08:39:58 | Samstag, 12. August 2006
Gesandter reist unter die Bomben + Sippenhaft + Gnade! + Verstümmelung der armen Leute + Damit die Apologeten des Krieges sehen, wofür sie stehen
Gesandter reist unter die BombenVatikan. Anfang nächster Woche wird Papst Benedikt XVI. einen Sondergesandten
in den Libanon geschicken. Das teilte das vatikanische Pressebüro gestern mit. Der emeritierte Kurienkardinal
Roger Etchegaray (84) solle den gemarterten Libanesen die Verbundenheit und die Solidarität des Papstes
bekunden. Der Kardinal hat in der Vergangenheit wiederholt Krisenregionen besucht. Ferner wird der Kirchenfürst
um den Frieden beten.
Sippenhaft„Am Donnerstag teilte das israelische Armeeradio Al-Maschriq – ein
Sender, der in den Südlibanon hineinsendet –, den Einwohnern mit, man werde ihre Dörfer »völlig zerstören«,
sollten von dort Raketen abgefeuert werden. Aber wer das israelische Bombardement in den vergangenen zwei
Wochen mitverfolgt hat, wird feststellen, daß die Israelis oft gar nicht wissen, von wo die Hisbollah
ihre Raketen abfeuert. Sollten sie es doch herausfinden, kommt es häufig zu Fehlbeschuß. Außerdem,
wie sollte ein Dorfbewohner die Hisbollah wohl davon abhalten können, von der Straße zu feuern? Stimmt,
die Hisbollah sucht Deckung neben zivilen Häusern (so, wie letzte Woche israelische Truppen in Bint Jbeil,
auch sie haben zivile Häuser als Deckung benutzt). Aber ist damit ein Massaker dieser Größenordnung
zu rechtfertigen?“
Robert Fisk am 1. August in der britischen Tageszeitung ‘The Independent’Gnade!
Indonesien. Papst Benedikt XVI. hat den indonesischen Präsidenten um Gnade für drei katholische
Todeskandidaten
gebeten. Die drei sollen heute Abend im nördlichen Palu hingerichtet werden. Sie wurden verurteilt, im
Jahr 2000 blutige Konflikte gegen Moslems angeführt zu haben. Die Todgeweihten beteuern ihre Unschuld.
Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano bat im Namen des Papstes aus humanitären Gründen und wegen des
einzigartigen Charakters dieses Falles um Erbarmen.
Verstümmelung der armen LeuteArgentinien. Das
argentinische Gesundheitswesen übernimmt künftig die Kosten für Sterilisationen. Nach stundenlanger
Debatte verabschiedete der argentinische Senat in der Nacht auf Donnerstag ein entsprechendes Gesetz.
Die argentinische Bischofskonferenz sprach von einer „Verstümmelung gesunder Organe“, die einen unwiderruflichen
Schaden hervorrufe. Zudem würden solche Amputationen in öffentlichen Kliniken vor allem an der armen
Bevölkerungsschicht durchgeführt.
Damit die Apologeten des Krieges sehen, wofür sie stehen„Man kann
einen Krieg beginnen, aber niemals beenden, wenn man will.“ Niccolò Machiavelli
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Athanasius 13:19:49 | Samstag, 12. August 2006