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Montag, 28. August 2006 14:05
Kollaborateure im Klerus?
Fünfzig Jahre lebte die polnische Kirche unter kommunistischer Infiltration. Jetzt will man ihr vorwerfen, daß es der Geheimpolizei gelang, einen kleinen Teil der Katholiken zu verderben. Ein Kommentar.
Das Grab des Priesters Jerzy Popiełuszko in Warschau. Er wurde 1984 vom polnischen Staatssicherheitsdienst mit Holzknüppeln geschlagen und ertränkt. Im Jahr 1997 leitete Johannes Paul II. den Seligsprechungsprozeß ein.
Das Grab des Priesters Jerzy Popiełuszko in Warschau. Er wurde 1984 vom polnischen Staatssicherheitsdienst mit Holzknüppeln geschlagen und ertränkt. Im Jahr 1997 leitete Johannes Paul II. den Seligsprechungsprozeß ein.
(kreuz.net) In den 80er Jahren regierte der kommunistische Diktator Wojciech Jaruzelski in Polen per Kriegsrecht.

Damals sei in der Kirche immer wieder gesagt worden, daß man in der Wahrheit leben müsse.

Das schrieb der polnische Germanist Karol Sauerland Mitte August in der ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’.

Die Gläubigen hätten dies als eine Aufforderung verstanden, sich nicht auf die Lügen der Herrschenden einzulassen:

„Sie lebten selbstverständlich in der Überzeugung, daß die Geistlichen mit dem Regime nicht kollaborierten.“

Doch mittlerweile sei bekannt, daß die Zahl der „Inoffiziellen Mitarbeiter“ unter den Priestern und kirchennahen Personen nicht gering gewesen sei.

Nach neuen Erkenntnissen betrug die Zahl der „Inoffiziellen Mitarbeiter“ in Kirchenkreisen Ende 1982 an die sechstausend.

Sauerland sagt nicht, daß das gemessen an der Anzahl der Katholiken und im Vergleich zu den Anstrengungen der kommunistischen Geheimpolizei keine große – sehr wohl eine „geringe“ – Menge war.

Er sagt auch nicht, daß die Aktivitäten der Kollaborateure gegen die Kirche gerichtet waren und das Ziel hatten, ihr zu schaden.

Die Kirche war nicht Täter, sondern Opfer.

Eine genaue Recherche über die Verstrickungen von Klerikern hat der Priester Tadeusz Isakowicz-Zaleski am Beispiel der Diözese Krakau vorgenommen.

Unter den Kollaborateuren waren auch prominente Geistliche.

Sauerland erwähnt den bekannten Priester und Theologen Hw. Michal Czajkowski, der aktiv mit dem Sicherheitsdienst zusammengearbeitet hat.

Hw. Czajkowski gehört zum liberalen kirchlichen Flügel und spielt im katholisch-jüdischen Dialog eine zentrale Rolle.

Nach der Ermordung des Priesters Jerzy Popieluszko im Oktober 1984 verweigerte Hw. Czajkowski allerdings eine weitere Kooperation.

Als seine Mitarbeit aufflog, gab er – nach einigem Zögern – seine Verfehlung zu. Er bat um Vergebung und zog sich in ein Kloster zurück.

Dem kommunistischen Geheimdienst gelang es, „Inoffizielle Mitarbeiter“ bis in den innersten Kreis der Solidarnosc-Bewegung zu platzieren.

Anfang August berichtete die polnische Tageszeitung ‘Rzeczpospolita’ über einen Spitzel – offenbar ein Priester –, der zusammen mit Lech Walesa und anderen Solidarnosc-Vertretern im Januar 1981 den Papst im Vatikan besuchte und zwei Tage später dem Sicherheitsdienst Bericht erstattete.

Danach war er operativ für die Vorbereitung und den Verlauf des ersten Solidarnosc-Kongresses im September und Oktober 1981 tätig.

Er muß auch Zugang zum damaligen Erzbischof von Warschau, Stefan Kardinal Wyszynski († 1981) und dessen Nachfolger Josef Kardinal Glemp (76) gehabt haben.

Der „Inoffiziellen Mitarbeiter“ ist unter dem Decknamen „Delegat“ bekannt.

Der wirkliche Name von „Delegat“ ist der Kirche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bekannt. Der Erzbischof von Warschau, Kardinal Glemp, will ihn „zu 98,5 Prozent“ kennen. Er hat den Namen aber bisher nicht offengelegt.

Ein weiterer spektakulärer „Inoffiziellen Mitarbeiter“ war „Historyk“ (Historiker).

Es handelt sich um den im November 2004 verstorbenen Publizist Andrzej Micewski, der 1982 eine Biographie über Kardinal Wyszynski veröffentlichte.

Seine Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst war gerade 1980/81 besonders eng.

Auf Empfehlung des Episkopats wäre er damals beinahe Chefredakteur der viel gelesenen Wochenzeitung der Gewerkschaft Solidarnosc geworden.

Später gehörte er einem Beratergremium von Kardinal Glemp an.

Die Existenz von Spitzel kann in einem totalitären kommunistischen Staat nicht überraschen – auch nicht, daß die Spitzel bis in höchste Kirchenkreise vordringen konnten.

Kirchliche Kreise haben bisher zu den Schuldigen nicht öffentlich Stellung genommen. Sie fördert auch deren Aufdeckung kaum.

Dahinter liegt Methode: Die Kirche hat – anders als die Welt – kein Interesse daran, daß jene, die ihr in der Vergangenheit geschadet haben, öffentlich gebrandmarkt werden.

Sie will den entlarvten Sünder – der inzwischen von seinen falschen Freunden verlassen wurde – nicht demütigen, sondern bekehren.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 52 Lesermeinungen:
Dienstag, 29. August 2006 22:02
sacerdos helveticus: Rassismus pur!
Artois schrieb:
ein Jude kann niemals Angehöriger eines christlichen Volkes wie Polen, Deutsche oder Italiener sein.
Solch rassistisches Geschwafel hat in einem katholischen Forum wirklich nichts zu suchen.
Es widerstrebt mir, hier vehemente Kritik anmelden zu müssen und nolens volens mit Gegnern des Katholischen Glaubens in diesem Forum einig zu sein.
Solch ein Blödsinn hat mit katholischem Glauben nichts, mit nationalistischer Blut-und-Boden-Ideologie jedoch sehr viel zu tun!!
Was sollte nach Meinung von Artois z.B. mit Juden in einem „christlichen Land“ geschehen, sollten sie etwa expatriiert oder als Staatenlose stigmatisiert werden?
Was ist mit der behaupteten nicht zu ändernden Identiät eines Volkes, die sich über seine Religion definiert z.B. bei einem Volk, das eine Naturreligion ausübt, die vielleicht auch Kannibalismus einschliesst? Verliert dieses Volk seine Identität, wenn es zum Christentum übertritt?
Artois schädigt das Ansehen der Katholischen Kirche schwer!
Er wird auch keinen anerkannten Theologen finden, der solche Thesen unterstützt, geschweige denn lehramtliche Stützung für seine braunsumpfigen völkischen Expektorationen!
Dienstag, 29. August 2006 20:55
Maurice Corvisier: tschä. Der Löwe von Münster interessierte nicht, was?
Deshalb hatten Sie auch lang und breit Unsinniges gepostet und anständige Katholiken durch Ihre blamabel dummen Thesen und Einlassungen provoziert, die Ihnen dann, als Sie einwandfrei widerlegt wurden, nicht mehr wichtig waren.

Wie immer, wichen Sie dann auf Nebenkriegsschauplätze aus, die nun von gar keiner Wichtigkeit waren.

Die Leviten gelesen? – Sie? – Mir?

Realitätsverlust wegen Verdrängung. Irgendwie bedauerlich.

Nun schau: da habe ich doch schon wieder Ihre Frage vergessen, über all meinem Argumentieren. Vielleicht ist es ja doch das Alter, was meinen Sie? Wie hieß sie doch gleich?
Dienstag, 29. August 2006 20:45
deusexmachina: @Moritz
Davon, dass Sie’s herbeizufaseln versuchen, wird’s nur halt leider nicht wahrer. Ich hatte damals bereits gesagt, dass mich v. Galen gar nicht genug interessiert bzw. ich bzgl. seiner gar keine hinreichend ausgeprägte Meinung habe, um mich da groß in ‘was ‘reinzusteigern. Das ist wie bei Pünktchens idiotischer Behauptung, ich hätte diese olle Online-Umfrage „manipuliert“: Es interessiert mich gar nicht genügend, als dass ich einen Anlass dazu hätte.

Sie hingegen interessiert einzig, wie Sie auch aus dem trockensten Schwamm noch einen Tropfen Gehässigkeit in meine Richtung herausquetschen können.

Finde ich übrigens possierlich, wie Sie mir hinterherschnuppern – Sie haben ja ganz schön Google gewälzt, wie? Tut mir leid, Moritz: Nicht nur, dass Sie selbst ja nicht die Traute haben, mit wahrer Identität in Erscheinung zu träten – Sie würden mich auch dann nicht im mindesten so interessieren wie umgekehrt ich Sie ganz offenkundig fasziniere. Sie sind mir zu ungehobelt, zu verlogen und zu niederträchtig. Um Leute wie Sie mache ich einen großen Bogen – was hier leider nicht geht und warum ich Ihnen halt immer ‘mal wieder die Leviten lesen muss.

Die Frage? Die Frage war, ob Sie denn nun ein übler Lügner sind (wenn Sie annehmen, dass Ihre diversen Spekulationen falsch sind) oder ein niederes Charakterschwein (wenn Sie glauben, dass sie zutreffen und sich dennoch einen Spaß daraus machen, die Probleme anderer als Spott zu verwursten).

Entscheiden Sie sich, was ist Ihre Natur?
Dienstag, 29. August 2006 20:34
Maurice Corvisier: Sie Ärmster sind ja
auf Grund Ihrer psychischen Struktur erwiesenermaßen nicht in der Lage, eine solche als solche zu erkennen – Sie verdrängen, um nur ein Beispiel zu nennen, Ihre unsägliche Blamage bei Ihren Auslassungen über den sel. Kardinal Graf v. Galen und Ihre noch unsäglicheren, noch blamableren Ausweichmanöver in diesem und anderen Fällen.

Zum Grund für dieses auffällige Verhalten auch bezgl. Ihrer zeitlich neuesten, in Wirklichkeit schon bis zum Abwinken hier und anderswo sinngemäß abgesonderten, provozierend gemeinten Äußerungen (u.a. Weltjugendtagsforum, vgl. dort) über katholische Glaubensinhalte und die hl. Kirche ist genug gesagt.

Äh … wie war doch gleich Ihre Frage?
Dienstag, 29. August 2006 20:03
deusexmachina: @Moritz
Dann bringen Sie mir doch ‘mal eine bei und feiern nicht nur ständig eingebildete Triumphe.

Wie lautet eigentlich Ihre Entscheidung? Sind Sie ein schamloser Lügner oder ein schlechter, bösartiger Mensch?

Ist ja doch ein Unterschied, nicht wahr?
Dienstag, 29. August 2006 19:58
Maurice Corvisier: „Stecken Sie doch eine Niederlage ‘mal weg, so schwer kann’s doch nicht sein.“
Machen Sie’s ihm doch mal vor.
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