Der Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan berichtete kürzlich über den päpstlichen Zeremoniar und seinen Lehrmeister, Erzbischof Annibale Bugnini.
(kreuz.net) Kürzlich veröffentlichte die Kirchenzeitung des Bistums Trier einen Bericht über Erzbischof
Piero Marini – den päpstliche Zeremonienmeister.
Der Bericht stammte von Pater Eberhard von Gemmingen
SJ, den Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan.
Mons. Marini (64) sei einer der meist
fotografierten Persönlichkeiten der Gegenwart – der Mann, der bei allen Papstmessen rechts neben oder
schräg hinter dem Papst steht.
Er überlasse keinen Gottesdienst dem Zufall – weiß Pater von Gemmingen.
Pater
Eberhard von Gemmingen:
„Wie er Liturgie versteht, konnten Millionen von Menschen rund um den Globus beobachten.
Und seit Jahrhunderten gilt: Was in Rom gemacht wird, macht anderswo Schule.“
Erzbischof Marini trat
sein Amt im Jahr 1987 an.
„Vor jeder Papstreise fliegt der Liturgiefachmann einmal voraus, um die Altarinseln,
aber auch alles, was sich unter dem Altar befindet, zu begutachten: die Sakristei, in der sich der Papst
und die konzelebrierenden Bischöfe die liturgischen Gewänder anlegen.“
An diesem Ort müsse es auch
fließendes Wasser und ein paar Stühle geben, damit sich die meist schon über 60jährigen Konzelebranten
nach der Messen ausruhen könnten: „Hier wird sogar ein heimliches Örtchen gebraucht.“
Vor einer Papstreise
gelte es, unendlich viele Dinge zu bedenken:
„Der päpstliche Zeremonienmeister muß die Liturgie von
A bis Z gut geplant haben. Es muß aufs I-Tüpfelchen stimmen und dann wie am Schnürchen laufen.“
Der
Zeremonienmeister lasse vor jeder Papstreise ein eigenes Meßbuch drucken, in dem alle Gottesdiensttexte
in großen Buchstaben stehen.
Mons. Marini habe mit Papst Johannes Paul II. siebzig Pastoralreisen durchgeführt:
„Wie er Liturgie versteht, konnten Millionen von Menschen rund um den Globus beobachten. Und seit Jahrhunderten
gilt: Was in Rom gemacht wird, macht anderswo Schule.“
Mons. Piero Marini – der sich in Liturgiewissenschaft
spezialisierte und dieses Fach auch an der römischen Benediktinerhochschule doziert – bringe das Rüstzeug
für seine Aufgabe mit.
„Vorbereitet hatte er sich darauf als »rechte Hand« des Mannes, der die Liturgiereform
des Zweiten Vatikanischen Konzils umsetzte: Erzbischof Bugnini.“
Dieser habe als ein „prononcierter Anhänger“
der nachkonziliaren Liturgie gegolten.
„Wer gut hinschaut, sah denn auch bei päpstlichen Liturgien in
Rom manchen Akzent, den er in der Heimatkirche vermißte: So brachten manchmal Inderinnen tanzend Lichter
und Blumen an den Altar.
Bei der Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms zum neuen Jahrtausend hörte
man lang gezogene Töne aus afrikanischen Hörnern.
Auch das ist Ausdruck der Tätigkeit von Erzbischof
Marini, der während seiner »normalen« Tätigkeit als Meister der Zeremonien beim Papstaltar alles im
Blick hat und der andere nur mit den Augen dirigiert.“
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47 Lesermeinungen
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#47 Bernardin † 21:58:20 | Donnerstag, 31. August 2006
GOTTHARD Sehr gute Beschreibung! Wir Schüler stellten fest: Pater B. am Seitenalter, 12 Minuten! Pater
R. am Seitenalter, 31 Minuten! Ja, das war immer Mysterium! Hauptsache die Messe war „gelesen“, das Stipendium
in der Tasche! Wunderbare Zeiten vor dem Konzil, ganz nach Jesu Geschmack!
#46 Gotthard 21:51:39 | Donnerstag, 31. August 2006
Knaller „Deswegen müssen immer wieder neue Knaller her – mal Fußball WM, mal eine bunte Kindershow,
genannt Erstkommunion, mal eine tolle Karnevalsmesse.“ klar … die Privatmessen am Seitenaltar sind für
Kinder und Jugendliche auch erbaulicher… Exequien als Schulmesse – oder umgekehrt – sind für Gymnasiasten
das Null-Plus-Ultra … und der und die Priester, einen abgedeckten Kelch in der Hand haltend, die währenddessen
mit „Ministrant“ quer durch die Kirche zum Seitenaltar dackelten – und auch wieder zurück, weil sie ja
schneller waren als der Mitbruder am Hauptaltar … fördern das Verständnis des Meßopfers ungemein
…
#45 stat crux 16:30:35 | Mittwoch, 30. August 2006
Das ganz andere Hl. Messopfer ist „unverzichtbar“?? VirO: Auch Sie machen ihr spirituelles Bedürfnis
zum Kriterium dessen, was Sie für notwendig, was für unverzichtbar halten. „Unverzichtbar“ für wen?
Pro hominibus constitutus. Am Abend vor seinem Leiden nahm der Herr das Brot, sprach das Dankgebet, reichte
es seinen Jüngern. Jesus Christus hat das einmalige Opfer des Karfreitags vollzogen und das Herrenmahl
seiner Kirche eingesetzt. Das „Messopfer“ aus dem Evangelium herauszuisolieren begünstigt absurd ritualistische
Vorstellungen neopaganer Provenienz. Wahrheit und Liebe sind eins,. Opfer und Mahl sind eins.
#44 virOblationis 09:34:24 | Mittwoch, 30. August 2006
Zustimmung „Deswegen müssen immer wieder neue Knaller her – mal Fußball WM, mal eine bunte Kindershow,
genannt Erstkommunion, mal eine tolle Karnevalsmesse.“ So ist es. – Aber auf all diese äußerlichen Dinge
kann im Notfall verzichtet werden oder auch schon dann, wenn man ihrer einfach überdrüssig geworden
ist. Ganz anders das hl. Meßopfer. Es ist unverzichtbar. Wenn man es unter lauter Knallern nicht mehr
zu entdecken vermag, dann beginnt man wohl auch zu vergessen, das einem eigentlich Unverzichtbares fehlt.
abschied der jungen generation darüber können uns auch fahnenschwenkende und Benedetto rufende Jugendchören
nicht hinwegtäuschen: Wir sehen es jeden Sonntag in der Kirche: Die junge Generation ist nicht mehr präsent,
die Kinder bleiben ganz weg. Die Messe ist für viele nur noch langweilig. Deswegen müssen immer wieder
neue Knaller her – mal Fußball WM, mal eine bunte Kindershow, genannt Erstkommunion, mal eine tolle Karnevalsmesse.
Niemand kann sagen wie es ohne Liturgiereform, besser LiturgieDEform, gekommen wäre, das ist wohl wahr,
wie es aber ist, sehen wir alle.
ohne Konzil… … behaupte ich: ohne „Konzil“ wäre der Zusammenbruch nicht oder nicht so brutal gekommen.
Richtig, der Zusammenbruch wäre schleichend gekommen… – weil die Menschen sich nach und nach von den
überlebten und erstarrten Formen verabschiedet hätten… – weil die Menschen nicht mehr jedes frommes
Märchen geglaubt hätten… – weil sie die klerikale spitzenbesetzte Reizwäsche ganz einfach lächerlich
gefunden hätten – weil sie erkannt hätten, dass die tausenden „hl. Märtyrer“, welche aus den Katakomben
zur Ehre der Altäre erhoben wurden, zumeist zwar ehrliche römische Bürger, aber nicht mehr und nicht
weniger heilg gewesen sind, als sie selber… usw., usw…
allen Ernstes … … behaupte ich: ohne „Konzil“ wäre der Zusammenbruch nicht oder nicht so brutal gekommen.
In welcher Welt ich lebe? In der kleinen Welt von uns allen, in Deiner und Meiner also, aber offensichtlich
mit einem anderen Horizont (um ein schönes Wort von K.A. zu verwenden) Und ein von Gott selbst eingesetztes
Joch ist ein leichtes Joch, freudig zu tragen und reich belohnt – von den Weltabgeschiedenen und Gott
abgewandten als „klerikale Fessel“ denunziiert.
@Gotthard Die rigide Beichtpastoral in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat die heutige BEichtpraxis
hervorgebracht … und die Befreiung von den engen klerikalen Fesseln. Und diese sogenannte Befreiung
von den engen klerikalen Fesseln sieht dann so aus, dass man heute meint, die Sünde ist ja nicht mehr
so schlimm und ein Bußgottesdienst ersetzt sowieso die sakramentale Beichte.
allen Ernstes willst du behaupten, ohne Konzil würden sich die Beichtstühle heute vor Pönitenten nicht
retten können? In welcher Welt lebst du eigentlich? Die rigide Beichtpastoral in der ersten Hälfte des
vorigen Jahrhunderts hat die heutige BEichtpraxis hervorgebracht … und die Befreiung von den engen klerikalen
Fesseln. In den 50er Jahren gab es hier in der Gegend einen fast tauben Priester …zu dem fuhren ganze
Busladungen zum Beichten …
am Rückgang … … der Beichtzahlen kann man ja sehen, wie die Krirche seit dem Konzil strandet. Und
dann kommt immer die dumme Argumentation, ja ohne das Konzil wäre alles schlimmer.
Verschlüsseln, damit man etwas zu erklären hat. Verstehe ich sie richtig? Und das soll was für das
Glaubensverständnis der Gläubigen bringen? Das bringt höchstens Jobs für TheologInnen – was ja nicht
schlecht wäre – aber nicht einmal das nehme ich Ihnen ab.
@Puchil2 1. Liturgie wurde zudem, was die griechische Bezeichnung meint: Werk des ganzen Volkes. Schön
und gut, aber jeder an seinem Platz. Es kann zB nicht angehen, dass das Allerheiligste von Laien begriffen
(im wahren Sinne des Wortes) wird, das führt allmählich zu Würdelosigkeit und mangelnder Ehrfurcht.
2. Jeder versteht, was er vollzieht. Grammatikalisch ja, naja vielleicht wenigstens, aber niemals in der
vollen Tiefe. Siehe auch Benedikts Anmerkungen diesbezüglich. 3. Die Gemeinschaftscharakter der Liturgie
kommt zum Ausdruck Ist im Prinzip wie Punkt 1, also sind es noch keine drei überzeugenden Früchte…
@ Tridentinus Es geht nicht um inhaltliche Reformen, oder liturgische Reformen, die im Prinzip Änderungen
an einer bestehenden Sache sind. Sie wissen vermutlich ebenso wie ich, dass gewisse Dinge – einmal abgeschafft –
nur schwer wieder eingeführt werden können, wenn die Einführung lediglich darauf beruht, dass man etwas
Altes wiederbeleben möchte.
#33 Puchil2 † 19:12:56 | Dienstag, 29. August 2006
An Benedikt Bis zu 15 Firmhelferinnen und Firmhelfer, unzählige Kommunionmütter und Väter (bei 5 Volksschulen!)
bereiten die Kinder und Jugendlichen auf den Sakramentenempfang vor. Unsere 2 Priester könnten das mit
einiger Qualität unmöglich schaffen. Die 3. Lesung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Nicht jeder Gottesdienst
wird von den Laien mit vorbereitet, aber viele. Es steht ja auch in der neuen Liturgie nirgends geschrieben,
dass das so sein sollte.
#32 Tridentinus 19:11:37 | Dienstag, 29. August 2006
@Benedikt „Hätte man sie behalten, würde wohl keiner was sagen.“ Wahrscheinlich steht die Tiara hier
in nicht unerheblichem Umfang „pars pro toto“, Benedikt. Aber jetzt würde auch die Wiedereinführung
vieler anderer „Dinge“ und auch Inhalte (!) nicht nur Sinn-, sondern Verständnisfragen aufwerfen! Soviel
zu den Chancen einer Reform der „Reform“ – nicht nur in liturgischen Belangen.
@ Puchil2 gescheitert: In Ihrer Pfarre vielleicht. In den Pfarren, in die ich Einsicht habe, läuft das
alles sehr gut. D.h. alle Ihre Firmlinge und Erstkommunikanten halten einer Examination stand? D.h. in
Ihrer Pfarrei wird immer die dritte Lesung auch genommen, wenn eine vorgesehen ist? D.h. die Gemeinde
bereitet jeden(!) Gottesdienst aktiv mit vor? Muss ja eine echte Musterpfarrei sein. Von denen scheint
es allerdings nicht allzu viele zu geben. @ Tridentinus Ich pesönlich würde eventuell jene Pauls VI.
anfordern für die Krönung, Was wollen Sie denn mit dieser „Krone“? Dieses häßliche Ding hätte ich
auch verschenkt. Ich vermute mal, der Vatikan hat in seinen Museen brauchbarere Exemplare. Wobei die Tiara
letzendlich durch den Wegfall des Kirchenstaats und des Kaisertums überflüssig geworden ist. Hätte
man sie behalten, dann würde wohl keiner was sagen. Eine Wiedereinführung würde dagegen Sinnfragen
aufwerfen.
#30 Tridentinus 18:35:51 | Dienstag, 29. August 2006
ad „stat crux“ Ich bin nicht Papst und habe weder die Absicht, noch die Befürchtung, es zu werden. Warum
sollte ich mir eine Tiara aufsetzen? Und sollte ich wider Erwarten Nachfolger Petri werden, warum sollte
ich eine aus Pappe wählen? Ich pesönlich würde eventuell jene Pauls VI. anfordern für die Krönung,
später aber vorwiegend die 1877iger des Sel. Pius IX. verwenden, zumindest bei allen Dogmen, die ich
natürlich wie am Fliessband verkünden würde. Wenn die Krönung und die Tiara der Geschichte angehört,
bricht mir deswegen kein Zacken aus der Krone: Ach, stat crux, hättest Du geschwiegen… (Sie mögen
ja sicher die lateinische Version dieses Diktums nicht, und ich provoziere nicht unnötig!)
na klar: z.B. die Ablehnung dieses von Ihnen zitierten Sippziger-Jahre-Vokabulars, die weitaus größere
Attraktivität des Numinosums, wenn man sich offen darauf einläßt, die Feierlichkeit und Würde der
traditionellen katholischen Messe, die Spürbarkeit der Anwesenheit Gottes im Sakrament, deshalb die Hingabe
und Freude an feierlichem Ernst, und neben noch vielem anderen: die ganz einfache Tatsache, daß die traditionelle
katholische Messe die Messe unserer Vorfahren, unserer katholischen Kultur, der vollkommene Ausdruck unseres
katholischen Glaubens… und: die Zukunft ist! Gehen Sie in Tours an der Loire (nur, weil ich mich da
besonders auskenne – die ganze Gegend ist traditionell katholisch!!) mal vergleichsweise in einen Gottesdienst
in der Kathedrale und dann in eine traditionelle katholische Messe bei der FSSPX, rue de la Préfecture.
Letztere ist sonntags dreimal rappelvoll, obgleich vergleichsweise groß (mehrere hundert Gläubige),
voll mit jungen Leuten mit vielen Kindern. Abstimmung mit den Füßen, mit gefalteten Händen und mit
Andacht. O weh, gleich kommt Dr. Otterbeck und erzählt mir von 1830. Extra für ihn: Landrie Raillat:
Charles X ou le Sacre de la dernière chance, Paris 1991
@ Puchil2 Einbeziehung der Pfarrgemeinde in die Gottesdienstvorbereitung Bei uns 3 Mal im Jahr und auch
dann nur stellv. durch d. Liturgieausschuss. Einbindung und Mitverantwortung der Gläubigen in der Sakramentenvorbereitung
Das ist doch grandios gescheitert. Selbst in liberalen Pfarreien übernehmen die Priester wieder einen
größeren Anteil daran. Die Laien waren einfach nicht ausreichend geschult. – Die Heilige Schrift wurde
weithin zu einem selbstverständlichen Bestandteil der liturgischen Feiern – Erneuerung der liturgischen
Bücher nach den Grundsätzen der Liturgiekonstitution Von wegen. Wer hält sich denn an die drei Lesungen
an Sonntagen und an Hochfesten? Die meisten lassen sie grundsätzlich weg und lesen sie höchstens mal
an Ostern und Weihnachten. Alles im Wiederspruch zum Konzil.
#26 Puchil2 † 18:19:33 | Dienstag, 29. August 2006
Aus einem Referat Kardinal Meisners Positiven Früchte der Liturgiereform: „Sie sind derart groß und
prägend, dass der Papst aus „Sacrosanctum concilium“ Nummer 43 das Bild vom „Durchgang des Heiligen Geistes“
aufgreift: „Darum müssen wir Gott für das Hindurchgehen seines Geistes durch die Kirche danken, welches
in den liturgischen Reformen geschehen ist.“ Im Einzelnen werden genannt: Der nun reicher gedeckte Tisch
des Gotteswortes, der größere Zugang der Gläubigen zu den muttersprachlichen Texten der Heiligen Schrift,
des Messbuchs und der anderen liturgischen Bücher. Erwähnt wird die Teilnahme der Gläubigen am liturgischen
Geschehen, die eine ausdruckshafte sein soll: Gedankt werden muss „für die durch die Gebete und Gesänge,
durch die Gesten und das Schweigen gewachsene Teilnahme der Gläubigen an der Eucharistie und an den anderen
Sakramenten“. Ausdrücklich gelobt werden die liturgischen Laiendienste, „die von Laien ausgeführt werden,
und für die Verantwortungen, die sie kraft des gemeinsamen Priestertums übernommen haben, an dem sie
durch Taufe und Firmung teilhaben.“ Insgesamt wertet der Papst die Liturgieerneuerung als „die sichtbarste
Frucht des ganzen Konzilswerkes. Die Botschaft des II. Vatikanischen Konzils ist von vielen vor allem
durch die Liturgiereform wahrgenommen worden.“ Übrigens: Die Gläubigen laufen nicht wegen der Liturgiereform
davon. Da sind andere Gründe zu nennen.
und die Gläubigen, Puchil, laufen scharenweise davor weg und sammeln sich seit Jahren nicht unbedingt
scharenweise (Frankreich ist Deutschland da weit voraus, kommt alles noch), aber zunehmend in Gemeinschaften
mit traditioneller Liturgie und Lehre.
@ Schaumgeborene Es ist damit lediglich erwiesen(!), dass allein die Übersetzung der liturgischen Texte
keinen Erkenntnisfortschritt gebracht hat, im Gegenteil. Bei lateinischer Liturgie ist es dagegen notwendig,
das ganze auch zu erklären. Das meinte man sich nun sparen zu können, weil ja alles auf Landessprache
ist. Was ein Irrtum. Im Übrigen kann ich die Lateinphobie nicht nachvollziehen. Da jedem die Messe auf
Landesprache bekannt ist, weiß ich zB nicht, warum keine Messe auf Latein mehr zelebriert werden sollte.
Die Hochgebetstexte dürften sattsam bekannt sein, ebenso die Übersetzung der üblichen Akklamationen.
Nimmt man landessprachliche Lesungstexte, müsste man den Gläubigen bloß noch Tagesgebet und Kommunionvers
übersetzen. Jeder sollte in der Lage sein, eine Messe auf Latein mitzufeiern. Die kath. Kirche ist universal,
so kann es ruck zuck passieren, dass Gläubige und Zelebranten vieler Sprachen in einer Messe sind. In
diesem Fall ist die Zelebration auf Latein empfehlenswert. Außerdem nehme ich den Meisten das Argument
„die verstehen das nicht“ sowieso nicht ab. Wenn „Jacques Berthier“ unter einem Lied steht, dann geht
auf einmal auch Latein. Der NGL Gassenhauer „Laudato si“ ist ebenfalls nicht volkssprachlich. Ich habe
noch in keinem Fall gesehen, dass Kindern od. Jugendlichen Übersetzungen für diese Lieder angeboten
worden wären. Das Argument „versteht ja keiner“ ist somit in meinen Augen ein Pseudoargument.
#23 Puchil2 † 18:08:17 | Dienstag, 29. August 2006
Früchte der Liturgiereform:erweitert und konkretisiert – Einführung der Volkssprache – Einbeziehung
der Pfarrgemeinde in die Gottesdienstvorbereitung und -feier – Selbstverständlichkeit liturgischer Laiendienste,
besonders von LektorIn und KommunionhelferIn – Gottesdienst als Gemeinschaftsfeier, besonders erfahrbar
bei Festen und bei Feiern im kleinen Kreis – Einbindung und Mitverantwortung der Gläubigen in der Sakramentenvorbereitung
– Vielfache Anpassung der Kirchenbauten an die neuen liturgischen Anforderungen – Die Heilige Schrift
wurde weithin zu einem selbstverständlichen Bestandteil der liturgischen Feiern – Erneuerung der liturgischen
Bücher nach den Grundsätzen der Liturgiekonstitution
coole Ansage, Benedikt. Und jetzt hüpfen Sie mir bitte vor, wie Sie auf Basis der Aussage Worte werden
verstanden, ja. Aber ihre Bedeutung argumentieren wollen, dass es anders (lateinische Messe) besser wäre.
Bin gespannt!
#20 Puchil2 † 17:55:24 | Dienstag, 29. August 2006
An Frasim: 3 Früchte der Liturgiereform 1. Liturgie wurde zudem, was die griechische Bezeichnung meint:
Werk des ganzen Volkes. 2. Jeder versteht, was er vollzieht. 3. Die Gemeinschaftscharakter der Liturgie
kommt zum Ausdruck
@ Frasim Das tue ich so auch nicht. Nur finde ich, es sind dort Weichen gestellt worden, die viel Unheil
in die Kirche haben hineinsickern lassen. Ich glaube eher, dass dort gerettet worden ist, was noch zu
retten war. Wenn etwas morsch ist, dann stürzt es so oder so ein. Auch, wenn es noch eine glänzende
Fassade hat. Sicher – die Nachfolgenden waren oftmals zu naiv; es gab und gibt falsche Konzepte etc. Dass
alles ist aber das Ergebnis einer vermutlich unter der Oberfläche (der glänzenden Fassade) schon lange
existierenden Krise. Denken Sie, dass diese Fundamente erneuert wurden oder hat man den Fäulnisprozess
nicht noch vorangetrieben? Ich glaube nicht, dass wir schon damit begonnen haben, dass Fundament zu sichern.
Es ist freigelegt. Mehr auch nicht. Richtig, aber man sollte sich doch schon die Frage stellen, ob die
Krise nicht mit der Verwundung des Mittelpunkts und der Quelle (=der Liturgie) zusammenhängt. Ich glaube,
dass Relativismus und Beliebigkeit die Krise befördert haben. Die sind natürlich auch in der gefeierten
Liturgie zu finden, das ist das, was man als Missbrauch bezeichnet. Ich glaube aber, dass dies nicht möglich
wäre, wenn die Liturgie mit wahrer Würde und Liebe gefeiert werden würde. Perfekt ist der Ritus sicher
nicht und wohl in konkreter Ausführung auch ein bißchen Produkt des Augenblicks. Ich glaube aber nicht,
dass er dem Glauben abträglich ist – denn ich selbst bin durch die Liturgie wieder praktizierender Katholik
geworden.
@Frasim: Also das kann ich Ihnen beantworten! Die Liturgiereform wie sie durchgeführt wurde entspricht
dem Willen des Konzils in großen Teilen gar nicht. Stimmt. Umso schlimmer ist es doch dann, dass (und
fraglich, warum) es soweit kommen konnte, oder? Es handelt sich dabei um einen einfachen Zusammenhang
von Ursache und Wirkung. 1) Was war Ursache des Konzils? 2) Was war Ursache der Liturgiereform? Stimmt,
beides das selbe: Wachsende Missstände in der Kirche, in der Pastoral und in der liturgischen Praxis.
Letztere waren die vehementesten Triebkräfte für das Konzil und haben SC hervorgebracht. Die Dynamik,
die durch diese Missstände ausgelöst wurde, war aber so groß, dass sie weit übers Konzil hinaus wirkte.
So einfach. Die nachkonziliaren Sabotageakte mancher Priester stärkten den Reformgeist und führten dazu,
dass die Liturgiereform oftmals mit überhöhter Geschwindigkeit umgesetzt wurde und in manchen Details
über die Absichten des Konzils hinausgeschossen ist.
@Benedikt Die Liturgiereform wie sie durchgeführt wurde entspricht dem Willen des Konzils in großen
Teilen gar nicht. Stimmt. Umso schlimmer ist es doch dann, dass (und fraglich, warum) es soweit kommen
konnte, oder? Im übrigen ist und bleibt es Unsinn den Zustand der Kirche allein vom Konzil abhängig
zu machen. (…) Das tue ich so auch nicht. Nur finde ich, es sind dort Weichen gestellt worden, die viel
Unheil in die Kirche haben hineinsickern lassen. Das Konzil hat – in aller Kürze – vor allem den Beweis
erbracht, auf welch morschen Fundamenten die vorkonziliare Kirche gestanden hat. Dazu sind gesellschaftpolitische
Fakten zu berücksichtigen, Humanae vitae etc. Denken Sie, dass diese Fundamente erneuert wurden oder
hat man den Fäulnisprozess nicht noch vorangetrieben? Einfach zu sagen, alles liegt am Konzil geht völlig
an der Sache vorbei. Das ist lediglich eine Hilfskonstruktion derer, die den wirklichen Gründen der Krise
nicht auf den Grund gehen wollen oder dies nicht können. Dann macht man sich die Sache eben einfach.
Richtig, aber man sollte sich doch schon die Frage stellen, ob die Krise nicht mit der Verwundung des
Mittelpunkts und der Quelle (=der Liturgie) zusammenhängt.
@Guldin: Sicher! Er muss! Schauen Sie, die ganze Welt hat sich gegen uns verschworen. Das können Sie
überall beobachten. Täglich feiern Bischöfe die Liturgie der V2-Sekte! Wo auch immer gewählt wird,
kommen gute Politiker nicht in die Parlamente! Immer noch sagen Leute laut „ich bin homosexuell“ ohne
vom Blitz getroffen zu werden! Was anderes könnte da dahinterstecken als eine riesige, weltumspannende
Freimaurerloge?
@ Artois na klar gehört er dazu, so wie alle Wüdernträger im Vatikan und in den bischöflichen Ordinariaten –
WELTWEIT. Hört doch endlich mit den verworrenen Verschwörungstheorien auf. Nur weil jemand nicht eurer
eigenen Ansicht ist, muss er doch nicht gleich irgend einer Loge oder andern geheimen Organisation angehören.
@ Frasim Die Liturgiereform wie sie durchgeführt wurde entspricht dem Willen des Konzils in großen Teilen
gar nicht. Im übrigen ist und bleibt es Unsinn den Zustand der Kirche allein vom Konzil abhängig zu
machen. Das ist hier schon so oft diskutiert worden, dass ich keine Lust habe, dass alles noch mal zu
wiederholen. Das Konzil hat – in aller Kürze – vor allem den Beweis erbracht, auf welch morschen Fundamenten
die vorkonziliare Kirche gestanden hat. Dazu sind gesellschaftpolitische Fakten zu berücksichtigen, Humanae
vitae etc. Einfach zu sagen, alles liegt am Konzil geht völlig an der Sache vorbei. Das ist lediglich
eine Hilfskonstruktion derer, die den wirklichen Gründen der Krise nicht auf den Grund gehen wollen oder
dies nicht können. Dann macht man sich die Sache eben einfach.
@alle VII-Anhänger Was ist denn heute mit Ihnen alle los, heute so still? Das ist doch DIE Möglichkeit,
uns Tradis hier mal zu zeigen, wie gut die moderne Kirche funktioniert und anhand eines Artikels die nachkonziliäre
Liturgie schmackhaft zu machen, finden Sie nicht? Als Anregung seien hier nochmals meine Fragen gestellt,
auf die ich mir ernstgemeinte Antworten erhoffe: Wo ist denn diese Vollblüte??? Wo sind die Früchte
der Liturgiereform??? Kann mir irgendjemand auch nur drei nennen???
Würdevolles Umfeld Es kann mit Fug und Recht bestritten werden, dass Rom seit seiner Christianisierung
häufig Phasen würdevoller Liturgie oder größerer Frömmigkeit erlebt hat. Wenn man allein sieht, wie
oft der römische Ritus „von außen“ restauriert werden musste, so kann man daraun schon seine Zweifel
bekommen. Das barocke Lotterleben, die intriganten Adelsfamilien und die supermarktähnliche Abfertigung
früherer Tage beim Gewinn eines Ablasses lassen daran ebenfalls sehr zweifeln. Wer Andacht sucht geht
sicherlich nicht nach Rom.
#10 stat crux 14:58:16 | Dienstag, 29. August 2006
Ach, Tridentinus! Paul VI. verzichtete persönlich auf die Tiara, aber Johannes Paul I. hat die Krönung
verworfen. Dabei bleibt es. Jede Wette. Eine Tiara müssen Sie sich jetzt aus Packpapier selber basteln
und aufstülpen.
Aber wirklich aber für das schlechte Benehmen der Leute kann Msgr. Marini wirklich nichts Völlig logisch:
Marini ist nur verantwortlich für die positiven Effekte. Was negativ ist trägt jemand anders. Um jede
Kleinigkeit kümmert er sich, aber um ein würdevolles Umfeld kann er sich nicht kümmern?
römische liturgie nur bedingt vorbild Wer einmal bei einer Papstmesse dabei war, weiß, wie es wirklich
auf dem Petersplatz oder im Dom zugeht. Von Andacht ist da nur wenig zu spüren. Die Hl. Kommunion wird
gleichsam unters Volk geworfen. Während der Messe werden Lebensmittel und Cola konsumiert, Fotos gemacht,
Postkarten geschrieben. Einmal und nie wieder!
#6 Tridentinus 11:23:22 | Dienstag, 29. August 2006
Krönungsmesse? Papst Paul VI. war der letzte Papst, der gekrönt wurde. Eine Krönungsmesse Papst Benedikts,
der selbst in seinem Wappen auf die Tiara verzichtete und sie durch eine Mitra, deren Verzierung allerdings
an die drei Kronreifen der einstigen Tiara erinnert, ersetzt hat, gab es daher nicht. Abgeschafft ist
die Tiara indes nicht. Papst Paul VI. verzichtete nur für sich persönlich auf deren Gebrauch. Bis jetzt
sind ihm seine Nachfolger darin gefolgt, das kann, muß aber nicht unbedingt so bleiben.
Man kann sich… …schon auch jeden Mist schönreden (Bericht von Radio Vatikan und Freinsberg-postings).
Über Ex-Kanzler Schröder könnte man auch sagen: Er ist ein Top-Fachmann, kann gut mit Menschen, laber-sülz
usw., aber als Kanzler hat er nun mal klar versagt. Zurück zum Thema: Wo ist denn diese Vollblüte???
Wo sind die Früchte der Liturgiereform??? Kann mir irgendjemand auch nur drei nennen???
#4 Freinsberg 10:36:18 | Dienstag, 29. August 2006
Bock / Gärtner? Wieso ist Msgr. Marini ein Bock, den man nicht zum Gärtner machen sollte? Er ist ein
hervorragender Fachmann und versteht es zudem, mit Menschen umzugehen. Jetzt sitzen in der Kongregation
hauptsächlich Bürokraten, die sogar Bischöfe behandeln wie Schulbuben.
Bitte, keine Böcke mehr als Gärtner! Marini Chef der Gottesdienstkongregation??? Ich hoffe, Benedikt
XVI. wendet die Maxime der Personalentscheidungn nicht weiter an, die da lautet: „Wie mache ich den Bock
zum Gärtner!?“ Bitte, keine Böcke mehr als Gärtner! Und warum wurden ihm Erzbischofssitze angeboten?
Er kann doch Abt einer interreligiösen Klostergemeinschaft werden.
#1 Freinsberg 09:53:23 | Dienstag, 29. August 2006
Marini Hoffen wir, dass Erzbischof Marini – anderslautenden Gerüchten zum Trotz – Chef der Gottesdienstkongregation
wird. Er hat schon früher dort gearbeitet, kennt also den Betrieb. Und deutsch spricht er auch.