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Dienstag, 15. August 2006 13:51
„Eher brenne ich den Sender nieder“
Mutter Angelica hatte einen Traum: ein weltweiter katholischer Fernsehkanal. Die Schwester besaß 200 Dollar, eine Garage und viel Glauben.
Mutter Angelica mit zwei Mitschwestern im Kloster "Unserer lieben Frau von den Engeln" in Alabama
Mutter Angelica mit zwei Mitschwestern im Kloster „Unserer lieben Frau von den Engeln“ in Alabama
(kreuz.net, Birmingham) Mutter Angelica erblickte am 20. April 1923 in der Stadt Canton als Rita Frances Rizzo das Licht der Welt.

Canton befindet sich im US-Bundesstaat Ohio im Norden der USA.

Als Rita sechs Jahre alt war, ließen sich ihre Eltern scheiden. Das Mädchen wuchs bei ihrer armen und depressiven Mutter auf.

1944 trat sie bei den klausurierten Klarissinnen in Cleveland in Ohio ein. Aus Rita wurde Schwester Mary Angelica.

Mutter Angelica beginnt mit ihrem Sender in einer Garage hinter ihrem Kloster
Mutter Angelica beginnt mit ihrem Sender in einer Garage hinter ihrem Kloster
Eines Tages erlitt die Schwester bei der Hausarbeit eine schwere Rückgratsverletzung.

Vor der gefährlichen Operation legte sie ein Gelübde ab: „Herr Jesus, wenn ich nach dem Eingriff wieder laufen kann, werde ich zu Deiner Ehre ein Kloster im Süden der USA errichten.“

Die Schwester wurde gesund und hielt ihr Wort.

1962 erricht sie das Kloster „Unserer lieben Frau von den Engeln“ in der Stadt Irondale im südlichen US-Bundesstaat Alabama.

Die erste Postulantin im neuen Kloster war Schwester Angelicas eigene Mutter. Sie trat als Schwester Mary David ein und starb im Jahr 1982.

Mutter Angelica empfängt von Johannes Paul II. 1982 den Segen für ihren Sender
Mutter Angelica empfängt von Johannes Paul II. 1982 den Segen für ihren Sender
1978 besuchte Mutter Angelica ein Fernsehstudio in Chicago. Die beschauliche Franziskanerklarissin träumte von einem eigenen Fernsehsender. Sie begann in einer Garage hinter dem Kloster ein Fernsehstudio einzurichten.

1981 erhielt sie eine Lizenz für Satellitensendungen. Ihren Sender nannte sie ‘Eternal Word Television Network’ (EWTN).

Genau heute vor 25 Jahren – am 15. August 1981 – begann der Sender in Birmingham in Alabama mit täglich vier Stunden Sendezeit.

1987 gründete Mutter Angelica für das Fernsehapostolat eine franziskanische Brüdergemeinschaft.

Mutter Angelica gründete für das Fernsehapostolat einen franziskanischen Männerorden
Mutter Angelica gründete für das Fernsehapostolat einen franziskanischen Männerorden
Im selben Jahr startete EWTN mit einem vollen, 24stündigen Programm.

Der aus Spenden finanzierte Sender erreicht heute mit einem englischen und einem spanischen Programm mehr als 120 Länder.

Seit Oktober 2000 werden die ersten deutschsprachigen Sendungen – ein bis zwei Stunden täglich – ausgestrahlt.

Die Linie des Senders ist „papst- und romtreu“. EWTN findet sich deswegen oft im Kreuzfeuer der Kritik.

Modernistische Katholiken kritisieren, daß Mutter Angelika ein Handlanger des rechten Kirchenflügels sei. Sie unterstütze die vatikanischen Anstrengungen gegen die Kinderabtreibung, die Kinderverhütung und die Frauenordination.

Dagegen klagen Traditionalisten, daß EWTN mit Rockmusik, modernem Gedankengut und ökumenischen Lehren dem Katholizismus nur begrenzt diene oder diesen sogar offen bekämpfe.

Zu den Feierlichkeiten zum 25jährigen Jubiläum kamen 5.000 Leute
Zu den Feierlichkeiten zum 25jährigen Jubiläum kamen 5.000 Leute
Ein am Fernsehen tätiger Priester erklärte kürzlich vor der Lokalzeitung ‘The Birmingham News’, daß Mutter Angelica die Kirche in den USA vor dem liberalen Aus gerettet habe: „Sie verhinderte, daß die US-Kirche die Niagarafälle hinabstürzte.“

Mit den liberalen US-Bischöfen gab es immer wieder Konflikte.

Als sich einige Bischöfe unter Führung des Erzbischofs von Los Angeles, Roger Kardinal Mahony um eine Übernahme des Senders bemühten, lehnte Mutter Angelica kategorisch ab: „Eher brenne ich den Sender nieder.“

Die Feierlichkeiten zum 25jährigen Bestehen von EWTN fanden am letzten Wochenende statt.

Die Novizinnen im Kloster "Unsere Liebe Frau von den Engeln"
Die Novizinnen im Kloster „Unsere Liebe Frau von den Engeln“
Es erschienen mehr als 5.000 Gäste. Der Präsident des päpstlichen Familienrates, Alfonso Kardinal Lopez Trujillo zelebrierte die Sonntagsmesse.

Mutter Angelica (83) konnte wegen ihrer angeschlagen Gesundheit an dem Fest nicht teilnehmen.

Zum Jubiläum gibt es auch eine eigene Webseite.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 22 Lesermeinungen:
Montag, 21. August 2006 23:16
Doriano: @RudolfoPanetta
Ja,ja – wieder mal die Linken. Fasst euch erst mal an der
eigenen Nase.
Montag, 21. August 2006 21:05
Rodolfo Panetta: @ Elendester Sünder
K-TV hat in der Tat mehr Biß als EWTN. – Wer in der Zeit nach dem Vaticanum II den Niedergang des katholischen Kirchenfunks bewußt miterlebt hat, ist froh über einen Sender wie K-TV. Solch ein Sender war lange Jahre in Deutschland nicht möglich, da die öffentlich-rechtlich geschmierten und korrumpierten Zensoren alles fest im Griff hatten.
Hier kommt mir eine Parallele zu Italien in den Sinn. Das linkslastige Staatsfernsehen erhielt zu einem gewissen Zeitpunkt Konkurrenz durch Silvio Berlusconis Privatsender. Und prompt konnten die Linken ihre verquere Weltsicht nicht mehr monopolartig verbreiten. Dadurch veränderte sich die politische Kultur Italiens zu einem gewissen Grad. Freilich zog Berlusconi auch durch Sex & Crime Zuschauer auf seine Seite. Freilich hat Berlusconi als Regierungschef später vieles falsch gemacht. Trotzdem gab es auch Verbesserungen gegenüber dem Regime der Linken. Solange unsere Medien im kirchlichen und im politischen Bereich in der Hand der Linken sind, wird der Niedergang Deutschlands und seiner Kirche weitergehen.
Freitag, 18. August 2006 01:10
FritzG: @ Doriano:
Ich würde auf jeden Fall 3sat mit dazu zählen.

Und Danke für die Blumen in Sachen Kultur. Allerdings möchte ich klar stellen, dass Kultur für mich in erster Linie Kultur der Gegenwart bedeutet – und nicht ödes Umwälzen längst vergangener Asche. Bald läuft die Anime-Serie „Naruto“ in deutscher Synchronisation auf RTL2, und in meinen Augen ist sie das Sehenswerteste, was dieses Jahr im heimatlichem TV zu sehen sein wird. Aber Sender wie Phönix haben im Schnitt eben das beste Programm, und ich würde niemals auf sie verzichten wollen (auf RTL2 allerdings auch nicht).
Mittwoch, 16. August 2006 20:59
Doriano: @Gotthard
Gut, ich weiß nicht wie EWTN sich (vor wie vielen Jahren?) in den USA präsentiert hat… Wir schauen uns den Sender über’s WWW an, und wir können nur Gutes sagen.
Das Online-Shopping haben wir übrigens auch mal mit
Belustigung verfolgen dürfen – aber bisher nur einmal.
Aber sonst? Gute Gespräche, Rosenkranzandachten,
Messen – halt alles, was zu einem katholischen Leben
dazu gehört. Und mit diesen nervtötenden Billy Grahams etc. überhaupt nicht zu vergleichen. Ich hatte übrigens
letztes Jahr in Kenya das zweifelhafte Vergnügen, den
US-Sender „Family TV“ verfolgen zu dürfen ( meine
Schwägerin ist Baptistin) – und das jeden Tag!
Man merkt zwar schon, daß EWTN amerikanisch ist-
aber wohltuend unaufgeregt und vor allem – diese Leute
vermitteln Freude! Und das vermiss’ ich bei uns drögen
Deutschen doch ein bißchen zu sehr.
Mittwoch, 16. August 2006 20:45
Gotthard: amerikanisches Kabel
Mother Angelica habe ich mal vor Jahren in den USA im Kabel gesehen … naja.
Belustigt habe ich die Devotionalien-Shopping-Stunden verfolgt …
Mother Angelica scheint eine Art katholischer „Fernseh-Prediger“ zu sein… müssen wir in Deutschland nicht haben.
Mittwoch, 16. August 2006 20:35
Doriano: @Benedikt
Das hat keiner behauptet – aber Phönix gehört nun mal
in eine Reihe mit den anderen Sendern – der Vollständig-
keit halber (Arte gehört eigentlich auch noch da rein –
was vergessen?) . Aaah, das tut guut!! Endlich mal
Menschen mit Kultur hier!
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