Katholisch-Theologische Fakultät Erfurt gratuliert ihrem Jubilar
Seinen 100. Geburtstag begeht am 3. Januar 2005, Prof. Dr. Dr. hc. Erich Kleineidam, der Gründungsrektor des Philosophisch-Theologischen Studiums Erfurt. Das „Studium“ war die Vorgängerinstitution der heutigen Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt.
Prof. Kleineidam wurde 1905 in Oberschlesien geboren. Theologie und Philosophie studierte er in Breslau,
Freiburg i. Br. und Innsbruck.
1929 wurde er in Breslau zum Priester geweiht. Hier wurde er 1930 mit
einer Arbeit über „Das Problem der hylomorphen Zusammensetzung geistiger Substanzen“ an der Philosophischen
Fakultät zum Dr. phil. promoviert.
Seit 1939 lehrte er als Professor für Philosophie am Priesterseminar
in Weidenau im sudetenschlesischen Teil der Erzdiözese Breslau, bis er 1946 ausgewiesen wurde.
1947
wurde er an die neu gegründete Philosophisch-Theologische Hochschule nach Königstein berufen, der er
1949 als Rektor vorstand. 1952 wurde er Gründungsrektor des Erfurter „Studiums“ und lehrte hier bis zu
seiner Emeritierung 1970 als Professor für Philosophie.
Prof. Kleineidam hat die Kirchengeschichte des
20. Jahrhunderts nicht nur als Beobachter erlebt. So nahm er etwa an der 2. Sitzungsperiode des Zweiten
Vatikanischen Konzils 1963 als Berater des Berliner Kardinals Alfred Bengsch teil.
Von Prof. Kleineidam
stammen zahlreiche Aufsätze und Monographien zu einzelnen Themen der mittelalterlichen Theologie, zu
aktuellen Fragen der Theologie seiner Zeit – so die Bände „Die Kirche in der Zeitenwende“ (1936, 1939)
und „Die Kirche und die Welt“ (1938) – und zur Geschichte der deutschen Universität.
1961 publizierte
er eine „Geschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Breslau 1811-1945“. Als Höhepunkt
seiner wissenschaftlichen Publikationen gilt unter Historikern das mehrfach aufgelegte Standardwerk „Universitas
Studii Erffordensis. Überblick über die Geschichte der Universität Erfurt“.
Zusammen mit dem Erfurter
Neutestamentler Heinz Schürmann war Prof. Kleineidam Herausgeber der Reihe „Erfurter Theologische Studien“
und „Erfurter Theologische Schriften“.
Prof. Kleineidam, der heute zurückgezogen in Erfurt lebt, erhielt
zahlreiche kirchliche, akademische und politische Auszeichnungen. Er ist Ehrendoktor der Universitäten
Münster und München und Ehrenmitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.
1992 wurde
ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.
Besonders die Katholisch-Theologische Fakultät Erfurt
reiht sich in die Schar der Gratulanten. Vor allem, so Dekan Prof. Dr. Benedikt Kranemann, blicke man
dankbar auf die Bedeutung des Lebenswerks des Jubilars für die heutige Universitätsfakultät. Durch
das Engagement Kleineidams sei es unter den problematischen Bedingungen der DDR gelungen, für die theologische
Wissenschaft in Erfurt einen Ort zu schaffen.
„So existiert seit mehr als fünf Jahrzehnten in Erfurt
eine Ausbildungsstätte für katholische Theologiestudierende. Auf diesem Fundament steht die heutige
Universitätsfakultät, die sich ihrer Geschichte verpflichtet weiß“.
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Quellenhinweise Heinz Nawratil, „Schwarzbuch der Vertreibung 1945 bis 1948. Das letzte Kapitel unbewältigter
Vergangenheit“ Klaus Rainer Röhl, „Verbotene Trauer, Ende der deutschen Tabus“ (beide universitas-Vlg.)
Dem Vergessen preisgegeben „Seit 1939 lehrte er […] im sudetenschlesischen Teil der Erzdiözese Breslau,
bis er 1946 ausgewiesen wurde.“ „ausgewiesen“, dieses Wort erinnert eher an eine Ausbürgerung, wie man
in der DDR mit allzu kritischen Künstlern verfuhr. Man sollte nicht unterschlagen, was damals in Ostdeutschland
bzw. den ostdeutschen Siedlungen „Bestialisches“ geschehen ist (kein Tier täte derart ausgeklügelt Böses):
die systematische Vernichtung ganz Ostdeutschlands, die systematische Ausmerzung sämtlicher deutscher
Siedlungen in Osteuropa (von langer Hand geplant durch dunkle Bünde bereits seit Jahrzehnten), das furchtbare
Konzentrationslagersystem gegen die deutschen Zivilisten, auch jener jüdischen Glaubens, durch Polen,
Tschechen und Russen unter alliierter Verantwortung. Außerdem das systematische Verhungernlassen der
besiegten Deutschen durch die Alliierten, obwohl das Rote Kreuz Nahrung für die armen Leute bereitgestellt
hatte. „Niemals vergessen!“ Es ist unsere Pflicht als Nachgeborene eben dieses unseres unterdrückten
Volkes, daß wir auch die systematische Unterdrückung der Erinnerung an diese furchtbaren geschichtlichen
Vorgänge aktiv bekämpfen. Nicht nur, daß wenige Millionenvölker auf der Welt eine größere systematische
Ausrottung erfahren mußten als das Deutsche Volk – ein historisch beispielloser Vorgang binnen eines
so kurzen Zeitraumes in so großer Zahl –, sondern man hat unserem Volk auch seine Würde und seinen guten
Ruf genommen, indem die Alliierten Weltbeherrscher eine historisch beispiellose Greuel- und Lügenpropaganda
gegen ein ganzes Kulturvolk in aller Welt durch die Massenmedienkonzerne in aller Welt entfesselten, verbunden
mit der systematischen Umerziehung einer ganzen Nation, eines alten Kulturvolkes voll Hochtechnologie
und Kreativität. Unsere einzigartigen Patente großartiger Erfindungen hat man uns als Kriegsbeute zwar
auch genommen, auch sämtliche unsere historisch gewachsenen Städte systematisch vernichtet, aber schlimmer
ist der Raub unserer Würde und der Kontinuität der Werte und Überlieferungen unseres Volkes. Abgesehen
davon, daß von Siegerseite unterbunden wird, zu durchleuchten, wer die bankrotte NSDAP finanziert hat,
und ihre Wahlverluste bewußt verschwiegen werden (so Hitlers verlorene Reichspräsidentenwahl, Reichspräsident
v. Hindenburgs mehrmalige Weigerung, Hitler zum Kanzler zu berufen, die nie errungene absolute Mehrheit
der NSDAP, sogar das Rückfallen der NSDAP, obwohl in der ersten Reichstagswahl seit die NSDAP stimmenstärkste
Fraktion geworden war, bereits Einschüchterung in Wahllokalen geübt wurde etc.), während ein historisch
einseitiges Bild einer „hitlerischen Nation“ propagiert wird. Andererseits wird die historisch korrekte
Darstellung der Passion Christi von Mel Gibson als „Volksverhetzung“ deklariert.