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Hat der Friede gesiegt? + Bilanz der Schlächterei + Einer hieß Joseph + Ein alter Mißbrauchsfall + Damit die Apologeten des Krieges sehen, wofür sie stehen
Hat der Friede gesiegt?

Vatikan. Papst Benedikt XVI. begrüßte beim gestrigen Angelusgebet in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo das Zustandekommen der UNO-Resolution zum Krieg im Nahen Osten. Das Urlaubsklima lasse den gravierenden Konflikt im Nahen Osten nicht vergessen: „Die letzten Entwicklungen wecken die Hoffnung, daß die Zusammenstöße ein Ende nehmen und daß den betroffenen Bevölkerungen geholfen wird. Möge endlich der Friede über die Gewalt und die Waffen siegen.“

Bilanz der Schlächterei

Heiliges Land. Seit dem 25. Juni tötete der jüdische Staat in den Besetzten Gebieten 203 Menschen und verletzte 800. Das berichtete das ‘Palestinian National Information Center’. Die 1.5 Millionen Einwohner des Gaza-Streifens sind seit Wochen von der Umwelt abgeschnitten. Die Artillerie beschoß das dicht besiedelte Gebiet etwa 12.000 Mal. Israelische Kampfflugzeuge terrorisierten die Bevölkerung mit Überschallknallen aus geringer Höhe. Unter den Ermordeten befinden sich 42 Kinder und 24 Frauen. Ganze Familien wurden von den Israelis ausgelöscht, so die Familien Hadschadsch, Abu Selmijeh und Okal. In der Westbank verschleppte Israel 649 Menschen.

Einer hieß Joseph

‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’: „Und wie steht es mit jenem jungen Freund und Knobelkumpan Joseph, mit dem Sie zusammen im Kriegsgefangenenlager waren? Man weiß ja, daß Ratzinger ebenso wie Sie im Lager Bad Aibling war. Aber war Ihr Freund Joseph, wie im Buch angedeutet wird, wirklich der heutige Papst Benedikt XVI.?“

Günter Grass: „Ich saß im Lager in Bad Aibling immer mit Gleichaltrigen zusammen. Da hockten wir Siebzehnjährigen, wenn es regnete, in einem Loch, das wir uns in den Boden gebuddelt hatten. Darüber hatten wir eine Regenplane gespannt. Es waren dort 100.000 Kriegsgefangene unter freiem Himmel versammelt. Und einer von denen hieß Joseph, war äußerst katholisch und gab auch gelegentlich lateinische Zitate von sich. Der wurde mein Freund und Knobelkumpan, denn ich hatte einen Würfelbecher ins Lager retten können. Wir haben uns die Zeit vertrieben, gewürfelt, geredet und Zukunftsspekulationen angestellt, wie Jugendliche das gerne tun. Ich wollte Künstler werden, und er wollte in die Kirche, dort Karriere machen. Ein bißchen verklemmt kam er mir vor, aber er war ein netter Kerl. Das ist doch eine hübsche Geschichte, oder?“

Der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass im Interview mit der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ vom 12. August.

Ein alter Mißbrauchsfall

Kanada. Ein ehemaliger katholischer Priester (84) in Kanada hat sich schuldig bekannt, 47 junge Mädchen sexuell mißbraucht zu haben. Der Kleriker gestand Anfang August vor Gericht, die Verbrechen in den Jahren von 1954 bis 1985 verübt zu haben. Der Geistliche lockte seine Opfer mit Süßigkeiten auf seinen Schoß, um ihre Geschlechtsteile zu berühren. Das Urteil wird für den 6. Oktober erwartet.

Damit die Apologeten des Krieges sehen, wofür sie stehen

„Krieg ist für alle die schlechteste Lösung. Er bringt für niemanden etwas, auch für die scheinbaren Sieger nichts. Wir wissen es in Europa von den beiden Weltkriegen her sehr genau: Was alle brauchen, ist der Friede.“ – Papst Benedikt XVI.
      
4 Lesermeinungen
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#4   MilesChristi   22:24:07 | Montag, 14. August 2006
Zahl der israelischen Toten
Als eine Antwort auf die Frage, Tote etc. auf der Seite der Angreifer (Israel):
– ich habe etwas gehört zw. 50 und 60, auf jedem Fall unter 100. Die meisten Soldaten – ich denke nicht mehr als 30 Zivilisten.
Im Libanon ? Zwischen 800 und 1200; nach einhelligen Aussagen von Hilfsorganisationen mehr als Drittel davon Kinder.
Und noch was, die materiellen Schäden: bei Israel ein paar zerstörte Häuser. Im Libanon ? Der einzige internationale Flughafen, fast alle Überlandsverbindungen samt Brücken, jede Menge Fabriken (darunter Milchfabriken!), Stromkraftwerke, Wasseranlagen etc. – ein ähnliches Bild von dem, was seit über 4 Wochen in Gaza passiert – Schöne Verhältnismäßigkeit, oder ??
und die westliche Welt, vor allem die deutsche Welt, schweigt dazu bzw. verschweigt es komplett. Es ist irre und unmenschlich und unchristlich, dieses Schweigen und Verschweigen. Zutiefst widerlich. Gut, wenn man andere Sprachen kann zB Englisch und Französisch und sich auch über ausländische Medien informieren kann !
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#3   Athanasius   11:54:55 | Montag, 14. August 2006
Günter Grass
So interessant Herr Grass auch sein mag, wegen seiner persönlichen Abstammung, die gemischt kaschubisch-deutsch ist, und somit Symbol für die durch die NS-Diktatur und die von der Potsdamer Konferenz gutgehiesene völkerrechtswidrige Vertreibung der Deutschen Zivilisten aus den Ostgebieten ist, kommt er mir wirklich als ganz fremder Mensch vor, nachdem er sich von 1945 bis 1990 als Propagent der Mai 1968er erwiesen hat, jeden Militärfunktionär der Wehrmachtsangehörige die militärische Ehre erweisen wollte als Nazi darstellte und sich als linkes SPD-Gewissen Deutschlands aufstellte, im gleichen Interview vom 12. Aug. auf einmal eingestand, dass er von 1944 bis 1945 in der Waffen-SS war, somit selber verschwiegen hat über mehr als 60 Jahre hinweg, dass er Mitglieder einer nach den Nürnberger Tribunalen „kriminellen Organisation“ war.
Und jetzt wieder diese Geschichte über „den Joseph“. Ich respektierte Grass u.a. für „Im Krebsgang“ sehr, aber ich frage mich jetzt wirklich was in dieser Geschichte nun wieder Dichtung und was nun wieder Wahrheit ist. Bei ihm scheint das alles ultra-relativ.
Ich kann mir übrigens nicht eindenken, dass der 17-jährige Joseph Ratzinger (der im RAD war und da auf einmal mit SS-Männern eingelagert sei von den Allierten – doch wohl nicht auf den allierten Rhein-Todeslagern) sagte er wolle „Karriere machen“ in der Kirche.
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#2   Pünktchen   10:23:50 | Montag, 14. August 2006
„Einer hieß Joseph“
Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Bestätigung aus dem Vatikan: „Ja, einer hieß Günther!“
In dem FAZ-Interview zeigt sich Grass davon überzeugt, daß er in Bad Aibling mit dem gleichaltrigen (17jährigen) Joseph Ratzinger in gemeinsamer amerikanischer Kriegsgefangenschaft zusammengetroffen ist.
FRAGE: Sehr hübsch. Glauben Sie, daß Sie eine Reaktion aus dem Vatikan erhalten werden?
ANTWORT: Das weiß ich nicht. Falls ja, werde ich es Sie wissen lassen. (FAZ-Interview)
Das wäre schon eine atemberaubende Fügung, wenn der einzige heute lebende deutsche Literaturnobelpreisträger und der aus Deutschland stammende Papst sich als Jugendliche, in einem Erdloch hockend, in der historischen „Stunde Null“ der Deutschen über ihre Zukunftsperspektiven und Pläne unterhalten hätten!
Und dann der interessante Vergleich: der eine stilisiert sich zum Gewissen der Nation und verschweigt seine freiwillige und gesuchte Waffen-SS-Zugehörigkeit als Jugendlicher, der andere wird wegen einer nie verschwiegenen widerwilligen Zwangs-HJ-Mitgliedschaft www.sueddeutsche.de/…324/81243/print.html moralisch diskreditiert! Was für ein absurdes Theater!
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#1   Barmherzigkeit †   09:24:01 | Montag, 14. August 2006
Hallo,
Redaktion! Jetzt bitte noch die Zahl der Toten und Verletzten auf israelischer Seite.
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