Prominenz
Dank dem katholischen Mief
Ob dem Schriftsteller Günter Grass, wenn er im „katholischen Mief“ aufgewachsen wäre, nicht mancher Irrweg erspart geblieben wäre? Von Hw. Winfried Henze.
(kreuz.net) Mit Recht gibt die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ dem späten Eingeständnis von Günter Grass, Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein, breiten Raum.

Dabei kann man mit einiger Enttäuschung erkennen, daß der Nobelpreisträger diese wichtige Enthüllung leider nicht zum Anlaß genommen hat, seine Vorurteile und Feindbilder in Frage zu stellen.

So beschimpft er wie eh und je den „katholischen Mief“.

Mir ist bei der Lektüre des Interviews bewußt geworden, vor wie vielen Irrwegen, die der Schriftsteller als Jugendlicher gegangen ist, ich durch ebendiesen „Mief“ bewahrt worden bin.

Obwohl zwei Jahre jünger als Grass, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich bei der Hitlerjugend freier zu fühlen und dort den Zwängen des Elternhauses entrinnen zu können.

Von Kindheit an hatten die SS und ihre Symbole, auch die Waffen-SS, für mich etwas Abstoßendes.

Niemals wäre mir eingefallen, mich im Glauben an den Endsieg und in Erwartung, in einer Elite-Einheit eingesetzt zu werden, wo es brenzlig war, freiwillig zu melden.

Ich hoffte als Dreizehnjähriger auf das Ende der Naziherrschaft und erlebte deren Ende – ganz im Gegensatz zu Grass als sehnlich erwartete Befreiung.

Dies alles verdankte ich ausschließlich dem „katholischen Mief“, der in meinem Elternhause herrschte.

Im Bistum Hildesheim war bekannt, daß der Priester Johannes Jäger, mit dem mich später eine langjährige Freundschaft verbunden hat, in das Konzentrationslager Dachau gesteckt worden war.

Mit Empörung hatten wir zur Kenntnis genommen, daß die Nationalsozialisten die Franziskaner aus ihrem Kloster Ottbergen vertrieben hatten – später, daß sie dem Pfarrer von Groß-Düngen wegen eines politischen Witzes den Kopf abgeschlagen hatten.

In der Familie hatten wir heimlich die mit Schreibmaschine vervielfältigten Predigten des Bischofs von Galen gegen die Ermordung der Geisteskranken gelesen und weitergegeben.

In der Kirche hatten wir Predigten gehört, die in einer uns absolut klar verständlichen Sprache die menschenverachtende nationalsozialistische Ideologie angeprangert hatten.

Im Gespräch mit unseren Priestern – ein von den Nationalsozialisten aus Aachen in unsere Stadt Göttingen verbannter Jesuitenpater gehörte dazu – habe ich die Freiheit des Wortes erlebt.

In den Seelsorgsstunden, die in der Pfarrei noch stattfinden durften, herrschte der Geist der verbotenen katholischen Jugend, wie er sich etwa in den Liedern von Georg Thurmair ausdrückte.

So war es uns ganz selbstverständlich, daß wir uns wieder in Gruppen organisierten, sobald der Nazispuk vorbei war.

Und natürlich haben wir die Politik Adenauers (Grass: „grauenhaft“), vor allem hinsichtlich der Versöhnung mit Frankreich, von ganzem Herzen mitgetragen.

Ob Grass, wenn er im „katholischen Mief“ aufgewachsen wäre, nicht mancher Irrweg erspart geblieben wäre?

Hätte er sich dann später in „freier Wildbahn etwas zusammenschustern müssen, mit all den Irrtümern und all den Umwegen“, um dann ausgerechnet in der DDR eine „neue und glaubhafte Ideologie“ auszumachen?

Hw. Winfried Henze (76) lebt in Adlum im Bistum Hildesheim. Sein Beitrag erschien am 16. August als Leserbrief in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’.
      
46 Lesermeinungen
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#48   Benedikt   16:13:18 | Freitag, 18. August 2006
Japp…
Christian Hüller hat Recht. Himmler kopierte den Jesuitenorden, oder wollte das tun. Natürlich übernahm er dabei nicht den Glauben der Jesuiten, ihm ging es allein um die Struktur. Nachzulesen bei H. Höhne, Der Orden unter dem Totenkopf.
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#47   Christian Hüller   15:31:11 | Freitag, 18. August 2006
Ad Maledicat
Um Missverständnisse zu vermeiden:
Himmler, dieser Ex-Geflügelzüchtermassenmörder, bewunderte
die Jesuiten (straffe Organsiation; absolute Bekenntnistreue; verlässliche Papsttruppe).
Dass er selbst ein Apostat war, ist doch gar kein Zweifel.
Man kann auch von seinem Gegner lernen.
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#46   Maledica   15:18:38 | Freitag, 18. August 2006
Jesuiten Vorbild für die SS??
@Christian Hüller
Die Jesuiten galten zwar- zumindest bis zur Zerstörung durch den ominösen Geist des Konzils- als schwarze Macht des Papstes, doch die Jesuiten als Vorbild für die SS hinzustellen könnte aus der Feder eines Rolf Hochhuths oder Dan Browns kommen!!
Lesen Sie mal schleunigst den Link von Athanasius durch!
Die National-Sozialisten waren zutiefst Katholikenfeindlich und erst Recht die Elite-Truppe des Heinrich Himmler.
Wer sich selbst über Gott stellt, dem ist nun mal die Wahrheit zutiefst verhaSSt!!!
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#45   Christian Hüller   13:58:32 | Freitag, 18. August 2006
Ad Maledica
Falls Maledica ein Tradi ist: Hut ab…
(Aber vielleicht sollte ich diese Etikette ohnehin ablegen, bei einigen ist’s halt klar erkennbar).
Aus allen zugänglichen Dokumenten (Tischgespräche Hitlers usw.) geht klar hervor, dass Hitler die kath. Kirche vernichten wollte – und er sich dieses Vernichtungswerk für die Zeit nach dem Krieg aufheben wollte, um die Bevölkerung nicht zu verschrecken.
Die SS, der sog. Schwarze Orden, hatte zwar sein Vorbild im Jesuitenorden, aber der finale Gegner war klar: die kath. Kirche.
„Kath. Mief“, weltanschauliche Konkurrenz, Bibel einschließlich des Alten Testaments, der Judenchrist Paulus, Jesus selbst, der – entgegen skurilisten Behauptungen – kein Arier war – all das passte den braunen Horden nicht in’s Bild.
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#44   Maledica   13:44:54 | Freitag, 18. August 2006
Verdrehung der Tatsachen
Verdreht da wieder einer mal lechts und rinks???!!!
Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts an. Die wurden ja in Deutschland durchweg NICHT von „sozialistischer“ Seite verursacht, sondern hatten ihre Wurzel immer im konservativen Lager.
Die Nationalsozialisten waren nationale SOZIALISTEN und nicht reaktionär sondern revolutionär, wenngleich sie einige Äußerlichkeiten des protestantischen Preußentums übernahmen- der Protestantismus war und ist bekanntlich sehr anfällig für Ideologien.
Vergleicht man die Konfessionskarte mit der Wahlkarte in den 30 ern so sieht man klar und deutlich: In katholischen Gebieten hatten die National-Sozialisten wenig Chancen und nach dem Krieg verhielt es sich so mit den Inter-Nationalsozialisten.
Protestantische Gebiete wählten gerne braun und nach dem Krieg rot.
Der Katholische Kirche wurde von den National-Sozialisten bis aufs Messer bekämpft und die Organisation der Verbände 1938 bis ins kleinste verboten.
Unzählige Priester und Ordensgeistliche wanderten ins KZ Dachau- jüngstens auch gut verfilmt in „Der 9. Tag“. Trotz dieser umfassenden Verbote hielt der Großteil der Bevölkerung zu Kirche und ihren Priestern. Der selige Löwe von Münster war nicht der Einzige Bischof der klar und deutlich gesprochen hat.
Der ach so böse miefige, ewiggestrige, stockkonservative Katholizismus hat nun mal stets den Ideologien standgehalten, weil er nicht mit der Zeit geht.
www.ik-augsburg.de/schriften/27.pdf
www.kath-info.de/nationalsoz.htm
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#43   stat crux   13:26:47 | Freitag, 18. August 2006
Hochhuth wird bestätigen:
Immerhin war Pius XII. nicht Mitglied der Waffen-SS.
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#42   methusalix †   11:49:14 | Freitag, 18. August 2006
Hallo Parzifal,
Parzifal: @ methusalix
blueberry: Der Schnauzbart ist absolut belanglos
Na ja, für Sie vielleicht; für den Rest der Welt bestimmt nicht. Aber trösten Sie sich, so ist das oft mit Nobelpreisträgern. Die Welt will ihre Belanglosigkeit einfach nicht anerkennen.
Sorry aber ich hab nur einen Satz von matt zitiert. Ich halte Grass keineswegs für belanglos.
War auch so gemeint. Sie erkennen ja, genauso wie ich, die grandiose Leistung von Grass (& Co.) bei der Aufarbeitung der Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts an. Die wurden ja in Deutschland durchweg NICHT von „sozialistischer“ Seite verursacht, sondern hatten ihre Wurzel immer im konservativen Lager.
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#41   Athanasius   01:43:35 | Freitag, 18. August 2006
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#39   Athanasius   01:38:43 | Freitag, 18. August 2006
Huh?!
Pater Gereon Goldmann
…bei der Waffen-SS gearbeitet? Haben Sie mehr zu seiner Geschichte? Gereon Goldmann hört sich jüdisch an… Sind Sie sicher zur Waffen-SS? Ich kann es mir nicht eindenken. Wenigstens die Allgemeine SS war radikal antiklerikal, vielleicht die Waffen-SS etwas weniger um den Flamen und Wallonern und Kroaten zu pazifizieren.
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#38   blueberry   23:56:28 | Donnerstag, 17. August 2006
@ Hüller
Außerdem ist das Posting morgen früh sowieso wieder gelöscht.
Möglicherweise ist dann mein Nick ja auch gesperrt.
Ich glaubs aber nicht.
Ich hab hier schon ganz andere Sachen geschrieben ohne dass mein Nick gelöscht wurde… :-#
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#37   Christian Hüller   23:46:27 | Donnerstag, 17. August 2006
Ad blueberry
Möchte nich’ wissen, wer hier sonst noch im Suff
irgendwelchen Scheiß :-# loslässt.
:-)
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#36   blueberry   23:40:16 | Donnerstag, 17. August 2006
@ Hüller
Ach was, Offenbarungseid…!
Ich hab 1 l guten edlen fränkischen Weißwein intus, da sondert man schon mal sowas ab.
Ansonsten: ich bin schließlich nicht zölibatär gebunden (Gott sei Dank!).
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#35   Christian Hüller   23:32:07 | Donnerstag, 17. August 2006
Ad blueberry
Meinen Sie nicht, dass Sie jetzt eben gerade einen Offenbarungseid über Ihre e i g e n e n Hobbies
abgeleistet haben?
Nich????
Ich schoooooon.
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#33   Graf von Galen   23:15:53 | Donnerstag, 17. August 2006
Für ein freies und heiliges Deutschland
Herzlichen Dank an Herrn GraSS, daß er durch sein
Bekenntnis nicht nur seine Vergangenheit als
Soldat bei der Waffen- SS offenbart hat, was je nach
den Umständen keine Sünde gewesen sein muß, so war
z.B. auch Pater Gereon Goldmann bei dieser Truppe und
hat dort segensreich gewirkt. Es wurde nun auch für
den normalen Bundesbürger offenbar, daß er ein
Heuchler und Pharisäer ist. Jemand der den wirklich
oder vermeintlichen Splitter z.B. bei Adenauer zu sehen
meint, ohne den Balken im eigenen Auge zu betrachten.
Jemand der durch besonders großen HaSS
auf sein eigenes Volk sein eigenes Versagen zu kom-
pensieren sucht und sich in gewisser, feiger, verachtenswerter Weise auf Kosten anderer reingewaschen hat.
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#32   rudolfsohn   22:21:55 | Donnerstag, 17. August 2006
Super Beiträge! Danke
an Pünktchen, Hans Mohrmann und maledica, dessen Gedankengänge zu den rot-braunen Gemiensamkeiten hervorragend verfasst sind.
Tja, dieser Günter GraSS ist wahrlich ein ganz besonders unappetitlicher :-! Exponent der linken Spezies.
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#31   Athanasius   22:21:45 | Donnerstag, 17. August 2006
@Spiegel, Knobloch
stehen in einer langen Tradition von „Holocaust“-Überlebenden (Juden) die ohne Dank und Amen den Katholizismus angriffen, anstatt sich zu fragen, wieso diese katholischen Familien sich und die ganze Familie für ihr Leben in Gefahr brachten. Um sie zu retten. Anstatt zu danken, sind all diese Luut’ jetzt zu den grössten Anti-Katholikenhetzern zu zählen.
Noch so einer: Abe Foxman der Anti Defamation League, auch gerettet von einer katholischen Familie, nachher sogar getauft. Sowie ein jüdischer Journalist aus den USA. Ich sah ihn in einer Wiederbegegnungsserie. Eine polnische „ultrakatholische“ (seine Worte) Familie hatte ihn versteckt und am Leben gehalten – in der Grossstadt sogar!
Aber Dankbarkeit? Nöh. Nicht. Nur jüdische Hochmut („Wir sind doch auserwählte Leute“; „Das hätte man auch machen sollen“). Nur die Juden aus (Weiss)russland zeigten Dankbarkeit den wenigen katholiken dort. (Übrigens halfen die Juden dort im 19. Jh. auch verfolgten Griechisch-Katholischen Ukrainern!)
Mein Grossvater (Kommunist) hat im 2. WK 4 Jahre lange vielen jüdischen Familien in Höhlen versteckt, u. Essen, Wasser, Versorgung und saubere Kleider gebracht, mit Gefahr für sein eigenes Leben und seine junge Familie. Er tat es aber. Aber nach der Befreiung im April 1945 hat keiner dieser Juden ihm dank gesagt. ‘War alles normal.’ Mein Onkel (damals ein Junge) ist heute darüber noch erbittert. Nach dem 2. WK wagte ein jüdischer Pelzhändler ihn auch noch zu wenig für geschossene Felle zu bezahlen.
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#30   Parzifal   21:13:01 | Donnerstag, 17. August 2006
@ methusalix
blueberry: Der Schnauzbart ist absolut belanglos
Na ja, für Sie vielleicht; für den Rest der Welt bestimmt nicht. Aber trösten Sie sich, so ist das oft mit Nobelpreisträgern. Die Welt will ihre Belanglosigkeit einfach nicht anerkennen.
Sorry aber ich hab nur einen Satz von matt zitiert. Ich halte Grass keineswegs für belanglos.
@ Pünktchen
Sie sindein gutes Beispiel für das was Grass „katholischen Mief“ nennt. Wenn jemand moralinsauer ist, dann ja wohl Sie. Außer Moral, Moral und nochmal Moral kennen Sie doch nun wirklich kein Thema.
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#29   Hypatia   20:00:00 | Donnerstag, 17. August 2006
@ Hans Mohrmann und Pünktchen
Ihre Beiträge gefallen mir gut.
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#28   Pünktchen   14:56:13 | Donnerstag, 17. August 2006
Katholischer Mief II
Danke, Hans Mohrmann, für Ihren Hinweis! Man glaubt es kaum, aber auch der inzwischen verstorbene Zentralratsvorsitzende Paul Spiegel bekennt, was er dem „katholischen Mief“ verdankt. Ähnlich wie bei Charlotte Knobloch war eine „katholische Familie“ für ihn lebensrettend geworden:
Frage: Sie haben gerade diese Zeit als kleiner Junge unheimlich schrecklich erlebt. Wenn man dies als Außenstehender liest, kann man es sich kaum vorstellen. Ist das eine schmerzhafte Erinnerung?
Antwort: Ja, es ist sehr schmerzhaft, aber es gibt auch Positives. Ich habe z.B. drei Jahre lang auf einem Bauernhof gelebt. Zwar ohne meine Eltern, aber ich hatte dort eine sehr unbeschwerte Jugend, da ich nicht unbedingt mit Angst konfrontiert wurde. Diese Bauernfamilie, eine katholische Familie, hat mich sehr gepflegt, umsorgt und alles von mir abgehalten. Das Thema Angst vor irgendwelchen Gefahren war nicht so unmittelbar wie ein paar Jahre vorher in Brüssel, als das Wort Angst täglich um uns herum war. www.gerwin.de/content.php?id=37
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#27   miles immaculatae   14:44:42 | Donnerstag, 17. August 2006
Katholischer Mief
Was wohl Charlotte Knobloch, die Vorsitzende des Zentralrats der Juden über die Beschimpfung des „katholischen Miefs“ gedacht hat. Hatte sie doch diesem „Mief“ ihr Leben zu verdanken:
Fritz Neuland brachte seine Tochter schließlich 1942, als die Verfolgung lebensbedrohlich wurde, bei Kreszentia „Zenzi“ Hummel im mittelfränkischen Herrieden unter. Zenzi war das katholische Hausmädchen eines Verwandten gewesen. Die fromme Frau gab „Lotte Hummel“, wie Charlotte jetzt genannt wurde, als ihr uneheliches Kind aus. „Zenzi verstand die Bedrohung und die Verachtung der Menschen als Gottes Prüfung“, hat Charlotte Knobloch später gesagt. Obwohl das Kind Lotte Hummel ein einsames und hartes bäuerliches Leben führte, wollte sie nicht zurück nach München, als der Krieg zu Ende war: „Ich wollte nicht noch mal alles aufgeben. Ich sehnte mich nach Geborgenheit.“ Ihr Vater hatte die Shoah überlebt.
Es gibt ein Nachspiel zu dieser Kriegsgeschichte: Die Retterin Zenzi lehnte das Bundesverdienstkreuz ab, für das Charlotte Knobloch sie später vorgeschlagen hatte – schließlich habe sie, Zenzi, ihren Lohn schon erhalten: Die beiden Brüder hatten den Krieg überlebt.
1942 meldete sich Grass zu den U-Booten, um dem katholischen Mief seiner spießbürgerlichen Familie zu entgehen.
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#26   Maledica   13:23:49 | Donnerstag, 17. August 2006
Inter-Nazi K/Grass
Ob Rot oder Braun, alles der gleiche Sumpf.
Ob der International-Sozialismus oder National-Sozialismus- da ist nicht viel Unterschied.
Ob ein Hurra auf die Arbeiter und Bauern im Großdeutschen Reich oder ein Hurra auf Arbeiter und Bauern im Sowjetimperium- ob Hitler oder Stalin, Honni, etc. die Unmenschen sind beliebig austauschbar.
Nich umsonst haben viele Nazis bei den Internazis Unterschlupf gefunden und sind im klassenlosen Paradies zu Ruhm und Ehren gekommen.
Apropo SS: Der Helm der NVA ist auch eine Entwicklung der SS gewesen! Die Nazi-Uniformen wurden dann auch von der DDR gerne übernommen.
Die Alt-68er haben nur geschickt von sich abgelenkt und alles als Faschismus betitelt, was nicht in den Kram passte und peinlichst vermieden von NationalSOZIALISMUS zu sprechen, um von sich selbst abzulenken.
Faschismus hat es in Deutschland nie gegeben, dieser ist spezifisch italienisch-Fasci.
Außer natürlich heutzutage, wo der Rot-Faschismus der Gutmenschen die Meinungsdikatatur anführt und alles drauflosdiffarmiert, was nicht in den Kram paßt…
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#25   matt   10:53:32 | Donnerstag, 17. August 2006
Es ist ein Irrweg des Katholizismus…
dass er zwar Gott zu erhöhen weiß, aber dabei den Menschen erniedrigt und ihm nicht zu seinem Recht verhilft.
Man findet genug von den „Selbsterniedrigern zur Ehre Gottes“ bei den Katholiken. Für mich waren das schon immer die größten Heuchler. Sie reden hochtrabend daher von Gott und wenn sie auf den Menschen zu reden kommen seie dieser nur „Stückwerk und Staub“.
Wie kann ich Gott wohl größere Huldigung bereiten, als indem ich versuche zu sein wie er? Im Sinne der Aufforderung Jesu: seid vollkommen wie der Vater. Aber davon wollen diese Realitätsverweigerer nichts hören. Sie leben lieber in dieser ewigen unbefriedigenden Differenz zu ihrem abgehobenen und erniedrigenden Gottgötzen, auf mehr verstehen sie sich nicht. Und das finde ich ziemlich jämmerlich.
Ich werfe der Kirche vor, dass sie über weite Strecken die Gottebenbildlichkeit des Menschen verleugnet hat und eben aus diesem Grunde, weil ihr zuviele selbsterniedrigende Heuchler innewohnen hat sie sich auch der falschen Doktrin der Darwinisten preisgegeben wo der Mensch letztlich auf die Ebene des Tierischen erniedrigt wird.
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#24   Athanasius   10:32:20 | Donnerstag, 17. August 2006
Ach so… @Sirilo
Daß das „katholische Milieu“ nicht unbedingt vor Irrwegen bewahrte, dafür sind Hitler, Himmler und Goebbels sichtliche Beweise: alle drei sind katholisch aufgewachsen, letzterer war sogar im Jesuiteninternat…
Wer hat denn behauptet, eine katholische Erziehung würde vor späteren Irrwegen beschützen?
1. Heinrich Himmler war klarer Apostat und Anhänger des Zen-Buddhismus sowie okkulter heidnischer Kulte. Er vertrat die Reinkarnation und das Kharma.
2. Joseph Goebbels war klar antikatholisch und wandte sich schon zu seiner Studienzeit von der Kirche ab.
3. Adolf Hitler hat sich seit jüngsten Jahren schnell von der Kirche abgewandt, und protestierte dagegen konfirmiert zu werden. Nachdem er das Haus verlassen hatte, wohnte er nie mehr der hl. Messe bei. Er vertrat eher die hinduistischer Auffassung von einem aktiven aber erhöhten Gott, der über kleinere Götter herrschte.
(Quelle: Michael Rissmann, Hitlers Gott. Vorsehungsglaube und Sendungsbewußtsein des deutschen Diktators, Zürich München: Pendo, 2001)
Aus Jesuiteninternaten gingen die meisten militanten Politiker hervor, sowohl der Kommunisten (Niederlande, Südamerika, Kongo), Sozialisten, der Liberalen (Lamennais) und der Katholiken. Das sie auch Faschisten und Nationalsozialisten erzogen haben, soll einen nicht wundern. Robespierre war auch Produkt der Jesuiten. Aber kein Liebhaber des „katholischen Milieus“! Goebbels schrieb aggressiv gegen die „schwarze Internationale“ in seinem Tagebuch.
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#23   Evelin   10:18:47 | Donnerstag, 17. August 2006
Vielleicht wäre es für Herrn Grass & Ähnliche
einmal gut, SELBSTVERANTWORTUNG für ihre Gedanken, Worte und Werke zu übernehmen. Sie sind ja ansonsten auch freie Individualisten.
Immer zu behaupten, dass die anderen die Schuld daran haben, dass sie Irrwege begehen.
Alle jungen Leute wollen aus dem Elternhaus einmal raus (das ist ja normal, ansonsten sind sie unfähig, eigene Familien zu gründen) – es stellt sich nur die Frage, wohin und ob das „Wohin“ gut ist.
Bei Günther Grass habe ich so meine Bedenken, ob das „Wohin“ gut war. Wenn er nicht selber ständig mit dem moralinsauren Zeigefinger auf andere zeigen würde, würde ich sagen, er war 17, minderjährig und damit hat sich die Sache.
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#22   Pünktchen   09:58:45 | Donnerstag, 17. August 2006
Sirilo
Geschenkt!
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#21   Sirilo   09:57:43 | Donnerstag, 17. August 2006
@Pünktchen
Nein, ich stoße mich keineswegs am Inhalt dieser Leserbriefe. Ich halte lediglich die Urheberrechtsverletzung für unredlich.
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#20   Pünktchen   09:54:20 | Donnerstag, 17. August 2006
Sirilo
Sie verschweigen jedoch, daß Sie nicht so sehr die „Urheberrechtsverletzung“ stört, sondern der Inhalt der wiedergegebenen Leserbriefe! Wenn Sie weiter unten beghaupten, daß Hitler, Himmler, Goebbels auch aus katholischen Milieus stammten, dann verfehlen Sie den argumentativen Punkt: es wurde nicht behauptet, daß die Genannten: Hitler, Himmler, Goebbels, GRASS nicht einem katholischen Milieu entstammten, sondern es wurde behauptet, daß sich ihre zeitgeistkonforme Abkehr von diesem Milieu (in Jugendjahren) und die daraus resultierende totalitaristische Versuchung für die Genannten verhängnisvoll wurde.
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#19   virOblationis   09:42:04 | Donnerstag, 17. August 2006
Antwort
Das „katholische Milieu“ bewahrt natürlich nur denjenigen vor Irrwegen, der ihm treu bleibt.
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#18   Sirilo   09:40:08 | Donnerstag, 17. August 2006
@Pünktchen
Vor dem Urheberrecht der Leserbriefschreiber der FAZ haben Sie offensichtlich keinen Respekt. Die Autoren haben bewußt an die FAZ geschrieben, nicht an kreuz.net. Ohne deren ausdrückliche Einwilligung ist eine komplette Wiedergabe der Texte ein Verstoß gegen das Urheberrecht!
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#17   Pünktchen   09:07:07 | Donnerstag, 17. August 2006
Was bliebe ihm denn, wenn er nicht „Adenauer“ hätte …
Grass wagt es sogar, die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft mit der Zeit des Nationalsozialismus gleichzusetzen, ja sie als noch schlimmer darzustellen: „Wir hatten Adenauer, grauenhaft, mit all den Lügen, mit dem ganzen katholischen Mief.“ Diese Behauptungen des bald 80 Jahre alten Mannes sind verwerflicher als der Eintritt des 17 Jahre alten in die Waffen-SS. Den kulturellen Aufbruch und die von der Geschichtsschreibung anerkannte Modernisierungsleistung der Ära Adenauer will Grass nicht wahrhaben.
Konrad Adenauer steht für unser Grundgesetz, für den moralischen und materiellen Wiederaufbau unseres Vaterlandes, steht für die Aussöhnung mit Frankreich, für die Aussöhnung mit Israel, für den Beginn des europäischen Einigungsprozesses. Er steht für die Freiheit im Westen, die Voraussetzung für die schließlich wiedergewonnene Einheit unseres Vaterlandes war. Er hat ethische und moralische Maßstäbe gesetzt. Mit ihm und seinem Wirken hat die friedlichste und freiheitlichste Periode der deutschen Geschichte begonnen. Wer Ronald Reagan und Helmut Kohl auf das heftigste kritisierte, als sie am 5. Mai 1985 unter großer öffentlicher Erregung den Soldatenfriedhof in Bitburg besuchten, auf dem auch einige junge Waffen-SS-Leute liegen, aber die Tatsache verschwieg, daß er selbst der Waffen-SS angehörte, der hat heute nicht das Recht, Konrad Adenauer zu verleumden und die junge Bundesrepublik Deutschland mit der Hitler-Zeit zu vergleichen.
Professor Dr. Bernhard Vogel FAZ 16.8.2006
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#16   Sirilo   08:47:21 | Donnerstag, 17. August 2006
Bewahrte das „katholische Milieu“ vor Irrwegen?
Daß das „katholische Milieu“ nicht unbedingt vor Irrwegen bewahrte, dafür sind Hitler, Himmler und Goebbels sichtliche Beweise: alle drei sind katholisch aufgewachsen, letzterer war sogar im Jesuiteninternat…
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#15   Pünktchen   08:40:21 | Donnerstag, 17. August 2006
Hier ein weiterer Leserbrief aus der FAZ:
[kursiv]Zum Interview mit Günter Grass (F.A.Z. vom 12. August): Ich habe die penetrante Selbstgerechtigkeit von Grass nie leiden können, und es paßt zu ihm, daß er sein spätes Geständnis gleich mit einer neuerlichen Unverschämtheit verknüpft. Er kommt uns mit der billigsten aller Entschuldigungen, die er selbst bei keinem anderen hatte gelten lassen: Er habe von nichts gewußt. Woher stammt Grass? Vom Einödhof? Nein, aus Danzig, einer Großstadt. Da hat doch wohl der junge Ratzinger, über den er ein paar herablassend-gönnerhafte Worte verliert, in seinem Traunsteiner Seminar mehr gewußt. Auch meine Großmutter, vor Jahren von mir befragt, hat „es“ gewußt, von der Bedeutung der SS-Uniform bis hin zu den KZs. Man habe ja schließlich Augen und Ohren, sagte sie mir. Sie stammt, wie Ratzinger oder Adenauer, aus dem von Grass so verachteten „katholischen Mief“ einer Zentrumsfamilie. Grass wird zu den fanatisierten jungen Männern gehört haben, von denen mein Großvater (Luftwaffe) mit Kopfschütteln erzählte. Jetzt wird von einigen für Verständnis für Grass geworben. Wieso eigentlich? Sollte er nicht mit den Maßstäben gemessen werden, die er selbst so gnadenlos an andere anzulegen pflegte? Grass verdient nicht Verständnis, sondern tiefste Verachtung – nicht wegen seiner Jugendsünde, sondern weil er sich über Jahrzehnte als moralische Instanz der Nation geriert hat und sich jetzt feige von einer Lebenslüge zur nächsten flüchtet.
Dr. Stephanie Brecht, Aschaffenburg
FAZ 17. 08. 2006
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#14   methusalix †   07:30:42 | Donnerstag, 17. August 2006
ein Labyrinth von Irrwegen
Ob dem Schriftsteller Günter Grass, wenn er im „katholischen Mief“ aufgewachsen wäre, nicht mancher Irrweg erspart geblieben wäre? Von Hw. Winfried Henze.
Da spielt wohl eine gewisse Betriebsblindheit mit, wenn der gute Verfasser ensthaft glaubt, dass es im Katholizismus nicht bis heute ein Labyrinth von Irrwegen und Sackgassen gegeben hätte und gibt. Diese Netzseite gibt beredt Zeugnis davon.
blueberry: Der Schnauzbart ist absolut belanglos
Na ja, für Sie vielleicht; für den Rest der Welt bestimmt nicht. Aber trösten Sie sich, so ist das oft mit Nobelpreisträgern. Die Welt will ihre Belanglosigkeit einfach nicht anerkennen.
Das gilt selbstverständlich auch für matt: Haben nicht alle diese hochgespielten Literaten, die Goethes und Schillers und dergl…
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#13   matt   23:53:40 | Mittwoch, 16. August 2006
Ich finde
dem Herrn Grass steht sein eigener Mief förmlich ins Gesicht geschrieben. Er sollte nicht immer gegen den Wind pfeifenrauchen. :-D Das war übrigens gänzlich unzweideutig zu verstehen. :-]
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#12   Bernardin †   23:22:48 | Mittwoch, 16. August 2006
BB…
… sie sind total…
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#11   blueberry   23:19:08 | Mittwoch, 16. August 2006
@ Vorposter
Ein Enkel bricht also bequem aus seinem Sessel heraus den Stab über einen Großvater.
Einmal SS – immer SS so ungefähr.
Der Enkel soll sich doch mal um seinen eigenen Kram kümmern.
Was hat der selbstherrlich seine Großväter in den Dreck zu ziehen und ihnen das Recht auf einen eigene Meinung abzusprechen?
Strauss – da lachen ja die Hühner!
Ich sag nur: Ratten und Schmeißfliegen!
Kiesinger – der war keine Fünfzehn.
Warum sollte Grass nicht das Recht haben den zu kritisieren?
Ich kann nicht erkennen aus welchem Grund Kiesinger nicht kritisiert werden darf.
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#10   Unschuld   23:17:54 | Mittwoch, 16. August 2006
Grass dämonisiert
Liebe Zeitgenossen,
das ist halt die perfide Taktik dieser Person, einen Dämon aufzubauen, die Adenauerzeit, um das eigene Fehlverhalten im Dritten Reich als auch danach zu rechtfertigen. Leider gehen ihm viel zu viele auf dem Leim.
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#9   Regina Wilden   23:11:38 | Mittwoch, 16. August 2006
Adenauerzeit – Miefzeit?
Der Kölner Stadt-Anzeiger veröffentlichte heute einen Leserbrief von Konrad Adenauer, einem Enkel des früheren Bundeskanzlers. Ich zitiere den Brief nachfolgend gekürzt:
Mich hat schon immer an Grass gestört, dass er als Propagandist einer Partei aufgetreten ist … Was Grass aber jetzt auftischt, zeigt, dass er von einer nicht mehr erträglichen Einseitigkeit und Uneinsichtigkeit geprägt ist. Dieser Rundumschlag, vor allem gegen die Politik meines Großvaters als Bundeskanzler, der doch die sprichtwörtliche Karre aus dem Dreck gezogen hat, ist nicht hinnehmbar, das Verständnis Frank Schirrmachers dafür auch nicht. Verschweigt Grass doch 61 Jahre lang die Wahrheit über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS und besitzt dann die Frechheit, meinen Großvater „all der Lügen“ zu bezichtigen – welcher eigentlich? –, obwohl dieser ein Opfer der Nationalsozialisten war! Statt zerknirscht zu schweigen, geht Grass nach bekannter Manier zum Angriff über. Was haben Adenauer, Kiesinger und Strauss mit seiner Vergangenheit zu tun? Kiesinger ein Großnazi? Dazu der Standardspruch der Linken: Adenauerzeit – Miefzeit. Dabei war es unsere beste und glücklichste. Wie viele andere auch, aber Gott sei dank nicht alle, die sich selbst oder deren Angehörige sich in der NS-Zeit befleckt haben, hat Grass später einen ersten gegensätzlichen Standpunkt gesucht und eingenommen, um das Ausmaß seiner Distanzierung von der unrühmlichen Vergangenheit zu verdeutlichen …
Diesen Worten ist nichts hinzuzufügen.
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#8   blueberry   22:52:41 | Mittwoch, 16. August 2006
Der Schnauzbart ist absolut belanglos
Ein anderer Belangloser liegt grade (fast) im sterben:
Link alsharq.blogspot.com/…-naguib-mahfouz.html
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#7   Athanasius   22:50:19 | Mittwoch, 16. August 2006
Nochmal
Wie ich „Sansibar oder der letzte Grund“ liebe, liebe ich auch viele von Grass’ Bücher. (Mehr als Ernst Jünger.) „Im Krebsgang“ finde ich hervorragend. Aber im Endeffekt, habe ich Recht, wenn ich sage, daß Graß schon immer sich dem Zeitgeist (ausser heute, wo er – das muss ihm auch nachgegeben werden – doch ganz offen und ehrlich gewesen ist, aber jetzt niedergebrannt wird) anpasste. Damals wie heute. Damals wie heute war der Katholizismus nicht erwünscht. Er ist aber Ikone eines Jahrhunderts. Sein „Blechtrommel“ war hochinteressant und seine Erinnerungsbücher von größter Klasse. Nur seine polistischen und moralischen Ansichten verwerfe ich, wenn man sie Ansichten nennen kann. Mainstream Artist, heißt er auf Amerikanisch wohl. Daß in Dresden 1944 der Mainstream anders dachte als 1968 in Tübingen, mag klar sein. Da heißt es aber für die meisten „Intellektuellen“: Anpassung. Auch für Grass.
Aber ich nehme es ihm nicht Ernst. Das tun nur die frustrierten und immer noch kriegsschuldgetränkten Deutschen. Für mich ist seine Mitgliedschaft höchstens psychologisch interessant um die Anpassungsfähigkeit des Massenmenschen zu erklären. Seine Werke bleiben aber gut und schön.
Nur bin ich kein Massenmensch. Ich habe die starke Wehmut, die Starrköpfigkeit (auch im Glauben der Vorfahren), die schon immer den Niedersachsen u. Westfa. eigen war (sieh Günther, Die seelischen Eigenschaften der fälischen (dalischen) Rasse www.white-history.com/earlson/fal002.htm, 1934) wohl in römischer, frankischer u. heutiger neuheidnischen Zeit.
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#6   matt   22:32:03 | Mittwoch, 16. August 2006
wie schon gesagt
der Schnauzbart ist absolut belanglos, aber die literarische Welt hat ihn halt auf ein Podest gehoben. Deshalb kommt er aber noch lange nicht in den Himmel. Und wenn er eh in die Hölle kommt wieso sollte man dann etwas geben auf sein Geschreibsel? Wenn er sich selbst nicht retten konnte, dann werden wohl andere aus seinem Leben lediglich die Lehre ziehen es anders zu machen.
Haben nicht alle diese hochgespielten Literaten, die Goethes und Schillers und dergl. Gott gelästert? Waren sie nicht allesamt Schandmäuler, die in ihrem Hochmut das Zeugnis unseres Heilands verachten? Waren sie nicht ein rebellischer Pöbel aus den Niederungen des Menschseins, störrische Kinder, Quälgeister, lüsterne Schwärmer? Mir ist das schon lange klar. Es heisst ja auch: der Ruhm der Welt gilt vor Gott nichts. Und so ist es in der Tat.
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#5   Parzifal   22:07:58 | Mittwoch, 16. August 2006
verspäteter Gratismut?
Gratismut ist glaube ich die falsche Bezeichnung für Grass.
Als Grass in Berlin wohnte, Frau und Kinder hatte und die Frechheit besaß für die gottlose SPD Wahlkampf zu machen (Tagebuch einer Schnecke), da bekam er wochenlang nächtliche Drohanrufe, dann schickte man seiner Frau den Kopf eines toten Schweins und anschließend zündete man seine Wohnungstür an.
Nach seinen Äußerungen zur Einheit 1990 nahmen die Tiraden soche Formen an dass Grass regelrecht flüchten musste und nach Kalkutta zog.
Gratismut ist da wohl das falsche Wort.
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#4   Dr. Christoph Heger   21:51:43 | Mittwoch, 16. August 2006
Nur noch psychologisch zu diskutieren
Aber ich gratuliere dem Priester-Verfasser dieses Artikels für seine Schärfe und seine Klarheit!
Ja, aber diese Klarheit war keine Seltenheit in dem „katholischen Mief“, der während der Nazizeit klar kontra war, aber nicht die „hochmoralische“ Masche mit dem verspäteten Gratismut von Grass (oder sollte ich schreiben GraSS?) und Konsorten mitmachte.
Grassens Verhalten läßt sich nur noch als psychologisches Phänomen diskutieren.
Insofern aber gebe ich ihm Recht, daß er keinen Anlaß hat, die Ehrungen, die ihm seine Claqueure verliehen haben, jetzt zurückzugeben, wo denen das peinlich wird.
MfG
Christoph Heger
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#3   Parzifal   21:38:44 | Mittwoch, 16. August 2006
Was’n für ne Schärfe und was für Klarheit?
Ich kann in diesem Artikel ganz ehrlich null komma null Aussage erkennen.
Die einzige Aussage ist: ich hab als Dreizehnjähriger schon voll durch geblickt und im Voraus gewußt dass alles scheiße war.
Das darf man in dieser Form und solcher Radikalität doch wohl stark bezweifeln.
Der 76-jährige Autor muss von seinen Lesern ja nicht gleich 150 Prozent Naivität erwarten.
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#2   AthanasiusII   20:56:35 | Mittwoch, 16. August 2006
Wahrscheinlich…
…hätte Günter Grass im Zuge der Vertreibung der Ostdeutschen aus Pommern, Schlesien, Ostpreußen, Westpreußen, Danzig und der sog. Sudetengebiete (sowie der „zu germanisierten“ von den Polen vertriebenen Kaschuben aus Westpreußen/Pomerellen) vielleicht auch das Chaos gesucht und in der gleichen „Ecke“ seine ideologische Stelle gefunden.
Aber ich gratuliere dem Priester-Verfasser dieses Artikels für seine Schärfe und seine Klarheit!
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#1   DieFidele   19:15:32 | Mittwoch, 16. August 2006
Elternhaus
In diesem Fall müßte man wirklich nachhaken, wie denn die Zustände im Elternhaus waren. In meinem Bekanntenkreis gibt es auch einen Mann, der als Jugendlicher quasi in die Kirche gezwungen wurde und zu Hause wurden die Kinder lieblos behandelt. Dieses Bild, das er vom Katholischson sozusagen gewonnen hatte und der schlechte Umgang zu Hause, das war für ihn ein Grund, warum er mit der Kirche nichts zu tun haben will.
Ich kann mir schon vorstellen, daß sowas prägt und sich zum Haß steigert. Ob dann der Haß auf die Kirche gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt, denn die Kirche lehrt ja wohl das Gegenteil.
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