Kirchenmusik
Die wunde Stelle der Liturgiereform
Die Rock-Musik verwendet den harten Beat und die Trivialität als bewußte Provokation des guten Geschmacks. Er lebt vom Biß. Zieht man dieser Musik – wie in modernen Kirchenliedern – die Zähne, bleibt Kitsch übrig. Von Prof. Dr. h.c. Josef Friedrich Doppelbauer.
(kreuz.net/Sisa) Man kann, grob gesehen, zwei Hauptrichtungen und eine dritte Nebenrichtung der Popularmusik unterscheiden:

a) Die kulturellen Ziele werden mit Stil, Sex und Subversion definiert (Macolm McLuhan).

Man strebt einen exzessiven Lebensstil an, der von „Zwängen“ der Gesellschaft, auch des Christentums, befreien soll und daher weitgehende Emanzipation von überlieferten Werten propagiert.

Die Bandbreite reicht von berechtigtem Protest bis zur bewußten Destruktion.
Früher war
in den besten Zeiten der Kirche die Kirchenmusik als geisterfüllte Seelensprache der integrierende Faktor. Heute wird sie einerseits auf einfachste Formen reduziert, andererseits auf triviale Halbkunst.


Die Rolling-Stones verkündeten beim Open-Air-Festival in Altamont (Californien) ihre „Sympathy with the devil“. Es gab Gewalttätigkeiten mit tödlichem Ausgang.

Die Hard-Rocker „Black Sabbath“ werden bei ihren „schwarzen Messen“ von Gewalt begleitet, ebenso die Veranstaltungen anderer „Heavy-Metal-Gruppen“.

b) Es wird eine Bewußtseinsintensivierung durch emotionale Steigerung und meditative Praktiken östlicher Herkunft angestrebt und als bewegende Kraft „Neue Religiosität“ angegeben.

Diese „Neue Religiosität“ soll eine Überreligion sein, die sich passender Elemente aus allen Weltreligionen bedient.

Die Tageszeitung ‘Salzburger Nachrichten’ vom 20. August 1983 definierten sie als „Jesus-Rock und inneres Licht“. Es wimmelt da von Gurus.

Man braucht zur Information nur das Buch von J.E. Behrendt „Ein Fenster aus Jazz“ zu lesen.

c) Eine Nebengruppe ist der von christlichen Charismatikern gemachte Versuch, eine kirchen-christliche Popularmusik zu entwickeln.

Man verwechselt aber Gefühl mit Gefühlsseligkeit.
Die indirekte Vertreibung
der Kirchenmusik als hoher Kunst der Ganzheit wird sich noch bitter rächen.


Diese Musik ist überwiegend sentimental und alles eher als rhythmisch. Sie drapiert sich nur mit den üblichen Pop- und Rockinventar, ohne sie strukturell integrieren zu können.

Der harte Rock verwendet den harten Beat und die Trivialität als bewußte Provokation des guten Geschmacks. Er lebt vom „Biß“; zieht man dieser Musik die Zähne, bleibt Kitsch übrig.

Die Charismatiker verstehen sich als Ergänzung einer einseitig auf Verstand und Willen ausgerichteten Religionsübung und wollen das Gefühl als religiöses Erleben einbeziehen. Sie spüren die Dürre eines bloß belehrenden Gottesdienstes, greifen aber meist zu vordergründigen, zu untauglichen Mitteln, was die Musik betrifft.

Dieses Nebeneinander, einerseits Appell an den Verstand (Wille), andererseits Appell an das Gefühl (Erlebnis), zeigt die wunde Stelle der Liturgiereform.

Früher war in den besten Zeiten der Kirche die Kirchenmusik als geisterfüllte Seelensprache der integrierende Faktor. Heute wird sie einerseits auf einfachste Formen reduziert, andererseits auf triviale Halbkunst.

Diese indirekte Vertreibung der Kirchenmusik als hoher Kunst der Ganzheit wird sich noch bitter rächen. Dieser Wertrelativismus ist schlechtes Erbe der Aufklärung.
Ich halte es
für Blindheit und Irreführung, alles was existiert, als Gottes Schöpfung auszugeben, und so zu tun, als ob der Mensch nicht schon längst neben Gottes Schöpfung eine zweite, menschliche Schöpfung errichtet hätte.


Ich halte es für Blindheit und Irreführung, alles was existiert, als Gottes Schöpfung auszugeben, und so zu tun, als ob der Mensch nicht schon längst neben Gottes Schöpfung eine zweite, menschliche Schöpfung errichtet hätte, die das Kainszeichen nicht los wird (siehe Umweltzerstörung, eine selbstherrliche Wissenschaft etc.).

Jeder Getaufte kann wieder in Sünde und Irrtum fallen, daher ist nicht alles eo ipso gut, was er macht, auch wenn er es „mit Dank“ aufnimmt.

Wozu hat Paulus gesagt „prüfet alles“?

Thesen wie „für den Christen gibt es in der Schöpfung keine Tabuzone“ sind nur der Versuch, die Spreu zum Weizen zu erklären.

Der Verfasser (*1918) war Kompositionsprofessor sowie Prorector des Salzburger Konservatoriums ‘Mozarteum’. Er verstarb am 13. Januar 1989. Dieser Beitrag entstammt dem bisher unveröffentlichten Nachlaß.

Nächstes Mal: Die Kirche hat auf vielen Gebieten der Kultur Kompetenzen eingebüßt
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Das Produkt einer Revolution 2. Das jämmerliche Produkt einer kirchlichen Talentflucht 3. Der triviale Mensch möchte in einer dumpfen Euphorie leben 4. Spätmarxistisch orientierte Aufklärungswelle
5. Die wunde Stelle der Liturgiereform
6. Die Kirche hat auf vielen Gebieten der Kultur Kompetenzen eingebüßt 7. Mehr Rock-Musik in der Liturgie
      
29 Lesermeinungen
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#29   Freinsberg   09:40:40 | Mittwoch, 30. August 2006
Gregorianik
Die Propriums-Gesänge sind jedenfalls nur von Spezialisten ausführbar. Einfachere Ordinarien und das Graduale Simplex lassen sich auch mit einer Gemeinde singen – Üben (samt Hinweis darauf, dass nicht alle Noten gleich lang und gleich schwer sind) und (wenn man will und es nötig ist) entsprechende Orgelbegleitung vorausgesetzt.
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#28   Frasim   20:54:33 | Dienstag, 29. August 2006
@Guldin
Beim Choral kommt es in erster Linie auf die Wortbedeutung an, d.h. wie Sie richtig sagen sind die Noten nur eine ungefähre Anzeige der Tondauer und die heutigen Interpretationen variieren somit u.U. beträchtlich. Dennoch ist es möglich mit dem Volk die sog. Choralmessen zu singen. Und schlimmer als der Gemeindegesang mit Liedern wie „Ins Wasser fällt ein Stein“ usw. wie in manchen Pfarreien kanns auch nicht werden. Man sollte nur nicht den Choral als etwas Altes, nicht mehr Singbares, Überholtes abtun, denn er ist nunmal wie kaum eine andere Musik gesungene Liturgie.
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#27   Guldin   20:13:56 | Dienstag, 29. August 2006
soviel zum Sachverstand Guldins
Choral nicht in Neumen, sondern in Quadratnotation festgehalten ist, soviel zum Sachverstand Guldins.
Da sich die Quadratnotation von der Neumenschrift über das Notationssystem von Guido von Ardezzo entwickelte, ist die richtige Intonation des greggorianischen Chorals für die Gemeinde und für die meisten Chöre kaum möglich. Denn auch die Quadratnotation ist nur eine mögliche Interpretation der ursprünglichen Melodie. und so wie sie landauf – landab interpretiert wird, meist eine schlechte. O:)
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#26   Frasim   19:12:59 | Dienstag, 29. August 2006
@Freinsberg
Nur genügt das leider nicht.
Sondern??? Oder anders gefragt: Wann genügt’s dann?
Der Verweis auf Guldin ist unzureichend, weil
1. Choral nicht in Neumen, sondern in Quadratnotation festgehalten ist, soviel zum Sachverstand Guldins.
2. Sie gar nicht wissen, wer da (bei angesprochenem Requiem) gesungen hat. Es war ein Benediktiner, der mehrere Kurse und Studien in Sachen Choral betrieben hat und seit 17 Jahren Kantor ist. Glauben Sie mir, der kann das!
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#25   Freinsberg   16:47:56 | Dienstag, 29. August 2006
Choral
>>es wurde der Choral sehr würdig und sauber vorgetragen<<
Nur genügt das leider nicht. (Siehe Guldin)
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#24   stat crux   12:25:33 | Montag, 28. August 2006
Aurelius Zwobbel Athanasius
Ath. ist kein „Vulgärtradi“, sondern bohrt tief, aber verbohrt. Er flippt immer wieder an denselben „wunden Stellen“ aus: Wenn man die Nähe des allerhöchstmöglichverehrten Exz. Lefebvre zur okkulten Ultrarechten herausarbeitet, die ebenso gefährliche Nähe bestimmter „Lesarten“ des Messopfers zu heidnischen Ritualen herausarbeitet und insbesondere die Spitzfindigkeit ablehnt, dass man eine unerlaubte Messe dennoch „gültig“ feiern kann. Wie soll denn „gültige“ Feier die Einheit des Corpus Christi bewirken („Sühne“ heißt Wirkung heute!!), wenn die unerlaubt-gültigen Zelebranten tagtäglich ihren Dissens mit dem amtlichen Gottesdienst der Kirche brutalstmöglich artikulieren? Das ist nicht vulgär, sondern prekär, wahrscheinlich absurd.
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#23   Die Schaumgeborene   19:38:20 | Donnerstag, 24. August 2006
wunde Stellen
wunde Stellen gibt es doch bei der Brut, die eine neue Messe fordert, auch reichlich!
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#22   Frasim   19:36:16 | Donnerstag, 24. August 2006
@Gallowglas
Vergessen Sie nicht zu bedenken, dass AT und NT nur gemeinsam betrachtet den ganzen katholischen Glauben erschließen, getreu der Aussage Jesu: Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz zu erneuern, sondern um es zu erfüllen. Bezüglich der Opferung ist nach Jesu Leiden, Tod und Auferstehung offenbar, dass Er allein mit seinem Blut (des neuenund ewigen Bundes) als heiligstes und vollkommenes Opfer unsere Sünden getilgt hat. Dieses Mysterium lebt in jeder hl. Messe (= hl. Messopfer, wird heute nur allzugerne verschwiegen) auf unblutige Weise fort, die von Christus am Kreuz erwirkte Erlösung wird vergegenwärtigt und uns Menschen zugewendet. Ach ja, die Bibelstelle, auch wenn Sie sicher wieder was daran auszusetzen haben werden: Hebr 9, 1-28.
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#21   Benedikt   18:20:09 | Donnerstag, 24. August 2006
@ gallowglas
Tradis sind in dem Bereich SEHR anfällig,
Die Tradis? Die stellen doch bisweilen sogar die Tradition über den Papst und das Lehramt. Deshalb heißen sie ja so.
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#20   Gallowglas   18:00:14 | Donnerstag, 24. August 2006
@benedikt
„…verwechselt die katholische Kirche mit evangelikalen Freikirchen. Solches Minderwissen ist bedauerlich.“
Ganz und garnicht … gerade kath. Tradis sind in dem Bereich SEHR anfällig, auch wenn die Evangelikalen viel von ihnen gelernt haben, das muß ich zugeben …
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#19   Benedikt   17:52:45 | Donnerstag, 24. August 2006
Gallowglas…
nachdem ihr doch sonst immer alles daraus so wörtlich
…verwechselt die katholische Kirche mit evangelikalen Freikirchen. Solches Minderwissen ist bedauerlich.
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#18   Gallowglas   17:44:23 | Donnerstag, 24. August 2006
@Frasim
„Schön, dass wenigstens Sie das so genau wissen…“
Nicht ich … euer Büchlein meint es zu wissen, und nachdem ihr doch sonst immer alles daraus so wörtlich und ernst nehmt, warum nicht das auch ?
(Wobei, es ist eigentlich normal bei den Tradis, daß sie nur die Bibelstellen für wahr halten, die ihnen nutzen und alle, die ihnen nicht passen, ignorieren …)
„Ach ja, sollen wir dann auch gleich wieder Tieropfer darbringen, oder?“
Hilf mir auf die Sprünge, wo in der Bibel steht, daß Tieropfer abgeschafft sind ?
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#17   wunderkind2 †   17:32:10 | Donnerstag, 24. August 2006
wieder ein aufschrei…
…der degenerierten und entarteten perverslinge!
die bumm bumm musik- industrie ist doch eine gewaltige maschinerie um das deutsche VOLK von senen wurzeln zu entfremden!
letztens konnte ich sogar meine nachbarn( diese hippies!) beobachten wie sie mit einem sehr verdächtig aussehenden ausländer spachen. sein name hörte sich ganz komisch an und ich konnte ihn noch nict einmal in mein kleines notizbuch ( in das ich alle subversiven vorkommnisse schreibe) eintragen weil ich den namen nicht buchstabieren konnte! da sieht mans mal wieder!
wann wird entlich eingesehen das solche langhaarigen radauverbreitenden gehörgangs- terroristen direkt von der gerichtsbarkeit abgeurteilt gehören!
es muss endlich schluss dait sein! ein reiner tisch muss gemacht werden! ich fordere hiermit den papst auf SOFORT alle diese „musiker“ zu verurteilen und ein machtwort zu sprechen! auch jesus sollte, wenn er sich als wahrer christ beweisen will endlich mal wieder ein wörtchen mitreden und dieser größten bedrohung des abendlandes neben den homos engegentreten!
nur so kann die gefahr des satanismus und des kulturelen zerfalls begegnet werden.
wenn es nicht unterbunden wird man zur tat schreiten müssen! ich werde sofort den alten kameraden um kreiswehrersatzleiter von braun bescheid geben!
die alten lanzer sind noch rüstig!
alle aufrechten christen und völkischen deutschen müssen jetzt in unseren harten zeit ganz eng zueinanderstehen!
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#16   Aurelius   14:23:49 | Donnerstag, 24. August 2006
Meine Entschuldigung an Athanasius
Ich entschuldige mich in aller Form bei User Athanasius für meine verbale Entgleisung.
Auch wenn ich in vielen Dingen seine Meinung nicht teile, so ist er, wie User zwobel, schreibt sehr kompetent und schreibt wirklich umfassend.
Meine Bezeichnung als „Vulgärtradi“ tut mir wirklich leid und ich bitte um Verzeihung.
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#15   Frasim   14:21:32 | Donnerstag, 24. August 2006
@Gallowglas
Na, nur gut, daß euer Gott dann doch einen anderen Geschmack hat, jedenfalls laut Bibel
Schön, dass wenigstens Sie das so genau wissen… :-S
Ach ja, sollen wir dann auch gleich wieder Tieropfer darbringen, oder?
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#14   zwobbel   14:06:39 | Donnerstag, 24. August 2006
Nicht so hektisch mit den jungen Pferden
Entschuldigung.
Ich bin ja nun kein FSSPX-Anhänger.
Aber Athanasius ist hier in meinen Augen einer der kompetentesten und sachlichsten Teilnehmer überhaupt. Wenn er nicht sogar der Poweruser schlechthin ist. Er stellt Sachverhalte umfassender dar als andre und weist auf Dokumente hin die kennt kaum einer, aber er.
„Vulgärtradis“ sind da ganz andere. Also bitte nicht vor lauter Neid beleidigend werden.
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#13   Aurelius   14:00:29 | Donnerstag, 24. August 2006
Worum…
… geht es hier eigentlich? Geht es um die Liturgiereform oder um Rockmusik? Oder ist man bei kreuz.net schon so tief gesunken, daß man annimmt, die Vulgärtradis a la Athanasius können das Eine vom Anderen nicht unterscheiden? Oder wirft man es bewusst in einen Topf?
Ist ja auch egal.
Eine besonders große Lachnummer was das hier:
Der Verfasser (*1918)
Der ganze Artikel zeigt in jedem Satz über Rockmusik, daß der gute Autor keine Ahnung hatte, wovon er eigentlich schrieb. Bestes Beispiel:
Die Hard-Rocker „Black Sabbath“ werden bei ihren „schwarzen Messen“ von Gewalt begleitet, ebenso die Veranstaltungen anderer „Heavy-Metal-Gruppen“.
Was denn nun? „Hard-Rock“ [sic] oder „Heavy-Metal“ [sic]?
Wo haben Black Sabbath denn „schwarze Messen“ veranstaltet?
Und wo bleibt denn der Beleg, daß „Veranstaltungen“ (auch Konzerte genannt) von „Heavy-Metal-Gruppen“ [sic] von „Gewalt“ begleitet werden?
Doppelbauer kann ja die Begriffe noch nicht mal richtig schreiben.
Aber sowas kommt eben an bei den Stammtischtradis.
Billig.
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#12   Gallowglas   12:12:34 | Donnerstag, 24. August 2006
@Frasim
„Der gregorianische Choral ist DIE Musik für die katholische Messe.“
Na, nur gut, daß euer Gott dann doch einen anderen Geschmack hat, jedenfalls laut Bibel :-D
2.Chronik 5,12ff :
Die levitischen Sänger, Asaf, Heman, Jedutun, ihre Söhne und Brüder, standen alle, in Byssus gekleidet, mit Zimbeln, Harfen und Zithern an der Ostseite des Altars. Bei ihnen waren hundertzwanzig Priester, die auf Trompeten bliesen. 13 Es kam wie aus einem Mund, wenn die Trompeter und Sänger gleichzeitig zum Lob und Preis des Herrn sich vernehmen ließen. Als sie mit ihren Trompeten, Zimbeln und Musikinstrumenten einsetzten und den Herrn priesen, «Denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig», erfüllte eine Wolke den Tempel, das Haus des Herrn. 14 Die Priester konnten wegen der Wolke ihren Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus Gottes.
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#11   Benedikt   10:13:26 | Donnerstag, 24. August 2006
Liturgiereform
Alles schön und gut, aber Rockmusik hat mit der Liturgiereform nichts zu tun. Jeder, der eine Altarausgabe des Missale Romanum hat wird darin lesen können, dass dort das Graduale Romanum empfohlen wird. Die Einführung von Rock-Elementen ist nichts weiter als eine weitere Ausprägung des ominösen Geistes.
Nicht einmal der Chor in Rom schafft es so, dass es richtig tönt.
Was schafft dieser Chor denn überhaupt? Den kann man wohl kaum als Referenz à la „wenn der es nicht schafft, schafft es keiner“ angeben.
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#10   Frl.Ilse   09:52:17 | Donnerstag, 24. August 2006
@Rudolfsohn
Aber Rudolfsohn, „Rock gegn Rechts“ ist doch eine ehrenvolle Angelegenheit, die jedem Christen gut zu Gesicht steht. Ich wüßte nicht, weswegen man sich da schämen sollte. Nicht jeder mag und wählt die Grünen, aber sooo schlimm sind ja nun auch wieder nicht (also, ein Händedruck mit Gregor Gysi oder Holger Apfel würde mir schwerer auf dem Herzen liegen).
Noch weiter viel Spaß mit ihrer Band – Musik macht Laune.
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#9   Rudolfssohn   09:38:19 | Donnerstag, 24. August 2006
Frl. Ilse kennt sich aus
Der Beitrag von Frl. Ilse zeugt von hoher Sachkenntnis.
Ich habe jahrelang Mittelstufengymnasiasten genau zu diesem Thema unterrichtet, obgleich ich von Haus aus Germanist und Romanist bin.
Bis vor 7 Jahren bin ich mit einer Rockbluesband durch Kneipen gezogen, und der Bierumsatz hat sich mächtig gesteigert. Das war eine Superzeit.
In jenen Jahren – und dafür schäme ich mich heute in Grund und Boden – habe ich nicht nur bei Rock gegen Rechts gespielt, sondern öfters auch bei Veranstaltungen der Grünen. Ich habe schon Leuten wie Rezzo Schlauch (einer der weniger ekligen) und … Claudia Roth :-! die Hand geschüttelt. Und da könnte ich kotzen vor lauter Ekelgefühl.
Seit ich vor 2-3 Jahren zum Katholizismus re-konvertiert bin, spiele ich manchmal unplugged in der Hl. Messe. Bei privaten Feiern … da gehts auch von der Lautstärke her öfter mal härter zur Sache. Meine Lieblinge sind in dieser Richtung Rory Gallagher und John Mayall. Mein Übersänger ist Chris Farlowe (Colosseum Live!)
Danke nochmals für den fundierten Kommentar, Frl. Ilse :(3
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#8   Marsilius Ficinus   09:28:16 | Donnerstag, 24. August 2006
De musica divina
Warum ist wohl die Gregorianik der der römischen Liturgie eigene Gesang? Weil er dem Menschen hilft, die Erdenschwere hinter sich zu lassen und sein Herz zu Gott zu erheben. Der Choral besitzt im würdevollen Voranschreiten der Melodie eine Vergeistigung aus, die der Gottesbegegnung angemessen ist. Gott ist reiner Geist, unbegreiflich und als Urgrund der Welt über alles Seiende hoch erhaben. Der Choral verweist in ganz besonderer Weise auf dieses große Mysterium des Göttlichen, auf den überseienden Gott, in dem das vollkommen Gute, Wahre und Schöne zusammenfallen. Aber auch die große klassische Vokalpolyphonie darf nicht vergessen werden, da sie ähnlich wie der Choral die Transzendenz ahnungsweise „hörbar“ macht. Für die Verehrung Gottes ist das Beste gerade gut genug. Musik aber, der die nötige Vergeistigung, die nötige „Transzendierungskraft“ fehlt, ist aus dem göttlichen Kult fernzuhalten. Es geht dort schließlich nicht um banale und „alltägliche Dinge“, so dass alles Banale und Niedere zu vermeiden ist. Religiöses Streben geht himmelwärts, es drängt, diese irdische Welt zu übersteigen. Und dies ist auch das innerste Wesen der musica sacra.
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#7   duc in altum   09:24:31 | Donnerstag, 24. August 2006
… wird es wird schon seinen …
…Grund haben, warum das Professörchen seinen Aufsatz nicht veröffentlicht hat …
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#6   Frl.Ilse   09:07:36 | Donnerstag, 24. August 2006
@Musik und Music
Der Autor, selbst Musiker, hat sicher von Klassik eine Menge verstanden, aber die moderne Popular-Musik (kurz „Pop“) blieb ihm fremd. Er kann nur 3 Richtungen in ihrer Vielfalt erkennen, darunter Heavy-Metal, was wahrhaftig eine Randerscheinung ist. Die moderne Popmusik entstand, aus dem Jazz, der wiederum in den USA afrikanische Rhythmik mit europäischer Harmonik zu einer bezeichnenden neuen Musik vereinigte. Dieser Jazz zweigte sich auf zu verschiedenen Spielarten, hat als „Verwandte“ den Blues (urspr. eine Arbeitslied) und Gospel (Kirchenlied, wie der Name schon sagt) und gebar unzähigen Formen von Popmusik. Wie jede Musik hat Pop Eintagsfliegen produziert und Werke für die Ewigkeit. Auch ist der Themenkreis der Popmusik längst nicht so beschränkt, wie der Autor glaubt (was ist mit „Imagine“, „Bohemian Rhapsody“, „Frozen“ oder „Feel“?). Übrigens: Wer kein Englisch kann, sollte es lassen. „Sympathy for the Devil“ heißt immer noch „Mitleid mit dem Teufel“ – weil er so ein armer, unsympathischer Typ ist.
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#5   möchtegern-kathole   07:40:17 | Donnerstag, 24. August 2006
ist die 100,00%-
-ige Übereinstimmung der heutigen Gregorianik mit der Gregorianik vor 1500 jahren so wichtig? Und wer weiss schon, ob der Fehler wirklich gross ist? Die heutigen Musiker sind auch nicht dumm. Und 99% Übereinstimmung reicht schon.
Kein Argument gegen die Gregorianik! Scheinargument!
o^/
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#4   Frasim   00:15:41 | Donnerstag, 24. August 2006
ich kann…
möchtegern-kathole nur absolut zustimmen! Der gregorianische Choral ist DIE Musik für die katholische Messe. Ich durfte heute einem Requiem im tridentinischen Ritus als Thuriferar dienend beiwohnen, und es wurde der Choral sehr würdig und sauber vorgetragen, da reicht bei weitem nichts anderes auch nur annähernd heran…
Es lebe die alte Messe und der greg. Choral !
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#3   Sirilo   22:17:44 | Mittwoch, 23. August 2006
Kainszeichen?
Das Kainszeichen ist kein Makel, sondern ein Kain von Gott gegebenes Schutzzeichen (siehe Genesis 4,15). „Jeder, der Kain tötet, an dem soll man es siebenfach rächen!“
Im übrigen: Welche Relevanz hat ein fast zwanzigjähriger Text für die heutige Situation der Kirchenmusik?
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#2   Guldin   19:28:08 | Mittwoch, 23. August 2006
Gregorianik
Nur kann sie kaum jemand noch richtig singen, weil Neumen anderst zu intonieren sind als die modernen Noten. Nicht einmal der Chor in Rom schafft es so, dass es richtig tönt.
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#1   möchtegern-kathole   19:25:01 | Mittwoch, 23. August 2006
ich kann …
… die Gregorianik nur empfehlen. Oft schöner als die normalen Kirchenlieder, irgendwie von einer Tiefe, die keine andere Musik hat O:)
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