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Montag, 28. August 2006 16:20
Ökumenische Sündenvergebung
Ein vollständiges Sündenbekenntnis mit Lossprechung durch den Priester, ist der einzige ordentliche Weg der Versöhnung der Gläubigen mit Gott und der Kirche – würde man meinen.
Die Beichte: der einzige ordentliche Weg des Sünders, sich mit Gott und der Kirche zu versöhnen.
Die Beichte: der einzige ordentliche Weg des Sünders, sich mit Gott und der Kirche zu versöhnen.
(kreuz.net) Was das Bußsakrament der Kirche betrifft, vertritt der Fuldaer Pfarrer und Dechant Winfried Abel besondere Ansichten.

Im Mai 2006 strahlte der katholische Fernsehsender ‘K-TV’ ein Interview mit dem Priester zum Thema „Heilung durch die Beichte“ aus.

„Beichten heißt einfach zunächst einmal, sich selber vorzeigen, sich selber offenbaren, mit seinem Sündigsein, weil ich einfach darunter leide“ – erklärte der Priester dabei.

Ein Kirchenvater habe einmal empfohlen, in großer Not oder Lebensgefahr bei einem Priester zu beichten.

Wenn aber kein Priester anwesend sei, dann solle man bei einem Bruder – also einem Gläubigen – beichten:

„Wenn du aber keinen Gläubigen findest, dann beichte irgendeinem Menschen. Und wenn du keinen Menschen findest, dann beichte der Kreatur.“

Das bedeute, daß man nicht nur vor Gott oder den Menschen schuldig werde, sondern auch an der Kreatur.

Nach Pfarrer Abel entsprechen alle Sakramente der Natur des Menschen und „müssen erst gar nicht besonders eingesetzt werden“.

Die Beichte finde sich als Grundhaltung bereits beim Dreifaltigen Gott: Der Vater offenbare sich seinem Sohn, und der Sohn offenbare sich in dem erkennenden Heiligen Geist dem Vater gegenüber.

„Das ist im Grunde die Haltung, die dann wiederum beim Menschen als Beichthaltung zu Tage tritt, wo man sich nicht nur vor dem anderen öffnet oder vor ihm bekennt, sondern eben auch darin sein ganzes Schuldigsein offenbart. Das ist von Anfang an schon da.“

Nach Pfarrer Abel ist das Sündenbekenntnis der wesentlichste Punkt der Beichte, „sofern es den Menschen betrifft“:

„Alle anderen Dinge, die in der Beichte geschehen, kommen von Gott her.“

„Die Erforschung des Gewissens: Gott allein weiß, wer ich bin. Nur der Heilige Geist weiß, wer ich bin. Die Reue ist eine Form der Liebe, die nur Gott geben kann. Ich kann mir Liebe selber nicht geben. Aber Gott kann mir das schenken, daß ich – plötzlich von seiner Liebe erfaßt – erkenne, wer ich bin.“

Das Aussprechen der Sünden sei der Part des Menschen: „Deshalb ist es das Wesentlichste, was der Mensch in der Beichte tun kann und tun muß.“

Laut Pfarrer Abel beichtet jeder Pönitent für andere mit: „Wenn ich beichte, beichte ich immer für alle mit. Ich bin ein Glied eines großen Leibes.“

Der ganze Leib sei infiziert. Das komme an den schwachen Gliedern zum Vorschein. So wie beim Leiden eines Gliedes alle anderen Glieder des Leibes mitleiden würden, so sei es auch bei der Gesundung: „Wenn ein Glied Gesundheit erfährt, gesundet der ganze Leib mit.“

Deswegen sei die Beichte ein solidarischer Akt: „Ich kann für andere mitbeichten. Es reinigt die Gesellschaft. Die Beichte ist so etwas wie eine große Kläranlage.“

Er werde manchmal von Ehefrauen gefragt, ob sie für ihre unkirchlichen oder von der Beichte entfremdeten Gatten mitbeichten könnten:

„Da kann ich immer sagen: Sie sind mit ihm ein Fleisch, Sie sind ein Leib mit ihm. Sie können für ihn mitbeichten. Das wird auch ihm helfen.“

Auch evangelische Pfarrer scheinen nach Ansicht von Hw. Abel die Vollmacht der Sündenvergebung zu haben.

Zwar gebe es viele evangelische Christen, welche die Beichte nicht kennen würden. Er möchte diesen Menschen aber nicht absprechen, daß sie vielleicht gute Christen seien.

Es gebe aber im evangelischen Bereich die Erfahrung, wie wichtig die Beichte sei. Sie werde heute immer wieder hervorgehoben:

„Es gab im 19. Jahrhundert mal einen berühmten [evangelischen] Pfarrer Johann Joachim Blumhardt, der eine richtige Beichtbewegung in Gang brachte und zwar angestoßen durch einen Mann, der unter seiner Schuld litt, daß er es vor dem Pfarrer beichten mußte, ohne zu wissen, was eine Beichte ist.“

Der evangelische Pfarrer habe dem Mann die Lossprechung geben müssen, ohne zu wissen, was das sei: „Man kann sagen, es war ein charismatischer Akt.“

Aber das habe zur Erkenntnis geführt, wie wichtig es ist, sich vor Gott zu bekennen und den Menschen dann im Namen Gottes die Vergebung der Sünden zu schenken.

Pfarrer Abel machte als Gefängnisseelsorger die Erfahrung, daß die Gefangenen zur Beichte kommen: „Das können auch evangelische Gefangene sein. Da habe ich nie einen Unterschied gemacht.“

„Wenn die sich aussprechen und offenbaren und vor Christus bekennen wollten, dann haben sie gebeichtet. Dann konnte ich erleben, wie sich ihr Leben verändert hat, auch ihr soziales Verhalten im Gefängnis.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 28 Lesermeinungen:
Mittwoch, 30. August 2006 12:19
tau †: Ruf – Mord an den Guten durch KN – z.B.: Pfr. Abel
Das passende Evangelium von heute, Mt 23, 27-32 (Quelle: „Magnificat – Das Stundenbuch“): In jener Zeit sprach Jesus: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind … ; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen vor den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmähler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestätigt ihr selbst, daß ihr Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer Väter voll!

Impuls zum Evangelium

Simone Weil (1909-1943), die französische Philosophin und christliche Denkerin, hat einmal bemerkt, diejenigen, die sich heute an der historischen Größe von Jeanne d’Arc wärmten, wären im 15. Jarhundert die ersten gewesen, Holz für ihren Scheiterhaufen zusammenzutragen. Diese Haltung hat auch Jesus im Blick, wenn er seinen Zeitgenossen vorhält, ihre Bewunderung für – inzwischen anerkanntermaßen – großen Propheten koste sie ja nicht viel. Wie …
Dienstag, 29. August 2006 22:17
DieFidele: Wem ihr die Sünden vergebt …
Jesus Christus hat das Bußsakrament selbst eingesetzt und Seine Jünger bevollmächtigt:
Joh 20,23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Jetzt herzugehen und zu sagen, ich brauch das nicht, ich mach das anders, ist eine Zurückweisung der Anweisung Gottes. Unser Heiland wird wissen, warum Er es so will.
Dienstag, 29. August 2006 17:03
tau †: Dann haben wir ja was gemeinsames!
So machts richtig Spaß (in diesem lustigen Forum)!

Weiter so!
Dienstag, 29. August 2006 16:56
23er Hansl: ne, mag ich nicht. Ich will keine Bibel, in der Apostelkeschichte steht.
Das wär ja dann schon fast kreuz.net-orthographie!
Dienstag, 29. August 2006 16:53
tau †: Do musst de dä ä Buch kaafe gehe
Jerusalemer Bibel S. XV

(gibts in de Buchhandlung, mein Liebä)

Enn klaane Tipp:

Bischä sinn so äinlische Dingä wie Widiokassedde!
Dienstag, 29. August 2006 16:41
23er Hansl: In Ihrer Bibel gibt es ein Buch, das Apk abgekürzt wird?
Ist das die Apostelkeschichte?
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