, besonders dem letzten Teil deines letzten Satzes und möchte dem auch nichts mehr hinzufügen
Freitag, 11. August 2006 20:03
Aristoteles: Jugendkirche
Ich finde es toll dass neben Deutschland und Österreich auch Die Schweiz dieses Projekt gestartet hat.
Hoffentlich bleibt es kein Projekt, und entfaltet sich so positiv wie die wiener Jugendkirche es im Moment tut.
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