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Donnerstag, 17. August 2006 09:40
Angemessene Ehrfurcht
Das ‘Forum Deutscher Katholiken’ will einen totalen Bruch mit den liturgischen Reformen nach dem Zweiten Vatikanum vermeiden.
(kreuz.net) Im ‘Forum Deutscher Katholiken’ herrscht Zuversicht.

Das ‘Forum’ ist ein katholischer Verband, der sich um die Verbreitung und Verteidigung der katholischen Lehre in Kirche und Welt bemüht.

„Mit hoffnungsvollen Erwartungen begleiten wir die Arbeit der Gottesdienstkongregation und besonders ihres Sekretärs Erzbischof Albert Malcom Ranjith“, erklärte der Vorsitzender des ‘Forums’, Prof. Dr. Hubert Gindert, am 14. August in Kaufering – 50 Kilometer westlich von München.

Das ‘Forum Deutscher Katholiken’ stehe mit Überzeugung zu den von Erzbischof Ranjith formulierten liturgischen Zielen.

Mons. Ranjith möchte die Ehrfurcht vor dem heiligen Geschehen auf dem Altar wieder deutlicher sichtbar werden lassen und kirchliche Traditionen dem Vergessen entreißen.

Das ‘Forum’ versteht auch das Ziel der Ritenkongregation, einen totalen Bruch mit den Reformen zu vermeiden, die im Gefolge des Zweiten Vatikanums durchgeführt wurden:

„Mit diesem Mittelweg, jedes Extrem zu vermeiden, aber dennoch mit Eifer dem Haus des Herrn zu dienen, wird das ‘Forum Deutscher Katholiken’ nicht nur dem bewährten ‘sentire cum ecclesia’ gerecht, sondern bewegt sich auch auf der Linie, die der Heilige Vater noch als Kardinal Ratzinger in seinen Schriften vorgezeichnet hat“ – so Professor Gindert.

Der Vorsitzende des ‘Forums’ äußerte sein Verständnis für die Verbitterung vieler gutwilliger Gläubiger über die zahllosen liturgischen Mißbräuche und für ihre Empörung über den mangelnden Glaubenssinn, der darin zum Ausdruck kommt.

Doch die jüngsten Äußerungen von Erzbischof Ranjith vermittelten ein neues Vertrauen zum Zentrum der Weltkirche und dessen Berufung.

Diese Berufung bestehe darin, den Glaubensschatz zu bewahren und in allen kirchlichen Handlungen weltweit und auch in Deutschland sichtbar werden zu lassen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 25 Lesermeinungen:
Mittwoch, 25. Oktober 2006 17:37
stat crux: Bernado, Ihre Antwort hier:
sehe ich erst heute. Das wäre doch ein Projekt für das Institut Philipp Neri mal in den Quellen des MR 1970 zu wühlen und die Ursprünge des „euchologischen Materials“ (O-Ton Bugnini) aufzuklären.
Mittwoch, 23. August 2006 13:57
Bernado: @stat crux
Sie schrieben: „(Warum gibt es eigentlich kein Quellenverzeichnis zum MR 1970?)“.

Vielleicht, weil dadurch zu sehr offenbar würde, wie sehr die Architekten des NO ihr Werk als Konstruktion betrachtet haben, die man aus „Modulen“ der verschiedenartigsten Herkunft zusammengestellt hatte: Hier ein Vers syrisch, dort eine Strophe griechisch, da eine Anleihe in Mailand, hier ein Nicken zu Luther …

Damit wurde nicht „Katholizität“ demonstriert, sondern die gewachsene Eigenart jedes Ritus negiert und die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Unterschieden verringert – auch da, wo sie glaubens- und lebenswichtig wäre.

Eine der profundesten Klärungen innerhalb der Liturgiereform, die das Volk sofort akzeptiert hat und nicht wieder hergeben wird.

Tja – was dem einen als „Klärung“ gilt (muß das vorher fast 2000 Jahre lang für ein Nebel gewesen sein), identifiziert der andere als Verunklarung. Aber wenn man es mit den Volksdemokratischen Errungenschaften nicht so hat, darf man bei Revolutionären und Reformatoren natürlich nicht mitreden. Dort gilt: Jede Veränderunderung ist gut – „denn alles, was besteht, ist wert, daß es zugrunde geht“.

Wohl möglich wäre es, bei einer potentiellen Angleichung der Wandlungsworte MR 1962 an MR 1970 auf den „Ruf“ nur still zu „antworten“

Tja -Uniformität, Gleichschritt und Gedankenkontrolle sehen wohl einige „Reformer“ als große Stärken des NO – dagegen ist Trient ja geradezu ein Hafen der Liberalität.

Ich glaube, aus der „Angleichung“ wird nichts.
Mittwoch, 23. August 2006 13:20
stat crux: Mysterium fidei:
Die Akklamation, m.E. der ambrosianischen Liturgie entlehnt (Warum gibt es eigentlich kein Quellenverzeichnis zum MR 1970/2002??), auf den Ruf des Diakons hin, bekräftigt das Handeln des Priesters in persona Christi („mein Gedächtnis“), indem der Herr direkt angesprochen wird („donec venias“). Eine der profundesten Klärungen innerhalb der Liturgiereform, die das Volk sofort akzeptiert hat und nicht wieder hergeben wird. (Wohl möglich wäre es, bei einer potentiellen Angleichung der Wandlungsworte MR 1962 an MR 1970 auf den „Ruf“ nur still zu „antworten“, um den Charakter der alten Messordnung nicht zu verwischen.)
Mittwoch, 23. August 2006 12:39
Bernado: @Gotthard
Sie schrieben: „im dankbaren Erinnern an Tod und Auferstehung Jesu wirkt der Geist inmitten der Gemeinde die eucharistische Gegenwart Jesu Christi.“.

Damit schaffen Sie noch nicht mal das kleine Häretikum in einer freikirchlichen Gemeinde. Im Katechismus der Kath. Kirche steht es jedenfalls anders.

(1375): „Nicht der Mensch bewirkt, daß die Opfergaben Leib und Blut Christi werden, sondern Christus selbst, der für uns gekreuzigt worden ist. Der Priester, der Christus repräsentiert, spricht diese Worte aus, aber ihre Wirkkraft und Gnade kommen von Gott. Das ist mein Leib, sagt er. Dieses Wort verwandelt die Opfergaben.“

Und was heißt Ihr :„damit die Gaben von Brot und Wein für die Mitfeiernden Leib und Blut Jesu werden“? Im Katechismus steht es folgendermaßen, und das auch noch als Übernahme von Trient:

(1376): „Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffen und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung genannt.“

Das Wort „Einsetzungsbericht“ allein ist nicht von Übel – die Berichtskomponente ist vorhanden. Aber wer nur vom „Bericht“ und nie von der „Wandlung“ spricht, fällt der gleichen Täuschung zum Opfer, die Sie uns hier aufgetischt haben.

Oder er will täuschen.
Dienstag, 22. August 2006 23:32
Gotthard: Wandlung von Wandlung zu Einsetzungsbericht
Die Einführung der Akklamation „mysterium fidei“ erscheint mir willkürlich und vor allem von der Absicht bestimmt, den qualitativen Unterschied im Handeln von Priester und Mitfeiernden zu verwischen und die „Wandlungsworte“ zum „Einsetzungsbericht“ abzuschwächen.
Das ist keine Abschwächung, sondern ein klarere Einsicht.
Der Priester ist nicht der zuerst Handelnde – sondern der Hl. Geist, um dessen Herabkunft der Priester bittet, damit die Gaben von Brot und Wein für die Mitfeiernden Leib und Blut Jesu werden…
im dankbaren Erinnern an Tod und Auferstehung Jesu wirkt der Geist inmitten der Gemeinde die eucharistische Gegenwart Jesu Christi.
Sonntag, 20. August 2006 19:33
Bernado: @aurelius
Sie schrieben: „Erstens ist es sicherlich die Einführung der Volkssprache, auch wenn man da weit über das Ziel hinausgeschossen ist.
Zweitens … die Herausnahme des „mysterium fidei“ aus den Wandlungsworten.“


Bei der Volkssprache könnte ich zustimmen – wenn sie in der Praxis entsprechend der Bestimmung des 2. Vat. Konzils Konzils einen „größeren Anteil“ und kein faktisches Monopol erhalten hätte, und wenn die volkssprachlichen Übersetzungen nicht vielfach zu Mißverständnissen einladen würden.

Die Einführung der Akklamation „mysterium fidei“ erscheint mir willkürlich und vor allem von der Absicht bestimmt, den qualitativen Unterschied im Handeln von Priester und Mitfeiernden zu verwischen und die „Wandlungsworte“ zum „Einsetzungsbericht“ abzuschwächen.

Daß der NO würdig gefeiert werden kann, ist nicht zu bezweifeln. Er erlaubt es aber auch – und vielfach wird das geradezu als Einladung gesehen – die Eucharistie in einer Weise zu begehen, die weit von der katholischen Lehre wegführt, indem sie das Gemeindehandeln an die erste Stelle rückt, den Opfercharakter verunklart und die Eucharistische Gegenwart des Herrn nicht mehr ernst nimmt.

Tatsächlich hatte die dann ja auch von Paul IV kassierte erste Fassung der GIRM die hl. Messe als „Mahlgemeinschaft der versammelten Gläubigen unter dem Vorsitz des Priesters“ definiert und damit ausgedrückt, wie weit einige Architekten des NO vom überlieferten Glauben abgeirrt sind.
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