Kinderabtreibung
Erzbischöflicher Dolchstoß
Der Erzbischof von Wien hat die Proteste von Lebensschützern gegen die Einführung der Kinderabtreibung in der Salzburger Landesklinik als „Aktionismus“ abqualifiziert. Der Kardinal hält es mit den „Besonnenen“.
(kreuz.net, Wien) Christoph Kardinal Schönborn (59) hat sich im ORF-Radio zur gegenwärtigen Abtreibungsdebatte in Österreich geäußert:

„Aktionismus“ und „Polemik“ seien in der Abtreibungsdebatte „nicht zielführend“, erklärte der Kardinal mit Bezug auf die Informationskampagne der Lebensschutz-Organisation ‘Jugend für das Leben’ in Salzburg.

Die Organisation war gegen die Pläne der Salzburger Landeshauptfrau aufgetreten, die Kinderabtreibung in der dortigen Landesklinik einzuführen.

Der Kardinal plädierte statt dessen für eine österreichweite „Koalition der Besonnenen“.

Kardinal Schönborn ließ die Frage offen, welche nichtaktionistischen Schritte hätten unternommen werden sollen, um die Salzburger sozialistische Landeshauptfrau, Genosse Gabriele Burgstaller, zu stoppen und die Einführung der Kinderabtreibung in der Landesklinik zu verhindern.

Die Abtreibung sei und bleibe „eine Wunde“, meinte der Erzbischof weiter, fügte aber sogleich einschränkend hinzu, daß dies nur ein Teil des Problems sei.

Man müsse sich auch die Frage stellen, wie Österreich wieder ein kinderfreundlicheres Land sein könne. Es gehe, meinte der Kardinal, um die Zukunft des Landes.

Die Aktion der österreichischen Lebensrechtsbewegung „Jugend für das Leben“ wurde auch vom Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser als angeblich polemisch und nicht hilfreich verurteilt.

Die ‘Jugend für das Leben’ hatte einen Comic an 70.000 Salzburger Haushalte geschickt, auf dem die Salzburger Landeshauptfrau die Heilige Familie, die auf Herbergssuche ist, brutal in die von ihr beabsichtigte Abtreibungsanstalt verweist.
      
10 Lesermeinungen
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#10   FraJo   07:46:35 | Montag, 27. Dezember 2004
enttäuscht vom Erzbischof
wie kann man einer Demonstration für das Leben in den Rücken fallen? ich bin enttäuscht von der Haltung des Erzbischofs
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#9   Dolfus   11:35:31 | Freitag, 24. Dezember 2004
@Leo
Eine gute Idee, wenn Du Das so machst.
Es ist aber auch gut, wenn man in diesem Onlineforum seinen Unmut gegen die Schönborn’sche Diplomatie ausspricht, denn man sollte alle Kanäle nutzen, um der Kirchenführung zu sagen, daß sie nicht von allen Beifall bekommen. Denn darum geht’s den Leuten à la Graf Schönborn ja: Applaus durch die Medienmafia und durch die „kritischen“ Intellektuellen zu erhaschen.
Gerade die Alt-68er verharren beharrlich-verbissen im Irrtum, genau jene, die ihren Vätern ein angebliches Schweigen zum Vorwurf des national-sozialistischen Judenmordes vorwerfen, und somit die Schuld an Völkermord zuschieben.
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#8   LeoPix   10:26:50 | Freitag, 24. Dezember 2004
nicht ärgern – handeln!
Also ich werde mich nicht ärgern über die Aussagen von Erzbischof Kothgasser und Kardinal Schönborn.
Ich habe mir dagegen fix vorgenommen, Herrn Kardinal Schönborn, Herrn Erzbischof Kothgasser, Herrn Bischof Küng und den Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Herrn Msgr. Zsifkovics einmal im Monat schriftlich zu fragen, wie viele runde Tische sie veranstaltet haben, wie sie sonst die Abtreibung thematisiert haben – kurz – was sie in Sachen Abtreibung bewegt haben. Ich werde genau Buch führen, was sie mit ihren Methoden – mit den zielführenderen Methoden, wie sie sagen – bewegen. Ebenso übernehme ich die Aufgabe, ihre Antworten im Internet zu veröffentlichen, so dass jeder nachlesen kann, wie sehr sie und ihre Bischofskollegen sich um das Thema annehmen und was sie alles bewirken.
Und ich hoffe, viele Gegner der Abtreibung werden ebenso regelmäßig nachfragen. Vielleicht erkennen unsere Bischöfe dann, dass sie seit dreißig Jahren zum Handeln aufgefordert sind und es kontraproduktiv ist, nur mit Negativaussagen auf das Engagement anderer zu reagieren.
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#7   Tom Pullings   09:02:19 | Freitag, 24. Dezember 2004
Unverständlich
Mir ist völlig unverständlich, wie man die friedliche und schöne Lichterkette in Salzburg derart diffamieren kann. Dem Kardinal scheint sein guter Draht zur Politik wichtiger zu sein als die Ungeborenen.
Liebe Po-Lifer, die Ihr das vielleicht lest: Laßt Euch von diesem Judas nicht beirren. Bitte kämpft weiter. Für unser aller Zukunft. Ihr seid auf dem richtigen Weg und steht kurz vor einem Erfolg. Davon zeugt der hinterfotzige Haß, mit dem Euch das Kirche/ÖVP Establishment verfolgt.
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#6   Dolfus   08:05:35 | Freitag, 24. Dezember 2004
Sehr verärgert
Ich bin sehr verärgert über die Charakterlosigkeit dieser Cardinals.
Man merkt, daß er Einsicht hat, und die Wahrheit kennt – und doch redet er den Leuten nach den Mund: z.B. Klestil-Begräbnis, worauf er in diversen öffentlichen Statements dann auch noch stolz geschwellt war.
Und Cardinal Schönborn galt doch auch bis dato als Superstar der charismatischen Jugendlichen, die teilweise nahtlos in die Pro-Life-Gruppen aufgehen.
Eminenz, Sie verraten Ihre Klientel! Nicht nur die Charismatische Jugend, die Tötung Ungeborener … „Straflosigkeit“, DAS Argument des Feminismus, die Ärzte sind zu bestrafen … die Mädchen, die abtreiben, sind Opfer der Medienpropaganda – sie wissen nicht, daß es falsch ist, was sie tun: man gaukelt ihnen vor, es wär’ richtig.
Strafe für Ärzte: ja! Sagen Sie das!
Denn gute Ärzte werden von den Abtreibern unter Druck gesetzt – heißt das, die Kirche gibt sie dem gesellschaftlichen Druck preis?
Den Mädchen soll man endlich reinen Wein einschenken, dann ist Strafe gar nicht nötig – sie sollen wissen, we großartig es ist, Mutter zu sein! „Mutter“ – dieser verpönte Ausdruck. Wo sind die anderen Seiten des Lebens, die man ihnen bieten will? Sozialistische Rädelsführerin?
Und die Pro-Life-Gruppen, die bieten Hilfe, Jobs, alles, nur, daß sie nicht abtreiben – in Privatinitiative! Und Ihre Bischofskonferenz, Eminenz? Die schmeißt Millionenbeträge modernistischen Quatschköpfen in den Rachen.
Eure Eminenz, passen Sie auf, Sie bewegen sich auf gefährlichen Wegen! Your soul is at risk!
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#5   Maurice Corvisier   07:15:28 | Freitag, 24. Dezember 2004
Zustimmung
Bonifatius ist unbedingt zuzustimmen: und das nicht nur im Bereich Kinderabtreibung, sondern ganz allgemein. Aber insbesondere, was die Jugend anbetrifft. Was gewisse hohe Herren an Verfehlungen dulden, durchgehen lassen, fördern, das geht auf keine Kuhhaut (z.B. manche Gegebenheiten der KJG in Deutschland!). Und die Teile der Jugend, die sich noch ernsthaft sorgen, werden auf solche Weise demotiviert und der offiziellen Kirche entfremdet. Man fragt sich wirklich, was das soll.
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#4   ottaviani   06:43:03 | Freitag, 24. Dezember 2004
der Mann
hat in diesem jahr seine charakterlosigkeit mit einer genialität unter beweißt gestellt, daß das schon unglaublich ist
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#3   Niclaas   22:33:04 | Donnerstag, 23. Dezember 2004
Da wird doch ein Problem weichgespült …
… bis es nicht mehr so anstößig erscheint.
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#2   bonifatius   22:28:21 | Donnerstag, 23. Dezember 2004
ob Lehmann oder Schönborn-egal
Beide Kardinäle sind ein Markenzeichen unserer Zeit, anpassungsfähig, medienpopulär, echt Rahnerschule.
Doch wo bleibt die Verkündigung der Wahrheit. Es gilt ja nicht, die glimmende Kerze zu löschen, eine Ehebrecherin zu steinigen. Nein, Hilfe, wo möglich, Verzeihung und Vergebung, wo Einsicht und Reuhe. Aber die Sünde muß man brandmarken, sonst erkennt man sie nicht. Und da fehlt es bei unseren „Rotröcken“- mit wenigen Ausnahmen. Gott möge uns wieder Kämpfer geben, die wachrütteln und nicht diplomatisch beruhigen. Sicher erschrickt ein kranker Mensch, wenn ihm der Arzt eröffnet, daß er eine lebensbedrohende Krankheit in sich trägt und daß er seine Lebensweise radikal, ja fundamental ändern müsse. Wenn unsere Kirchenfürsten nicht mehr in der Lage sind, den Menschen die Augen zu öffnen, dann ist es schlimm um uns bestellt. Dann hilft auch das zur Mode gewordene humanistische Mitleid – und Betroffenheitsgefühl nicht mehr. Ja, es beschleunigt und vertieft unser Elend. O Gott hilf, daß unsere hohen Würdenträger einmal zum Feind unserer maroden, verdorbenen veröffentlichen Meinung und Spaßgesellschaft werden. Bonifaz
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#1   Mag. Gernot Steier   21:15:53 | Donnerstag, 23. Dezember 2004
Dolchstoß
Im O-Ton (etwa bei Ö1) klingt es nicht ganz so schrecklich, wie es dieser Artikel vermuten läßt. Etwas mehr Sachlichkeit und Wahrheitsliebe wäre angebracht.
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