In Erzbistum Hamburg weiß man offenbar nicht, was man von der berühmten spanischen Personalprälatur halten soll. Von Joseph Reuter.
(kreuz.net) Erst kürzlich wurde dem Gründer des Opus Dei im Erzbistum Köln eine besondere Ehre zuteil.
Joachim Kardinal Meisner widmete dem heiligen Josefmaria Escrivá de Balaguer eine neugestaltete Seitenkapelle
in der Kölner Pfarrkirche St. Pantaleon.
Dabei versenkte er eine Reliquie des Heiligen Josefmaria in
den Altarsockel.
Fast auf den Tag genau vor einem Jahr empfing Papst Benedikt XVI. in der gleichen Kirche,
die vom Opus Dei pfarrlich betreut wird, beim Kölner Weltjugendtag einige tausend Priester und Seminaristen.
Für den Kölner Erzbischof zählt der von Papst Johannes Paul II. zur Ehre der Altäre erhobene Gründer
des Opus Dei „zu den großen Gestalten und Zeugen des Evangelium“ – wie er bei der Einweihung der Kapelle
sagte.
Auch Papst Benedikt XVI. gehört zu den Verehrern des Heiligen Josefmaria und zu den Förderern
seines Werkes.
Geradezu als Affront macht sich da ein Vortrag mit dem Thema „Fundamentalismus in der
katholischen Kirche am Beispiel vom Opus Dei“ aus, den einer der führenden Laien im Generalvikariat des
Erzbistums Hamburg demnächst zu halten gedenkt.
Seines Zeichens Offizialatsrat, wäre das nicht die
erste Breitseite, die Klaus Kottmann gegen die Kirche abschießt. Der Offizialsrat ist der diözesane
Rechtsrat oder Gerichtsrat, der sich unter anderem mit Eherechtsfragen befaßt.
So tingelt der Kirchenrechtler
schon seit Jahren mit einem Vortrag besonderer Güte von Pfarrei zu Pfarrei und von einem Verband zum
anderen. Der Titel: „Grüß Gott Frau Pfarrer“.
Darin sind das Apostolische Schreiben ‘Ordinatio sacerdotalis’
von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1994 wie auch das ‘Responsum’ der Glaubenskongregation von 1995
in gleicher Sache nicht mehr als Variablen in einem offenen Diskussionsprozeß.
Daß Kottmann nun auch
auf das Opus Dei zielt, verwundert allerdings Kenner der kirchlichen Situation in der Hansestadt.
Seit
vielen Jahren – inzwischen über zwei Jahrzehnte – wirkt das Opus Dei an Alster und Elbe, zunächst unter
den Augen des damaligen Bischofsvikars für das Bistum Osnabrück.
Nach der Gründung des Erzbistums
Hamburg unter dem ersten Metropoliten, Mons. Ludwig Averkamp (79), und seit 2003 auch unter seinem Nachfolger,
Mons. Werner Thissen, arbeitete das Werk Gottes im zu 90 Prozent nichtkatholischen Norden Deutschlands
unbehelligt und ungestört, wenngleich auf kleiner Flamme.
Kottmanns Vortrag war zunächst für den 8.
August angekündigt gewesen, wurde aber nun, wie die Bistumszeitung mitteilte, auf den 12. September verschoben.
Da der Kirchenjurist vor dem „Verein der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV-Hansa)“ spricht,
dürfte es sich bei dem Vortrag um mehr handeln, als nur um ein Privatissimum in einem Hinterzimmer vor
ausschließlich lieben und ältlichen Damen und Herren katholischer Couleur.
Erzbischof Werner Thissen
wird unsichtbar mit am Vortragstisch sitzen.
Denn ohne die Stimme seines Herrn im Ohr wird Kottmann das
Opus Dei so ohne weiteres kaum in die Fundamentalismus-Ecke stellen dürfen – so wie er die Bistumskatholiken
ohne diese Stimme auch nicht weiter belehren dürfte, daß in Sachen Frauenordination (noch) nichts endgültig
sei.
Bislang wurde dem Hamburger Erzbischof – das galt für ihn auch in seinen früheren Ämtern als
langjähriger Generalvikar und späterer Weihbischof im Bistum Münster – nachgesagt, er habe einen freundlichen
Kontakt zum Opus Dei gepflegt.
Auch die anderen Hamburger Bischöfe gaben sich in ihrem Verhältnis zum
Opus Dei in der Hansestadt entspannt bis freundlich.
So zelebrierten sie – einschließlich Weihbischöfe –
mit einer gewissen Regelmäßigkeit zum Geburtstag des 1975 verstorbenen Gründers jeweils eine Messe
im Mariendom und nahmen am anschließenden Empfang des Werkes unter dem Dach des Erzbistums teil.
Sollte
das alles nur eine Fassade gewesen sein, hinter der ganz anders gedacht wurde und wird?
Oder ist es so,
daß der Hamburger Erzbischof seine Laienschar im Apparat nicht im Griff hat – einschließlich Bistumszeitung
–, daß so ungeniert (aber nicht unbedacht) mit der Fundamentalismus-Keule um sich geschlagen werden darf?
Doch angesichts seiner 13 Jahre Erfahrung als Leiter einer bischöflichen Verwaltung muß eher angenommen
werden, daß Erzbischof Werner Thissen hinter dem Fundamentalismus-Vorwurf steht, wenn er dann so kommt,
wie das Vortragthema ihn statuiert, nämlich „am Beispiel des Opus Dei“.
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48 Lesermeinungen
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#40 Dr. Otterbeck 17:24:51 | Montag, 25. September 2006
Theophanu Ist denn überhaupt ein förmliche Verfahren anhängig oder soll die tatsächliche Verehrung
lediglich bewilligt werden wie etwa im Falle des Hermann-Josef von Steinfeld?
#39 Montfalcone 21:36:40 | Mittwoch, 20. September 2006
St. Pantaleon Der Beitrag ist mal wieder etwas schlampig gemacht; was soll die Bildunterschrift „Der Hl.
Escriva“? Zu St. Pantaleon und Msgr. v. Steinitz wäre viel (gutes) zu sagen, nicht zuletzt seine Verdienste
um die Kaiserin Theophanu, deren Heiligsprechung von jedem ökumenisch Gesinnten (Ökumene mit der Grch.
Orthodoxie natürlich) stärkste Unterstützung verdient (und sogar von den Feminisntinnen hier! ). Was
die psychopathischen Anwürfen gegen das Werk betrifft – von „rechts“ (auch wenn es nicht mal das ist)
lese ich es doch immer als erfrischend…
#38 laikos 21:04:55 | Mittwoch, 20. September 2006
Opus-Dei (Josefmaria) Die Opus-Deiler verehren wenigstens einen Heiligen, im Gegensatz zu den PJPXXIII
Anhängern. Es gibt sogar so wahnsinnige Menschen welche zu PJPXIII beten !!! Beten zu jemandem der maximal
im Purgatorium ist ist eine schwere Sünde und wird wiederum mit dem Fegefeuer bestraft
aus dem verlagsprogramm … des von m. gern empfohlenen „katholischen“ verlags: Viel ist bereits über
die Illuminaten und ihre Pläne, die zum Eine-Welt-Sklavenstaat führen werden, geschrieben worden. Die
Eine-Welt-Verschwörung ist eine religiöse Verschwörung. In ihrem Herzen trägt sie den Satanismus.
Die mächtigsten Illuminaten-Familien unseres Planeten versuchen seit Jahr-zehnten, die traditionelle,
individuelle Ordnung der einzelnen Völker abzuschaffen und einen weltweiten, diktatorisch geführten
Überwachungsstaat, unter Leitung des Antichristen, zu errichten. Diese mächtigen Familien ge-hören
zu den führenden Wegbereitern des Antichristen! Um ihr Ziel zu er-reichen, haben sie ihre Vasallen in
die höchsten Reihen der Regierungen, Kirchen, religiösen Vereinigungen, Wissenschaft, Justiz, des Erziehungswesens,
der Finanzwelt, der Massenmedien und in viele andere Organisationen, die Einfluß auf das menschliche
Leben ausüben, eingesetzt. wenn diese literatur die (einzige?) quelle seiner „weisheit“ ist, dann wird
natürlich vieles klar …
#35 Malachias † 20:36:07 | Donnerstag, 31. August 2006
@J. Guttenberger handelt es sich um eine ablehnende Kritik, eine kritiklose Zustimmung oder eine ernsthafte
Auseinandersetzung mit Opus Dei? – Es handelt sich selbstverständlich um eine ernsthafte Auseinandersetzung!
Lesen Sie es halt mal…!
Malachias: Ihre Buchempfehlung Können Sie bitte eine kurze Zusammenfassung geben? Insbesondere: handelt
es sich um eine ablehnende Kritik, eine kritiklose Zustimmung oder eine ernsthafte Auseinandersetzung
mit Opus Dei?
#32 Malachias † 22:11:34 | Dienstag, 29. August 2006
@Athanasius: Die Antwort kommt spät… …hoffe aber trotzdem darauf, daß Sie sie noch lesen. Ich empfehle
Ihnen dringend, das Buch von Mary Ball Martinez „Die Unterminierung der Kirche“ (Übersetzung von „The
Undermining of the Church“), erschienen 1992 im Anton-Schmid-Verlag, Durach …ww.verlag-anton-schmid.de/,
zu lesen. Nach der Lektüre dieses Buches wird Ihnen klar sein, warum „Escrivá 1950 von Papst Pius XII.
zum Ehrenprälaten ernannt und das Opus Dei päpstlich genehmigt wurde“…
stat crux Das eigentlich Skurrile besteht nun darin, dass viele Unfromme gern Beschäftigte des „Pfarrherrn“
(oder Bischofs) bleiben, aber Anpassung des Programms der Institution an die eigene mangelhafte Frömmigkeit
fordern. Als ob der Apparat lebensfähig bliebe, wenn er sein Herz verloren hat! Vermutlich liegt hier
eine der wesentlichen Ursachen des Übels!!!!
Da wir nun dem Kern des Streits näherkommen: Vielleicht sind die beiden Positionen auch so zu charkterisieren.
Einerseits das Pfarrherrnprinzip, andererseits das Prinzip geistlicher Anleitung. Zweiteres war Jahrhunderte
lang vorwiegend „Ordensgut“, seit dem Ende des 19. Jh. zeigt sich, dass die selbstverständliche Voraussetzung
territorialer „Pastoral“, nämlich die Volksfrömmigkeit, zu entschwinden droht. Angesichts dessen müsste
die ganze Kirche mehr und mehr dazu kommen, von der Verwaltungspraxis zu einem geistlichen Projekt fortzuschreiten.
Auf freiwilliger Basis. Das eigentlich Skurrile besteht nun darin, dass viele Unfromme gern Beschäftigte
des „Pfarrherrn“ (oder Bischofs) bleiben, aber Anpassung des Programms der Institution an die eigene mangelhafte
Frömmigkeit fordern. Als ob der Apparat lebensfähig bliebe, wenn er sein Herz verloren hat!
Opus Dei Ich habe den Kölner Opus-Dei-Pfarrer Dr. von Steinitz, St. Pantaleon, anläßlich eines ökumenischen
Abends kennen gelernt. Ein mir persönlich bekannter rumänisch-orthodoxer Christ hat im dortigen Pfarrhaus
vor einem ökumenischen Arbeitskreises einen Vortrag zum Bereich „Naturwissenschaft und Glaube“ gehalten,
zu dem er (also der Referent) mich persönlich eingeladen hat. Meine Absicht war verständlicherweise
nicht weniger, mir einen persönlichen Eindruck von Opus Dei zu beschaffen. Schließlich legt man Wert
auf selbständiges Denken und will nicht all das Zeug nachplappern, das so umläuft. Ich war angenehm
überrascht über die offene Gesprächsathmosphäre, die auch nicht den Hauch eines Verdachtes von Fundamentalismus
aufkommen ließ. Bei weiteren Veranstaltungen haben die dortigen Priester den Eindruck von verantortungsbewußten
und eifrigen Seelsorgern hinterlassen. Wie jetzt bekannt wurde, hat Pfr. v. Steinitz wegen seines Einsatzes
für die Ökumene (!) vom Papst den Msgr.-Titel verliehen bekommen. Man sollte schon zwischen fundamentalem
und fundamentalistischem Gedankengut unterscheiden.
Genial! Möglicherweise wird K. Kottmann, wie viele vor ihm, wieder das System diözesaner Beschäftigungsverhältnisse
vor einem „Rückfall“ in die Religion in Schutz nehmen, kann sein. Wie ich einem Beitrag von Stephan Puhl
(+1997) entnahm, sind es ja gerade Theologen, die entgegen Gaudium et spes und Laborem exrercens immer
noch behaupten, die Arbeit sei zwar irgendwie Mitwirkung am Schöpfungswerk, habe aber keine „soteriologische
Signifikanz“ (oder Relevanz??). Das ist der Kernpunkt des Streits. Wenn ich damit meine Brötchen verdiene,
Gott zu lästern, muss ich „Gott“ natürlich aus dem Job raushalten. Ich muss statcrux schon wieder beneiden…
Glückwunsch! Brillant! Im übrigen hat San Josemaría die Heilige Messe STETS und AUSNAHMSLOS nach dem
jeweilis gültigen Missale gefeiert, es sogar ausdrücklich abgelehnt, dass ihm sein damaliger Stellvertreter
eine Sondergenehmigung verschafft, die bisherige Form des Ritus beizubehalten (solche Ausnahmegenhemigungen
waren im Falle schon älterer Priester sehr wohl möglich!), für ihn war es eine wunderbare Gelegenheit,
seine Liebe zu Jesus Christus, zu seiner Kirche und besonders zum Heiligen Vater unter Beweis zu stellen.
Ein Vorbild für manch anderen!!!
#27 Athanasius 13:51:09 | Sonntag, 27. August 2006
@Otterbeck Da stimme ich Ihnen zu, Herr Otterbeck, aber Prinz Alfonso de Bourbon ist kein Rechtsextremer,
sondern eher Karlistischer Legitimist und als solches sehr pro-Franco. In seinen Augen war es ja Schade,
dass das Opus Dei durch politische Mitglieder und Technokraten die Demokratie (mit Moralverfall am Ende)
in Spanien einbrachte anstatt den Estado Español weiterhin im Geiste von Caudillo Franco zu leiten. Der
‘Marano’-Typos ist in der spanischen Literatur immer populär gewesen. Es wundert nicht, dass man das
jetzt auf Hw. Escrivá de Balaguer übertragt. @Malachias: Ich bin einverstanden, dass auch das Opus Dei
seine Kritiker verdient hat und Fehler gemacht hat, aber Sie wissen doch wohl, dass OD 1943 in Spanien
approbiert wurde, und dass Escrivá 1950 von Papst Pius XII. zum Ehrenprälaten ernannt und das Opus Dei
päpstlich genehmigt wurde? Nein, es war nicht der angebliche ‘Marano’ Paul VI. oder JP II. der dies tat.
Dass die Sedivak.-Scène leider zu den Mythen der 1930er Jahre und 1940-1945 greift (im Geiste von Pétain
und Rexisme), heisst, dass diese genauso politisch ist wie das Opus Dei (das eher der ‘Democrazia Cristiana’
zuneigte, die aber von Pius XI. und Pius XII. unterstützt wurde! Waren das nun auch „Pseudopäpste“?).
#26 Dr. Otterbeck 11:21:37 | Sonntag, 27. August 2006
Mal rechts, mal links Nach ca. 40 Jahren vehementer Kritik von „links“, wird in den nächsten Jahrzehnten
wohl die Kritik von „rechts“ wieder zunehmen, wie schon in den 1930er und 40er Jahren. Die Kritik der
Extremen Rechten am Katholizismus ist aber weit heimtückischer als die banale, liberale Kritik, die schon
heute nur noch „über 70 jährige“ fasziniert (wie Klaus Berger in „Widerworte“ festhielt).
#25 Malachias † 16:04:39 | Samstag, 26. August 2006
„Die ganze Wahrheit über das OPUS DEI“… …wurde bereits 1994 in einem Buch von Alfonso Carlos de Borbón
mit dem Titel Opus Judei (Orion Editores, Santafé de Bogotá) veröffentlicht. Eine deutsche Übersetzung
erschien 1997 unter dem o.g. Titel im Anton Schmid Verlag …ww.verlag-anton-schmid.de/. Sie ist – Gott
sei Dank – noch nicht vergriffen…! Absolute Pflichtlektüre für die Beurteilung dieser „Sekte in der
Sekte“! o^/
Ich finde das Opus Dei ist eine sehr löbliche Organisation, da sie den →Index Librorum Prohibitorum←
zumindest inoffiziell fortführt. So bin ich mir immer im klaren darüber, was sich am meisten zu lesen
lohnt.
#22 AthanasiusII 19:14:49 | Donnerstag, 24. August 2006
@Wolfgang Klingt eher nach Gerüchteküche. Mag so klingen, aber fragen Sie ruhig in Rom nach. Wenigstens
die Zelebration im alten Ritus und Escrivas Beharren auf diesem Ritus bis zum Ende 1975 ist ganz bekannt,
nicht zuletzt im Vatikan.
#21 wolfgang e. 19:11:07 | Donnerstag, 24. August 2006
@ Athanasius Ihre Geschichte (Messbuch im Mülleimer) klingt ziemlich eigenartig, und für Josemaria Escrivá
auch ziemlich untypisch. Wo haben sie die her? Klingt eher nach Gerüchteküche.
#19 Athanasius 18:51:58 | Donnerstag, 24. August 2006
Book of Common Prayer Der „NOM“ ist ja so entkleidet von allen möglichen Zeichen etc… Umso einfach
müsste es ja sein,n ihn zu beherrschen. Das Book of Common Prayer ist auch sehr einfach zum Lernen. Nicht
das ich diese beide „Missale“ vergleichen will, aber dass das Missále Romanum 1970 einfacher ist, ist
gar nicht sicher. Vor allem ist es verwirrender. Übrigens würde ich nicht wie Escrivá das Messbuch
1970 in den Mülleimer werfen, dafür sind viele der Gebete darin doch noch zu heilig. Verbrennen wäre
eher eine Option.
#17 Benedikt 15:21:41 | Donnerstag, 24. August 2006
@ Athanasius Die Karwochereform hatte gar nichts mit den Rubriken der hl. Messe zu tun, sondern mit den
Propria und Sonderzeremonien. 1970 mit 1955 zu vergleichen zeugt von grosser Unwissenheit oder von einem
Euphemismusdrang. Schön, dann Sonderzeremonia. Ich nenne sie dann eben Rubriken der Karwoche. Ein Vergleich
zwischen 1970 und 1955 habe ich nicht ziehen wollen, und was in diesem Zusammenhang ein „Euphemismusdrang“
sein soll ist mir schleierhaft. Wenn Sie nachdenken, werden sie vielleicht bemerken, dass der eigentliche
Sinn meines Beitrags war, festzustellen, dass jedem, dem vorherige Änderungen zu übernehmen möglich
war auch diese Änderung zu übernehmen möglich ist. So unterschiedlich sind die Riten ja nun auch nicht
und wie Sie immer zu behaupten pflegen: Der „NOM“ ist ja so entkleidet von allen möglichen Zeichen etc…
Umso einfach müsste es ja sein,n ihn zu beherrschen.
#16 Athanasius 15:13:44 | Donnerstag, 24. August 2006
Escriva hat dreimal die sogenannte ‘Neue’ Messe nach dem Messbuch von 1969 (1970) zelebriert, es dann
in den Mülleimer in der Ecke der Sakristei geworfen (sic!), dann gesagt: „Ich kann es so nicht weiter“,
und ist dann bis zu seinem Tode 1975 mit dem überlieferten Ritus weitergegangen. So stehen die Tatsachen,
dás wird jeder Opus Dei-Insider bestätigen können, aber nicht öffentlichen zu sagen wagen (=Regimentsdiszplin
in Rom). Dazu muss man das kleine Bildchen im Artikel gar nicht sehen. Im Bild sieht man aber der Ostaltar,
die Patene nében der zu konsekrierenden Hostie, und die Kanontafeln (Roccocco) vor ihm. @Benedikt: Die
Karwochereform hatte gar nichts mit den Rubriken der hl. Messe zu tun, sondern mit den Propria und Sonderzeremonien.
1970 mit 1955 zu vergleichen zeugt von grosser Unwissenheit oder von einem Euphemismusdrang.
Landorganist und andere Lesen Sie doch noch mal das Vortragsthema! Finden Sie nicht auch, daß damit der
Inhalt festgelegt ist? Danach soll am Beispiel des Opus Dei aufgezeigt werden, daß es Fundamentalismus
in der kath. Kirche gibt. Damit steht doch die Grundaussage fest, oder? Im Vortrag geht es offensichtlich
nur noch um die Begründungen für die einzelnen Elemente, die den Fundamentalismus dort ausmachen. Ich
meine, wer das Opus Dei in die Ecke des Fundamentalismus drängt, verdächtigt zumindest, oder unterstellt
sogar den bischöflichen Mitglieder des Opus Dei diesen Fundamentalismus, wie z.B. Bischof Küng von St.
Pölten (ich könnte noch viele andere nennen). Aber vielleicht ist dieser Bischof sogar ein Fundamentalist
für Sie gerade wegen seiner klaren Haltung und der ergriffenen Maßnahmen in Sachen Priesterseminar St.
Pölten. Im übrigen sich beim hl. Josefmaria an der Frage des Ritus festzuhalten und dabei eine Art „Fotoexegese“
(Guck mal, er hält Daumen u. Zeigefinger geschlossen) zu betreiben, ist gerade zu lächerlich. Was hat
das mit dem Fundamentalisvorwurf von Herrn Kottmann zu tun? Vielleicht hat es etwas mit Fundamentalismus
tun, wenn man so gut wie alles auf das Thema Ritus oder alte Messe reduziert.
#14 Benedikt 14:34:13 | Donnerstag, 24. August 2006
@ Karl Ich weiß noch gut, wie schwer es Josemaría fiel, nach der ersten Änderung im Ordo Missae das
heilige Opfer anhand der neuen Rubriken zu feiern, ohne sich zu zerstreuen. Wie hat er denn die Rubrikenänderung
durch die Karwochenreform hinbekommen?
stat crux Es ist kaum anzunehmen… daß Kottmann bei dem so formulierten Thema so tief bohren wird. Das
Thema ist einfach zu platt formuliert. Üblicherweise wird der Vorwurf des Fundamentalismus an ganz anderen
Dingen aufgehängt. Peter Hertel etc. lassen grüßen. Aber wenn Ihr Gedanke (oder Vermutung) richtig
ist, dann ist die Frage, welche Rolle der Bischof dabei spielt, um so interessanter. Oder?
#11 landorganist 13:54:23 | Donnerstag, 24. August 2006
Wer weiß denn wirklich, was der Inhalt dieses Vortrages sein soll? Kreuz-net? Wie immer wird mal wieder
verurteilt, bevor überhaupt etwas gesagt wurde.
wichtig ist doch, in welcher Form das „Werk“ seine öffentlichen Gottesdienste feiert … nämlich in
aller Regel an einem freistehenden Altar „versus populi“, den Novus Ordo gebrauchend, jedoch meist das
Erste Hochgebet, den sog. Römischen Mess-Kanon betend. Also, die Priester sind allesamt hochgebildet,
aber streng konservativ und von einer strammen „römischen“ Priesterausbildung geprägt. Man beachte einfach
‘mal die Finger vor und nach der „Wandlung“ … Ich finde es aussagekräftiger, wie seine „Söhne und
Töchter“ mit dem Erbe umgehen, als darüber zu fachsimpeln, welcher Form des Römischen Ritus Escivá
folgte.
Escrivá und die alte messe kurze Frage an die hier anwesenden: Weiß jemand, wie es „el padre“ mit der
Alten Messe gehalten hat? konkret: hat er den NOM oder die Tridentina zelebriert? Viele Grüße Aragorn
Alter Ritus? Woran wollen sie erkennen, dass der Heilige Josemaria dort eine heilige Messe nach dem alten
Missale feiert? Man kann genauso gut mit dem neuen Missale an einem Hochaltar zelebrieren. Und da keine
Kanontafeln am Altar stehen gehe ich mal davon aus, dass es sich um eine heilige Messe im neuen Ritus
handelt.
#6 stat crux 12:37:46 | Donnerstag, 24. August 2006
Heggi: zugegeben, ich lenkte ab… Möglicherweise wird K. Kottmann, wie viele vor ihm, wieder das System
diözesaner Beschäftigungsverhältnisse vor einem „Rückfall“ in die Religion in Schutz nehmen, kann
sein. Wie ich einem Beitrag von Stephan Puhl (+1997) entnahm, sind es ja gerade Theologen, die entgegen
Gaudium et spes und Laborem exrercens immer noch behaupten, die Arbeit sei zwar irgendwie Mitwirkung am
Schöpfungswerk, habe aber keine „soteriologische Signifikanz“ (oder Relevanz??). Das ist der Kernpunkt
des Streits. Wenn ich damit meine Brötchen verdiene, Gott zu lästern, muss ich „Gott“ natürlich aus
dem Job raushalten.
stat crux Sie lenken vom Thema ab mit P. Pio. Das Vortragsthema Kottmanns ist nicht als Frage formuliert,
sondern als Aussage bzw. als Feststellung. Es geht also nur um die Verifizierung dieser Feststellung.
Was sonst??
@Dorothea: wie das? Interessant auch das Bild Escrivas beim Zelebrieren. Das Opus schweigt sehr gerne
tot, dass der Heilige die Neue Messe abgelehnt hat. Dabei ist doch die Vereinigung „Opus Dei“ jener matschiger
Zwitter, der nicht ganz VII/Lehmannkirche ist und nicht ganz FSSPX ist. Da polarisiert sich doch etwas?!
#3 stat crux 10:46:12 | Donnerstag, 24. August 2006
P. Pio war auch kein Freund der neuen Messordnung. Aber die Heiligen haben nie die Berechtigung des Hl.
Vaters in Frage gestellt, die auf dem Anstoss des Konzils beruhende, im ganzen überfällige Liturgiereform
durchzuführen. Dass heute manche eine „Wahlfreiheit“ zwischen verschiedenen Jahresausgaben des Missale
in Anspruch nehmen ist alles andere als römische Tradition. Diese aber muss weitergehen (womöglich noch
Jahrtausende lang!) und darf deshalb nicht eingefroren werden auf Standard 1570 oder 1962.