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Donnerstag, 24. August 2006 09:46
Widersprüchliches zum Opus Dei
In Erzbistum Hamburg weiß man offenbar nicht, was man von der berühmten spanischen Personalprälatur halten soll. Von Joseph Reuter.
Johannes Paul II. würdigte den Heiligen Escrivá bei dessen Kanonisation als Heiligen des Alltäglichen: "Von Gott auserwählt, zu zeigen, daß die alltägliche Beschäftigung Weg der Heiligung ist."
Johannes Paul II. würdigte den Heiligen Escrivá bei dessen Kanonisation als Heiligen des Alltäglichen: „Von Gott auserwählt, zu zeigen, daß die alltägliche Beschäftigung Weg der Heiligung ist.“
(kreuz.net) Erst kürzlich wurde dem Gründer des Opus Dei im Erzbistum Köln eine besondere Ehre zuteil.

Joachim Kardinal Meisner widmete dem heiligen Josefmaria Escrivá de Balaguer eine neugestaltete Seitenkapelle in der Kölner Pfarrkirche St. Pantaleon.

Dabei versenkte er eine Reliquie des Heiligen Josefmaria in den Altarsockel.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr empfing Papst Benedikt XVI. in der gleichen Kirche, die vom Opus Dei pfarrlich betreut wird, beim Kölner Weltjugendtag einige tausend Priester und Seminaristen.

Papst Benedikt XVI. segnet im September 2005 eine Statue des Hl. Escriva in einer Nische des Petersdoms
Papst Benedikt XVI. segnet im September 2005 eine Statue des Hl. Escriva in einer Nische des Petersdoms
Für den Kölner Erzbischof zählt der von Papst Johannes Paul II. zur Ehre der Altäre erhobene Gründer des Opus Dei „zu den großen Gestalten und Zeugen des Evangelium“ – wie er bei der Einweihung der Kapelle sagte.

Auch Papst Benedikt XVI. gehört zu den Verehrern des Heiligen Josefmaria und zu den Förderern seines Werkes.

Geradezu als Affront macht sich da ein Vortrag mit dem Thema „Fundamentalismus in der katholischen Kirche am Beispiel vom Opus Dei“ aus, den einer der führenden Laien im Generalvikariat des Erzbistums Hamburg demnächst zu halten gedenkt.

Seines Zeichens Offizialatsrat, wäre das nicht die erste Breitseite, die Klaus Kottmann gegen die Kirche abschießt. Der Offizialsrat ist der diözesane Rechtsrat oder Gerichtsrat, der sich unter anderem mit Eherechtsfragen befaßt.

So tingelt der Kirchenrechtler schon seit Jahren mit einem Vortrag besonderer Güte von Pfarrei zu Pfarrei und von einem Verband zum anderen. Der Titel: „Grüß Gott Frau Pfarrer“.

Darin sind das Apostolische Schreiben ‘Ordinatio sacerdotalis’ von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1994 wie auch das ‘Responsum’ der Glaubenskongregation von 1995 in gleicher Sache nicht mehr als Variablen in einem offenen Diskussionsprozeß.

Der Hl. Escriva liest im Jahr 1972 eine Messe
Der Hl. Escriva liest im Jahr 1972 eine Messe
Daß Kottmann nun auch auf das Opus Dei zielt, verwundert allerdings Kenner der kirchlichen Situation in der Hansestadt.

Seit vielen Jahren – inzwischen über zwei Jahrzehnte – wirkt das Opus Dei an Alster und Elbe, zunächst unter den Augen des damaligen Bischofsvikars für das Bistum Osnabrück.

Nach der Gründung des Erzbistums Hamburg unter dem ersten Metropoliten, Mons. Ludwig Averkamp (79), und seit 2003 auch unter seinem Nachfolger, Mons. Werner Thissen, arbeitete das Werk Gottes im zu 90 Prozent nichtkatholischen Norden Deutschlands unbehelligt und ungestört, wenngleich auf kleiner Flamme.

Kottmanns Vortrag war zunächst für den 8. August angekündigt gewesen, wurde aber nun, wie die Bistumszeitung mitteilte, auf den 12. September verschoben.

Da der Kirchenjurist vor dem „Verein der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV-Hansa)“ spricht, dürfte es sich bei dem Vortrag um mehr handeln, als nur um ein Privatissimum in einem Hinterzimmer vor ausschließlich lieben und ältlichen Damen und Herren katholischer Couleur.

Erzbischof Werner Thissen wird unsichtbar mit am Vortragstisch sitzen.

Denn ohne die Stimme seines Herrn im Ohr wird Kottmann das Opus Dei so ohne weiteres kaum in die Fundamentalismus-Ecke stellen dürfen – so wie er die Bistumskatholiken ohne diese Stimme auch nicht weiter belehren dürfte, daß in Sachen Frauenordination (noch) nichts endgültig sei.

Bislang wurde dem Hamburger Erzbischof – das galt für ihn auch in seinen früheren Ämtern als langjähriger Generalvikar und späterer Weihbischof im Bistum Münster – nachgesagt, er habe einen freundlichen Kontakt zum Opus Dei gepflegt.

Auch die anderen Hamburger Bischöfe gaben sich in ihrem Verhältnis zum Opus Dei in der Hansestadt entspannt bis freundlich.

So zelebrierten sie – einschließlich Weihbischöfe – mit einer gewissen Regelmäßigkeit zum Geburtstag des 1975 verstorbenen Gründers jeweils eine Messe im Mariendom und nahmen am anschließenden Empfang des Werkes unter dem Dach des Erzbistums teil.

Sollte das alles nur eine Fassade gewesen sein, hinter der ganz anders gedacht wurde und wird?

Oder ist es so, daß der Hamburger Erzbischof seine Laienschar im Apparat nicht im Griff hat – einschließlich Bistumszeitung –, daß so ungeniert (aber nicht unbedacht) mit der Fundamentalismus-Keule um sich geschlagen werden darf?

Doch angesichts seiner 13 Jahre Erfahrung als Leiter einer bischöflichen Verwaltung muß eher angenommen werden, daß Erzbischof Werner Thissen hinter dem Fundamentalismus-Vorwurf steht, wenn er dann so kommt, wie das Vortragthema ihn statuiert, nämlich „am Beispiel des Opus Dei“.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 48 Lesermeinungen:
Donnerstag, 6. September 2007 19:30
Karl Rahna: Herr Kottmann
Freitag, 17. August 2007 09:06
stat crux: P.S.:
Hat kreuz.net eigentlich je wieder über Kottmann berichtet??
Montag, 12. März 2007 15:26
cum te: @Petra
Google hat kreuz.net wohl doch nicht gesperrt…
Dienstag, 26. September 2006 17:17
Breze: @ Dr. Otterbeck
ist doch supi!!!!

Hat’s den anderen wohl die Sprache verschlagen…
Dienstag, 26. September 2006 17:13
Hihi, allmählich wird unser Dialog hier „systemdominant“…
Dienstag, 26. September 2006 17:02
Breze: @ Dr. Otterbeck
Aber klar doch, würd mich freuen…
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