09:54:24 | Freitag, 18. August 2006
Die Evolutionstheorie verlangt von uns, zu glauben, daß alle unsere Fähigkeiten „von selber“ entstanden sind – auch die Sprache. Von Dr. med. Stephan Puls.
(kreuz.net) Am Anfang waren die Sprachen primitiv und plump, dann müssen sie später immer ausgefeilter
und komplexer geworden sein.
Das wissen Evolutionstheoretiker über die Entstehung der menschlichen Sprachen
zu berichten.
Einige Theoretiker sehen ihren Ursprung in Alarm- und Schmerzrufen. Man spricht in diesem
Zusammenhang von der „Aua-Theorie“.
Andere glauben, daß die Sprachen aus rhythmusgebenden Ausrufen bei
gemeinsamer Arbeit entstanden seien. Hier ist von „Hauruck-Theorie“ die Rede.
Wieder andere sehen den
Ursprung der Sprachen in der Nachahmung von Tierlauten. Das ist die „Wau-Wau-Theorie“.
Keine Theorie
zur Sprachentstehung ist nachprüfbar.
Schon 1866 verbot die Pariser Sprachgesellschaft in ihren Statuten,
Theorien zur Entstehung der Sprachen anzunehmen.
Will man der Evolutionstheorie glauben, dann müßten
Sprachen mit der Zeit komplexer werden. Folglich hatten die Eingeborenen in Steinzeitkulturen primitivere
Sprachen als Menschen in Hochkulturen.
Geschriebene Sprache gibt es seit 5000 Jahren. Dort stellen wir
aber das Gegenteil fest.
Wer Latein gelernt hat, erinnert sich an die Grammatik, an die Zeiten, Stammformen
und Deklinationen.
Latein hat davon viel mehr als Deutsch oder seine neolateinischen Töchter, die romanischen
Sprachen.
Im Französischen ist von den fünf Deklinationen des Latein nichts übriggeblieben.
Den Verbformen
erging es nicht besser. Der Passiv ist verschwunden. Es gibt weniger Zeiten und Konjunktive. Am besten
hat vielleicht das Portugiesische die lateinische Muttersprache bewahrt.
Diese Reduktion ist schon im
Latein selber zu beobachten. Bereits das klassische Latein war sprachlich ärmer als frühere Formen der
Sprache.
So ist die i-Deklination zum Beispiel mit der konsonantischen Deklination zusammengefallen.
Die ältesten Sprachzeugnisse stammen von der sumerischen Sprache aus einer Zeit vor 3100 v. Chr. Das
Sumerische hat zehn Fälle.
Dort gibt es zum Beispiel den Vergleichsfall Äquitiv „wie Wasser“, den Ortsfall
Lokativ „im Haus“, den Gemeinschaftsfall Komitativ „mit Peter“.
Das Verbalsystem ist schwindelerregend
komplex.
Mittels einer Fülle von Präfixen, Infixen und Suffixen können Verbalinhalte äußerst präzise
formuliert werden.
Es gibt alleine sieben Modi: Indikativ, Optativ, Verbotsform Prohibitiv, Wunschform
Prekativ, Ermahnungsform Kohortativ, mögliche Verwirklichung Prospektiv und natürlich den Imperativ.
Außerdem findet sich eine Fülle weiterer Möglichkeiten auszudrücken: Intensität, Richtung, Relation
und Objektbeziehung der Handlung. Sie finden allesamt in modernen Sprachen keine Entsprechung.
Gegenüber
Sumerisch ist Deutsch höchst primitiv.
Ähnlich in Altägyptisch, einer Sprache aus der Zeit von 2.600
bis 2.100 v. Chr.
Das altägyptische Verbalsystem ist äußerst komplex. Man kann sehr präzise und fein
nuanciert ausdrücken.
Es gibt sechs Modi. Handlungen können mit Zeitbezug in Vergangenheit, Gegenwart,
und Zukunft oder ohne Zeitbezug beschrieben werden. Das geht in keiner modernen Sprache.
Das Verb hat
acht Personen, da die 2. und 3. Person Singular in männlich und weiblich getrennt sind.
Wir stehen vor
einer erschütternden Einsicht.
Alle bekannten Sprachen scheinen im Lauf der
Zeit ihren Reichtum an grammatischen Formen zu verlieren. Das gilt ausnahmslos in allen Sprachstämmen:
Englisch und Chinesisch sind nahe am offensichtlichen Endpunkt dieser Entwicklung.
Dagegen sind die Sprachen
Eingeborener keinesfalls primitiv.
Die Wintu-Indianer in Kalifornien können in ihrer Sprache ausdrücken,
ob eine Aussage eine Übernahme vom Hören-Sagen, das Resultat einer persönlichen Beobachtung oder einer
logischen Schlußfolgerung ist.
Für letztere werden zudem drei Plausibilitätsgrade unterschieden.
Militärisch nutzten Indianersprachen in den Weltkriegen: Comanche- und Sioux-Indianer funkten während
des Zweiten Weltkrieges in ihrer Muttersprache, die für die deutschen B-Dienste nicht zu entschlüsseln
war.
Mag sein, daß die Sprache in nebelhafter fernster Vergangenheit von selber entstanden ist.
Aber
was wir sehen, ist das Gegenteil. Kein Kind hat je sprechen gelernt, ohne daß seine Eltern es ihm beibrachten.
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