Dank dem katholischen Mief
Ob dem Schriftsteller Günter Grass, wenn er im „katholischen Mief“ aufgewachsen wäre, nicht mancher Irrweg erspart geblieben wäre? Von Hw. Winfried Henze.

Dabei kann man mit einiger Enttäuschung erkennen, daß der Nobelpreisträger diese wichtige Enthüllung leider nicht zum Anlaß genommen hat, seine Vorurteile und Feindbilder in Frage zu stellen.
So beschimpft er wie eh und je den „katholischen Mief“.
Mir ist bei der Lektüre des Interviews bewußt geworden, vor wie vielen Irrwegen, die der Schriftsteller als Jugendlicher gegangen ist, ich durch ebendiesen „Mief“ bewahrt worden bin.
Obwohl zwei Jahre jünger als Grass, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich bei der Hitlerjugend freier zu fühlen und dort den Zwängen des Elternhauses entrinnen zu können.
Von Kindheit an hatten die SS und ihre Symbole, auch die Waffen-SS, für mich etwas Abstoßendes.
Niemals wäre mir eingefallen, mich im Glauben an den Endsieg und in Erwartung, in einer Elite-Einheit eingesetzt zu werden, wo es brenzlig war, freiwillig zu melden.
Ich hoffte als Dreizehnjähriger auf das Ende der Naziherrschaft und erlebte deren Ende – ganz im Gegensatz zu Grass als sehnlich erwartete Befreiung.
Dies alles verdankte ich ausschließlich dem „katholischen Mief“, der in meinem Elternhause herrschte.
Im Bistum Hildesheim war bekannt, daß der Priester Johannes Jäger, mit dem mich später eine langjährige Freundschaft verbunden hat, in das Konzentrationslager Dachau gesteckt worden war.
Mit Empörung hatten wir zur Kenntnis genommen, daß die Nationalsozialisten die Franziskaner aus ihrem Kloster Ottbergen vertrieben hatten – später, daß sie dem Pfarrer von Groß-Düngen wegen eines politischen Witzes den Kopf abgeschlagen hatten.
In der Familie hatten wir heimlich die mit Schreibmaschine vervielfältigten Predigten des Bischofs von Galen gegen die Ermordung der Geisteskranken gelesen und weitergegeben.
In der Kirche hatten wir Predigten gehört, die in einer uns absolut klar verständlichen Sprache die menschenverachtende nationalsozialistische Ideologie angeprangert hatten.
Im Gespräch mit unseren Priestern – ein von den Nationalsozialisten aus Aachen in unsere Stadt Göttingen verbannter Jesuitenpater gehörte dazu – habe ich die Freiheit des Wortes erlebt.
In den Seelsorgsstunden, die in der Pfarrei noch stattfinden durften, herrschte der Geist der verbotenen katholischen Jugend, wie er sich etwa in den Liedern von Georg Thurmair ausdrückte.
So war es uns ganz selbstverständlich, daß wir uns wieder in Gruppen organisierten, sobald der Nazispuk vorbei war.
Und natürlich haben wir die Politik Adenauers (Grass: „grauenhaft“), vor allem hinsichtlich der Versöhnung mit Frankreich, von ganzem Herzen mitgetragen.
Ob Grass, wenn er im „katholischen Mief“ aufgewachsen wäre, nicht mancher Irrweg erspart geblieben wäre?
Hätte er sich dann später in „freier Wildbahn etwas zusammenschustern müssen, mit all den Irrtümern und all den Umwegen“, um dann ausgerechnet in der DDR eine „neue und glaubhafte Ideologie“ auszumachen?
Hw. Winfried Henze (76) lebt in Adlum im Bistum Hildesheim. Sein Beitrag erschien am 16. August als Leserbrief in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’.
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Freitag, 18. August 2006 16:13
Benedikt: Japp…
Christian Hüller hat Recht. Himmler kopierte den Jesuitenorden, oder wollte das tun. Natürlich übernahm er dabei nicht den Glauben der Jesuiten, ihm ging es allein um die Struktur. Nachzulesen bei H. Höhne, Der Orden unter dem Totenkopf.
Freitag, 18. August 2006 15:31
Christian Hüller: Ad Maledicat
Um Missverständnisse zu vermeiden:
Himmler, dieser Ex-Geflügelzüchtermassenmörder, bewunderte
die Jesuiten (straffe Organsiation; absolute Bekenntnistreue; verlässliche Papsttruppe).
Dass er selbst ein Apostat war, ist doch gar kein Zweifel.
Man kann auch von seinem Gegner lernen.
Himmler, dieser Ex-Geflügelzüchtermassenmörder, bewunderte
die Jesuiten (straffe Organsiation; absolute Bekenntnistreue; verlässliche Papsttruppe).
Dass er selbst ein Apostat war, ist doch gar kein Zweifel.
Man kann auch von seinem Gegner lernen.
Freitag, 18. August 2006 15:18
Maledica: Jesuiten Vorbild für die SS??
@Christian Hüller
Die Jesuiten galten zwar- zumindest bis zur Zerstörung durch den ominösen Geist des Konzils- als schwarze Macht des Papstes, doch die Jesuiten als Vorbild für die SS hinzustellen könnte aus der Feder eines Rolf Hochhuths oder Dan Browns kommen!!
Lesen Sie mal schleunigst den Link von Athanasius durch!
Die National-Sozialisten waren zutiefst Katholikenfeindlich und erst Recht die Elite-Truppe des Heinrich Himmler.
Wer sich selbst über Gott stellt, dem ist nun mal die Wahrheit zutiefst verhaSSt!!!
Die Jesuiten galten zwar- zumindest bis zur Zerstörung durch den ominösen Geist des Konzils- als schwarze Macht des Papstes, doch die Jesuiten als Vorbild für die SS hinzustellen könnte aus der Feder eines Rolf Hochhuths oder Dan Browns kommen!!
Lesen Sie mal schleunigst den Link von Athanasius durch!
Die National-Sozialisten waren zutiefst Katholikenfeindlich und erst Recht die Elite-Truppe des Heinrich Himmler.
Wer sich selbst über Gott stellt, dem ist nun mal die Wahrheit zutiefst verhaSSt!!!
Freitag, 18. August 2006 13:58
Christian Hüller: Ad Maledica
Falls Maledica ein Tradi ist: Hut ab…
(Aber vielleicht sollte ich diese Etikette ohnehin ablegen, bei einigen ist’s halt klar erkennbar).
Aus allen zugänglichen Dokumenten (Tischgespräche Hitlers usw.) geht klar hervor, dass Hitler die kath. Kirche vernichten wollte – und er sich dieses Vernichtungswerk für die Zeit nach dem Krieg aufheben wollte, um die Bevölkerung nicht zu verschrecken.
Die SS, der sog. Schwarze Orden, hatte zwar sein Vorbild im Jesuitenorden, aber der finale Gegner war klar: die kath. Kirche.
„Kath. Mief“, weltanschauliche Konkurrenz, Bibel einschließlich des Alten Testaments, der Judenchrist Paulus, Jesus selbst, der – entgegen skurilisten Behauptungen – kein Arier war – all das passte den braunen Horden nicht in’s Bild.
(Aber vielleicht sollte ich diese Etikette ohnehin ablegen, bei einigen ist’s halt klar erkennbar).
Aus allen zugänglichen Dokumenten (Tischgespräche Hitlers usw.) geht klar hervor, dass Hitler die kath. Kirche vernichten wollte – und er sich dieses Vernichtungswerk für die Zeit nach dem Krieg aufheben wollte, um die Bevölkerung nicht zu verschrecken.
Die SS, der sog. Schwarze Orden, hatte zwar sein Vorbild im Jesuitenorden, aber der finale Gegner war klar: die kath. Kirche.
„Kath. Mief“, weltanschauliche Konkurrenz, Bibel einschließlich des Alten Testaments, der Judenchrist Paulus, Jesus selbst, der – entgegen skurilisten Behauptungen – kein Arier war – all das passte den braunen Horden nicht in’s Bild.
Freitag, 18. August 2006 13:44
Maledica: Verdrehung der Tatsachen
Verdreht da wieder einer mal lechts und rinks???!!!
Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts an. Die wurden ja in Deutschland durchweg NICHT von „sozialistischer“ Seite verursacht, sondern hatten ihre Wurzel immer im konservativen Lager.
Die Nationalsozialisten waren nationale SOZIALISTEN und nicht reaktionär sondern revolutionär, wenngleich sie einige Äußerlichkeiten des protestantischen Preußentums übernahmen- der Protestantismus war und ist bekanntlich sehr anfällig für Ideologien.
Vergleicht man die Konfessionskarte mit der Wahlkarte in den 30 ern so sieht man klar und deutlich: In katholischen Gebieten hatten die National-Sozialisten wenig Chancen und nach dem Krieg verhielt es sich so mit den Inter-Nationalsozialisten.
Protestantische Gebiete wählten gerne braun und nach dem Krieg rot.
Der Katholische Kirche wurde von den National-Sozialisten bis aufs Messer bekämpft und die Organisation der Verbände 1938 bis ins kleinste verboten.
Unzählige Priester und Ordensgeistliche wanderten ins KZ Dachau- jüngstens auch gut verfilmt in „Der 9. Tag“. Trotz dieser umfassenden Verbote hielt der Großteil der Bevölkerung zu Kirche und ihren Priestern. Der selige Löwe von Münster war nicht der Einzige Bischof der klar und deutlich gesprochen hat.
Der ach so böse miefige, ewiggestrige, stockkonservative Katholizismus hat nun mal stets den Ideologien standgehalten, weil er nicht mit der Zeit geht.
http://www.ik-augsburg.de/schriften/27.pdf
http://www.kath-info.de/nationalsoz.htm
Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts an. Die wurden ja in Deutschland durchweg NICHT von „sozialistischer“ Seite verursacht, sondern hatten ihre Wurzel immer im konservativen Lager.
Die Nationalsozialisten waren nationale SOZIALISTEN und nicht reaktionär sondern revolutionär, wenngleich sie einige Äußerlichkeiten des protestantischen Preußentums übernahmen- der Protestantismus war und ist bekanntlich sehr anfällig für Ideologien.
Vergleicht man die Konfessionskarte mit der Wahlkarte in den 30 ern so sieht man klar und deutlich: In katholischen Gebieten hatten die National-Sozialisten wenig Chancen und nach dem Krieg verhielt es sich so mit den Inter-Nationalsozialisten.
Protestantische Gebiete wählten gerne braun und nach dem Krieg rot.
Der Katholische Kirche wurde von den National-Sozialisten bis aufs Messer bekämpft und die Organisation der Verbände 1938 bis ins kleinste verboten.
Unzählige Priester und Ordensgeistliche wanderten ins KZ Dachau- jüngstens auch gut verfilmt in „Der 9. Tag“. Trotz dieser umfassenden Verbote hielt der Großteil der Bevölkerung zu Kirche und ihren Priestern. Der selige Löwe von Münster war nicht der Einzige Bischof der klar und deutlich gesprochen hat.
Der ach so böse miefige, ewiggestrige, stockkonservative Katholizismus hat nun mal stets den Ideologien standgehalten, weil er nicht mit der Zeit geht.
http://www.ik-augsburg.de/schriften/27.pdf
http://www.kath-info.de/nationalsoz.htm
Freitag, 18. August 2006 13:26
stat crux: Hochhuth wird bestätigen:
Immerhin war Pius XII. nicht Mitglied der Waffen-SS.
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