Visitation auf dem Prüfstand
Die Apostolische Visitation der Diözese St. Pölten, in deren Folge im Herbst 2004 der St. Pöltener Diözesanbischof Kurt Krenn nicht ganz freiwillig von seinem Amt zurücktrat, wird derzeit einer Überprüfung unterzogen.

Im Juli 2004 hatten Medienberichte über Mißstände in der Diözese St. Pölten dazu geführt, daß der damalige Bischof von Feldkirch, Mons. Klaus Küng, zum Apostolischen Visitator der Diözese und des Priesterseminars bestellt wurde.
Im Laufe der darauffolgenden Monate befragte Mons. Küng zahlreiche Personen aus der Diözese St. Pölten und leitete die Ergebnisse an die zuständigen Stellen in Rom weiter.
Am Ende der Visitation mußte der bisherige Diözesanbischof Kurt Krenn auf Bitten des damaligen Papstes von seinem Amt zurücktreten. Mons. Küng, der vormalige Visitator, wurde sein Nachfolger.
Doch auch zwei Jahre später ist in der Diözese St. Pölten, allen Bemühungen von Mons. Küng zum Trotz, noch immer keine Ruhe eingekehrt.
Auch bemängelten Kritiker immer wieder die mangelnde Transparenz der Visitation und ihrer Ergebnisse.
Bereits im Juli 2004 hatte der Wiener Kirchenrechtler Ludger Müller in einem Interview über die Aufgaben, Rechte und Pflichten eines Visitators eingemahnt, daß die im Zuge der Visitation durchgeführten Befragungen unbedingt sorgfältig protokolliert und gegengezeichnet werden müssen, um später nachsehen zu können: „was ist gesagt worden, was ist gewesen“.
Doch dies wurde offenbar versäumt. Mons. Küng führte alle Befragungen unter vier Augen durch und brachte sie erst später zu Papier. Die Befragten selber bekamen die von Mons. Küng angefertigten Protokolle weder zu Gesicht noch haben sie deren Richtigkeit bestätigt.
Kritiker werfen Mons. Küng daher vor, jede unabhängige Prüfung der Zeugenaussagen auf diese Weise unmöglich gemacht zu haben. Man könne nicht sicher sein, ob die protokollierten Aussagen tatsächlich dem entsprechen, was die befragten Personen gesagt und gemeint haben.
Dieser Auffassung scheinen sich nun auch die zuständigen Stellen in Rom angeschlossen zu haben.
Jedenfalls wurde Mons. Küng angewiesen, wenigstens die wichtigsten Befragungen zu wiederholen, Protokolle darüber anzufertigen und diese von den Befragten unterschreiben zu lassen.
Mit dieser heiklen Aufgabe betraute Mons. Küng den Wiener Kirchenrechtler Ludger Müller, den er erst kürzlich zum Richter am St. Pöltener Diözesangericht ernannt hat.
Prof. Müller (54) stammt aus Ratingen in Nordrhein-Westfalen und ist kinderlos verheiratet. Seit dem Jahr 2000 hat er den Lehrstuhl für Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien inne.
Theologisch steht Prof. Müller der Regensburger Kirchenrechtlerin Sabine Demel nahe, mit der zusammen er schon mehrere Bücher herausgegeben und Symposien veranstaltet hat.
Frau Demel ist unter anderem durch ihre Forderung nach der Priesterweihe für Frauen bekannt geworden.
Mehrere ehemalige Priesterseminaristen haben kürzlich davon berichtet, vom Sekretär des St. Pöltener Diözesanbischofs angerufen und in das Büro von Professor Müller an der Universität Wien zitiert worden zu sein.
Dort seien sie von Müller ausführlich zu ihren Erfahrungen im St. Pöltener Priesterseminar befragt worden. Ein anwesender Assistent von Professor Müller habe die Aussagen protokolliert.
Am Ende der Befragung sei ihnen das Protokoll vorgelesen worden. Daraufhin hätten sie unterschreiben und sich per Eid zu absolutem Stillschweigen über die Befragung verpflichten müssen.
Dazu ein Ex-Seminarist wörtlich: „Das sind schon sehr dubiose Machenschaften. Das war eine Überrumpelung; das ist für mich kein Eid!“
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Montag, 21. August 2006 16:09
legeslegmegszentségtelenithetetlenségeskedéseitekért †: muss ihnen (leider) rechtgeben. der weitere diskussionsverlauf spricht eine klare sprache
Gerade hier im anonymen kreuz.net-Forum ist es angesichts einer extremen Verstocktheitin selbsterklärt
„konservativen“ Kreisen, eigene und öffentlich längst geklärte Sünden zum Schaden der kirchlichen
Gemeinschaft nicht eingestehen zu wollen, nötig, klar zu formulieren.
Ein Artikel, der selbst keine Beweise bringt (außer die Aussage einer Person, die etwas behauptet, von dem sie selbst wiederum behauptet, geschworen zu haben, nichts darüber zu behaupten) und Postings, die halt- und fundamentlos das Blaue (oder besser Schwarze) vom Himmel lügen … ich hatte mir gedacht, dass das doch ein Anlass zu Gelassenheit ist (hin und wieder könnte man durch einstreuen einer Bemerkung die Lächerlichkeit der Postings unterstreichen).
Doch leider ist das nicht so, und Sie haben recht behalten.
Ein Artikel, der selbst keine Beweise bringt (außer die Aussage einer Person, die etwas behauptet, von dem sie selbst wiederum behauptet, geschworen zu haben, nichts darüber zu behaupten) und Postings, die halt- und fundamentlos das Blaue (oder besser Schwarze) vom Himmel lügen … ich hatte mir gedacht, dass das doch ein Anlass zu Gelassenheit ist (hin und wieder könnte man durch einstreuen einer Bemerkung die Lächerlichkeit der Postings unterstreichen).
Doch leider ist das nicht so, und Sie haben recht behalten.
Sonntag, 20. August 2006 18:49
turk: Es geht hier nur um eines: die Wahrheit – keine Überprüfung der Visitation bekannt
Nuja, Justus, Sie verwechseln da etwas. Es geht in allen Bereichen nur um die Wahrheit. Diese wurde vom Einsender des obigen Beitrages insofern mit Sicherheit verletzt, als er den Anschein erwecken wollte, es gäbe eine irgendwie (römisch) beauftragte Überprüfung der Päpstlichen Visitation. Bisher gibt es dafür weder ein Indiz noch irgendeine Quelle, die Wahrheit ist in diesem Fall klar: die Visitation ist seit fast zwei Jahren abgeschlossen. Niemandem ist es bisher gelungen, nur einen einzigen Formal- oder Inhaltsfehler aufzuweisen. Das Gegenteil ist der Fall: alle Maßnahmen und öffentlichen Äußerungen des damaligen Päpstlichen Visitators Dr. Dr. Küng sind unwiderrufen richtig gewesen und wurden sogar noch paradoxerweise durch staatliche Gerichte eindrucksvoll in ihrer inhaltlichen Richtigkeit bestätigt. Wenn jedoch Fakten (aktiven homophile Beziehungen, Pornosucht usw.) unwiderlegbar richtig waren und sind, so kann es diesbezüglich auch keine Überprüfung mehr geben. Denn Fakten verdrehen ist die Eigenschaft des rechts- und linksextremen Geschichtsrevisionismus, dem aber ein paar Diskutanten (mit Doppelidentitäten?) offenbar real anhangen. Ohne eine klare Beweislage hätte es weder Ermahnungen im Fall Küchl-Rothe noch – wenn wir bei aller Unterschiedlichkeit jedes Einzelfalles vergleichen – vom Heiligen Stuhl die Erklärungslösung für den Gründer der Legionäre Christi gegeben. Der unten genannte Prof. Stickelbroeck steht im übrigen leider unter Vollabhängigkeit von Ex-Subregen…
Sonntag, 20. August 2006 14:12
Justus: Warum so nervös?
Immer mit der Ruhe: Wenn der Bericht über die Überprüfung der Visitation unwahr wäre, könnte man
getrost zur Tagesordnung übergehen. Daselbe gilt für Fall, dass er wahr wäre – sofern bei der Visitation
alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
Höchst verdächtig ist dagen die Nervosität mancher anscheinend irgend etwas befürchtender Zeitgenossen.
Höchst verdächtig ist dagen die Nervosität mancher anscheinend irgend etwas befürchtender Zeitgenossen.
Sonntag, 20. August 2006 12:33
turk: Relaitätsverlust der Uneinsichtigen: Visitation seit Okt. 2004 abgeschlossen
Harhar, Justus: „Rom sei Dank“ – dieser Dank gilt Rom, weil es einen Päpstlichen Vistiator sandte, der überprüfte, was an der ganzen Sache in St. Pölten d’ran ist. (Und übrigens: die Verteidiger der bis sich jetzt als in jeder Hinsicht fehlerfrei erwiesenen Visitation beziehen sich auf öffentliche Quellen, nachzulesen im Internet bzw. in rechtskräftigen Urteilen.) Was den Realitätsverlust mancher Herren unterhalb ausmacht, erkennen wir daran, daß sie meinen, diese anonyme Diskussion hier würde nur irgendeine Mücke in Rom kümmern. Offenbar aber scheint Justus irgendwie direkt am Lügengebäude beteiligt, das zusammengebrochen ist. Laut (empörtem …) „13.“, auf den Prof. Winkler leider hereingefallen ist, wurden die Ex-Regenten kurz nach der fehlerfreien Visitation (in voller inhaltlicher Übereinstimmung mit den später rechtskräftigen österreichischen Urteilen!) kirchlich ermahnt, ihre „kirchlichen Amtshandlungen nicht durch Unklugheit in den Dienst homosexueller Beziehungen zu stellen.“ Mehr noch, spricht die Ermahnung an die beiden Priester klar aus, „keine homoerotisch wirkenden Dinge beziehungsweise ein zweideutig unkluges Verhalten gegenüber anderen Männern zuzulassen“ oder gar „eine homosexuelle Beziehung fortzuführen oder zu beginnen oder keine homosexuellen Lokale zu besuchen“. Ohne eine klare Beweislage hätte es weder Ermahnungen im Fall Küchl-Rothe noch – wenn wir bei aller Unterschiedlichkeit jedes Einzelfalles vergleichen – vom Heiligen Stuhl die Erklärungslösung für …
Sonntag, 20. August 2006 09:05
Justus: Immer dubioser
Rom sei Dank wird die Visitation ja jetzt (endlich!!!) überprüft. Ich verstehe nicht, warum die (besser: der) Verteidiger der Visitation sich so darüber aufregt, dass ihm geradezu der Schaum vor dem Mund steht (verbal, meine ich). Wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, bräuchten Küng und Konsorten doch nichts zu fürchten. Nachdem aber hier im anonymen Leserbriefforum von kreuz.net jemand die Visitation mit Argumenten (besser: Rundumschlägen) verteidigt (verteidigen muss?), von denen er nur aus engstem Kontakt mit dem Visitator Kenntnis haben kann, dann ist endgültig klar:Die Visitation gehört wirklich dahin, wo sie ist – auf den Prüfstand!
Sonntag, 20. August 2006 08:46
Bonjour: Erzfeind?
Wieso nimmt bzw. behält ein Diözesanbischof den angeblichen Erzfeind zu seinem/als seinen Weihbischof? Mutet doch irgendwie schizo an.
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