Die Vollblüte der nachkonziliaren Liturgie
Der Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan berichtete kürzlich über den päpstlichen Zeremoniar und seinen Lehrmeister, Erzbischof Annibale Bugnini.

Der Bericht stammte von Pater Eberhard von Gemmingen SJ, den Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan.
Mons. Marini (64) sei einer der meist fotografierten Persönlichkeiten der Gegenwart – der Mann, der bei allen Papstmessen rechts neben oder schräg hinter dem Papst steht.
Er überlasse keinen Gottesdienst dem Zufall – weiß Pater von Gemmingen.
Erzbischof Marini trat sein Amt im Jahr 1987 an.
„Vor jeder Papstreise fliegt der Liturgiefachmann einmal voraus, um die Altarinseln, aber auch alles, was sich unter dem Altar befindet, zu begutachten: die Sakristei, in der sich der Papst und die konzelebrierenden Bischöfe die liturgischen Gewänder anlegen.“
An diesem Ort müsse es auch fließendes Wasser und ein paar Stühle geben, damit sich die meist schon über 60jährigen Konzelebranten nach der Messen ausruhen könnten: „Hier wird sogar ein heimliches Örtchen gebraucht.“

„Der päpstliche Zeremonienmeister muß die Liturgie von A bis Z gut geplant haben. Es muß aufs I-Tüpfelchen stimmen und dann wie am Schnürchen laufen.“
Der Zeremonienmeister lasse vor jeder Papstreise ein eigenes Meßbuch drucken, in dem alle Gottesdiensttexte in großen Buchstaben stehen.
Mons. Marini habe mit Papst Johannes Paul II. siebzig Pastoralreisen durchgeführt:
„Wie er Liturgie versteht, konnten Millionen von Menschen rund um den Globus beobachten. Und seit Jahrhunderten gilt: Was in Rom gemacht wird, macht anderswo Schule.“
Mons. Piero Marini – der sich in Liturgiewissenschaft spezialisierte und dieses Fach auch an der römischen Benediktinerhochschule doziert – bringe das Rüstzeug für seine Aufgabe mit.
„Vorbereitet hatte er sich darauf als »rechte Hand« des Mannes, der die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils umsetzte: Erzbischof Bugnini.“
Dieser habe als ein „prononcierter Anhänger“ der nachkonziliaren Liturgie gegolten.
„Wer gut hinschaut, sah denn auch bei päpstlichen Liturgien in Rom manchen Akzent, den er in der Heimatkirche vermißte: So brachten manchmal Inderinnen tanzend Lichter und Blumen an den Altar.
Bei der Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms zum neuen Jahrtausend hörte man lang gezogene Töne aus afrikanischen Hörnern.
Auch das ist Ausdruck der Tätigkeit von Erzbischof Marini, der während seiner »normalen« Tätigkeit als Meister der Zeremonien beim Papstaltar alles im Blick hat und der andere nur mit den Augen dirigiert.“
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Donnerstag, 31. August 2006 21:58
Bernardin †: GOTTHARD
Sehr gute Beschreibung! Wir Schüler stellten fest: Pater B. am Seitenalter, 12 Minuten! Pater R. am Seitenalter, 31 Minuten! Ja, das war immer Mysterium! Hauptsache die Messe war „gelesen“, das Stipendium in der Tasche! Wunderbare Zeiten vor dem Konzil, ganz nach Jesu Geschmack!
Donnerstag, 31. August 2006 21:51
Gotthard: Knaller
„Deswegen müssen immer wieder neue Knaller her – mal Fußball WM, mal eine bunte Kindershow, genannt
Erstkommunion, mal eine tolle Karnevalsmesse.“
klar … die Privatmessen am Seitenaltar sind für Kinder und Jugendliche auch erbaulicher…
Exequien als Schulmesse – oder umgekehrt – sind für Gymnasiasten das Null-Plus-Ultra … und der und die Priester, einen abgedeckten Kelch in der Hand haltend, die währenddessen mit „Ministrant“ quer durch die Kirche zum Seitenaltar dackelten – und auch wieder zurück, weil sie ja schneller waren als der Mitbruder am Hauptaltar … fördern das Verständnis des Meßopfers ungemein …
klar … die Privatmessen am Seitenaltar sind für Kinder und Jugendliche auch erbaulicher…
Exequien als Schulmesse – oder umgekehrt – sind für Gymnasiasten das Null-Plus-Ultra … und der und die Priester, einen abgedeckten Kelch in der Hand haltend, die währenddessen mit „Ministrant“ quer durch die Kirche zum Seitenaltar dackelten – und auch wieder zurück, weil sie ja schneller waren als der Mitbruder am Hauptaltar … fördern das Verständnis des Meßopfers ungemein …
Mittwoch, 30. August 2006 16:30
stat crux: Das ganz andere Hl. Messopfer ist „unverzichtbar“?? VirO:
Auch Sie machen ihr spirituelles Bedürfnis zum Kriterium dessen, was Sie für notwendig, was für unverzichtbar halten. „Unverzichtbar“ für wen? Pro hominibus constitutus. Am Abend vor seinem Leiden nahm der Herr das Brot, sprach das Dankgebet, reichte es seinen Jüngern. Jesus Christus hat das einmalige Opfer des Karfreitags vollzogen und das Herrenmahl seiner Kirche eingesetzt. Das „Messopfer“ aus dem Evangelium herauszuisolieren begünstigt absurd ritualistische Vorstellungen neopaganer Provenienz. Wahrheit und Liebe sind eins,. Opfer und Mahl sind eins.
Mittwoch, 30. August 2006 09:34
virOblationis: Zustimmung
„Deswegen müssen immer wieder neue Knaller her – mal Fußball WM, mal eine bunte Kindershow, genannt
Erstkommunion, mal eine tolle Karnevalsmesse.“
So ist es. – Aber auf all diese äußerlichen Dinge kann im Notfall verzichtet werden oder auch schon dann, wenn man ihrer einfach überdrüssig geworden ist.
Ganz anders das hl. Meßopfer. Es ist unverzichtbar.
Wenn man es unter lauter Knallern nicht mehr zu entdecken vermag, dann beginnt man wohl auch zu vergessen, das einem eigentlich Unverzichtbares fehlt.
So ist es. – Aber auf all diese äußerlichen Dinge kann im Notfall verzichtet werden oder auch schon dann, wenn man ihrer einfach überdrüssig geworden ist.
Ganz anders das hl. Meßopfer. Es ist unverzichtbar.
Wenn man es unter lauter Knallern nicht mehr zu entdecken vermag, dann beginnt man wohl auch zu vergessen, das einem eigentlich Unverzichtbares fehlt.
Mittwoch, 30. August 2006 08:49
Aragorn: abschied der jungen generation
darüber können uns auch fahnenschwenkende und Benedetto rufende Jugendchören nicht hinwegtäuschen: Wir sehen es jeden Sonntag in der Kirche: Die junge Generation ist nicht mehr präsent, die Kinder bleiben ganz weg. Die Messe ist für viele nur noch langweilig. Deswegen müssen immer wieder neue Knaller her – mal Fußball WM, mal eine bunte Kindershow, genannt Erstkommunion, mal eine tolle Karnevalsmesse. Niemand kann sagen wie es ohne Liturgiereform, besser LiturgieDEform, gekommen wäre, das ist wohl wahr, wie es aber ist, sehen wir alle.
Mittwoch, 30. August 2006 00:19
Guldin: ohne Konzil…
… behaupte ich: ohne „Konzil“ wäre der Zusammenbruch nicht oder nicht so brutal gekommen.
Richtig, der Zusammenbruch wäre schleichend gekommen…
– weil die Menschen sich nach und nach von den überlebten und erstarrten Formen verabschiedet hätten…
– weil die Menschen nicht mehr jedes frommes Märchen geglaubt hätten…
– weil sie die klerikale spitzenbesetzte Reizwäsche ganz einfach lächerlich gefunden hätten
– weil sie erkannt hätten, dass die tausenden „hl. Märtyrer“, welche aus den Katakomben zur Ehre der Altäre erhoben wurden, zumeist zwar ehrliche römische Bürger, aber nicht mehr und nicht weniger heilg gewesen sind, als sie selber…
usw., usw…
Richtig, der Zusammenbruch wäre schleichend gekommen…
– weil die Menschen sich nach und nach von den überlebten und erstarrten Formen verabschiedet hätten…
– weil die Menschen nicht mehr jedes frommes Märchen geglaubt hätten…
– weil sie die klerikale spitzenbesetzte Reizwäsche ganz einfach lächerlich gefunden hätten
– weil sie erkannt hätten, dass die tausenden „hl. Märtyrer“, welche aus den Katakomben zur Ehre der Altäre erhoben wurden, zumeist zwar ehrliche römische Bürger, aber nicht mehr und nicht weniger heilg gewesen sind, als sie selber…
usw., usw…
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