Kirchenmusik
Die Kirche hat auf vielen Gebieten der Kultur Kompetenzen eingebüßt
Die nihilistische Destruktion, die in der harten Rockmusik zum Ausdruck kommt, ist Zeichen einer echten Verzweiflung, weil es nicht gelungen ist, ein irdisches Paradies zu schaffen. Sie ist ehrlicher als moderne kirchenmusikalische Verharmlosungen. Von Prof. Dr. h.c. Josef Friedrich Doppelbauer.
(kreuz.net/Sisa) Die Tatsache, daß die Kirche Kompetenzen auf vielen Gebieten des Lebens und der Kultur eingebüßt hat, liegt nicht daran, daß sie musikalisch zu wenig mit der Tagesmode geht.

Die Kur muß woanders ansetzen. Die Populisten fragen sich zu wenig, wieviele sie durch ihre Oberflächlichkeit schon aus der Kirche vertrieben haben und wieviele „trotzdem“ noch in die Kirche gehen, obwohl ihnen diese Zeitgeisthörigkeit suspekt ist.

Der Mensch will in einer unheilen Welt glaubwürdige Antworten und nicht Beschönigungen.

Die nihilistische Destruktion der harten Rockgruppen ist Ausdruck einer echten Verzweiflung, weil es nicht gelungen ist, das irdische Paradies zu schaffen, und insofern ehrlicher als derartige Verharmlosungen.

Wenn sich das angestrebte neue Lied nur nach Vorbildern richtet, die aus einer Gegenkultur stammen, wird es nur die Säkularisation fördern, wie jene Kirchenlieder früherer Epochen, die ebenso außengesteuert waren.
Wenn sich
das angestrebte neue Lied nur nach Vorbildern richtet, die aus einer Gegenkultur stammen, wird es nur die Säkularisation fördern, wie jene Kirchenlieder früherer Epochen, die ebenso außengesteuert waren.


Man sollte die Kirche in die Welt tragen und nicht umgekehrt.

Natürlich muß man verständlich sprechen, aber das setzt nicht platte Konformität voraus.

In einem guten Lied müssen Text und Melodie eine Einheit bilden; darauf beruht ihre spontane Wirkung. Mitunter ist das ein und derselbe Schaffensvorgang. Das aber ist das Ergebnis einer inspirierten Stunde und die kommt, wann sie will, und nicht auf Bestellung durch Preisausschreiben.

Ich war etliche Male in der Jury, als der ‘Österreichische Rundfunk’ Preisausschreiben für neue religiöse Lieder machte. Die Ergebnisse waren jedesmal dürftig. Da lockte der Preis und nicht die Aufgabe!

Echte Liedbegabungen sind selten. Wenn man sie fördern will, darf man sich nicht auf die Tagesmode beschränken.

Auf der Piazza Navona in Rom hörte ich eine Weile einer offenbar kirchlich eingestellten jugendlichen Band zu.

Neben Belanglosem sangen sie gewissermaßen „Spirituals“, die ihre Wurzeln deutlich in der italienischen Folklore hatten und nicht einfach ein Abklatsch der Kommerzmusik waren. Darüber könnte man reden, dachte ich. Es klang frisch und unreflektiert.

Leider ist unsere eigene Folklore vielfach schon so vom Fremdenverkehrsrummel entstellt, daß man erst viele Lackschichten abtragen müßte, um zu einem entwicklungsfähigen Kern zu kommen, aber ein Ansatzpunkt wäre es.

Die Kommerzmusik ist zum Teil korrumpierte und entstellte Folklore.

Das Gegenteil hörte ich in einer rheinischen Kirche. Ein Negro-Spiritual war so plump ins Deutsche übertragen worden, daß der ganze, rhythmisch differenzierte Charme verloren ging und ein auftrumpfender, muskelprotzender teutonischer Marschgesang daraus wurde, daß es einem wehe tat.

„Ich kenne kein Volk, in dessen populärer Musik es so wenig Sensibilität gibt, wie in der deutschen. Sensibilität existiert da, wenn überhaupt, dann nur als Sentimentalität.“ (J.E. Behrendt, Ein Fenster aus Jazz.)

Der Verfasser (*1918) war Kompositionsprofessor sowie Prorector des Salzburger Konservatoriums ‘Mozarteum’. Er verstarb am 13. Januar 1989. Dieser Beitrag entstammt dem bisher unveröffentlichten Nachlaß.

Nächstes Mal: Den liturgischen Texten muß der Hauch des Rock eingeblasen werden
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Das Produkt einer Revolution 2. Das jämmerliche Produkt einer kirchlichen Talentflucht 3. Der triviale Mensch möchte in einer dumpfen Euphorie leben 4. Spätmarxistisch orientierte Aufklärungswelle 5. Die wunde Stelle der Liturgiereform
6. Die Kirche hat auf vielen Gebieten der Kultur Kompetenzen eingebüßt
7. Mehr Rock-Musik in der Liturgie
      
21 Lesermeinungen
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#21   セルジュ †   22:11:41 | Freitag, 1. September 2006
Unfassbar dämlicher Artikel! (Aber nicht so dämlich, wie manche Lesermeinung…)
Zu Beginn möchte ich mein Entsetzen darüber ausdrücken, das kreuz.net ein Schriftstück eines bereits vor 17 Jahren(!) verstorbenen Fans klassischer Musik heranzieht, um die deutsche Popmusik der Gegenwart zu beurteilen. Das ist pure Inkompetenz – vor allem wenn man bedenkt, dass der besagte Text wohl nicht erst auf dem Totenbett verfasst wurde.
@ private-notes:
Woran sie so alles denken müssen, wenn sie nur einen Liedtext lesen. Ist das persönliche Erfahrung oder eine außergewöhnliche Assoziationsgabe? Na ja, wie auch immer … ihr Posting ist jedenfalls banal, oberflächlich und bemüht intelligent. Frei nach dem Motto: Ich lass jetzt was Tiefsinniges vom Stapel, oder ich beiß mir in den Arsch…
@ Jockel:
Vielleicht sollten sie ihr Projekt aufgeben, den kritischen kreuz.net-Lesern eins auszuwischen. Das wirkt etwas kindisch…
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#20   wunderkind2 †   18:10:19 | Donnerstag, 31. August 2006
wie wär denn
„ich will nicht ins paradies“ von den toten hosen
oder momentan auch sehr von mir geschätzt „kathedralen“ und „hedonistische heilsfront“ von der terrorgruppe?
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#19   Yerodin   11:48:34 | Donnerstag, 31. August 2006
@maureen
Bauhaus- Bella Luigios dead oder die Siouxie- helter Skelter sind doch textlich viel zu negativ für die Kirche :-(
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#18   maureen †   11:41:02 | Donnerstag, 31. August 2006
@Yerodin
Ich bin für Bauhaus, Siouxie und Christian D…
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#17   private-notes   10:19:28 | Donnerstag, 31. August 2006
Wumpscut
Der Text von Wumpscut, der weiter unten präsentiert wurde, erinnert mich fatal an das hilflose Gestammel pupertärer Mädchen, die vermittels grausiger Tränenlyrik versuchen, auch mal tiefsinniges vom Stapel zu lassen.
Der Text ist banal, oberflächlich, gespreizt und bemüht poetisch, indem die Grammatik überstrapaziert und gedreht wird – reim dich oder ich fress dich…
Lasst diese EMOs aussen vor, wenn darüber diskutiert werden soll, welche Form der Rockmusik christlich-katholische Werte adaptieren und weitertragen kann.
Hört Euch mal die Akustikversion von U2: Stand up, dead man an; Live Version von Slane Castle.
Es kommt auch nur einmal ein Pfui Wort vor.
Und äh, englisch sollte man können ;-)
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#16   Jockel   00:12:25 | Donnerstag, 31. August 2006
@adrian
Was ist denn das für eine Art von Freizeitbeschäftigung, auf katholischen Internetseiten rumzusurfen um der ach so bösen Piusbruderschaft „einen auszuwischen“? :-S
Ich glaube die Mitglieder der Piusbrunderschaft beschäftigen sich in der Zeit, die sie hier verbringen, mit höheren und ederen Zielen.
Und woher nehmen sie solche wirklich abartigen Texte? Da würde ja sogar Stephen King schlechte Träume von bekommen.
Geben Sie ihr Projekt „der Piusbruderschaft einen auswischen“ lieber auf. Es wirkt etwas kindisch ^-^
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#15   Yerodin   00:03:23 | Donnerstag, 31. August 2006
@Adrian
*Lach*
Wenn man Rudi Ratzinger heisst, dann muss man natürlich kirchentaugliche Musik machen: Wumpscut.
Nein, eher nicht…
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#14   Adrian Leverkuehn   00:01:25 | Donnerstag, 31. August 2006
@ Vorposter
Entspannen Sie sich mal!
Natürlich hat die Katholische Kirche großen Anteil an der abendländischen Kultur!
Hier gehts doch nur darum der zeitgenössischen Unkultur – in Form der Pius Bruderschaft – eins auszuwischen!
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#13   Jockel   23:42:43 | Mittwoch, 30. August 2006
Mal den Ball flach halten
Ähnlich wie „Brot für die Welt“ richten wir eine Stiftung ein namens „Kultur für Katholiken“…
Na, da steckt aber eine ganze Portion Überheblichkeit drin, die entweder aus Provokationslust oder schlichter Unwissenheit kommt.
Will man den wirklich eine Organisation wie der katholischen Kirche, die seit rund zweitausend Jahren ein Quell der gesamten abendländischen und auch globalen Kultur ist, Belehrungen erteilen, was Kultur ist? Sorry, aber ich mußte echt lachen, als ich das gelesen habe.
Du kulturbildende Kraft des Religiösen ist seit den ersten Menschen wirksam und entfaltet sich bis heute. Die katholische Kirche hat dabei den größten und entscheidensten Anteil!
Denken Sie doch nur an den Benediktinerorden und seine Prägung für die Alltagskultur, an die frühe Kunst der Malerei, der Architektur, des Schriftwesens und der Kleidung. All dies wurde entscheidend vorangetrieben von den Kirchen. Wer dann noch behauptet, Kirche und Kultur schlössen sich gegenseitig aus, muss ein Ignorant sein.
Wissen Sie nicht, auf wessen Schoß sie sitzen?
Nun aber zu den Kirchenliedern. Es stimmt schon, dass viele der heutigen Kirchenlieder nur noch fad und vom Text her befremdlich sind. Aber ich würde profane Musik vermeiden. Die bekommt man außerhalb der Kirche genug.
Die Musik im Gottesdienst ist dazu da, sich zu Gott zu erheben, ihn zu loben, zu preisen und ihm zu danken. In ihrer Schönheit ist sie ein Wiederhall der Herrlichkeit Gottes.
Vielleicht wären einfach einige neu Texte gut!
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#12   Adrian Leverkuehn   23:31:57 | Mittwoch, 30. August 2006
@ Vorposter
Nein ich würde Rammstein und Wumpscut empfehlen!
Ich zitiere: „Ich werde es lieben, zu weiden dich aus am Bunkertor 7“!
Das passt doch zur Pius Sekte! Oder wie wärs mit Goethes Erben und Project Pitchforck?
Hier der ganze abartige Song von Wumpscut!
Hier stehe ich mit den Händen voll Blut
Und trage in mir eine beißende Wut
Du sagtest du wolltest den Körper von mir
Und ich gab dir alles gerad wie ein Tier
Ich kann nicht ertragen zu sehen dich leben
So komm her zu mir lass dir den Todeskuss geben
Viele lockte ich schon in den grausamen Tod
Und auch du wirst verfaulen in der Kammer der Not
Winsel um gnade oder schrei es hinaus
Es gibt keine Hoffnung du kommst niemals mehr raus
Denn hier ist dein ende und ich werde es lieben
Zu weiden dich aus am Bunkertor sieben
Bunkertor sieben
Am Bunkertor sieben
Die ratten sie dürsten nach Fleisch und nach blut
Dein Kadaver zerfleischt er verbrennt in der Glut
Ich sorge mich nicht ein neues Opfer zu seh’n
Denn auch sie sind so blind mit mir hierher zu geh’n
Winsel um gnade oder schrei es hinaus
Es gibt keine Hoffnung du kommst niemals mehr raus
Denn hier ist dein ende und ich werde es lieben
Zu weiden dich aus am Bunkertor sieben
Bunkertor sieben
Am Bunkertor sieben
Glaub’ an mich ich kriege dich
With dried blood on my hands
Am Bunkertor sieben
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#11   Yerodin   23:14:48 | Mittwoch, 30. August 2006
@Adrian
Hättest du es nicht erwähnt, ich htte es nun auch gesagt: Lacrimosa ist Kitsch O:)
Aber dazu:
Warum nicht „Deine Lakaien“, Philip Boa, „Crüxshadows“, Nick Cave oder „Diorama“. Die können vor Kitsch genauso triefen :-P
Obwohl… Akustikversionen von Bands wie „Qntal“, „Helium Vola“ oder einige Folkbands könnten passend sein…
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#10   Sulpicius   22:57:57 | Mittwoch, 30. August 2006
@daughter
Zur Erweiterung Ihres Horizontes empfehle ich Ihnen diese Lektüre: www.kreuz.net/bookentry.640.html
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#9   Christian Hüller   22:28:04 | Mittwoch, 30. August 2006
Ad daughter_of_isis*:
Liebe daughter_of_isis*,
ausdrücklich möchte ich Sie darauf verweisen, dass dieses Forum für den Katholizismus k e i n e s w e gs repräsentativ ist.
Sie werden sicherlich bemerkt haben, dass diese Forum bevorzugt von Usern benutzt wird, die eine
weltanschauliche Nähe zur St. Pius-Gemeinschaft haben oder dieser in irgendeiner Weise nahestehen.
Das Forum selbst wird wohl getragen von neokonservativen und traditionalistischen Kreisen.
Ich selbst schreibe hier nur, weil es mich reizt, mich mit Menschen unterschiedlicher Auffassung auseinanderzusetzen.
Außerdem teile ich die konvervative Auffassung, dass die gegenwärtig praktizierte Messe in einer Krise ist.
Sie verliert zunehmend an Akzeptanz und hier ist Abhilfe von Nöten.
Der Ansatz neokonservativer Kreise ist hier durchaus diskutabel.
Ich habe hier auch keine Berührungsängste.
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#8   Adrian Leverkuehn   22:24:03 | Mittwoch, 30. August 2006
Ich würde der Pius Sekte…
…Lacrimosa empfehlen (*Ironie*)!
Wikipedia Seite de.wikipedia.org/wiki/Lacrimosa
Lacrimosa Homepage www.lacrimosa.de/d/index.htm
Als ich noch ein Gothic war, hatte ich ne Freundin die fand die Band ganz toll.
Jedenfalls passt sie zur Pius Sekte. Man darf sich das so vorstellen: Richtiges Orchester im Hintergrund mit allem drum und dran, wie in der Oper. Im Vordergrund eine E Gitarre und Schlagzeug. Moderne Rockmusik eben und dazu gibts Möchtegern-tiefsinnige Texte.
Kleine Kostprobe:
Ist es schlecht?
Und was ist gut?
Ist es krank?
Und was heisst leben?
Nein!
Es ist nur ehrlich – menschlich
Und Verflucht – Ist es doch nur die Wahrheit
Im Auge der Gemeinheit – der Allgemeinheit
Schlicht verwerflich – transparent
Doch ist es tiefer, stärker und viel mehr
So ist der Mensch
Nur auf der Suche
Nach der Stärke
Nach der Lüge – blindem Wahn
Und der Oberflächlichkeit
Also mit einem Wort: Lacrimosa ist Kitsch!
Genau wie die Bruderschaft St. Pius X.!
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#7   daughter_of_isis* †   22:17:17 | Mittwoch, 30. August 2006
@Chris
Stimmt! Mir schwebt da auch schon eine Kampagne vor:
Ähnlich wie „Brot für die Welt“ richten wir eine Stiftung ein namens „Kultur für Katholiken“…
Zumindest bei manchen müsste doch noch was zu retten sein, oder? ^-^
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#6   Christian Hüller   22:13:35 | Mittwoch, 30. August 2006
Ad daughter_of_isis*
Nanana,
7-Tagewoche, (noch [für viele] arbeitsfreier) Sonntag, christlich geprägtes Grundgesetz, geistliche Musik, christliche Feste mit sehr profanem Charakter …
Im Übrigen gilt: Wenn der Kirche die Kultur ausgeht, muss die Kultur eben zur Kirche kommen. :-)
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#5   daughter_of_isis* †   21:59:00 | Mittwoch, 30. August 2006
Kirche und Kultur???
Liebe Freunde,
wie kann man Kirche und Kultur nur in einem Satz nennen???
Das eine schließt das andere aus!
LG,
DoI
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#4   Christian Hüller   19:10:24 | Mittwoch, 30. August 2006
Ad Guldin
Wie gesagt, für Titel müsste man offen sein.
Es gibt ein fast unbegrenztes Repertoire an weltlicher Musik, die man auch theologisch deuten und verarbeiten könnte (je nach Adressatenkreis und Stoff der Lesung).
Ich würde mir davon wirklich sehr viel erhoffen.
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#3   matt   19:10:08 | Mittwoch, 30. August 2006
In der Tat…
ich finde eine Reihe ausdrucksstarker Rock-Songs und moderne Balladen, die mich richtiggehend mitreissen und erheben können, auch wenn sie keineswegs Eignung haben als lithurgische Komponente im Rahmen eines Gottesdienstes. Da sind sie völlig fehl am Platz. Es ist vieles ein Schmarn aber nicht alles schlecht. Manches davon erscheint mir hochgradig inspiriert zu sein. Es schwingt eine Sehnsucht nach Wahrheit und Liebe und unbändiger Leidenschaft in manchen dieser Werke, ja teilweise auch in dem, was man als billigen Kommerz ansehen könnte. Dennoch, etwas, dass ich z.B. bei traditioneller Kirchenmusik, oder klassischer Musik kaum empfinde. Die Klassik war mir schon immer etwas belanglos und bieder. Vielleicht bin ich ja doch ein Kind meiner Zeit. Schließlich bin ich großgeworden in den 80ern mit der ganzen Rock- und Pop Generation und natürlich hat man das alles gehört, was so im Radio gespielt wurde. Und gerade die Emotionen und Intensität, die man hierin erworben hat, beschehrt einem so manche Euphorie. Daher fühle ich mich dem auch verbunden und dem leidenschaftlichen Wesen, dass sich dahinter verbirgt. Vielleicht realisiert sich darin sogar jene Kirche nach der ich mich sehne, auch wenn sie in der Form wild und zügellos ist. Aber wer im Stande ist so aus der Tiefe zu schöpfen, der ist nicht grundschlecht.
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#2   Guldin   19:05:57 | Mittwoch, 30. August 2006
Christian Hüller: interessanter Vorschlag
und für die Sedis würde ich ganz speziell den „Gefangenen-Chor“ der Adia empfehlen, entspricht irgendwie ihrer geistigen Verfassung.
;-)
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#1   Christian Hüller   18:48:01 | Mittwoch, 30. August 2006
Mein Vorschlag
Ich bin sowieso der Meinung, dass man in der Kirchen demnächst CD hören wird.
Aus vielerlei Gründen:
1. Die Lieder sind total veraltet oder es sind abgedroschene Lieder aus den 60ern (frei nach dem Motto: Wir ham’ uns alle lieb, piep, piep. Kotz würg).
Es singt kaum noch jemand mit. Ich übrigens oft auch nicht (die Lieder sind mir oft einfach nur peinlich, so naiv sind die)
2. Insgesamt fehlt es den Liedern oft an theologischer Tiefe.
3. Die Kirche wird sich demnächst vielleicht bald keine Organisten mehr leisten können, weil schlicht das Geld
fehlt.
Insgesamt könnte ich mich durchaus anfreunden damit, wenn man in den Kirchen standartmäßig CD-Abspielanlagen installieren könnte.
Man wird mich jetzt zwar verlachen – was mir ganz nebenbei egal ist – aber ich würde u. a. folgende Titel vorschlagen:
1. Wagner: Wallkürenmritt
2. Händel: Feuerwerksmusik.
Aber da gibt es sicherlich noch einiges andere, was in den Rahmen einer Messe passen würde.
Dass die Kirchenbesucher da nicht mitsingen können macht nichts.
Dafür gibt’s den Chor, wo jeder mitmachen kann, der will.
:-)
Dafür könnte die Predigt dann durchaus etwas länger sein.
:-)
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